Forum: Sport
Özil und der DFB: Für Grindel wird es eng
DPA

Mesut Özils Erklärung ist ein einziger Angriff auf DFB-Präsident Reinhard Grindel. Für den DFB-Boss kommt die Debatte zum ungünstigsten Moment - sein Vorzeigeprojekt gerät dadurch in Gefahr. Und damit sein Job.

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Sal.Paradies 23.07.2018, 14:24
70. Billige und absurde Vorwürfe

Was Hr.Ahrens hier macht, ist billig und absurd. Warum? Er sagt, Grindel hätte "gleich handeln" müssen, eräwhnt dabei aber nicht, dass er so eine Forderung gegenüber J.Löw so kurz vor der WM niemals durchgebracht hätte. Und Grindel ist Politiker und "Präsident" des größten Sportverbandes der Welt und natürlich steht so etwas immer auch unter der politischen Agenda. Grindel konnte in seiner Funktion gar nicht anders, als von Özil eine "Erklärung" zu erwarten, die ja bis jetzt nie kam. Im Gegenteil, hat er, wohl auf Bitte von Löw erst mal die Beine ruhig gehalten, um dann darauf hinzuweisen, dass er "nach der WM" eine Erklärung von Özil erwartet. So eine Erwartung ist nicht nur richtig, sondern nachgerade unausweichlich, eingedenk der Wellen die Özil mit "Erdogat" schlug. Özil hat sich jetzt aber entschieden sich nicht zu erklären, sondern faktisch jeden außer sich selbst, anzuklagen. Grindel, also den Präsidenten des DFB mit 7 Mio. Mitgliedern als "Rasissten" zu bezeichnen ist ein Stück aus dem Tollhaus. Wie kommt M.Özil auf so eine Aussage? Was ich weiß, ist, dass er dieses sehr professionell verfasste "Schreiben" (Wutrede) niemals nie selbst geschrieben/verfasst hat. Ein Mensch mit dieser Naivität kann niemals Verfasser dieses Schreibens sein. Wer immer das verfasste, hat ganz sicher politische Gedanken und Ziele. Ich mag Grindel auch nicht, aber ihm jetzt alles in die Schuhe schieben zu wollen ist billiger Populismus Hr.Ahrens. Hätte Grindel Özil sofrt aus der Elf genommen, wäre die "Werbung" für Erdogan noch heftiger geworden, nach dem Motto, "seht her, da seht ich wie ich recht hatte mit meinem Vorwurf, dass D von Nazis regiert wird"! Auch Hr.Ahrens ist sich dieser Dinge bewusst, verschweigt aber, dass ein Rauswurf "vor" der WM aus unterschiedlichen Gründen (+gegen) Löw niemals realistisch war.

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Pfefferkorn2 23.07.2018, 14:32
71. Schieflage der Diskussion

Zitat von dwg
Ja, und? Wenn einem Mitglied der deutschen Nationalmannschaft das Feingefühl fehlt wie Signale wo ankommen, sollte das doch nicht das Problem des DFB Vorstands sein - egal wie fragwürdig der ansonsten sein mag.
Das ist im Kern genau richtig. Mehr noch: Sowohl Mesut + Mustafa Özil als auch die öffentliche Diskussion unterstellen eine rassistische Debatte. Darum geht es aber nicht. Das Problem liegt darin, dass Özil ohne Not Propaganda für einen menschenverachtenden Diktator gemacht hat. Man stelle sich vor, Manuel Neuer hätte das gleiche getan - wäre er etwa nicht genauso heftig kritisiert worden, ohne dass man den Kritikern Rassismus hätte vorwerfen können? Und man achte die Haltung von Emre Can, der sich dem Erdoganschen Werben mutig widersetzt hat. Ihm wird der Appaus bei seinen künftigen Auftritten in der Nationalelf gewiss sein, trotz/wegen (?) seiner türkischen Wurzeln.
Die Kritiker von Mesut Özil sind zugleich Kritiker von Erdogan und damit anti-rassistisch. Insofern war die erste Reaktion von Cem Özdemir nachvollziehbar und richtig, seine aktuelle Kehrtwende hingegen genauso wenig wie der Anti-DFB-Mainstream.

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nwz86 23.07.2018, 14:35
72. Rosarote Brille runter

Diese Affäre zeigt wieder einmal, dass es ein Fehler ist, Türken in die Nationalmannschaft aufzunehmen. Egal ob mit oder ohne deutschem Pass, diese Gruppe wird sich in Deutschland nie "integrieren" (dieses Wort ist ohnehin eine Erfindung naiver Multikultigläubiger, in der Realität existiert ein solches Konzept nicht, da gibt es nur Anpassung oder Verdrängung). Die hier lebenden Türken verachten uns in der Mehrzahl und sehen unsere Gesellschaft als schwächlich, degeneriert und sturmreif an und primär als Kolonie ihres zukünftigen Neoosmanischen Reichs. Dieses erbärmliche Integrationsgeschwafel geht völlig an der Realität vorbei, man sollte hier endlich mal die rosarote Brille abnehmen!

