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Özils Rücktritt und das Versagen des DFB: Nicht genug integriert
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Mesut Özil lässt Selbstkritik vermissen. Aber seine Attacke auf DFB-Präsident Reinhard Grindel enthält viel Wahres: Der Deutsche Fußball-Bund ist an einer seiner wichtigsten Aufgaben gescheitert.

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A. A. Hammer 23.07.2018, 07:07
150. Lahmer Kommentar

Dass Herr Özil so verletzt und so verletzlich ist, ist tragisch. Aber als Vorbild und veranwortungsvoller Fußballer taugt er nicht. Und seine Berater haben in 2 Monaten nicht mehr zustande gebracht als Stolz, Trotz und die Verantwortung bei anderen zu suchen. Herr Grindel ist vielleicht auch kein Vorbild, aber lasst uns die Dinge klar trennen. Der Kommentator will es sich angeblich nicht leicht machen, tut aber genau das. It's the DFB, stupid. Das ist echt lahm.

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garfield53 23.07.2018, 07:07
151. mmm1

Das Abgleiten aller Medien in populistischen Nationalismus hat nun auch den Spiegel erreicht.

Typisch für den DFB, da nicht erst seit der völlig aus dem Ruder gelaufenen Weltmeisterschaft und der wenig innovativen Vorbereitung und den nicht zu entschuldigenden Ergebnissen der Testspiele, nicht nur für viele Millionen „Bundestrainer“, mit dem Trainer und der Mannschaft im Bereich des Vorhersehbaren lag, nur nicht im Gesichtsfeld der „politischen“ Funktionäre, wie Grindel und Co.

Denen trotz offensichtlicher Mängel über Grundkenntnisse vom Fußball selbst die öffentliche Wahrnehmung im Dunstkreis unserer Politiker und die Bewahrung ihrer „Posten“ im Verband und dem Vorstand wichtiger waren, als sich Gedanken zu machen, wie der deutsche Klubfußball insgesamt und die Nationalmannschaft insbesondere, den sportlichen, technischen und leistungsmäßigen Ansprüchen der Zukunft, gerecht werden kann.
Einige Ligavereine, welche führungsmäßig und sportlich im Jahr 2018 angekommen waren, wurden ignoriert und die Neuausrichtung der Vereine mit volkstümlichen Floskeln aus der Vergangenheit abgewürgt.
Leider, im DFB passierte nichts von dem, nachdem einige Vorstände, welche lieber ihre politischen Ansprüche hätten weiter verfolgen sollen, mehr um Machterhalt und öffentliche Anerkennung buhlten, zog der Bundestrainer weiter seine eigenen Bahnen ins seinen kleinen eigenen, medial wichtig und bunt geschmückten Kosmos.

Während viele Länder sich den neuen sportlichen, altersmäßigen und leistungstechnischen Anforderungen stellten, was man an dem Erfolg ihrer Mannschaften beim Turnier sehen konnte, glaubten im DFB und der Bundestrainer selbst, trotz aufarbeitungswürdiger Ergebnisse in den Vorbereitungsjahren, das mit dem letztlich berufenen Spielern, aus ganz Europa, dabei ein paar „ältere“ Herren mit Platzgarantie und ein paar jungen „Wilden“, welche letztes Jahr tatsächlich eine hervorragende Leistung abgeliefert hatten, weil sie ohne Generationsdruck und im Glauben wie bei ihre U 21 Mannschaft in einen, dem Ziel verschworenen Team, ohne Standesdünkel und Gruppenbildung, Leistung zeigen zu können.
Da aber letztendlich der Besitzstandstreit der Vereinsbosse, letztlich auch ein Konflikt um mediale Öffentlichkeit und finanziellen Zugewinn, den Streit um die Linie in der Nationalmannschaft bestimmt, gewann der Irrglaube die Oberhand, das man nur recht viele „Einzelkämpfer“, welche in den Vorjahren positiv aufgefallen sind, irgend wie das Ding zum Erfolg bringen können.

