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Özils Rücktritt und das Versagen des DFB: Nicht genug integriert
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Mesut Özil lässt Selbstkritik vermissen. Aber seine Attacke auf DFB-Präsident Reinhard Grindel enthält viel Wahres: Der Deutsche Fußball-Bund ist an einer seiner wichtigsten Aufgaben gescheitert.

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mkta 23.07.2018, 07:15
160. Das größte Problem...

... sehe ich darin, dass die Nationalmannschaft nur noch eine Marke ist, die auf Teufel komm raus nach den Vorstellungen des DFB funktionieren muss. Nur Aalglatte Typen die sich ohne Probleme in die Marketingvorstellungen integrieren lassen und das ist kein! Vorwurf gegen die Spieler selbst. Die haben ja keine andere Wahl, als sich entweder anzupassen, oder zuhause zu bleiben (Wagner, Peterson). Das ganze Gerede beim DFB über Vielfalt, Integration und Fair Play wirkt auf mich nur noch geheuchelt, selbst wenn es außerhalb der Marketingmaschinerie ernst gemeint sein sollte.

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Peter Friedrichs 23.07.2018, 07:15
161. Die"Integration" ist eine leere Worthülse,

ein bigottes Geschwafel. Wie sollten sich junge Türken vom Jahrgang eines Mesut Özil fühlen, wenn ihre Großväter und Väter hier als "Gastarbeiter" (warum hat man nicht gleich den Begriff "Fremdarbeiter" beibehalten?) wie der letzte Dreck behandelt wurden?
Ich habe es selbst noch erleben müssen, wie türkische Kinder als "Kümmeltürken" und "Knoblauchfresser" beschimpft wurden. Wer hat denn anschließend Lust, sich zu integrieren?

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trickydicky 23.07.2018, 07:15
162. Zu spät

Sieh an, der erste halbwegs differenzierte Artikel zur Causa Özil, aber zu spät. Auch Fußballspieler genießen Meinungsfreiheit und müssen nicht nur duckmäuserisch nachplappern, was wir von ihnen erwarten. Hut ab vor Özil und seinen klaren Worten, auch wenn ich seine Entscheidung bedaure. Ich habe mir immer wieder vorgestellt, wie wohl ein Grindel oder Bierhoff, im Falle einer Titel-Verteidigung, dem Autokraten Putin um den Hals gefallen wären... Heuchlerisch

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dschmidtmann 23.07.2018, 07:15
163. Typisch deutsch?

Ich finde den Artikel wichtig und richtig. Ich war auch traurig, dass die Mannschaft ausgeschieden ist. Und ob man Mesut Özil nun sympathisch findet oder fand, tut nichts zur Sache. Immer wieder hab ich während der WM und danach Sprüche gehört, wie: wenn einer die Hymne nicht mitsingt, dürfte er gar nicht spielen. Der ist kein richtiger Deutscher.
Der DFB kümmert sich darum, dass solche Fans Oberwasser bekommen. Anstatt zu sagen, dass solche Fans bei der Nationalmannschaft nicht willkommen sind. Grindels politische Ansichten sind ja zum Glück jetzt mal mehr im Fokus. Lächerlich, dass so jemand es an die Spitze des DFB schafft.
Wie ich das Foto mit Erdogan finde? Das ist egal. Es spielt keine Rolle! Er hat nichts verbotenes gemacht, im Gegensatz zum Sponsor der Mannschaft. Muss er Fehler eingestehen? Vielleicht. Vielleicht hat er aber auch gar keinen Fehler gemacht? Vielleicht müssen mal die Leute Fehler eingestehen, die als Voraussetzung für das Spielen in der Nationalelf das Singen der Hymne sehen.
Mezut Özil prangert Rassismus an. Er hat Recht. Von der DFB - Spitze über viele Medien bis zu den Fans gibt es ihn. Und das ist ein schwerwiegender Fehler, den offensichtlich kaum jemand anprangert!

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blumenstrauss 23.07.2018, 07:16
164. Für den DFB gilt....

... Menschenrechte sind nur eine Lebenslüge.

Und dass Sport nichts mut Politik zu tun hat, glauben nicht mal Grindel und Infantino.

Viel Spass bei der WinterWM in Katar.

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touri 23.07.2018, 07:20
165.

Sorry aber der Kommentar widerspricht sich selbst. Erst wird geschrieben, dass man sich ja mit Leuten mit unterschiedlicher Meinung streiten können muss und später wird genau das den Kritikern zu Özils auftritt mit Erdogan abgesprochen.

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Blindman68 23.07.2018, 07:21
166.

Zitat: "Bei der Kritik an Özil und Gündogan schwang aber von Beginn an mit, dass den beiden Sportlern das "Deutschsein" abgesprochen wurde. Was für eine Anmaßung."