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shaboo 23.07.2018, 14:36
73. Der Mann ist schlicht ...

... und einfach eine Zumutung für jeden halbwegs intelligenten und integren Menschen! Das begann spätestens mit der unfassbaren, völlig unverständlichen vorzeitigen Vertragsverlängerung für Löw, setzte sich nahtlos fort im vorzeitigen Ausschluss irgendwelcher personeller Konsequenzen nach der historischen WM-Blamage - noch bevor man mit Ursachenforschung und Analyse überhaupt begonnen hatte - und gipfelte vorläufig in dem billigen, peinlichen und einfach nur fremdschämtauglichen Versuch (gemeinsam mit Bierhoff) Özil zum Hauptsündenbock fürs WM-Aus zu erklären, nur um damit von ganz offensichtlichen eigenen Fehlern und Versäumnissen abzulenken. Es ist ganz und gar schockierend, was für verantwortungsscheue Sesselkleber sich mittlerweile in den höchsten Ebenen der Politik, der Wirtschaft und des Sports ihre Pöstchen sichern!

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Crom 23.07.2018, 14:38
74.

Zitat von dwg
Ja, und? Wenn einem Mitglied der deutschen Nationalmannschaft das Feingefühl fehlt wie Signale wo ankommen, sollte das doch nicht das Problem des DFB Vorstands sein - egal wie fragwürdig der ansonsten sein mag.
Dem DFB-Chef hat aber offenbar auch das Feingefühl gefehlt. Der DFB ist gegenüber seinen Spielern auch in einer Fürsorgepflicht. So wie man mit Özil umgegangen ist, ist dies einfach unanständig, selbst wenn man den Erdogantermin kritisch sieht, hätte man anders damit umgehen müssen.

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millionwatts 23.07.2018, 14:45
75. Gut so

Özils Fehlverhalten könnte man sehr wohlwollend noch mit Dummheit irgendwie erklären und zudem gehört Krisenmanagement eindeutig nicht zu seinem Aufgabenbereich. Grindel und Bierhoff dagegen können keine mildernde Umstände für sich geltend machen, beide haben in ihrem Job in diesem Fall versagt.

Von Özil hat man lautstark einen öffentlichen Bußgang eingefordert. Sich jetzt für mehrere Wochen zu verstecken dürfte für Grindel und den DFB keine tragbare Option mehr sein. Der Versuch, sich nach dem WM-Desaster auf Özils Kosten zu profilieren und einen verdienten Nationalspieler ganz bewusst über die Klinge springen zu lassen, endet hoffentlich in einem Eigentor.

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willi_der_letzte 23.07.2018, 14:49
76.

Zitat von hans-rai
...ärgerlich, befremdet und empört reagiert. Das muss man wohl auch Herrn Grindel zugestehen. Jetzt daraus eine Rassismus-Kampagne zu machen, ist wohl eher dem Medien-Sommerloch geschuldet. Ob Herr Grindel an seinem Platz als DFB-Präsident "richtig" oder "falsch" ist, kann ich nicht beurteilen. Ist mir auch ziemlich egal. Aber die Leistung, die ich von Özil auf dem Platz bei der Weltmeisterschaft gesehen habe, empfand ich als miserabel, ohne Engagement und Esprit. Wenn er jetzt nicht mehr in der Nationalelf spielen will - ok. Zur Kenntnis nehmen und abhaken. Der Kader muss ohnehin ganz neu erfunden werden. Wahrscheinlich wäre da ohnehin kein Platz mehr für ihn gewesen.
Die Reaktion auf das Foto steht hier eher weniger zur Debatte. Das Foto, war auch aus meiner Sicht, eine Dummheit. Auch wenn das Özil anders sieht. Aber darum geht es wohl kaum.
Eher geht es doch darum, dass dieser Grindel vor der WM das alles nicht so problematisch fand, nachdem aber alles verkackt war, offensichtlich durch Schuld sowohl des Trainers als auch durch seinen Anteil, plötzlich anfing die Fotoaffäre dafür verantwortloich zu machen. Das allerdings, ist voll daneben. Es mag Einfluss gehabt haben. Vor allem durch den Druck von aussen von den vielen Schreihälsen. Aber es war nicht die Ursache.
Ursache war vor allem ein schlechte Leistung des Trainerstabes, des Managements und des DFB. Sich dann ein billiges Opfer für das eigene Versagen zu suchen ist schäbig. Und deshalb sollte er seinen Hut nehmen.

