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Özils Rücktritt und das Versagen des DFB: Nicht genug integriert
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Mesut Özil lässt Selbstkritik vermissen. Aber seine Attacke auf DFB-Präsident Reinhard Grindel enthält viel Wahres: Der Deutsche Fußball-Bund ist an einer seiner wichtigsten Aufgaben gescheitert.

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Moormann 23.07.2018, 11:44
570.

Zitat von vlscout
"Und die gilt für AfD-Anhänger genauso wie für Fußballspieler und für viele Erdogan-Fans, die hier leben. Mit ihnen darf und muss man streiten. Aber man darf sie wegen ihrer Positionen nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausschließen." Das haben Sie schön gesagt. Ich hoffe, sie erinnern sich an diese Worte, wenn wieder ein Fußball-Präsident AfD-Anhänger ausschließen möchte, Hoteliers aggressiv dazu gedrängt werden, AfD-Veranstaltungen die Tagungsräume zu entziehen, und ähnliches.
Ich kann sie beruhigen, die derzeitige abwegige Debatte über Rassismus im Zusammenhang mit Erdogan, Özil und Gündogan treibt viele Wähler in die Arme der AfD. Die müssen nur die Füße ruhig halten, abwegige Stellungnahmen wie die von Barley oder Schäfer-Gümbel, der Özil für Tore und Länderspiele dankte, somit überhaupt nicht geistig verstanden hatte um was es geht, werden wohl schon ihre Reisen zu Erdogan gebucht haben um sich für die "misslungene" Integration zu entschuldigen.
Özil der Märtyrer!

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murrle01 23.07.2018, 11:44
571. Das Thema nicht getroffen..

Es geht doch um ein anderes Problem: Der liebe Herr Özil hat es immer noch nicht begriffen? Es hat doch nichts mit Rassismus zu tun, andere Spieler mit ausländischen Wurzeln, sogar dunklerer Hautfarbe, wurden nicht angegangen. Vermutlich sieht er keine Nachrichten und liest nur tükische Parteizeitungen? Anders kann ich nicht begreifen, das er immer noch nicht gemerkt hat wie der Wind weht in der Türkei: Das "SEIN" lieber Präsident dabei ist die Türkei in das Mittelalter zurück zu führen. Das hunderttausende Beamte, Lehrer, Soldaten, Polizisten, Staatsdiener und Journalisten entlassen oder eingekerkert wurden??
So naiv und minderbemittelt kann man nicht sein, oder?? Besonders nach seinen jetzigen Aussagen treibt mir sein Handeln die Zornesröte ins Gesicht!
Sein beleidigter Rückzug war nicht nötig, er hätte so wie so keinen Fuß mehr auf einen Fußballplatz in D. setzen können, ohne dafür
"abgestraft" zu werden. Nach seinem jetzigen, uneinsichtigem Handeln sollte er die deutsche Staatsbürgerschaft abgeben müssen! Das würde ich erwarten.
Kein Sportler sollte sich vor einer Wahl für irgendeinen Politiker stark machen, besonders wenn dieser, so wie Erdogan, nicht nur Deutsche Politiker sondern auch noch alle Deutschen angreift und als Nazis bezeichnet.
Das der DFB, Löw und Bierhoff eine schlechte Figur machten, ist nicht abzustreiten – steht aber für mich auf einem anderen Blatt.
Ich hänge einmal den Post eines in D. lebenden TÜRKEN an:
Mesut und Ilkay: ICH ALS TÜRKE SAGE EUCH: Ihr lebt in einem Land, welches ein demokratisches parlamentar System hat, welches eine unabhängige Justiz besitzt. Welches eure Talente gesehen, gefördert und Türen geöffnet hat. Welches euch in die DFB aufgenommen und sehr reich gemacht hat. Ihr seid in Deutschland geboren und habt dennoch Minderwertigkeitskomplexe, sonst wärt ihr nicht an der Seite eines Mannes, der heute das parlamentar System und die unabhängigen Justiz untergräbt. Der, Massen von Menschen nach Willkür inhaftiert und frei lässt, wenn es ihm danach ist. Der aus einem ernsten Staat, wie Türkei eine war, ein despotisches Willkürsultanat macht.
Wie böse kann man sein, um so was zu unterstützen? Wie verloren kann man sein, einem Land in den Rücken zu fallen, das euch und eure Familie ernährt. Sagt nicht "wir arbeiten dafür", denn arbeiten tun auch Menschen in den Drittweltländern, aber haben nicht die gleichen Chance wie IHR. Es gibt Millionen von türkischen Jugendlichen, die an eurer Stelle sein wollen. Die wollen aus der Türkei raus, um eine bessere und freie Zukunft haben zu können. TAUSCHT DOCH MIT DENEN!. GEHT IN DIE TÜRKEI ZU EUREM PRÄSIDENTEN UND LASST DIESE JUGENDLICHEN KOMMEN. LASST DIE, DIE FREIE UND DEMOKRATISCHE WERTE VERINNERLICHT HABEN KOMMEN. TAUSCHT MIT DENEN. HÖRT MAL ZUR ABWECHSLUNG DIE ANDEREN PRÄSIDENTENKANDIDATEN DER TÜRKEI ZU. HÖRT MAL AUF MENSCHEN ZU, DIE IN DER TÜRKEI NICHT SO GLÜCKLICH SIND, WIE IHR. ABER, IHR WÜRDET NIEMALS MIT DIESEN MENSCHEN TAUSCHEN, NICHT WAR !!!!!!!!!

