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Olympia-Referendum in Hamburg: Der Ringkampf
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Soll sich Hamburg um die Olympischen Spiele 2024 bewerben? Diese Frage spaltet die Menschen in der Hansestadt seit Monaten in Olympia-Freunde, Gegner und Zweifler. Ende November wird darüber abgestimmt. Der Ausgang der Wahl? Völlig offen.

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Abel Frühstück 19.11.2015, 20:59
20. Nolympia!

Wer mag, googlet im Netz mal nach "Oslo" und "IOC-Verträge" und liest nach, was der Berwerberstadt damals für Knebelverträge präsentiert wurde. Die ganze innenstadt eine strenge Sicherheitszone, Einzelhändler, die nur Sponsoren präsentieren dürfen, Staus und Verkehrschaos? Dazu ist das Sicherheitskonzept schon heute überholt. Wer nicht mal ein Fußballspiel in Hannover sichern kann, kann auch kein Olympia mit ein paar hundert Mann absichern. (München 1972 schon vergessen?)
Die Kosten dafür sind überhaupt nicht erfaßt, öffentlichen Raum über Wochen zur Hochsicherheitszone zu machen ist doch ein Wahnsinn.
Schon jetzt hat Hamburg kein Geld für Breitensport. Wie soll da der Olympia-Größenwahn finanziert werden?
Und zuletzt: Was geht denn mit Kunst und Kultur? Städte wie Basel oder Miami setzen sich mit Kunstbiennalen auf die "Weltkarte". Die Provinzstadt Hamburg hat ein (!) einziges Kunstmuseum, immer noch kein naturhistorisches z.B. Hier könnte man wirklich mal was Modernes, Urbanes, Lebendiges und vor allem Nachhaltiges schaffen.

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rocco2000 19.11.2015, 21:38
21. Von London lernen: NEIN zu Olympia

Niemand, der sich näher mit den Konsequenzen der Olympischen Spiele der jüngeren Vergangenheit beschäftigt, kann guten Gewissens "Ja" zu diesem Kommerzspektakel sagen.

Insbesondere die Erfahrungen aus London, wo Olympia 2012 stattfand, machen das sehr deutlich! Dazu sehenswert ist der 25-minütige Dokumentarfilm "Von London lernen: Die andere Seite von Olympia": https://www.youtube.com/watch?v=hc4OotsA3zs.

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langsamfahrstelle 19.11.2015, 21:47
22.

Zitat von horstschneider22765
Dies geht an die Redaktion von Spiegel-Online. In letzter Zeit bin ich ja auf viele tendenziöse Artikel gestoßen, aber dieser setzt dem Ganzen die Krone auf!
Nun, das ist in Hamburg gerade leider en vogue :-)

Also, es gibt ja durchaus Argumente, für die Spiele zu stimmen. Auch sachlich. Einschätzungssache halt.

Aber wie billig die letzten Wochen versucht wird, Stimmung pro Olympia zu machen - haha. Zugegeben, das Simulieren von echtem Diskurs machen die besonders im Vergleich zu den professionellen Werbeagenturen der Olympia-Kampagne dilletantisch agierenden Olympiagegner auch leicht.

- Die Feuerwehr und andere stadteigene Einrichtungen (Verkehrsbetriebe, Müllabfuhr...) fahren seit Monaten mit dem Logo der Befürworterkampagne durch die Stadt.
- Ebenso gibt es dick Reklame an öffentlichen Gebäuden.
- Im Lokalradio laufen penetrante Aufrufe, zur Abstimmung zu gehen - der Spot ist so geschnitten, dass direkt davor nur emotionale Pro-Argumente kommen.
- Der Werbeetat der Olympiakampagne scheint so dick zu sein, dass etwa jedes zweite Hamburger City Light (diese großen, beleuchteten Plakatflächen) von ihnen den kompletten November angemietet wurde. Selbst für das Umland haben sie noch Kohle gehabt. Drauf ohne Ende gephotoshoppte Emotionen. Auf Kontraseite nur ein paar jämmerlich entworfene Laternenplakate.
- Die BILD kippte vor zwei Wochen jedem Hamburger Briefkasten eine Wahlwerbe-Sonderausgabe rein. Natürlich "pro".

Und so weiter. Eine krasse Materialschlacht auf Pro-Seite, habe ich zuletzt in Rußland so ähnlich gesehen. Dass sie damit nach letzten Umfragen trotzdem nur eine knappe Mehrheit haben, sollte zu denken geben

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mpitt 19.11.2015, 22:00
23. Quorum zu niedrig

20 Prozent der Wahlberechtigten müssen mit Ja oder Nein stimmen, dann ist das Ergebnis bindend. Das ist im Grunde genommen ein Witz. Ehrlicher und demokratischer wäre es, wenn man eine allgemeine Wahlbeteiligung von mindestens 50 Prozent voraussetzen würde, um überhaupt ein Ergebnis anzuerkennen. Läge die Beteiligung darunter, wäre das Anliegen gescheitert. Das käme zumindest mal in die Nähe eines repräsentativen Meinungsbildes und der Vorwurf der Neinsager-Demokratie wäre leichter zu entkräften.

