Forum: Sport
Polizeieinsätze beim Fußball: "Sollen wir uns Wasserwerfer kaufen?"
DPA

Spiele ohne Polizisten, Kostenübernahme durch Vereine: Politiker und Fußballfunktionäre haben kein Verständnis für die Pläne Bremens und Nordrhein-Westfalens. Bayern kündigt eine andere Gangart an.

Seite 17 von 17
Dr.Bartig 05.08.2014, 15:36
160.

Zitat von cmann
Randale und Chaos in den Stadien zu verringern und sogar auf lange Sicht zu verhindern. Das Problem ist, dass alle DFL Vereine und der DFB da nicht "ran" wollen. "Nur noch "Sitzplätze" in den Stadien anbieten". Den Gedanken scheuen die Macher bei den Vereinen wie der "Teufel das Weihwasser". erstes Argument ist das die "Fan-Tradition" dadurch......
Jaja, der Heilige Sankt American Football vom Orden der Reinen und Unbefleckten *gäääähn*.
Warum bemühen Sie sich nicht um eine breite Wissensbasis, um Ihre Behauptungen darauf aufzustellen?

http://www.n-tv.de/sport/Schwere-Aus...cle115057.html schreibt:
"Nach dem Sieg der Tampa Bay Buccaneers gegen die Oakland Raiders im Super-Bowl-Finale der National Football League (NFL) ist es im US-amerikanischen Oakland zu schweren Ausschreitungen frustrierter Fans gekommen. Die Polizei nahm mindestens 85 Personen fest.

Die berüchtigten Anhänger der Oakland Raiders hatten im Zentrum ihrer Heimatstadt schwere Randale ausgelöst. Dabei bewarfen sie Polizisten mit Flaschen und Steinen, demolierten Schaufensterscheiben und setzten mehr als zehn Autos sowie ein Fast-Food-Restaurant in Brand.

Die Polizei setzte Tränengas, Gummigeschosse und Blendgranaten gegen die Randalierer ein. Drei Feuerwehrmänner wurden bei den Ausschreitungen leicht verletzt."

Und das war nur der erste Google-Treffer, auf den ich klickte.
Sie können mehr solche Meldungen finden, wenn Sie sich bemühen - was nicht verwunderlich ist, denn Gewalt gibt es überall.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dechi61 05.08.2014, 15:49
161. ist doch nur ein test

ich finde die aufregung stark ünertrieben. lasst nrw den test machen - und dann schaun wir mal welche lehren wir daraus ziehen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
flaneur1962 05.08.2014, 16:10
162. Der Gesetzgeber....

ist eigentlich weniger das Problem. Das rechtliche Instrumentarium ist vorhanden, wird aber seitens der Justiz und der Exekutive allenfalls unzureichend genutzt. Bei nahezu jedem Fußball-Krawall dürften mindestens die Tatbestände der Körperverletzung (§223 StGB) und des Landfriedensbruchs (§ 125 StGB) erfüllt sein. Auch die Strafrahmen dieser Vorschriften sind völlig ausreichnd, da müsste ein Richter nicht einmal mehr in die oberen Schubladen greifen. Zudem kennen alle Landes-Polizeigesetze die Möglichkeit eines vorbeugenden Unterbindungsgewahrsams. Natürlich bedrf es hierbei einer entsprechenden gefahrenprognose, die bei Wiederholungstätern und z.B.der Verletzung vorgelagerter Meldeauflagen sicher begründbar wäre. Bestünde der ernsthafte Wille, dieses justizielle Anwendungsdefizit - das übrigens auch in anderen Lebensbereichen feststellbar ist - zu schließen, könnte man auf Sicht sicher eine Menge Überstunden der Polizei in Zusammenhang mit Fußballspielen vermeiden.

Wirkungsvoll könnte es durchaus auch sein, die Trennung des normalen sozialen Umfeldes von der Schlägerexistenz, auf die nicht wenige der Krawallmacher wohl strikt achten ein Stück weit aufzuheben. Bekanntermaßen sind es eben nicht nur "sozial benachteiligte Jugendliche" (die es auch gibt und die erreicht man ggf. doch noch über die Fan-Projekte noch erreicht), sondern ganz bürgerliche Existenzen - Handwerker, Rechtsanwälte, Steuerberater, "freie Journalisten" und sogar Angehörige des öffentlichen Dienstes - die samstags zu Hooligans mutieren. Eine formlose Information z.B. an den Arbeitgeber bei Wiederholungstätern) könnte hier schon eine abschreckende Wirkung erzielen. Verstößt gegen den Datenschutz ? Im NSA-Zeitalter ? Ach...



