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Norwegens Ada Hegerberg: Warum die beste Stürmerin der Welt nicht bei der WM spielen
DPA

Die Fußball-WM der Frauen wird ohne die amtierende Weltfußballerin stattfinden. Ada Hegerberg weigert sich, für Norwegen zu spielen. Weil ihr Sport nicht ausreichend respektiert wird.

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Gerdd 02.03.2019, 06:20
1. Ein Messi-Problem?

Fußball ist nun mal kein Sport für Einzelleistungen - manchmal kommt das vor, aber die Regel ist, daß sich das Zählbare durch Beiträge mehrerer entwickelt. Das gilt auch für Nationalmannschaften, ist dort aber mangels Spielmöglichkeiten schwerer zu üben und zu praktizieren. Messi - bekannt dafür, daß er bei Barca der Fokuspunkt einer großartigen "Tormaschine" ist, hat das anscheinend resigniert zur Kenntnis genommen und über viele Jahre hinweg achselzuckend akzeptiert. Ada geht eben offensiver damit um. Und wenn die Leitung ihres Nationalteams der Sache nicht gewachsen ist, ist es nur konsequent, daß sie sich dem entzieht. Es ist vermutlich besser, nicht anzutreten, als sich den Ruf durch frustrierenden Auftritte zu verderben. Und womöglich kann sie durch die Verweigerung und die Diskussion darüber ja doch etwas bewirken.

Eine Gefahr besteht allerdings: Die kritisierte Teamleitung könnte versuchen - vermutlich wider besseres Wissen - dir Legende zu verbreiten, daß sie viel besser dagestanden hätten, wenn sich nur "die Hegenberg nicht verweigert hätte - die ist an allem schuld."

Gut, daß sie im Gespräch mit der Chefin ist und das auch öffentlich macht.

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patsm 02.03.2019, 07:27
2. Ergänzung

Es ist unfassbar welche Züge diese Gleichberechtigungsdebatten angenommen haben. In Bereichen wie Sport oder Film, ist geschlechterunabhängig die Bezahlung oder Respekt eben nicht von einer geleisteten Arbeitsstunde abhängig, daher sind solche Forderungen eine Beleidigung für jeden normal arbeitenden Bürger. Das ist wie wenn ich ein Recht auf Kaviar essen einfordere und mich dann darüber beschwere, dass das Gramm 10 € kostet und nicht 3 Cent wie beim Schweinebraten.

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dachhase 02.03.2019, 07:46
3. Bezahlung kann man in Zahlen abbilden

bei Wertschätzung ist das diffizieler. Zielgruppe in dem Fall äquivalent Frauen? Um Zeitungen zu füllen, wirklich große Stadien voll zu bekommen und Top Sendezeiten zu erhalten, gehört schon mehr dazu. Bei uns haben es die Frauen bis ins Vorabendprogramm geschafft. Ich denke, damit leben sie ganz gut. Ich persönlich sehe gerne die Spiele, allerdings nur, wenn es ums Topniveaus geht. Klar ist, daß ein Sportler das Kapital Körper nur zeitlich begrenzt zur Verfügung hat. Trotzdem kann man Entwicklungen nicht per Wunsch beschleunigen. Da braucht es Marketing Strategien, viel Geld und Geduld. Es gab vor der Erfindung des Fernsehers auch genug tolle Fußballer, die im Endeffekt bettelarm geblieben sind. Und es gab Leute wie Günther Netzer, die erkannt haben, was es braucht, um Porsche zu fahren. Fazit: Um Wertschätzung zu erlangen, muß man präsent sein, daß erreicht sie ganz sicher nicht mit Boykott.p

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Björn L 02.03.2019, 08:12
4. Gespalten zwischen Verständnis und Sabotage

Ich drücke die Daumen und bewundere die Charakterstärke.

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Valis 02.03.2019, 08:28
5. Unverständlich

Sie kann mehr als zufrieden sein das der Verband Frauen und Männer nun gleich bezahlt!
Das Problem bei Frauenfussball ist:
Keiner will das sehen!
Keiner kauft ein Sky-abo oder zu Tausenden das Fantrikot einer Spielerinnen.
Keiner bezahlt 50 Euro für ein Ticket.Und keine Arena ist damit ausverkauft.
Man kann das nicht mit Männerfussball vergleichen und das hat auch nix mit Frauenfeindlichkeit zu tun.
Was sollen denn andere Sportarten sagen???
Ich spiele mein Leben lang Badminton.
Du kannst als Profi in der ersten Liga nicht davon leben!
Bis zum Profispieler zahlst du deine Ausbildung größtenteils selbst!
Als unterer Ligaspieler hat man durch Echtfederbälle und Ausrüstung rund 50 Euro im Monat zu zahlen für den Sport.

Ich finde diese Norwegische Spielerin sollte mal auf den Boden der Tatsachen zurück kommen!

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Mastermason 02.03.2019, 08:44
6.