Nur zeigten schon die Vorbereitungsspiele, das einige alternde Helden aus deutschen und ausländischen Vereinen und hungrige junge Teamspieler im Sinne des Wortes, eine „Turniermannschaft“ aus einen Guss, welche die Spiele im Selbstlauf gewinnen würden, nicht im Bereich des Machbaren sein würde.

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garfield53 23.07.2018, 07:08
152. mmm2

Es war für alle Zuschauer offensichtlich, das auf der einen Seite in die Jahre gekommenen „Helden“
welche sich noch mal in medialen Glanz sonnen wollten und gut ausgebildete junge Spieler, welche sich schon im Vorfeld Stammpositionen im Heimatklub aufgrund ihrer Leistung erarbeitet hatten, zum großen Teil keinen Zugang ins Team fanden, das Zusammenspiel oftmals Leid und Tragödie war.

Irgendwelche Konsequenzen vom Bundestrainer, viele nicht zu erklärende Entscheidungen und die Brüskierung einiger hervorragender junger Spieler und die, im Vorstand, welche hätten die Notbremse ziehen können, waren mit dem Erhalt ihrer Posten und der Verharmlosung der laufenden DFB - Skandale beschäftigt.

Und als Krönung dieser „Laiendarsteller“, als Ergebnis der nicht gewollten Aufarbeitung der „deutschen“ Tragödie, nur der / die Türke/n waren dran Schuld!

Eh, ihr Penner, habt ihr denn überhaupt den Versuch gemacht, das Hirn einzuschalten oder gleich 1:1 die „Vorlagen“ aus dem Springer-Bunker übernommen.
Hohl im Hirn und populistisch wie die AfD, deren Rassismus ohne jegliche Hemmungen und Verstand übernommen?
Und?

Irgendwelche zukunftsweisenden Erkenntnisse, Schlussfolgerungen, gar Visionen und Entscheidungen, nichts zu hören.
Wenigstens hat da die Politik im DFB Spuren hinterlassen, nur nichts entscheiden, aussitzen, bis zur Selbstverleugnung, bis das ganze Theater vielleicht vergessen ist und anschließend weiter so.

Nur wohin?

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FBN 23.07.2018, 07:08
153. "Selbstkritik"

Angela Merkel: "Die NATO ist eine Wertegemeinschaft"
Mesut Özil lässt sich mit dem Präsidenten eines Mitglieds unserer -laut Merkel- Wertegemeinschft fotografieren.
Wo, lieber Spiegel, liegt jetzt noch mal genau das Problem?

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juba39 23.07.2018, 07:09
154. Und Merkel regiert immer noch

Obwohl Merkel, trotz Protestes der Mehrheit den Bundestages, unmittelbar vor der vorletzten Wahl in der Türkei mit E. zusammentraf, und sie auf die massive Kritik (Wahlkampfhilfe!), mit business as usual weitermachte, macht doch eigentlich die ganze Verlogenheit der Causa Özil deutlich.
Und für den versteckten Rassismus, den Özil RICHTIG ansprach, halten sogar unsere ÖR her.
Eineseits zeigt man sich, von Reporter bis Sportfunktionär gern mit Sportlern "mit Migrantenhintergrund". Andererseits fallt schon mal, beim ZDF während einen WM, (zu einer dunkelhäutigen Sportlerin) schon mal die Bemerkung, XYZ sieht aber nicht wie eine gebürtige Schweizerin aus".
Journalisten und Politiker sind eben auch nur Menschen, und bilden eben auch einen Querschnitt der Bevölkerung dar.
Nur daß eben solche Entgleisungen selten Konsequenzen haben.

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mimoun74 23.07.2018, 07:10
155. WM Sieg ?

Verlogene Debatte.
Wäre Deutschland Weltmeister geworden wären alle türkischstämmigen oder nicht weißen Fußballer plötzlich „echte“ Deutsche und keiner würde ihnen fehlende Integration vorwerfen.

