Forum: Sport
Polizei-Einsätze in der Fußball-Bundesliga: Unfehlbar in Uniform
DPA

Der umstrittene Polizeieinsatz im Schalker Fanblock lenkt die Debatte um Gewalt im Fußball auf die Beamten - auf fragwürdige Solidarisierungseffekte und ein unüberlegtes Verhalten in Stress-Situationen. Eine öffentlich kommunizierte Fehlerkultur fehlt der Polizei völlig.

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vaikl 31.08.2013, 14:55
20. Im Rechtsstaat was nicht kapiert??

Zitat von filder
Ja wirklich - folgenlose Polizeiübergriffe mit fadenscheinigen Begründungen wie im Artikel beschrieben müssen einfach anerkannt werden. Meinen Sie das so? Sie verwechseln offenbar "Anerkennung" mit Angst ... Halten Sie das bei nicht-uniformierten Schlägern eigentlich auch so?
Sie meinen so "nicht-uniformierte Schläger" wie ein unbelehrbares Trüppchen Schalker Ultras, die aus pubertärem "ACAB"-Gehabe jeglichen Polizisten erstmal beleidigen und dann mit Gewalt angreifen müssen, wenn er auf "ihrem" Block erscheint? Ja wirklich, da sind mühsame Erklärungen der polizeilichen Anordnungen wie Perlen vor die Säue geworfen. Oder möchten Sie demnächst auch noch vor dem Spiel eine Einsatzerläuterung auf DINA4 für Viertklässler - mit Bildchen für die Legastheniker - übersetzt haben?

Ich bin mittlerweile ebenfalls der Meinung, dass Polizeieinsätze nichts mehr im und um ein Fußballstadion herum zu suchen haben. Dann können sich die "Fans" ja die Prügeleien erstmal gegenseitig "begründen"...

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hans.jo 31.08.2013, 14:56
21.

Zitat von schwachewade
Das Grundübel ist doch, dass es über haupt notwendig ist, eine Veranstaltung mit einem so massivem Polizeiaufgebot zu sichern.
Wer sagt denn, daß man das müsste? Es ist doch die Polizei selber, die auf Grund durch nichts belegter Unterstellungen (der Polizist nennt sowas allerdings "kriminalistische Erfahrung") entscheidet, ob und mit welchem Aufgebot sie zu welchem Spiel ausrückt.

Als sporadischer Besucher von Spielen habe ich oft genug erlebt, daß völlig harmlose Spiele bei denen keine Randale zu erwarten war von einer übertrieben großen Menge an Polizei begleitet wurden.

Die wahre Randale findet eh dort statt, wo die Polizei nicht hingeht, nämlich in den unteren Ligen. Die Bundesligen sind da der reinste Ponyhof und die Polizeipräsenz mehr Show als Notwendigkeit.

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folmian 31.08.2013, 15:03
22. Es fehlt der Wille Fehler zu benennen und aufzuklären - auf höchster Ebene

Bei dieser Diskussion geht es nicht darum den einzelnen Polizisten zu kriminalisieren, der dort seiner nicht immer leichten Aufgabe nachkommt und dabei die Anweisungen seiner Vorgesetzten umsetzen muss.

Der eigentliche Skandal ist wie die Führungsriege der Polizei die Verstöße der griechischen Fans hingenommen hat und sich durch Gewaltdrohungen hat instrumentalisieren lassen mit völlig unangemessenen Mitteln gegen friedliche Schalker Fans vorzugehen. Die auf Youtube gezeigten Handyvideos sprechen da Bände. Da müssten in einem funktionierenden Rechtstaat doch spürbare Konsequenzen folgen.
Aber das permanente Wegducken der NRW-Polizei und -justiz gegenüber bestimmter Form von Gewalt hat offenbar System. Schade, dass zudem genug Presseorgane lieber vorgefertigte Klischees bedienen anstatt sich mal die wirklich relevanten Fragen zu stellen.

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Bergunfall 31.08.2013, 15:16
23.