Die Akzeptanz von Frauenfußball leidet an dem permanenten Vergleich mit der maskulinen Variante. Solange die Messlatte in Sachen Athletik, Geschwindigkeit und Taktik so hoch liegt, ist die öffentliche Wahrnehmung entsprechend niedrig. Wahrnehmung ist gleichbedeutend mit Werbe- und Fernsehgeldern. Da nützt es überhaupt nichts, sich in den Schmollwinkel zurückzuziehen, das ist so und bleibt so.

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Lagrange 02.03.2019, 09:37
7.

Frauenfußball ist halt leider erst am Anfang seiner Entwicklung. Ich verstehe zwar, dass viele Spielerinnen ungeduldig sind, aber es dauert halt einfach etwas.
Im Momemt ist es in großen Teilen halt einfach "nur" ein semiprofessioneller Sport, so wie es Herrenfussball über viele Jahre auch war.
Bei der Forderung von Gehalt muss man immer sehen, wieviel Geld der Sport einspielt bzw wie hoch das mediale Interesse an der Sportart ist.
In der Damenbundesliga zu spielen ist zwar ein schön Erfolg, es zu erreichen ist aber für eine begabte Fussballerin nicht schwer zu erreichen, hier sieht es bei den Herren ganz anders aus.

Meine Meinung: Die Damen sollen ganz ruhig sein, sie profitieren von den Herren sehr sehr stark - das mediale Interesse ist nur so hoch, weil alle Herrenfussball lieben. Da haben sie schon einen riesen Vorteil gegenüber anderen Sportarten

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zaunreiter35 02.03.2019, 10:27
8. Was möchten Sie uns mit dem Artikel mitteilen,

Herr Hüster?
Weil gerade mal wieder Länderturnierzeit ist im Frauenfußball? Und Norwegen ohne die Schwestern Hegerberg beim Algarve-Cup in Portugal auch gut funktioniert?
Und es ist ja nicht so dass - zumindest ein Teil der Hegerberg-Töchter - Turbine im Reinen verlassen hat, weil man mit "den Methoden des Bernd S." nicht zurecht kam. Die ältere Andrine - immer im Schatten ihrer jüngeren Schwester Ada stehend - verschaffte sich nach dem Abgang von Ada auch einen schnellen Abtritt, man hätte es auch als Flucht bezeichnen können.
Ich vermute mal, dass es Ada immer noch nicht verstanden hat, dass sie die "Weltauswahl" von Lyon mit dem norwegischen Frauenteam nicht vergleichen kann. Da hat sie keine Marozsan oder Henry, die sie mit Zuckerpässen füttern können. Da gibts auch keine van de Sanden, die mal die Linie runtersprintet und flankt. Und wenn ich mir erst deren Abwehr anschaue....ein Träumchen.
Real Madrid und Arsenal London - dazwischen liegen Welten, Herr Hüster!
2007 haben die weiblichen Gunners mal die CL gewonnen, als die noch UEFA-Womens-Cup hieß. Da hat Real Madrid noch garnicht an Spielerinnen gedacht. Und bis jetzt gibt es auch keine Mannschaft von Real in der ersten spanischen Liga. Da würde ich eher den FC Barcelona oder Atletico Madrid nennen, die aber schon länger im Frauenfußball unterwegs sind. Und der andere Club aus Madrid, der CFF Madrid, hat nichts mit Real zu tun.

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olli0816 02.03.2019, 10:35
9. Dann spielt sie eben nicht

Ich schreibe das jetzt mal so provokant, auch wenn ich gegen Ungleichheit bin. Aber der Männer- und Frauenfußball sind in ihrer Popularität sehr ungleich, und das wird bei dieser Debatte vollkommen ausgeblendet. Männerfußball ist wesentlich populärer, weil die Spiele für sich gesehen interessanter sind. Mit der Meinung scheine ich nicht alleine zu liegen, wenn man sich die Zuschauerzahlen für die WMs/Ligen der Männer und der Frauen anschaut.

Und genau das ist der Unterschied, warum der Männerfußball wesentlich besser bezahlt wird. Die Zielgruppe ist viel größer und die Leute sind bereit, mehr Geld für Meisterschaften mit Männern auszugeben als für Frauen. Manche mögen das vielleicht ungerecht empfinden, aber es ist doch wie bei den einzelnen Menschen. Manche Menschen sind beliebter aufgrund des Aussehens, des Charmes, der Klugheit oder anderen Eigenschaften. Andere nicht, weil sie keine oder wenige anziehende Eigenschaften besitzen. Die beliebten Menschen werden immer erfolgreicher sein, das ist sogar unabhängig vom Geschlecht. Aber beim Fußball wird sich das voraussichtlich nicht großartig ändern, weil der Frauenfußball eben nicht die Attraktivität des Männerfußballs besitzt und deswegen die Bezahlung niedriger ist. Wenn man dann daraus resultierend den Respekt ansprechen möchte, ist er faktisch nicht so hoch wie bei Messi & Co. Dazu kommt, das es immer jemanden geben muss, der dafür bezahlen möchte und damit diesen Respekt zollt. Ist das nicht in dem Maße vorhanden, dann spielt sie eben nicht, wenn ihr die Anerkennung es nicht wert ist. Ihre freie Entscheidung und natürlich habe ich dafür Respekt.

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