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Özils Rücktritt und das Versagen des DFB: Nicht genug integriert
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Mesut Özil lässt Selbstkritik vermissen. Aber seine Attacke auf DFB-Präsident Reinhard Grindel enthält viel Wahres: Der Deutsche Fußball-Bund ist an einer seiner wichtigsten Aufgaben gescheitert.

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misterknowitall2 23.07.2018, 10:59
500. Unsinn.

Zitat von klute1972
Özil ist keine Privatperson, sondern eine Person des öffentlichen Lebens - sonst würde er keine Millionen verdienen. Und er vertritt bei öffentlichen Auftritten die deutsche Nationalmannschaft, genauso wie Merkel den deutschen Staat vertritt, wenn sie Erdogan trifft. (Im Übrigen bezieht Merkel ganz klar Stellung zu Erdogans undemokratischen Vorgehen, auch das ist ein grosser Unterschied) Özil hat im Gegensatz zu Merkel aber keine Verträge für Deutschland ausgehandelt, sondern sich als kostenloses Propaganda-Maskottchen ablichten lassen. Das ist ein ganz klarer Fehltritt und wäre mit einer dementsprechenden Erklärung schnell aus der Welt zu schaffen gewesen sein, aber Özil möchte lieber das Opfer und die beleidigte Leberwurst spielen. Das hat er niemenden anderen als sich selbst zuzuschreiben.
Auch Privatpersonen können Millionen verdienen!?! Und ich weiß nicht, was sie von der Nationalmannschaft, die übrigens nur noch "Die Mannschaft" heißt, um den nationalen Anstrich loszuwerden, erwarten? Für mich treffen da die besten Spieler Deutschlands zusammen, da muss keiner Deutschland repräsentieren. Dafür haben wir an anderer Stelle Profis in dem Bereich. Genauso wie Fußballer keine Politiker sind. Mit wem man sich trifft, müsste der deutschen Öffentlichkeit auch herzlich egal sein.

Die Aktion war naiv und in meinen Augen dumm, aber ich laufe auch nicht in Özils Schuhen, also ist es mir herzlich egal. Wie Grindel und Bierhoff damit umgegangen sind allerdings nicht. Das war unterste Sohle und die beiden sollten schleunigst zurücktreten.

Ach, fast vergessen. Was hätte denn ihrer Meinung nach in dieser "dementsprechenden Erklärung" drinstehen müssen? Ich meine, dass muss man heute vorher schon wissen, damit man nicht wieder was Falsches sagt, zumindest in den Augen von uns Deutschen?

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spon-facebook-10000012354 23.07.2018, 11:00
501. Eine absurde Diskussion

Die Spieler der Nationalmannschaft sind doch keine Beamten, die zu einer besonderen Treue gegenüber der BRD und der Verfassung verpflichtet sind. Insofern kann Özil über Erdogan denken und sagen was er will. Wenn man dies ernsthaft zum Kriterium macht, dann müsste man Klose fragen, was er über die aktuelle Entwicklung in Polen denkt, denn Klose (der aktuell den Sturm der deutschen Mannschaft trainiert) konnte sich zwischen drei Nationalmannschaften entscheiden: Deutschland, wo er seit seinem 7. Lebensjahr lebte und der Vater seine Wurzeln hatte, Polen, seinem Geburtsland und der Heimat seiner Mutter, und Frankreich, wo er sechs Jahre nach seiner Geburt lebte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Miroslav_Klose

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From7000islands 23.07.2018, 11:01
502. Wunschdenken

Es wäre gar kein Problem ausländische oder Migrations Spieler in der national Elf zu haben, wenn der manische Zwang zum Integrationserfolg nicht wäre. Herr Özil ist intelligent genug zu wissen, dass jeder bedeutende Politiker immer als Politiker in der Öffentlichkeit auftritt und sein Tun politisch ist. Also pure Heuchelei von Özil, das darf man in der Kritik nicht verheimlichen.

Es ist falsch (und kein anderer Staat tut das krankhaft so wie Deutschland) zu sagen : Ihr (die Einwanderer) dürft so bleiben wie Ihr seid, wir lieben Euch. Es muss heissen : "Die" sollen so werden wie "wir", sonst geht Integration nicht. Ich habe es in 2 anderen Ländern so erfahren an mir selbst, und nur dieser anfängliche Zwang garantiert Integration. Ja, ich musste stolz sein die jeweilige Hymne der anderen Nation mit zu singen, in Deutschland einfach nur Katastrophe mit Hymne und Mitsingen bei Immigranten anderer Kultur.

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Christoph 23.07.2018, 11:01
503. Hören Sie mit dem Unsinn auf

Zitat von GlobalWarmer
Das Wort National (in Nationalmannschaft) und Integration widersprechen sich.
Falsch, selbstverständlich widerspricht es sich nicht, wenn jemand, der aus einem anderen Land gekommen ist oder dessen Vorfahren dorther gekommen sind, sich integriert hat und die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat, für die Nationalmannschaft spielt.

Zitat von
Ein Wettkampf zwischen Nationen ist keiner wenn man die Nationen mischt.
Es wird ja nicht gemischt. Jedenfalls durch Özil nicht, der hat nämlich nur die deutsche Nationalität.

Zitat von
waehlt in der Tuerkei
Falsch, Herr Özil besitzt nicht die türkische Staatsbürgerschaft.