Zitat von schwachewade
Das Grundübel ist doch, dass es über haupt notwendig ist, eine Veranstaltung mit einem so massivem Polizeiaufgebot zu sichern. In welchen Verhältnissen leben wir denn? Sind wir als Gesellschaft nicht mehr in der Lage frei von Aggressionen einem großen Sportereignis bei zu wohnen? Es liegt nicht an einzelnen, gefrusteten Polizeibeamten sondern an den gewaltbereiten Fans die ihre Entspannung in Randale, Suff und purer Zerstörungswut suchen. Hier ist mit der Pro lemsuche und -behebung zu beginnen.
Hier in diesem konkreten Beispiel jedoch war bei den Schalkern niemand gewaltbereit. Auch bei den Griechen gabs zwar wohl einzelne Verantwortliche (nicht Fans), die Ausschreitungen befürchtet hatten, die griechischen Fans waren aber auch absolut ruhig. Hier ist die Polizei einfach so in den Block mit Knüppeln und Gas gestürmt. Bei der Allgemeinheit kommen solche Meldungen natürlich immer so an, als ob von den Fans eine Gefahr ausgegenangen war. Hier jedoch war es die Polizei. Darüber regen sich die Leute hier zu Recht auf.

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entertainer35 31.08.2013, 16:39
24. Fragwürdiges Reflexionsniveau von Spiegel-Redakteuren

Vielleicht sollten die Spiegel-Redakteure einmal damit anfangen, sich (selbst-)kritisch mit ihrer eigenen Profession auseinanderzusetzen und überlegen, welche übergeordneten gesellschaftlichen Gründe dem monierten "Fehlverhalten von Polizeibeamten" zugrunde liegen könnten. Ihre "Rezeptologie" könnte sich dabei als sehr kurzsichtig erweisen: Die Problemverortung in einer mangelnden (weil öffentlich nicht kommunizierbaren) "Fehlerkultur" bei der Polizei ist diagnostisch banal. Der richtige Ansatzpunkt wäre es vielmehr, einmal darüber nachzudenken, worauf diese wirklich zurückzuführen sein könnte!

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viceman 31.08.2013, 16:44
25. das erinnert an methoden

Zitat von sysop
Der umstrittene Polizeieinsatz im Schalker Fanblock lenkt die Debatte um Gewalt im Fußball auf die Beamten - auf fragwürdige Solidarisierungseffekte und ein unüberlegtes Verhalten in Stress-Situationen. Eine öffentlich kommunizierte Fehlerkultur fehlt der Polizei völlig.
in diversen "schurkenstaaten" , v.a. diese uneinsichtigkeit seitens der polizeiführung und deren "gewerkschaft" ist schon erschreckend.
und das wegen einer fahne, die im tv kaum zu erkennen war!
mir wurde mal ein abstandsverstoß -nachts auf einer hunderter strecke hatte ich gut 50 m - der polizist meinte es wäre deutlich unter 30 m. auf die frage, wie er denn darauf komme und damit auch durchkomme wolle, die wörtliche antwort "... weil ich polizist bin ..."

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Levator 31.08.2013, 16:48
26. Herr Wendt

ist ein Schreibtischtäter. Nachvollziehbar bleibt aus seiner Sicht klarerweise, dass er sich vor ALLE Kolleginnen und Kollegen im Außendienst stellen muss, auch wenn diese (wie auf Schalke geschehen), unangemessen agieren...
Eine Reaktion auf Geschehnisse kann es nicht gewesen sein, weil sich niemand außerhalb gesetzlicher Rahmen dort von Seiten der Fans bewegt hat. Was erlaubt ist, ist nicht verboten.
Auch wenn es einem Herrn Wendt nicht unbedingt in den Kram passt...

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mnbvc 31.08.2013, 16:59
27. Keine Ahnung, aber laut

Zitat von Malshandir
In der Situation ist es dringend erforderlich, die Verantwortlichen (Polizisten) vor Ort in einem Schnellverfahren zu Haftstrafen abzuurteilen. Das Besondere ist, hier wurde aus dem griechischen Block zum Mord aufgerufen. Es handelte sich um eine erlaubte Fahne. Ein Einsatz gegen den griechischen Block waere daher angemessen. Hier haben die Polizisten unter massivster Gewaltanwendung gegen Unschuldige Eigentum durch Einsatz von Waffen entwendet. So etwas nennt man schweren Raub. Hinzukommt noch ein Bandenmaessiges Zusammenrotten. Ich denke, es ist an der Zeit hier durch die Justiz hart gegen die Polizei durchzugreifen. Wenn ich in s Stadion gehe fuehle ich mich viel mehr bedroht von der Polizei als von irgendeinem auch gegnerischem Fan.
Sie zeigen völliges Unwissen. Was Sie Diebstahl nennen, heißt im Gesetz Beschlagnahme, zudem kann sich eine Einheit von Beamten per definition nicht "bandenmäßig zusammenrotten", wenn sie nunmal als Gruppe vom Staat (Sie wissen schon - der Teil des Landes der entgegen jedem Fanclub im Stadion zumindest weitgehend demokratisch legitimiert ist) als Arbeitgeber eingesetzt werden.

