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Offen schwuler NFL-Footballer: Was wurde aus Michael Sam?
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Über Nacht wurde er zum Helden: Michael Sam gelang als erstem offen schwulen US-Footballer der Sprung in die Profiliga NFL. Inzwischen aber ist die Euphorie verfolgen - der mutige Athlet steht ohne Klub da.

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cato_91 09.01.2015, 16:57
20. parallelen hitzelsberger

Es ist ja hierzulande im Fußball nicht groß anders. Als aktiver, schwuler Fußball-Profi würde ich mir auch zweimal überlegen ob ich mich oute. Wenn man den Medien-Rummel im DSL hitzelsberger betrachtet, da wurden genau so dämliche Fragen gestellt und man hatte das Gefühl man sei gesellschaftlich 30 Jahre zurück gefallen. In Deutschland gibt es genug vereine die sich gegen Homophobie engagieren (zB. St Pauli) auch die Fans(zumindest die Mehrheit) hätte kein Problem mit einem schwulen Fußball-Profi in ihrem Lieblings-Verein, aber als Spieler diesen Medien-Tsunami über sich herein brechen zu lassen ist nochmal es ganz anderes.

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gankuhr 09.01.2015, 17:38
21.

Zitat von
Stützt die Theorie, daß Sam - obwohl zu leicht für seine Position - bloß gedraftet wurde, weil er sich geoutet hat. Die anderen Spieler der 7. Draftrunde wurden gedraftet, weil sie die körperlichen Voraussetzungen mitbrachten und konnten sich daher in der NFL etablieren.
Das kann man so sehen - dagegen spricht jedoch:

dass er VOR seinem Outing als 3.-Rundenpick gehandelt wurde (und diese Vorhersagen sind meist sehr präzise und basieren auf den relativ objektiven Combine-Results + der Leistung in den College-Spielen - selten fällt mal jemand mehr als 1 Runde nach hinten).

NACH seinem Outing wurde er schon nur noch als 6.-oder 7.-Roundpick gehandelt, und

letztendlich wurde er dann in der letzten (8.?) Runde tatsächlich gedraftet. Das alles kann natürlich Zufall sein.

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crazy_swayze 09.01.2015, 18:45
22.

Nicht jeder gedraftete Spieler schafft den Übergang von College Football zur NFL.
Was im College noch eine gute Leistung ist, ist nicht zwingend übertragbar auf die NFL. Es ist ein Unterschied ob meine Gegner College-Kids sind oder riesenhafte, ausgewachsene Männer.

Diese Saison wurde ein Johnny Manziel an 23. Stelle gedraftet, obwohl einige ihn auf der 1. Pick-Position sahen. Wieso? Einerseits weil er einen Medienrummel mit sich brachte, der den Teams grundsätzlich nicht gefällt (er wurde schon im College vom TV als "Johnny Football" getauft) und andererseits weil die Scouts nicht glaubten dass seine Fähigkeiten für ein NFL-Team reichen.

Auch dieses Jahr gibt es Zweifel, ob der gehandelte 1. Pick den Erwartungen gerecht werden kann. Marcus Mariota heißt der junge Mann und spielt für Oregon, und das sehr gut.
NFL-Scouts wissen jedoch nicht, wieviel Anteil Mariota selbst an diesen Leistungen hat und wie sehr er vom System-Football in Oregon getragen wird.

Lange Rede kurzer Sinn: Nicht jeder gute College-Spieler ist automatisch ein guter NFL-Profi, körperliche Defizite wie eine zu geringe Körpergröße für die Position lassen sich nicht wegtrainieren, sind aber maßgeblich im Profibereich (siehe Basketball, wer da keine 2m groß ist kriegt keine Position in Korbnähe).
Der Medienhype war nur der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte, nehme ich an.

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hador2 09.01.2015, 18:58
23.

Hier mal 2 Artikel aus den USA, welche die Problematik in meinen Augen deutlich besser darstellen:

Forbes

CBS Sports

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Fräulein D 09.01.2015, 19:27
24. ich hoffe nicht,

dass er ohne Team ist, weil offen schwul.
Das wäre einfach nur traurig.