Denke mal, dass Niemand ihnen ihr Deutschsein abspricht, sondern sie selbst durch ihre Aktion gezeigt haben, dass sie sich eher als Türken betrachten als, als Deutsche. Während man unterstellt, dass Erdogan diesen Foto-Termin zu Wahlkampfzwecken gemacht hat und die Spieler beteuern es ging für sie nie um Politik, so ging es ihnen wenigstens darum ihr Türkischsein in den Vordergrund zu stellen. Erstens dumm gelaufen, als deutscher Nationalspieler und Zweitens wenn man sich neben einen Diktator stellt, der in seinem Land für Verhältnisse sorgt, die in Deutschland zum Glück überwunden scheinen. Scheinbar ist es aber auch so, dass es eines stetigen Dialoges bedarf. Im Falle Özil hätte es Worte aus seinem Mund gebraucht und nicht dieses, mutmaßlich von fremder Hand geführte, Statement. Özil zeigt, dass es ihm unmöglich ist, seinen Stolz, ins zweite Glied rücken zu lassen und Stärke zu zeigen im Eingeständnis einen verzeihlichen Fehler begangen zu haben. Die richtigen Worte zu finden ist wahrscheinlich viel komplizierter, als ein Fototermin, von daher, Alles Gute Mesut…

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Outdated 23.07.2018, 07:21
167. Als Kind von Einwanderern:

Integration funktionier nur wenn es etwas klares gibt in das man sich integrieren kann und genau da machen es die Deutschen einem unglaublich schwer.
Wenn ihr wollt das es klappt dann lebt klar vor was deutsch sein bedeutet, belohnt die, die mitmachen, seid stolz auf euch.
In kürze habt sowas wie Nationalismus, etwas das kleinen jungen und Mädchen das Gefühl gibt. "Das bin ich"
Denn genau das gibt ihr den Kindern nicht, die Deutschstämmigen kommen damit zurecht weil sie keine andere Wahl haben, aber für die anderen würds .. kompliziert. Sie sind irgendwie Deutsch, dann irgendwie doch nicht...
werden verunischert und fliehen dann am Ende in traurige Ersatzgruppen.

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Wahrheit2011 23.07.2018, 07:22
168. Dr. Reinhard Grindel

Mesut Özil hätte unbedingt Selbstkritik bringen müssen. Sein langes Schweigen hat auch wohlmeinende Fans enttäuscht, und gerade wegen seines endlosen Schweigens wurde die Stimmung bei den Fans, den Medien und auch in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft immer schlechter. Wer die eigenen Fehler sieht und zugibt, der darf auch austeilen. Aber der ehemalige Nationalspieler hat es nicht nötig, sachlich an die Thematik heranzugehen.

Meht Integration muss der DFB leisten, das ist schon wahr. Es ist manches nicht gelungen. Mir gefällt übrigens das Verhalten des DFB-Präsidenten Dr. Reinhard Grindel gar nicht. Man kann nicht sagen, "das Thema ist erledigt" und nach dem blamablen Ausscheiden unserer Mannschaft hat Grindel verlangt, dass Mesut Özil sich nach dem Urlaub schnell äussern müsse. Aber von "Rassismus" zu sprechen, das ist niederträchtig. Dr. Reinhard Grindel hat als Politiker z.B. im Visa-Untersuchungsausschuss (im Jahre 2005) und an anderen Stellen wie auch in seinem DFB-Amt niemals ausländerfeindliches gesagt.
Es kann sein, dass Mesut Özil einen Rassismus vermutet, aber dann muss er das auch eindeutig als "Eindruck" bezeichnen. Direkt jemandem Rassismus zuzuschreiben, das ist ein No-Go. Da nehme ich jeden Menschen in Schutz, der verdächtigt wird, ohne handfeste Beweise. Leider gibt es echten Rassismus, und der ist zu verurteilen und da muss man gegen angehen. Aber nach meiner festen Überzeugung: Dr. Reinhard Grindel ist kein Rassist.

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brotfresser 23.07.2018, 07:22
169. Schon die Überschrift zeigt die

deutsche Überheblichkeit. Muss man, um ein richtiger Deutscher zu sein, seine Wurzeln abschneiden? Offensichtlich für viele ja.

Nur so mal gefragt: hätte Deutschland den Pokal gewonnen, hätten sich die Spieler dann mit Putin ablichten lassen und ihm die Hand geschüttelt? Klar doch. Und was ist mit Loddar? Und wenn viele deutsche Politiker aller Parteien und Gecshäftsleute die Hände von Despoten schütteln und dabei in die Kamera lächeln? Deutschland entwickelt sich mehr und mehr zu einem Land der Heuchler und Nationalisten. Leider.

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