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Pfiffe gegen Nationalspieler Gündogan: "Wir müssen darüber nochmal reden"
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Die Pfiffe gegen Ilkay Gündogan beim Test gegen Saudi-Arabien ärgerten die Nationalspieler. Während der DFB das Thema eine Woche vor WM-Start gerne beendet hätte, fordert Mats Hummels eine weitere Diskussion.

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jufo 09.06.2018, 12:15
10. Bierhoff macht den Vogel Strauß

Das kann ja eine heitere Weltmeisterschaft werden wobei sich die Stimmung in Russland drehen mag. Ausgestanden ist da nichts und dass die beiden Fußballer ihren Präsidenten aus reiner Höflichkeit besuchten glaubt langsam auch niemand mehr, sie repräsentieren hingegen möglicherweise die politischen Ansichten eines großen Teils unserer türkischstämmigen Mitbürger. Schon deshalb muss man reden wie man es mit Erdogan und Despotismus hält.

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Hardisch 09.06.2018, 12:17
11. In der Konsequenz...

... haben Gündogan und Özil Deutschland um die WM gebracht. Diese Aktion verstört das ganze Team und wird psychologisch nachwirken. Man hätte sie zu Hause lassen sollen, wenn man es mit dem Titelgewinn wirklich ernst meint. Da kann sich der Recep mal wieder die Hände reiben und Merkel sich freuen, dass sie nicht vor der schwierigen Entscheidung steht, ggf. zum Finale nach Moskau reisen zu müssen. Hey..eigentlich ist das doch eine tolle Story für Verschwörungstheoretiker :-))

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PeTS 09.06.2018, 12:18
12. @Ultras

Ihr Beitrag ist natürlich falsch und das wissen Sie vermutlich auch. In keinster Weise hat sich Özil hinlänglich oder gar oft zu dem Thema geäußert. Was Sie mit Ihrem Beitrag erreichen wollen ist allerdings vorhersehbar und genauso einfältig wie die Reaktionen des DFB, des Trainers, des Managers...

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Felix aus Frankfurt 09.06.2018, 12:19
13.

Zitat von Ultras
Spieler, die das Trikot der Nationalmannschaft tragen, auszupfeifen, ist eine absolute Unverschämtheit; war es vor nicht allzu langer Zeit bei Timo Werner und ist es jetzt. Özil und Günni haben sich hinlänglich und oft genug zu dem Thema geäußert. Die Leute, die da gestern abend in Leverkusen gepfiffen haben, sollten sich was schämen und mal überlegen, wie sie sich fühlen würden, wenn es so massiv Kritik für eine einzige - zugegeben - dämliche Entscheidung hageln würde. Noch dazu, wenn man sich bereits mehrfach erklärt hat.
DAs hat mit "Unverschämtheit" nichts zu tun.

Özil und Gündogan haben durch das nicht-private Treffen mit dem türischen Präsidenten eine politische Aussage getroffen. Das dürfen sie. Jetzt müssen sie damit klarkommen, dass diese politische Aussage nicht von allen geteilt wird. Der Zuschauer in Leverkusen hat das Recht, seine Meinung zu dieser Aussage (in Form von Pfiffen) kundzutun.
Was wäre denn die Alternative? Den Zuschauern verbieten, ihre Meinung kundzutun?

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dgross4 09.06.2018, 12:22
14. DFB und Spieler

DFB und Spieler scheinen so überhaupt kein Gespür dafür zu haben, wie die Atmosphäre und Stimmung in Deutschland "gerade" ist. So zeugt die Aufregung von Bierhoff von einer Naivität und Unkenntnis, die erschreckend ist und eigentlich nur mit einer Filterblase erklärt werden kann. Trifft man dann im Stadion auf die Nicht-VIP Besucher, um nicht zu sagen die normalen Menschen, dann ist man überrascht, dass die Menschen es als einen Loyalitätsbruch sondergleichen verstehen, was Özil und Gündogan gemacht haben. Und man muss sich schon mächtig dumm stellen ("sind doch nur Fußballer und keine Politiker"), um das auszublenden. Und wer das Zeit-Interview mit dem Bundespräsidenten genau gelesen hat, erkennt in der (diplomatischen) langen Pause bei einer entscheidenden Frage (nach Entschuldigung), dass auch dieser die Sache als problematisch und noch nicht geklärt ansieht.