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henryfly 23.07.2018, 07:10
156.

Genauso wie man Respekt für die Konsequenz Mesut Özils haben muss, Emré Çan hat meinen Respekt für sein
er Haltung genauso verdient. Er hatte eine andere Interpretation der eigene Verantwortung für seinen beiden Ländern.

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mimoun74 23.07.2018, 07:11
157. Integration kein Problem

Jemand als schlecht integriert darzustellen obwohl er hier geboren und aufgewachsen ist und sich rechtlich nichts zuschulden kommen lassen hat ist schon wieder eine Vorverurteilung die einfach falsch ist.
Das Hauptproblem ist doch das die Fußballnationalmannschaft erbärmlich gespielt hat und Gruppenletzter geworden ist.
Das hat nichts mit einem Spieler allein zu tun der zwar bei dem Turnier nicht der beste aber auch nicht der schlechteste war.
Fußball ist ein Mannschaftssport und statt die sportlichen und Organisatorischen Probleme anzusprechen wurde nur um 2 Spieler mit türkischer Herkunft diskutiert.
Das auch noch dauernd mit rassistischem Unterton. Auch wenn viele sagen das es um die Sache ging, hat man unterschwellig sehr wohl, die sogar offen ausländerfeindliche Haltung rübergebracht.
Auch ich obwohl nicht türkischer Herkunft und andere in meinem Freundeskreis mit nichtdeutschen Wurzel haben schon vor Beginn der WM das Spiel mit Özil durchschaut.
Man hat wie in der Politik gerade üblich ein Feindbild aufgebaut um dann im Moment des Scheiterns einen Sündenbock zu haben.
Frankreich ist zum 2 mal Weltmeister geworden weil es seine multikulturellen und auch muslimischen Spieler wie Pogba,Kante... einbindet und unterstützt deshalb freut mich deren Erfolg.

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MARK 13 23.07.2018, 07:12
158. Falsch

"Der DFB hätte sich zur Integration bekennen müssen, und das hätte bedeutet: Deutschland sind wir alle, unabhängig von Herkunft oder Meinung."
Also nur noch der Pass entscheidet, wer "zu Deutschland gehört"? Die Grundwerte z.B. der Verfassung sind egal?
Was hier gefordert wird ist das Gegenteil von Integration, es ist Beliebigkeit und führt zum Zerfall jeden Gemeinwesens.

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grouchomax 23.07.2018, 07:13
159. Ein Nationalspieler hat die Gewähr zu bieten, jeder Zeit für die

freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten, oder?

Im Ernst: Wer in der Öffentlichkeit steht, muss damit rechnen, wegen öffentlicher Äußerungen kritisiert zu werden. Was bei Fußballern auch dadurch geschehen kann, dass man sie bei Aufruf auspfeift.
Sie allerdings durch permanentes Auspfeifen zur Sau zu machen, gar ihren Ausschluss aus der Mannschaft zu verlangen, als hätten sie Deutschland dem Erdogan ans Messer geliefert, ja einen persönlich beleidigt, entspringt einer hysterischen nationalistischen Haltung.

Schwätzer wie Basler und Matthäus mussten natürlich auch noch auf Özil eintreten. Sie konnten ja nicht ahnen, dass der Mann schon massig mit rassistischem Scheiß überzogen wurde.

"Nationalspieler, Vorbild für junge Menschen"? Ja, als Fußballer, Aber bitte doch nicht als politisch Agierende. Eine Person allein ihrer Prominenz wegen zum Vorbild zu erheben klingt für mich - mit Verlaub - ein wenig obrigkeitsstaatlich. Ich bin eher dafür, sich selbst Gedanken über Gott und die Welt zu machen, den eigenen Verstand zu bemühen im Sinne der Aufklärung. Zählt nicht auch das zu guter europäischer Tradition?

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