[QUOTEvermutlich geht er in eine Moschee zum Beten[/QUOTE]

Ich wusste noch gar nicht, dass es irgendwelche kausalen Zusammenhänge zwischen einer Religionszugehörigkeit und einer Staatsbürgerschaft, also Nationalität gibt. Welche Religionen kommen denn bei Ihnen in Frage?

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beobachter68 23.07.2018, 11:03
504. Sehr geehrter Herr Raecke,

Sie werfen Herrn Grindel vor, dass er für seine Aussage 2004: Multikulti ist eine Lebenslüge, nie entschuldigt hat. Wissen Sie, dass Frau Merkel um die gleiche Zeit erklärt hat: Multikulti funktioniert nicht? Soweit ich weiß, sie hat sich auch nie entschuldigt.

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christoph.giehl 23.07.2018, 11:03
505. Wer ist hier eigentlich Opfer und wer Täter?

Sorry, ich bin Verfechter des Verursacherprinzips: wer Photis mit Erdogan macht, der muss sich darüber im Klaren sein, dass es eine politische Komponente hat. Entweder Hr. Özil ist - was ich absolut nicht glaube !!! - extrem einfaltig und oberflächlich, oder er hat diese Komponente zumindest in Kauf genommen.
Und er hat die Bilder gemacht, egal, wie verrottet der DFB ist; und wer politische Bilder macht, der muss auch mit politisch angehauchten Reaktionen rechnen.
Wohlgemerkt: politisch, nicht rassistisch. Für rassistische Reaktionen gibt es keinen Grund, wohl aber muss sich Hr. Özil die Frage gefallen lassen, warum er erst jetzt die Konsequenz zieht und sich zurückzieht.
Ohne ihn zu kennen: die Vermutung liegt nahe, dass auch er Opfer der Hybris ist, mit dem man in Deutschland "DIE MANNSCHAFT" aufgebaut hat, was für ein Schlag ins Gesicht aller Mannschaftssportler.
Der DFB muss von Grund auf renoviert werden (wie die FIFA auch), aber trotzdem bleibt die Frage nach dem Verursacher, und das in diesem Fall eindeutig Hr. Özil.

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yoda56 23.07.2018, 11:03
506. Bitte nicht vergessen...

...von Özil stammt in "seinem" Statement nicht ein einziger Satz. Über die Herkunft seiner "Ghost-Writer" kann man nur spekulieren, sie könnten durchaus von Erdogan kommen. Daher wird es auch niemals eine mündliche Erläuterung geben, denn dann würde deutlich, dass Özil weder Verfasser noch geistiger Vater der Ausführungen sein kann. Aber ganz Deutschland fällt auf diesen Coup wieder herein und diskutiert die ganze Führungsebene des DFB, auch im Hinblick auf Rassismus. Der große Fehler der Verantwortlichen war allerdings, die Strategie aus Ankara nicht zu erkennen und die beiden Spieler nicht sofort aus dem Kader zu nehmen. Da hat man sich wahrscheinlich politisch nicht gut beraten lassen.

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thbahr 23.07.2018, 11:04
507. Interessante Sichtweise

Anpassungsdruck entsteht doch immer für eine Minderheit. Bei dem verständlichen Wunsch von Herrn Özil, sich entsprechend der ihm anerzogenen Werte zu verhalten, wird es doch im konkreten Fall von Erdogate erst da problematisch, wenn er nicht erkennt,dass der türkische Präsident seine Popularität als deutscher Nationalspieler ausgenutzt hat. Das darf man von mündigen Bürgern Ende 20 aber eigentlich erwarten. Dass der DFB mit seiner inkompetenten Kommunikation erst einen ausgewachsenen Skandal gemacht hat, sucht allerdings auch seinesgleichen. Staatsoberhaupt Steinmeier hat üblicherweise sicher auch Besseres zu tun als sich mit Kickern zu treffen. Man sieht an dem anderen Beispiel der Einmischung in freie Meinungsäußerung im Sport in den USA, dass Präsidenten dabei selten eine gute Figur machen. DFB-Präsident Grindel, da kann man Mesut Özil nur zustimmen, sollte seinen Hut nehmen.

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aspi01 23.07.2018, 11:04
508. Öffentliche Debatten-Unkultur

Jetzt hacken wieder alle auf irgendwelchen Funktionären herum. Fakt ist, dass wir eine mediale Öffentlichkeit haben, die Verhalten und Meinung von Menschen öffentlich an den Pranger stellen, wenn es nicht zur selbstdefinierten Moral passt - oder man mit Schlagzeilen - egal welche - Aufmerksamkeit erhaschen kann. Während sich viele unserer Medienleute über Trump herablassen, sind sie selber keinen Deut besser im Erfinden oder massiven Überzeichnen, wenn man damit "dem Gegner" schaden kann. Das Tolle daran ist noch, dass man dann anschließend, wenn man mit Schlagzeilen etwas kaputt gemacht hat, sich an dem Scherbenhaufen mit weiteren Schlagzeilen ergötzen kann. Özil ist nur eines der zahlreichen Opfer dieser skrupellosen selbstsüchtigen Meinungsmacher.

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christianu 23.07.2018, 11:04
509. Macht es nicht so kompliziert

Wenn sich der Müller mit dem Erdogan fotografieren ließe, würde ich auch sagen, dass das eine idiotische Aktion ist. Das hat also mit Rassismus gar nichts zu tun, sondern es ist eine völlig unangebrachte Huldigung eines Autokraten, der in seinem Land Recht und Gesetz mit Füßen tritt und die Meinungsfreiheit einschränkt. Mit so einem Politiker steht man nicht freiwillig und freundschaftlich zusammen.

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