Zitat von Creedo!
Der Polizeieinsatz bei Großveranstaltungen ist ja nicht das Problem. Es ist Aufgabe der Polizei, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Man kann sicher darüber diskutieren ob im Stadion Polizei oder private Sicherheitskräfte für Ordnung sorgen, aber ausserhalb des Stadions ist die Polizei zuständig. Leider muss man aber feststellen, dass die öffentliche Ordnung durch Fußballspiele über ein erträgliches Maß hinaus gefährdet ist. Ein Fußballspiel ist mittlerweile mehr als nur eine Spaß- und Sportveranstaltung. Man kann durchaus von krigsähnlichen Zuständen sprechen. Ich war zufällig letztes Jahr am Braunschweiger Bahnhof als das Bundesligaspiel zwischen Eintracht BS und Hannover 96 angesetzt war. Der Bahnhof quoll über vor Polizisten. An dem Bahnhof war mehr Kampfkraft versammelt, als in meiner alten Bundeswehrkarserne. Und das kann nicht sein. Wenn das die Bedingungen für Profifußball sind, dann muss man das ganze Konzept in Frage stellen. Und da ist es nicht damit getan, dass die Polizei ihren Dienst verweigert, sondern Ziel muss es ein, das Randaletum auszumärzen. Und auch wenn einige das behaupten, excessive Gewalt ist nicht Teil des Fußballsports oder der Fußballkultur. Gegen diese Gewalt muss massiv vorgegangen werden. Da sollte sich der Gesetzgeber einschalten und das Randaletum nicht länger wie ein Kvalliersdelikt behandeln, sondern wie eine schwere Straftat, was es auch ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
trevi 05.08.2014, 16:27
163. Polizei im Übermaß !

Habe selbst wiederholt erlebt, dass mit einem Übermaß an Polizei ein Fußballspiel "bewacht" wurde (Oberliga)
"Gefühlt" waren mehr Polizisten anwesend als Zuschauer. Nur die vereinseigenen Ordner standen mit Sicht zum Zuschauer am Spielfeldrand, während die Polizisten überwiegend interessierte Sport-Zuschauer waren. Nach Spielende nahmen sich 6 Polizisten den einzigen, angebl. randalierenden Zuschauer vor, der jedoch offensichtlich nur leicht angetrunken war und ohne jeden Widerstand und Mühe über einige Sitzreihen zum Ausgang mit ging. -Am Folgetag stand in der Lokalzeitung ein Hinweis auf "RandalierER" !-
Im Anschluß an das Spiel wurde eine Umgehungs-straße -Autobahnauslauf in die Stadt- neben dem Stadion voll gesperrt -'Rückstau bis 4 km in die Autobahn- und der stadtausfahrende Gegenverkehr wurde direkt am Stadion vorbei -Zuschauerausgang- in die Stadt zurück geleitet!
Selbst "Schilda" hätte nicht besser gearbeitet.
Ein absolut übertriebener Aufwand über den alle Betroffenen nur den Kopf schüttelten. Selbst ein beteiligter Polizist bestätigte unsere Kritik.
Hoffentlich wird mit den nun begonnenen Maßnahmen ein Mißstand aufgedeckt, der horrende Steuergeld kostet und die Polizei per unnötigem Überstunden- berg dort reduziert, wo sie hingehört: In den Straßen- verkehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Teletobi 05.08.2014, 16:34
164.

Zitat von franz.v.trotta
organisieren kann, dem sollte die Lizenz entzogen werden, solche durchzuführen. - Die Bundesländer, die an allen Ecken kürzen und sparen müssen, können nicht permanent Millionensummen ausgeben, um die Durchführung von Fußballspielen zu ermöglichen. DFB und Bundesligen sind Wirtschaftsunternehmen!
Eine super Logik. Dann verbieten wir gleich mal 50% aller Schützenfeste, das Oktoberfest, Silvester und was weiß ich nicht für Großveranstaltungen. Hier kommt es im Verhältnis zu den Besuchern zu deutlich höheren Verletzten- und Randalezahlen.

Wen ich viele Kommentare hier lese, dann frage ich mich, wie oft die Schreiber schon Fußballspiele besucht haben? Angst im Stadion? Definitv nein. Angst vor dem Stadion und auf dem Weg dorthin? Schon eher, wenn mal einer Wand auf dutzenden in Kampfmontur gesteckten Gestalten gegenübersteht: der Polizei! Dazu dann noch eine Pferdestaffel, die mitten durch die Menge der anreisenden Fans reitet. Aber Achtung: hier muss differenziert werden: nicht alle Polizisten kommen bedrohlich daher.
Ansonsten empfehle ich mal die Anreise zu einem Auswärtsspiel mit dem Sonderzug, insb. denTransfer zum Stadion.
Ich begrüße den NRW Entschluß zu weniger Polizeipräsenz jedenfalls sehr!