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migratist 23.07.2018, 14:50
77. Aha

Zitat von Crom
Dem DFB-Chef hat aber offenbar auch das Feingefühl gefehlt. Der DFB ist gegenüber seinen Spielern auch in einer Fürsorgepflicht. So wie man mit Özil umgegangen ist, ist dies einfach unanständig, selbst wenn man den Erdogantermin kritisch sieht, hätte man anders damit umgehen müssen.
und wie genau?? Herrn Özil zu einer Stellungnahme dazu auffordern?? Ist geschehen - ohne Erfolg! Danach aus dem Kader streichen - da hatte ja der feine Herr Löw was dagegen (und wahrscheinlich auch der gemeinsame Manager von Löw, Özil und Gündogan, der feine Herr Harun Arslan!!)
Also wie genau hätte man "anders damit umgehen müssen"????

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Calen 23.07.2018, 14:51
78. Es geht um Grindel und nicht um Özil

Es mag dem einen oder anderen hier nicht gefallen, aber Hr. Grindel UND Mesut Özil haben Fehler gemacht. Der eine hat seine Konsequenzen gezogen und tritt aus der NM zurück. Der andere versucht es auszusitzen. Grindel hat nie klare Kante gezeigt, hat ein Krisenmanagement an den Tag gelegt, dass seines Gleichen sucht. Die gesamte DFB-Spitze (Grindel, Bierhoff, Löw) hat versagt. Man hat nur noch nach den Umfragewerten geschaut. Man hatte Angst vor der eigenen Courage ("Eigentlich finden wir das blöd, aber was, wenn wir die rausschmeißen und am Ende früh ausscheiden? Schauen wir doch mal, was die Umfragen sagen.") Die ganze Vorbereitung für die WM und die WM war an Inkonsequenz und Anfängertum nicht zu überbieten. Hat man schon unsere DFB-Funktionäre vergessen, die nichts besseres zu tun hatten, als die schwedische Bank zu beleidigen? Was ist eigentlich mit denen passiert? Die Geschichten aus der WM-Quartier, wo Marketing und Konsole Zocken anscheinend wichtiger waren als die Vorbereitung aufs nächste Spiel?
Wer hat das zu verantworten? Juristisch gesehen ist das eine Form von Organisationsverschulden und die trifft immer die Spitze. Ein Einzelfall wäre verzeihbar, aber nicht dieses Komplettdisaster. Nochmal, wir sind als Weltmeister zum ersten Mal in der Geschichte der NM in der Vorrunde einer WM in einer leichten Gruppe als Tabellenletzter ausgeschieden. Mich würde Hr. Hoeneß interessieren, wenn Bayern als CL-Sieger in der Gruppenphase mit Noname-Clubs als Tabellenletzter rausfliegt. Der Trainer wäre wahrscheinlich noch an dem Abend erst gedemütigt und dann per Pressemitteilung rausgeschmissen worden.
Mir graut es jetzt schon, wenn ich daran denke, was Löw und Bierhoff als Analyse des Scheiterns präsentieren. Eingeständnis von Schuld, wo es niemanden weh tut und ansonsten war es Pech und immer die anderen.

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fördeanwohner 23.07.2018, 15:00
79. -

Zitat von nwz86
Diese Affäre zeigt wieder einmal, dass es ein Fehler ist, Türken in die Nationalmannschaft aufzunehmen. Egal ob mit oder ohne deutschem Pass, diese Gruppe wird sich in Deutschland nie "integrieren" (dieses Wort ist ohnehin eine Erfindung naiver Multikultigläubiger, in der Realität existiert ein solches Konzept nicht, da gibt es nur Anpassung oder Verdrängung). Die hier lebenden Türken verachten uns in der Mehrzahl und sehen unsere Gesellschaft als schwächlich, degeneriert und sturmreif an und primär als Kolonie ihres zukünftigen Neoosmanischen Reichs. Dieses erbärmliche Integrationsgeschwafel geht völlig an der Realität vorbei, man sollte hier endlich mal die rosarote Brille abnehmen!
Kaum zu glauben, aber Özil hat sich falsch verhalten und eben nicht alle Menschen türkischer Herkunft.
Soll Deniz Yücel nicht mehr als Journalist für eine deutsche Zeitung schreiben oder Cem Özdemir Politiker einer deutschen Partei sein dürfen?
Überhaupt stimmen Ihre Annahmen bezüglich der hier lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln nicht. Das habe ich nicht aus irgend welchen Foren oder sog. sozialen Netzwerken, sondern weiß es aus eigener Erfahrung.
Sie sollten nicht einfach glauben, was die AfD so verbreitet!
Natürlich gibt es Probleme, die leugnet auch niemand. Aber mal eben alle Menschen türkischer Herkunft so zu beschreiben, ist ja wohl das, was am allerwenigsten hilft, um ein gutes Miteinander zu befördern. Das ist nämlich keine sachliche Kritik, sondern reines Ressentiment.

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