Zu Autor des spon-Kommentars: sicher fehlt es an Fehleranalyse der Polizei. Aus meiner Sicht haben Sie den falschen Block gestürmt, denn der "Platzsturm" wurde ja von Griechen angedroht. Dort hätte man reinmüssen. Aber von den organisierten Fans und den "Ultras" habe ich auch noch nie eine Fehleranayse gehört. Wo bleibt zum Beispiel nach dem gestrigen Spiel die Kehrtwende der Bayern-Koan-Neuer-Schlaumeier? Und da ließen sich unzählige weitere Anlässe zur Selbstreflexion finden.

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privat78 31.08.2013, 17:01
28. Zu viel Machtbefugnisse

Wir haben Gewaltenteilung, die Polizei übernimmt oft gleich die gesetzgebende Gewalt ( indem sie Gesetze einfach ignoriert, und sich eigene Gesetze schafft ) und wie leider häufig zu sehen, übernimmt sie gleich die Bestrafung mit. Die Machtbefugnisse sind aus guten Gründen eingeschränkt und geteilt. In der Regel befassen sich intelligente gut ausgebildete Akademiker damit. Polizisten sind meistens jedoch nicht am oberen Ende der Bildungsskala und maßen sich an, gleich alle drei Arten von Gewalten auszuüben. An unseren Schulen wird oft mehr Wert auf Fachwissen als auf selbständiges kritisches Denken gelegt, so wie es früher einmal war. Verantwortung tragen viele „Kinder“ mit dreißig noch nicht. Deshalb ist der Polizeinachwuchs sicherlich auch nicht das gelbe vom Ei. Ich finde die Polizei spiegelt sehr gut den Niedergang des ganzen Landes wieder. Kein Wunder bei den Regierungen die wir seit Kohl gehabt haben. Das ganze wird sich solange zuspitzen bis nicht endlich Einhalt geboten wird. Dieses könnte man schon durch vernünftiges wählen erreichen. Wenn ich aber das Kasperletheater was sich TV-Duell nennt sehe, dann befürchte ich, dass die Regierung das Volk für so blöd hält wie es zum großen Teil nun einmal ist. Wer für seine Rechte nicht kämpft verliert sie eben, dann gibt es öfters mal was vom überforderten Polizisten auf die Mütze. Übrigens, wenn sich jemand beschwert das die Polizei die Fans nicht vernünftig behandelt, sage ich nur: „Man wird ja nicht gezwungen ins Stadion zu gehen“.

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commonsense1 31.08.2013, 17:08
29. Wenn man weiß,

.... dass Herr Dembowski als Sozialarbeiter in der Fanszene fußballsozialisiert wurde, kann man seinen "objektiven" Gastbeitrag im Spiegel relativ gut einordnen.
Er ist gekennzeichnet von den gleichen Mängeln, die bei vielen Forumsschreibern zu beobachten sind. Mit einem begrenzten und z.T. überkritischem Blick auf das jeweilige Geschehen, immer grad nur einen Ausschnit des Ganzen betrachtend, kommen sie zu dem Schluss, das polizeiliche Handeln in seiner ganzen Komplexität aus juristischen, einsatztaktischen, eigensicherungs- und logistitischen Handlungsanteilen überblicken und zutreffend bewerten zu können.
An dieser Stelle behaupte ich: das kann ein Laie nicht!

Ich empfehle, die Polizei ihre Arbeit machen zu lassen und sie mit gefährlichem Halbwissen nicht noch zu erschweren. Die Polizeibeamten haben ihren Beruf erlernt, besitzen eine gehörige Menge an Einsatzerfahrung und haben die Instrumente und Einsatzstrukturierung, um sich ein umfassendes Bild über die Gesamtlage zum jeweiligen Zeitpunkt machen, und die dann erforderliche und sachgerechte Entscheidung treffen zu können.
Es ist doch auch sonst allgemein akzeptiert, dass man einem Arzt oder einem Handwerker nicht erzählt, wie sie denn gefälligst ihre Profession auszuüben haben.
Und zu einer mangelnden Fehlerkultur ist zu bemerken, dass hier Gewaltenteilung herrscht und jeder Fehler eines Polizisten, der Menschen in ihren Rechten tatsächlich verletzt, von Staatsanwaltschaften und Gerichten schon von Amts wegen untersucht und ggf. sanktioniert wird. Man muss aber auch wissen, dass der rechtmäßig angewendete sogenannte unmittelbare Zwang durch die Polizei grundsätzlich zulässig und in gewissen Situationen auch erforderlich ist und es auch bleiben wird.

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