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IngoLars 23.07.2018, 11:45
572. Hier gerät was völlig aus dem Blick

wenn man als Fußballmannschaft zu einer Weltmeisterschaft fahren will, muss man sich eben auch als eine Mannschaft verstehen und präsentieren. Es gilt das bekannte Motto „Einer für Alle, Alle für Einen“. Und hier hakt es doch schon beim „Einer für Alle“. Wer sich kurz vor der WM solch einen Lapsus erlaubt wie Özil mit dem Präsidentenfoto kann schwerlich zur Gemeinschaftsgefühl einer Mannschaft beitragen. Da hat sich einer zum Schaden anderer einfach selbst nicht integriert. Mehr ist dazu dann auch nicht zu sagen. Selbst gewählte Ausgrenzung!

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Shiva25 23.07.2018, 11:48
573.

Zitat von leser66in
Klarstellung: DFB - ganz schwache Kür im Umgang mit der Fotostory und dem ausscheiden aus der WM! Nahezu alles falsch gemacht. Aber: Da steht ein 29-jähriger Nationalspieler und rechtfertigt seinen Austritt aus der NM mit Rassismus. Er lässt unterschwellig im Raum stehen, dass er all die Jahre in der NM nicht willkommen war. Das ist schon ein starkes Stück. Er bedient sich derselben Sprache wie sein Fotopartner Erdogan. Der Letzte müsste nun begriffen haben, auf welcher Seite sein Herz tatsächlich schlägt. Das ist kein Vorwurf an sich, wirft nur Fragen über seine Motive auf. Integration fängt vor allem beim "sich integrieren wollen" an. Hören wir auf, die Fehler immer nur bei uns zu suchen.
Alles konfus, wie die Situation im Land. Özil ist ein Opfer, er konnte zwar dem Foto nicht richtig aus dem Weg gehen, zwei Herzen in seiner Brust wurden mit zwei Pässen ausgestattet! Aufgezogen mit Respekt für die Türkei. Das Problem liegt doch in dieser engen Weltanschauung und da sind alle gefordert umzudenken. In der Gegenwart leben bitte, wahre Demokratie einfordern - überall. Die Ehre in der Türkei, den Ruhm und die Millionen im Westen. Das kann einen jungen Menschen schon irritieren. Ein Spagat. Der DFB sowie auch das Trainer-Team haben total versagt. Und der Mann Bayern soll man ganz den Mund halten. Ich wünsche Özil alles Gute!!!