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MatthiasPetersbach 19.11.2015, 22:05
24.

Olympia wäre völlig ok, wenn es um den Sport ginge. Das wäre auch mit 1% der Summen zu machen.
SO ist der Sport nur Fassade für ne Gelderumverteilung an die herrschende Klasse von Minderleistern.

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Stäffelesrutscher 19.11.2015, 22:09
25.

Die Pro-Fraktion agiert mit einer suggestiven Fragestellung, setzt sich über das Verbot von politischer Werbung in der U-Bahn hinweg, manipuliert die Zahlen der Fünf Ringe im Stadtpark, kann es nicht einmal aushalten, in einen Dialog auf Augenhöhe mit Andersdenkenden zu gehen (ja danke für die »Entschuldigung«, Frau Moderatorin, mission accomplished) - also was das mit Olympia im Sinne von Fairness zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.
Auf den Werbepostern phantasieren Jugendliche von »Spielen im Grünen« (auf einer Halbinsel mitten im dieselqualmverseuchten Hafen), und dann meint man allen Ernstes, Hamburg habe diese Spiele nötig, um bekannter zu werden.
Ja geht's noch? Wir reden nicht von Squaw Valley, Lake Placid, Lillehammer oder diesem komischen südkoreanischen Dorf, das so ähnlich heißt wie Pjöngjang - wir reden von Hamburg!

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bono24 19.11.2015, 22:41
26. Das Geld lieber für die Zukunft investieren, Herr Scholz

Was soll die Veranstaltung denn kosten?!! Die Stadt Hamburg und der Bund sollten besser dieses Geld nehmen und in die Zukunft ihrer Bürger investieren. Stichwort: Wohnungsbau, Kita , Bildung, Intergration und und und. Ich frage mich, ob Herr Scholz jemals mitbekommt, wie seine Hamburger Mitbürger in den armen Vierteln (v.a.) südlich der Elbe leben.

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33dd 19.11.2015, 23:10
27. Das Problem

ist doch:
Auf der PRO -Seite werden ausschließlich WÜNSCHE aufgelistet, die zusätzlich noch den Erfahrungen der letzten Spiele eklatant widersprechen, etwa: Hamburg wäre dann vielleicht so wichtig wie San Franzisko ( dafür bräuchten wir aber irgendwie kein Apple oder Silicon Valley, es reicht irgendwie das Miniaturwunderland ) es würden dann hoffentlich mehr Touristen kommen, es würde vielleicht ein Ruck durch Deutschland gehen, mit der Elbdisharmonie hätte das hoffentlich nicht viel zu tun. Es könnte vielleicht einen Boom für Hamburg auslösen. Die Spiele könnten vielleicht auch nur 11 statt 40 Milliarden, wie in Sotchi, kosten....
Auf der KONTRA-Seite stehen dagegen die ganzen FAKTEN:
Obwohl es jetzt schon keinen für Normalbürger bezahlbaren Wohnraum gibt und Tausende von Flüchtlingen noch dazugekommen sind, werden die Mieten nochmals extrem steigen. Es werden einige Firmen, die die Pro-Kampagnen ja auch satt finanzieren, extrem viel Geld verdienen. Der Hamburger Steuerzahler wird mindestens das dreifache dieser 1.2 Milliarden bezahlen, wenn es den IS dann noch gibt, vielleicht auch das fünffache. Für ein paar Wochen wird Hamburg zur Hochsicherheitszone. Das korrupte IOC wird extrem verdienen. Es werden noch mehr wie bei der WM2006 Spiele ausschließlich für die Sponsoren ausgerichtet. Tickets für die normalen Hamburger wird es kaum geben. Da die Dopingfrage permanent totgeschwiegen wird, sehen wir hauptsächlich Goldmedaillen, die später zurückgegeben werden oder gegeben werden müssten...

Ich als Hamburger bin schockiert über meine Stadt. Wünschen den Vorrang vor Fakten zu geben... Das ist nicht Hanseatisch!!! Auch kenne ich in meinem Umfeld nicht einen einzigen Befürworter... Ich frag mich, wie dann bei Umfragen 59% PRO zustandekommen können... Auch frage ich mich, warum die anderen Bundesbürger nicht abstimmen dürfen, wenn der Bund für mindestens 15 Milliarden Euro aufkommen muss....

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Mondaugen 19.11.2015, 23:42
28. Roi

Bisher gibt es keine seriöse Rechnung, was Olympia unter dem Strich bringt. Alle emotionalen Argumente mal außen vor, bisher haben Bewerberstädte nur draufgezahlt. Warum das ausgerechnet in Hamburg anders sein sollte erschließt sich mir nicht. Return on invest? Fehlanzeige!

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Hank-the-Voice 20.11.2015, 00:20
29. 10 Jahre Verkehrschaos, mind. 11 Mrd. €, Mieten wie in München

3 Argumente die mich vollends überzeugt haben, Olympia bringt wenig Vorteile für die meisten Hamburger aber viele Nachteile. Alles für eine 3 Wöchige Party? Nein Danke!

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