Die Leute sollten bitte anfangen im 21. Jahrhundert zu Leben.

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FoxWhiskey 09.01.2015, 19:45
25. Ich muß Sie berichtigen und auch widersprechen

Zitat von gankuhr
Das kann man so sehen - dagegen spricht jedoch: dass er VOR seinem Outing als 3.-Rundenpick gehandelt wurde (und diese Vorhersagen sind meist sehr präzise und basieren auf den relativ objektiven Combine-Results + der Leistung in den College-Spielen - selten fällt mal jemand mehr als 1 Runde nach hinten). NACH seinem Outing wurde er schon nur noch als 6.-oder 7.-Roundpick gehandelt, und letztendlich wurde er dann in der letzten (8.?) Runde tatsächlich gedraftet. Das alles kann natürlich Zufall sein.
Er wurde ursprünglich als 4. Rundenpick eingestuft. Er hatte ein mieses NFL- Draftcombine, und die, viel wichtigeren Teamcombine, waren auch nicht berauschend.

(TE Colt Lyerla war, sportlich gesehen, ein 1.Rd Pick. Aber seine möglichen Gangverwicklungen, welcome back Aaron Hernandez, ließen ihn in die 7. Runde fallen. Und da hatte er noch Glück!)

Dazu der Medienrummel, den er auch eifrig befeuert hat.
Rams und Cowboys( wer hätte das gedacht) haben andere Baustellen.

Und die Teams( z.B. Patriots), die dem Medienrummel Einhalt gebieten hätten können, waren mangels Talent nicht interessiert.

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trebbien 09.01.2015, 20:04
26. Nein, stimmt nicht!

Zitat von ihrvollpfosten
Und zu Sam: Er ist einfach zu schlecht. Aber es verkauft sich nun mal besser, wenn man es auf die schwulenfeindlichkeit der NFL schieben kann, stimmts?
Ich gehe davon aus, dass der Anteil von Homosexuellen in den USA genau so groß ist wie bei uns.
Weiterhin gehe ich davon aus, dass sich dieser Anteil ebenso verteilt, bzw. konzentriert. Vielleicht fällt auf, dass SPON korrekt vom ersten NFL-Footballer berichtet, und nicht generell vom ersten Sportler. Schon vor Jahrzehnten outete sich nämlich einer der bekanntesten deutschen Fußballer, und gab in diesem Radiointerview auch einen groben Anteil an Homosexuellen an: Die meisten.
Hier gab es keinen Medienrummel darüber. Es ist bedauerlich, wie die US-Sportler ihren Kameraden im Stich lassen.

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j0enne 09.01.2015, 21:41
27.

Zitat von hador2
2. "Im August ließen die Rams Sam fallen." Ende August müssen NFL Teams ihren Kader reduzieren, dabei werden IMMER Spieler entlassen. Von 256 Spielern, die gemeinsam mit Sam gedraftet wurden, sind Ende August 27 entlassen worden. Bis auf 3 übrigens alles Spieler, die im Draft vor ihm gewählt wurden.
und bei diesen Zahlen sind die ganzen (rookie) undrafted free agents noch nicht mal mit einbezogen, die alle den Cut nicht schaffen.

Die Teams gehen mit 90 Spielern ins Trainingscamp und dürfen am Ende im aktiven Kader 53 Spieler haben (+ 10 im Practice Squad).
Im Normalfall haben 40-45 Spieler ihren Kaderplatz sicher Das sind Spieler aus dem letztjähren Kader, Neuverpflichtungen, höheren Draftpicks. Siebtrundenpicks wie Sam haben ihren Platz noch lange nicht sicher.
Am Ende bleiben also 45-50 Spieler die alle versuchen einen der 8-13 Plätze im Kader zu bekommen.
Meistens lassen die Teams sogar noch ein oder zwei Kaderplätze unbesetzt, falls man Spieler von anderen Teams im Visier hat und hofft das diese dort den Cut nicht schaffen.

Sam's Chance auf einen Kaderplatz lag also bei ~20%, und es war keine Überraschung, dass er es letztendlich nicht in den finalen Kader geschafft hat.

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