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Olympia-Referendum in Hamburg: Der Ringkampf
DPA

Soll sich Hamburg um die Olympischen Spiele 2024 bewerben? Diese Frage spaltet die Menschen in der Hansestadt seit Monaten in Olympia-Freunde, Gegner und Zweifler. Ende November wird darüber abgestimmt. Der Ausgang der Wahl? Völlig offen.

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Direwolf 20.11.2015, 10:11
40. Witzig

Zitat von Mondaugen
Bisher gibt es keine seriöse Rechnung, was Olympia unter dem Strich bringt. Alle emotionalen Argumente mal außen vor, bisher haben Bewerberstädte nur draufgezahlt. Warum das ausgerechnet in Hamburg anders sein sollte erschließt sich mir nicht. Return on invest? Fehlanzeige!
Ich war letztens in Tokio.
Dort wurde zur letzten Olympiade massiv in die Verkehrswege investiert. Ein ordentlicher Teil der U-Bahn linien und der Schnellstraßen wurde damalks gebaut.

Ohne diese Infrastruktur wäre die Stadt heute überhaupt nicht denkbar.
Also Preisfrage: Wie hoch war der ROI?

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johann.doov 20.11.2015, 10:12
41. Der immer gleiche Unsinn!

Zitat von rainerb
Warum denn nicht? Immer das Thema: zu teuer! Spass kostet!! Und das Geld wäre ja auch nicht zwangsläufig für andere Dinge vorhanden, wenn man Olympia nicht ausrichtet. Milchmädchenrechnung! Wir hauen so viel Kohle für nichts raus, die unwiderruflich verloren ist: z.B. Griechenland, Ukraine, Brüssel... Also wenn wir dort schon Geld verbrennen, dann lasst uns doch stattdessen dafür Geld ausgeben und wenigstens somit etwas Spass haben!!
Deutschland bezahlt nichts an Griechenland. Deutschland, genauer gesagt: der Fiskus, nimmt Kredite auf und reicht sie mit Aufschlag an Griechenland weiter. Unter dem Strich kommt ein Plus heraus.
Nichts anders ist es mit "Brüssel". Alles, was in die EU fließt, tropft auch wieder herunter. Wenn auch nicht immer in staatliche Kassen.
Was die Ukraine betrifft: da kann man sich wirklich fragen, wer den Nutzen davon hat. Aber Sie überheben sich gewaltig, wenn Sie meinen, Sie wären so viel schlauer, als die Regierung. Die wissen schon, warum sie solche Dinge tun. Auch wenn sie das nicht immer laut sagen.
Mit Olympia ist es wie mit allem: Die erste Frage lautet: Cui bono? Zu wessen Nutzen?
Sie sind sich hoffentlich im Klaren, dass Ihr Spaß nicht notwendigerweise aus öffentlichen Kassen finanziert werden muss. Und das, was Sie an Steuern bezahlen (wieviel % des Bundeshaushalts?) ist auch nicht Ihr geld, über das Sie verfügen könnten!

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langsamfahrstelle 20.11.2015, 10:15
42.

Zitat von anders_denker
haben dort erst für eine brauchbare Infrastruktur gesorgt, von der die Stadt heute noch profitiert.
Was denn so zum Beispiel?
Ich höre oft das Argument, dass München nur durch Olympia ein U- und S-Bahnnetz bekam.

Das ist schlicht Quatsch. Die Planungen wurden etwas beschleunigt, sonst nichts. 1972 war auch nur ein minimaler Teil des Netzes in Betrieb, die großen Ausbauwellen folgten nach Olympia und bis Mitte der 90er.

Ebenso zeigen andere Städte, dass für diese Infrastrukturqualität Olympia nicht nötig ist.