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Peter Friedrichs 23.07.2018, 11:48
574. Bitte etwas Geduld,

Zitat von Holledauer
Das ist wirklich das größte Problem Deutschlands!
bis das Özil-Drama ausgestanden ist, dann können Sie hier wieder fast ausschließlich über lügende Politikerattrappen lesen.

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Sackaboner 23.07.2018, 11:48
575. Wollte Özil Deutscher sein?

Ab einem bestimmten Grad kultureller Fremdheit kann man nicht von einer Kultur in die andere schlüpfen, so wie man ein Hemd wechselt. Um Mitglied einer Kultur zu werden, muss man sich assimilieren. Ein Pass reicht nicht. Sonst gibt es Parallelgesellschaften. Und die werden sich entweder zivilisiert und gesittet oder aggressiv und brutal an ihren Berührungspunkten, die es zwangsläufig in einem für beide Kulturen gemeinsamen Staat gibt, reiben, je nach Grad der Bildung, der verinnerlichten Werte, der verinnerlichten Erziehungsstandards, also dem Grad an Wohlerzogenheit, gutem Benehmen, humanistischer Grundhaltung. Özil bekennt sich zu seinem Türkentum, er ist Türke, er ist stolz darauf. Für das Deutschsein sehe ich da wenig Platz.

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manicmecanic 23.07.2018, 11:49
576. Relativierer des Tages

Mit seinem Artikel reiht sich der Autor in die Schlange ein.Auch wenn er Özils inakzeptables Verhalten nennt kommt er doch wieder zu der unzulässigen Vermengung von Migrationshintergrund und Fußball.Aber auch was der DFB nun abzieht ist unterste Schublade.Nicht Özil ist Schuld an der unterirdischen Leistung.Aber ich kann dieses Relativierergerede nicht mehr hören.Warum sollte Özils klares politisches pro Erdogan Statement entschuldbar sein?Weil er ein armer verfolgter Deutscher mit Migrationshintergrund ist?Auf keinen Fall hat das eine mit dem anderen zu tun.Und als Fan kann ich keinen anfeuern der öffentlich Politiker anhimmelt welcher plant für politische Gegner die Todesstrafe einzuführen!Zu Grindel kann ich auch nur sagen,der sollte gehen.Aber wieso er sich für seine Meinung in Sachen Multikulti entschuldigen sollte erschließt sich mir auch nicht.Auch diese Forderung ist inakzeptabel,es ist seine Meinung und man kann drüber reden aber das wars.

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fördeanwohner 23.07.2018, 11:50
577. -

Zitat von playintime
Diese Scheinheiligkeit um Ösil ist um nichts zu übertreffen. Erinnern wir uns: Der türkische Präsident, Erdogan, ist der Präsident mit dem unsere Bundeskanzlerin ein Abkommen abgeschlossen hat um die Flüchtlinge, egal mit welchen Mitteln, vom Hals zu halten. Dieser Präsident ist auch unser NATO Partner. ...
Leider muss man auch mit Diktatoren Abkommen schließen. Wäre natürlich super, wenn man es nicht müsste, jedoch wird es immer wieder Situationen geben, in denen es notwendig ist. Auch kann man schlecht einen Staat immer sofort aus Bündnissen rauswerfen, wenn dieser Staat durch bestimmte Entwicklungen eine unerwünschte Führung erhalten hat.
Allerdings sollte man unbedingt Kritik an dieser Führung üben, wenn sie gegen die Menschrechte verstößt. Und auch Spitzensportler, die sich mit ihr aus materiellem (!) Interesse treffen, kritisieren dürfen.
Und ganz besonders, wenn dieser Spitzensportler unser Land repräsentiert und eine Vorbildfunktion hat.
Özil hat einzig seine persönlichen Interessen verfolgt, obwohl es in seiner Situation nicht angebracht war. Jetzt muss er eben mit den Konsequenzen seiner Fehlentscheidung leben. Da er ja offensichtlich gar nicht einsieht, wo sein Fehler liegt, ist es besser, wenn er nicht mehr für die Nationalmannschaft spielt.
Er hätte doch seine besondere Situation nutzen können, indem er sich bei Erdogan für all die zu Unrecht inhaftierten Menschen in der Türkei eingesetzt hätte. DAS wär's doch gewesen. Stattdessen hat er so getan und tut es immer noch, als wäre es völlig okay, sich aus reinen Publicity-Gründen mit einem Diktator zu treffen.

