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Pfiffe gegen Nationalspieler Gündogan: "Wir müssen darüber nochmal reden"
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Die Pfiffe gegen Ilkay Gündogan beim Test gegen Saudi-Arabien ärgerten die Nationalspieler. Während der DFB das Thema eine Woche vor WM-Start gerne beendet hätte, fordert Mats Hummels eine weitere Diskussion.

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Mr. Mikel 09.06.2018, 11:34
1. Rückgrat gefragt

Die Herren Gündogan und Özil sin nicht nur international erfahrene Fußballprofis sondern auch Presse- und Medien-geschulte Profis, die genau um Außenwirkung und öffentliche Wahrnehmung wissen. Der (DFB)-Versuch hier in diesem Fall auf "naiv" und "dusselig" zu plädieren ist nicht nur halbherzig, sondern auch der Versuch, die Öffentlichkeit für "Dumm" zu verkaufen. Hätten die beiden Herren dann zumindest Rückgrat bewiesen und sich zu Erdogan und seiner AKP bekannt, mag das politisch fragwürdig seien, wäre aber durch das Recht auf freie politische Meinung gedeckt und unter dem Strich bei den Meisten ehrlicher und konsequenter angekommen.
Jetzt aber die Sache durch naive Ausreden und Schweigen runterspielen zu wollen, ist peinlich, gerade auch für den DFB und seine Vertreter. Einer unserer demokratischen Grundwerte ist es auch, für seine Überzeugung einzustehen, ggf. auch mit den entsprechenden Konsequenzen. So aber ist es dann auch schon egal, ob einer für die deutsche Nationalmannschaft spielt und bei der Hymne nicht mitsingt. Besser wir werden lieber nicht Weltmeister mit Fußballern, die hinter dem stehen, was Sie tuen als mit solchen Leuten, die die Grundwerte des DFB und der deutschen Nationalmannschaft offensichtlich nicht verstanden haben bzw. nicht mit tragen. Das wären dann allenfalls "Fußball-Söldner", die in einer Nationalmannschaft nicht spielen sollten.

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charlybird 09.06.2018, 11:35
2. Ich finde es angesichts der Politik Erdogans,

seines Verhaltens und die Tatsache, dass viele Unschuldige und Oppositionelle in der Türkei im Knast sitzen und/oder für journalistische Kritik Bombaststrafen bekommen, geradezu unerträglich von Manager Bierhoff im Zusammenhang mit den beiden Stars ''von etwas verkehrt gemacht haben, und nun ist aber auch gut'' zu sprechen.
Das ist mit Verlaub eine Unverschämtheit gegenüber den unzähligen politischen Gefangenen, denen sicherlich momentan nicht so ganz nach WM zumute sein kann.
Dass die Mannschaft das eben so nebensächlich abtut, spricht auch nicht gerade für ein vermeintliches Bewusstsein, was man ihnen andichten möchte, nämlich für demokratische Grundwerte einzustehen.
Die beiden Millionarios werden mit den Pfiffen leben müssen und das ist gut so, denn abgenommen hat ihnen noch keiner ihre halbherzigen Statements und der der DFB macht das, was er immer macht, Deckel drauf, abwiegeln und warten.

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guillermo_emmark 09.06.2018, 11:37
3. Genug ist genug

So bedauerlich die Unterstützung Erdogans durch zwei deutsche Nationalspieler auch ist, Deutschland ist eine Demokratie, und deshalb müssen wir das ertragen. Wie auch Gündogan die Pfiffe ablehnen muss.

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tomdabassman 09.06.2018, 11:49
4. Lasst gut sein

Die WM ist zu wertvoll, um sie mit diesem, sicher nicht unwichtigem Thema zu belasten. Jogis Stärke ist bekanntlich das Teambuilding, und dazu braucht es Ruhe und Konzentration. Schon Wagner und Sané mussten als mögliche Störfaktoren daheim bleiben, sollen wir jetzt auch noch auf Özil und Gündogan (mental geschwächt...) verzichten? Ich hoffe, das spätestens nach dem Anpfiff gegen Mexiko nur noch über Fussball geredet wird.

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lhsmz 09.06.2018, 11:52
5. Diese Diskussion....

wird auch in Russland nicht aufhören und wirkt sich mit Sicherheit mental auf die Mannschaft aus.
Es wäre konsequent die Beiden nicht mitzunehmen, so mal Özil ja sein Kniechen verletzt hat. Wenn NEIN dann prophezeie ich jetzt schon:
Deutschland wird nicht Weltmeister!

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gerosr 09.06.2018, 11:54
6. Solange ...

... weder Özil noch Gündogan, meinetwegen bei einer Pressekonferenz erklären, dass sie Deutsche sind und nicht nur "für die Nationalmannschaft" spielen und es bedauern, den türkischen Präsidenten im Wahlkampf unterstützt zu haben, wird es bei den Pfiffen bleiben. Dieses Foto und der Termin waren sicher von der Wahlkampfleitung genau geplant und mit den beiden abgestimmt, vielleicht auch mit einem dicken Scheck geködert, aber entweder sind die beiden -oder ihre Berater- nicht in der Lage, die Dimension ihrer Taten einzuschätzen. Gerade in einem Land, in dem die in der Mehrzahl deutschen Bürger die Regierung in Ankara kritisch betrachtet, ist so etwas nicht zu vermitteln. Es sieht jetzt so aus, als ob die Nationalmannschaft auf solche "Söldnern" nicht verzichten kann. Aber MIT diesen wird sie auch nicht glücklich werden!
Das ostentative Verweigern des Mitsingens der Nationalhymne trägt auch nicht dazu bei.

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Ultras 09.06.2018, 11:56
7. Unerhörter Vorgang

Spieler, die das Trikot der Nationalmannschaft tragen, auszupfeifen, ist eine absolute Unverschämtheit; war es vor nicht allzu langer Zeit bei Timo Werner und ist es jetzt. Özil und Günni haben sich hinlänglich und oft genug zu dem Thema geäußert. Die Leute, die da gestern abend in Leverkusen gepfiffen haben, sollten sich was schämen und mal überlegen, wie sie sich fühlen würden, wenn es so massiv Kritik für eine einzige - zugegeben - dämliche Entscheidung hageln würde. Noch dazu, wenn man sich bereits mehrfach erklärt hat.

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Mister Stone 09.06.2018, 11:59
8.

Bierhoff muss die Mannschaft managen. Und wer die Mannschaft ist, das bestimmt Löw. Bierhoff versucht, die Mannschaft zu schützen. Das kann ihm nicht gelingen, solange die Störer Gündogan und Özil ihre Fehler nicht zugeben, sondern immer nur ausweichend faseln, sie würden für "Werte" stehen. Beide würden der Mannschaft und dem Herrn Bierhoff und vielen Fans einen großen Gefallen tun, welnn sie ihr klares Fehlverhalten zugeben und sich öffentlich dafür entschuldigen würden. Ich denke, damit wäre auch die Diskussion beendet.
Aber das werden Özil und Gündogan niemals tun, denn es würde ihrem "verehrten Präsidenten" nicht gefallen. Das ist die Hürde.

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fotos 09.06.2018, 11:59
9. Nein - wir müssen nicht noch mal darüber reden.

Alles wichtige wurde gesagt.
Mir leuchtet die Erklärung von Gündogan ein.
Im übrigen sollte man bedenken das die beiden noch Verwandte in der Türkei haben könnten.
Und dem Despoten Erdogan traue ich alles zu.

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