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poitierstours 09.06.2018, 12:23
15. Pfiffe aus der falschen Ecke

Am Profifussball gibt es ziemlich viel auszupfeifen, sehen wir nur mal fortschreitende Kommerzialisierung an. Bald wird noch der 8. Wochentag eingeführt, damit man da auch noch Spiele tv-übertragend vermarkten kann. Wer heute in ein Fußballstadion geht, kann sich eigentlich zig Fragen stellen, ob man damit nicht irgendeiner Fehlentwicklung Vorschub leistet. Zum Beispiel gestern, wo die deutsche Fußballnationalmannschaft nach Russland verabschiedet worden ist, Russland das nach unseren Maßstäben keine Demokratie ist, dass die Krim völkerrechtswidrig besetzt hat und hält und im Osten der Ukraine keinen Frieden zulässt. Wieso haben die Zuschauer nicht das ganze Team ausgepfiffen, das sich zum Handlanger einer Propagandaschau macht? Putin, Erdogan, beide aus einer demokratiepluralistischen Sicht keine Musterschüler. Es geht hier aber nicht darum, hier einem Boykott der WM in Russland das Wort zu reden. Mehr als auffällig und das nicht zufällig ist aber schon, wie einer gezielt herausgepickt wird um ihn vor einem Millionenpublikum auszupfeifen. Eindeutig: staatsbürgerlich war das Treffen mit Erdogan Mist. Aber man hat den Eindruck, hier kommen viele der Pfiffe aus einer rechten, rechtsnationalen Ecke, die ausländer- respektive türkenfeindlich ist (übrigens auch ein nachteiliger Nebeneffekt des Fototermins). Gündogan und Özil haben mit dem Schotter, den sie verdienen und ihrem Beliebtheitsgrad gute Möglichkeiten, zivilgesellschaftliche Zeichen des Barriereabbaus zwischen Deutschen und Türken zu setzten. Dazu muss man sich nicht mit hohen Staatschefs treffen.

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Alter Falter 09.06.2018, 12:23
16.

Zitat von Ultras
Spieler, die das Trikot der Nationalmannschaft tragen, auszupfeifen, ist eine absolute Unverschämtheit; war es vor nicht allzu langer Zeit bei Timo Werner und ist es jetzt. Özil und Günni haben sich hinlänglich und oft genug zu dem Thema geäußert. Die Leute, die da gestern abend in Leverkusen gepfiffen haben, sollten sich was schämen und mal überlegen, wie sie sich fühlen würden, wenn es so massiv Kritik für eine einzige - zugegeben - dämliche Entscheidung hageln würde. Noch dazu, wenn man sich bereits mehrfach erklärt hat.
Das Auspfeifen von Werner mit dem von Özil und Gündogan zu vergleichen, ist ziemlich schlicht. Auch habe ich nicht mitgekriegt, dass sich Özil _hinlänglich_ zu dem Thema geäußert hat. Oder habe ich etwas verpasst? Er hat sich bisher überhaupt nicht geäußert. Sollten die beiden bei der WM spielen, ist die WM für mich gelaufen.

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M.W. aus A. 09.06.2018, 12:29
17. Mein Mitleid hält sich in Grenzen!

Spieler, die so gut sind, daß sie in der Nationalmannschaft spielen, haben mit Sicherheit einen Manager / Medienberater. Wer sich mit einem Despoten wie Erdogan ablichten läßt, sollte sich an fünf Fingern abzählen können, daß das nicht ohne Folgen bleibt.

Man sollte es aber auch nicht überbewerten - wenn es sich allerdings negativ auf die ganze Mannschaft auswirkt, haben die beiden jetzt erstmal Pause. Sonst heißt es nachher noch, die Fans seien Schuld daran, daß es mit der Titelverteidigung nicht geklappt hat.

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oschn 09.06.2018, 12:30
18. Der DFB hat es ja auch immer noch nicht verstanden

Es geht überhaupt nicht darum, für was das Foto verwendet wurde. Und wenn es nur für RTPs privates Poesiealbum gewesen wäre. Das Problem war das Treffen an sich, bzw. dazu das Überbringen von Geschenken. Egal ob naiv oder nicht. Und solange der DFB sich in Beschwichtigungen flüchtet und mit Ausreden daherkommt, solange wird das Thema eben noch nicht abschließend besprochen sein. Wobei man Gündogan eigentlich keinen Vorwurf machen kann, denn er ist ja Doppelbürger. Bei Özil ist es hingegen was anderes.

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wiesenflitzer 09.06.2018, 12:30
19. @ tomdabassman

Da möchte ich Ihnen aber vehement widersprechen.
Wir beklagen immer und immer wieder, dass es kaum noch menschlich-soziale Vorbilder gibt. Nicht in der Politik, nicht im Sport.
Wir leben in einer freien, eher demokratischen Gesellschaft zu der es gehört seine Meinung sagen zu dürfen.
Herr Erdogan steht diesen Werten in allen Punkten entgegen.
Er foltert, er sperrt ein, er unterdrückt, er führt Kriege.
Und dann stellen sich zwei Medienerfahrende Fußballprofis grinsend neben diesem Despoten und erklären ihn zu ihrem verehrten Herrn Präsidenten?
Nein, das ist einfach nicht schönzureden. Ich bin gar kein Hardliner, aber diese beiden haben in „der Mannschaft“ nichts mehr verloren und beide taugen leider auch mal wieder nicht als Vorbilder für unsere doch sehr Fußball affinen Jugendlichen!
Und ich bin mir ganz sicher, dass dieses Thema die jetzige WM und „die Mannschaft“ noch mehr belasten wird, als wir uns wünschen.

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