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Sackaboner 23.07.2018, 11:50
578.

Zitat von Proserpin de Grace
Ist es nicht positiv rassistisch, wenn Herr Boateng von der Fifa für einen Spot gegen Rassismus eingesetzt wird und er in diesem dann aufsagen muss: Nein zu Rassismus? Werblich sinnvoller wäre es doch gewesen, man hätte Hools, Skins und andere Biedermänner so etwas aufsagen lassen. So kommen wir zu dem Schluss, dass instrumentalisierte Integration eigentlich positiver Rassismus ist. Im Falle Özil können wir im Umkehrschluss nicht automatisch von instrumentalisierter Desintegration sprechen, welche dann eben negativer Rassismus wäre. Özil ist als internationaler Spieler transnational. Er und seine Berater bedienen sich aller Vorteile aller Nationen, zu welchen ein Bezug besteht. Es ist der globalisierte Kaufmann, der hier am Pranger steht. Der Mitnehmer. Und der erzeugt nun einmal Neid. Um den Neid zu verbergen, wird wild über Nationen und Rassismen diskutiert. Könnte man meinen. Das Transnationale ist in der spießigen Feier der Nation natürlich problematisch. Da ist es eben toll, wenn man sich für ein politisch korrektes Ideal instrumentalisieren lässt wie Boateng und nicht für ein politisch inkorrektes wie Mesut. Dieser Fehler mündet dann eben doch in negativen Rassismus. Dabei könnte doch alles so positiv rassistisch sein, wenn Mesut nur ein strahlender Stern der Integration wäre und die Hymne gesungen hätte.
So so, Assimilation in eine Kultur ist jetzt also schon positiv rassistisch.

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redwed11 23.07.2018, 11:50
579.

Zitat von müllers
Lesen Sie einfach meinen Beitrag noch mal genauer durch, offenbar haben Sie Schwierigkeiten, zu erkennen, wo genau ich Rassismus erkannt und belegt habe.
Ich habe Ihren Beitrag gelesen. Hier noch einmal ein Ausschnitt aus Ihrem Beitrag:

"Sie wollen Özil wegen seiner Haltung zum Staatsoberhaupt der Türkei sein Deutschsein absprechen".

"Jeder der sich unsere Werten zu eigen macht, ist ein gern gesehenes Mitgleid unserer Gesellschaft. "

"Das ist Rassismus pur, werter Herr! Wenn Menschen wie Sie hier sich anmaßen, darüber entscheiden zu wollen, wer Deutscher ist, und wer nicht, haben wir exakt wieder die Zustände, die Sie hier offenbar nur der in der Türkei erblicken können."

Nicht das Deutschsein wird Özil abgesprochen sondern seine positive Einstellung zu den Werten dieses Landes.
Wenn man verlangt, das sich jeder Bürger dieses Landes an den Werten dieses Landes orientiert und diese Werte gibt das Grundgesetz vor, ist das für Sie Rassismus?
Weiter beziehen Sie sich auf die deutsche Vergangenheit. Stimmt, und aufgrund dieser Vergangenheit sollte kein Deutscher mehr einen Diktator seine Huldigung entgegenbringen. Egal wo seine Wurzeln liegen.
Ja, ich habe Ihren Beitrag gelesen und muss wieder feststellen, dass Ihre Auffassung von Rassismus eine recht eigenartige ist. Jedenfalls fällt unter diesen Begriff nicht die Kritik an deutschen Staatsbürgern die die Ehrung eines Diktators einer fremden Macht vornehmen. Aber wenn Erdogan für Sie kein schlimmer Diktator ist der Kriege führt, Menschen rassistisch bekämpft, Andersdenkende wegsperrt, sieht die Sache anders aus. Dann scheint Ihr Begriff von Demokratie auch etwas anders geartet zu sein.

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