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johann.doov 20.11.2015, 10:16
43. Jaja, die U-Bahn

Zitat von anders_denker
haben dort erst für eine brauchbare Infrastruktur gesorgt, von der die Stadt heute noch profitiert. Damals viel Geld, aber wenn man überlegt was das klotzen damals gekostet hat und wie teuer es kommen würde wenn man über gut 40 Jahre stückweise gebaut hätte... falls denn überhaut, denn ohne ein Argument wie Olympia wird man schlichtweg sparen, kürzen jahrelang diskutieren. Wenn Hamburg diese Chance verstreichen lässt, selber schuld. Nicht an Morgen denken, sondern 1-2 Generationen weiter!
Klar doch, die U-Bahn wäre ohne die Spiele nie gebaut worden. Glauben Sie wirklich an so einen Unsinn?
das Olympische Dorf und das Olympiastadion war natürlich nice-to-have, aber allemal keine notwendige Infrastruktur.
So, wie Sie schreiben, könnte man meinen, für die Olympischen Spiele wurde eigens das Brot erfunden. Das war aber erst zwei Jahre später, zur Fußball-WM 1974.

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lofi 20.11.2015, 10:19
44.

Ja da sind sie wieder, die Steuerzahler. Eine Gruppe, deren Mundwinkel offensichtlich in der Regel griesgrämig herunter hängen.
Und dann wird am Ende in der Stadt noch gebaut? Um Gottes willen. Dagegen muß man natürlich was tun.

Deutschland vergreist (ob die aktuellen Flüchtlinge daran etwas ändern können?) Und der gut saturierte Bürger möchte auf keinen Fall irgendwelche Veränderungen, dann wird er zum Wutbürger. Er hat ja alles und er hat Zeit.
Und glaubt denn jemand ernsthaft, es wird eine Schule/Wohnung/Kindergarten mehr gebaut, wenn Hamburg sich nicht bewirbt??

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langsamfahrstelle 20.11.2015, 10:21
45.

Zitat von HARK
Dieses Argument ist einfach lächerlich. Die Mieten steigen, wenn die Nachfrage nach Wohnungen größer ist als das Angebot - und nicht wegen einer 14-tägigen Veranstaltung. Hamburg braucht mehr Wohnraum - und das geht nur mit großangelegter Stadtentwicklung. Die bisherige Nachverdichtungsstrategie stößt an Grenzen und verursacht überall Konflikte. Das Olympische Dorf würde hier Druck aus dem Markt nehmen. Und zum Thema Drittelmix: Auch Wohnungen im gehobenen Segment nutzen allen. Das kann man gut in der HafenCity beobachten: Die Yuppies, die dort wohnen, nehmen niemandem mehr in den anderen Stadtteilen eine Wohnung weg.
Moin,

das stimmt im Grundsatz. Nur:

1. Warum brauchen wir Olympia für Stadtentwicklung? Warum bedarf es Milliardenmehrkosten für zwei Wochen Sport, wenn man eigentlich nur die Nebeneffekte will?
2. Hamburg expandiert in jedem auf die Grüne Wiese, wie Senatorin Blankau mittlerweile auch öffentlich sagt. Und das in einem Maßstab, gegen den das Olympische Dorf wie ein Kinderspielplatz wirkt.
3. Der "Durchsickereffekt" wäre schön, klappt aber schon auf ganz anderen Ebenen erwiesenermaßen nicht.
4. Olympia sorgt damit letztlich für Gewinner und für Verlierer. Verlierer sind z.B. Menschen, die nicht von Olympia profitieren, aber höhere Mieten zu schultern haben. Die wird es geben, wie bei jeder Umwälzung. Die Stadt und die Gewinner müssten das erstens anerkennen und zweitens bereit sein, von den Gewinnen etwas abzugeben.

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hschmitter 20.11.2015, 10:55
46.

Zitat von lofi
Ja da sind sie wieder, die Steuerzahler. Eine Gruppe, deren Mundwinkel offensichtlich in der Regel griesgrämig herunter hängen. Und dann wird am Ende in der Stadt noch gebaut? Um Gottes willen. Dagegen muß man natürlich was tun. Deutschland vergreist......
Vielleicht wird keine Wohnung oder Kita mehr gebaut oder ein Schwimmbad für Normalsportler saniert - nichtsdestotrotz die Frage, warum man dem Wirtschaftsunternehmen IOC die Kosten für seine Leistungsschau abnehmen soll?
Was hat die Vergreisung mit meist intellektuell eher einfach strukturierten Profisportlern zu tun, die mal 14 Tage in irgendeiner Stadt (ist denen ja egal welche, Hauptsache nicht Ulan Bator) ihre Dopingshow bestreiten? Halten die die Vergreisung auf? Sind das die Fachkräfte die gesucht werden und die man anstelle alter Herren, von Sportvereinigungen hofieren müßte?