Was die reichen Clubs angeht: das sind nur eine handvoll, vorneweg die Bayern und Marketingprojekte wie Leipzig. Der ganze Rest, insb in Liga 3 kämpft jedes Jahr mit den finanziellen Auflagen der Lizenzerteilung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peter57 05.08.2014, 16:47
165. Halbstarke

früher nannte man diese Hohligans "Halbstarke". Jugendliche mit zuviel Testosteron oder zuwenig Hirn, oder beides. Bei manchen dauert die Jugend auch etwas länger, wahrscheinlich joblos. Die Gewalt hat nichts mit dem Fussball zu tun und wenn die 1.Bundesligaspiele verboten würden, dann kämen die Personen halt aus einem anderen Grund an einem anderen Ort zusammen. Einen wirklichen Anlass für Prügeleien hat es noch nie gebraucht. Nur eine Gelegenheit. Das war in den 50ern so, in den 60ern und so weiter. Nüchtern betrachtet schaut man beim Fussball gegen Bezahlung Millionären bei der Arbeit zu. Mit Identifikation zur Stadt des Vereins hat das ja nichts mehr zu tun, die Söldnertruppen sind ja eh weltweit zusammengekauft und wechseln den Verein wie die Unterhose. Im Grunde ist es völlig schnuppe wer gewinnt, Hauptsache man hat ein schönes Spiel gesehen (ich bin Basketballfan, mich interessiert Fussball nur am Rande), da kann man sich mit den Fans des Gastvereins wunderbar unterhalten, über Basketball, über Spielszenen, über schöne Dunks. Das Ergebnis ist zweitrangig, da vom Etat des Vereins abhängig und nicht vom Sport.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Teletobi 05.08.2014, 16:55
166.

Zitat von cmann
Randale und Chaos in den Stadien zu verringern und sogar auf lange Sicht zu verhindern. Das Problem ist, dass alle DFL Vereine und der DFB da nicht "ran" wollen. "Nur noch "Sitzplätze" in den Stadien anbieten". Den Gedanken scheuen die Macher bei den Vereinen wie der "Teufel das Weihwasser". erstes Argument ist das die "Fan-Tradition" dadurch geschädigt wird und die Atmosphäre im Stadion leidet. Also dann doch lieber Pyros, Randale und Chaos billigend in Kauf nehmen!! Sieht man nach England wo es früher Riesenprobleme mit Hoolygans und Schlägerbanden gab hat die reine Sitzplatz Arena für Ruhe gesorgt. Selbst die Auseinandersetzungen von Ultras außerhalb der Stadien gibt es kaum noch. Ein Forist hat das Verhalten der Zuschauer beim American Football erwähnt. Hier gibt es ebenso in den Stadien nur Sitzplätze. Eines ist aber auch sichtbar, die Fankultur ist dort genau so ausgeprägt wie bei uns in der Bundesliga. Die Leute flippen genauso aus wie bei uns, aber niemand würde auf die kranke Idee kommen einen gegnerischen Fan körperlich zu anzugreifen. Die NFA hat auch eine über 100 jährige Tradition aber ohne das unerträgliche Gehabe der sogenannten Ultra-Traditions-Fans wie in der Bundesliga!

Und in England kosten die billigsten Eintrittkarten um die 50€, die sich keiner mehr leisten kann. Es gibt genug Leute, die übers WE von der nach z.B. St. Pauli oder Irland fahren, um dort ein Spiel zu sehen; immer noch billiger als in die Kommerztempel der Premier League zu gehen. Stimmung ist in den Englischen Stadien auch kaum noch.

Und kann man mal bitte aufhören, immer von Hooligans zu sprechen. Es gibt sie sicherlich noch im Umfeld der Fanszenen, aber die Hochzeit der Hooligans im Fußball ist zum Glück schon vorbei.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Teletobi 05.08.2014, 16:59
167.

Zitat von lupusyonderboy
4. Wenn man schon den allgemeinen fiskalischen Nutzen des Fußballs ermitteln will, dann sollte man auch sämtliche Subventionen dagegen rechnen. Dazu fehlen mir die Zahlen - unzweifelhaft kommt netto weniger dabei rum.
Welche Subventionen sind dies bitte? Und jetzt nicht mit Sportförderung kommen, das geht sicherlich nicht an die Fußballabteilungen der Profivereine.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hein.Loth 05.08.2014, 17:36
168.

@frankasten: Einfach mal genauer lesen. Der öffentliche Raum ist "... im Umfeld der Stadien und auf dem Weg dorthin..."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 17 von 17