Falls es um Toursimuswerbung geht - die geplanten (und sicher nicht reichenden) 1,2 Mrd könnte man auch ohne Olympia dafür verwenden, wenn das eines der wichtigsten Argumente sein soll. Es gibt genügend andere Wege für Werbung.

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hschmitter 20.11.2015, 11:00
47. Kompromiss

Zitat von Hank-the-Voice
Während Hamburg 11,2 Mrd Euro veranschlagt kommt Paris, L.A. mit jeweils unter 5 Mrd. Euro aus. Am Ende werden es wohl 30 Mrd. Euro werden...
Ich mache einen Kompromissvorschlag aus dem Ideenkasten des BER. Scholtz kann ja mal Wowereit und Platzeck fragen, wie man es konkret umsetzt.

Mit niedrigen Kosten anfangen, ab und mal Baustopp, dann Untersuchungssausschüsse, später weiteres Steuergeld einfordern, ab und zu Manager wechseln - das Ganze läßt sich zyklisch beliebig oft wiederholen.
Der genaue Eröffnungstermin wird über ein extrem flexibles "Termineröffnungsband" in grober Näherung benannt. Wenn man konkreter werden kann, teilt man es dem IOC mit - so finden die Olympischen Spiele auf jeden Fall in Hamburg statt, wenn vielleicht auch erst 2048.

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Hermes75 20.11.2015, 12:31
48.

Zitat von johann.doov
Und nicht neue schaffen! Das Geld, das der Senat da verbrennen will, kann man auch für wirklich sinnvolle Dinge ausgeben. Hamburg hat ein gewaltiges Wohnungsproblem. .....
Der Wohungsbau wurde in Hamburg über Jahre vernachlässigt. Da die Stadt durch Zuzug aber um mehere Tausend Einwohner wächst, werden ständig mehr Wohungen benötigt.
Der Senat unter Scholz hat den Wohungsbau zu einer Top-Priorität gemacht und das sieht man auch in der ganzen Stadt. Das ist definitiv kein Feld auf dem man dem jetzigen Senat Untätigkeit vorwerfen kann.
Und wer 2024 evtl. seine Anzüge vorführt wissen wir doch noch gar nicht.

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Mondaugen 20.11.2015, 12:56
49. Irrelevant

Zitat von Direwolf
Ich war letztens in Tokio. Dort wurde zur letzten Olympiade massiv in die Verkehrswege investiert. Ein ordentlicher Teil der U-Bahn linien und der Schnellstraßen wurde damalks gebaut. Ohne diese Infrastruktur wäre die Stadt heute überhaupt nicht denkbar. Also Preisfrage: Wie hoch war der ROI?
Ich war letztens in Shanghai. Dort wurde massiv in in die Verkehrswege investiert, U-Bahnen und Schnellstraßen gebaut. Ohne diese Infrastruktur wäre die Stadt heute überhaupt nicht denkbar. Und wissen Sie, was das Erstaunliche ist? Shanghai hat das alles ohne Olympische Spiele getan.

Es gibt wesentlich mehr Millionenstädte, die noch keine Ausrichter waren, und dennoch wird dort in die Infrastruktur investiert. Dieses "Hilfsargument" pro Olympia ist deshalb irrelevant. Für Tokio war 1964 ein Imagegewinn, weil Japan 19 Jahre nach Ende des Krieges seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zeigen konnte. Das ist heute für Deutschland kein entscheidendes Argument, denn diese ist weltweit bekannt.

Kurzer Hinweis zusätzlich: "Olympiade" ist der Zeitraum zwischen den Olympischen Spielen.

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