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Pro und Kontra : Ist College-Football attraktiver als die NFL?
Scott Kinser/ ZUMA Press/ imago images

American Football ist in Deutschland angekommen, jeden Sonntag verfolgen immer mehr Fans die NFL. Dabei ist College-Football eine spannende Alternative.

wdiwdi 06.10.2019, 18:21
1. 2% der College-Spieler schaffen es in die NFL

Der Rest ist nach dem "Studium" großenteils schon körperlich angeschlagen, und für potentielle Arbeitgeber komplett uninteressant, denn es ist völlig klar, dass sie außer Football-Spielen schon aus Zeitgründen nichts gelernt haben, egal was die Unis und Colleges öffentlich von sich geben, und was auf dem Abschlusszeugnis steht. Hin und wieder fliegt dann auch auf, dass von den Spielern minimal geforderten Tests und Arbeiten gleich von den persönlichen Tutoren geschrieben wurden, weil es akademisch einfach hoffnungslos war. Typischerweise wird dann ein hat-doch-nicht-ganz-zum-Superstar-gereichter Spieler Hausmeister oder etwas ähnliches. Nach drei oder mehr Jahren Ausbildungsstipendium.

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kerkermeistter 06.10.2019, 18:27
2. Vermeintliche Patriots-Dominanz

Meines Erachtens sind die Patriots in der letzten Dekade auch nicht besser als ca. andere 10 Franchises der NFL. Sie haben halt den Riesenvorteil, daß fast alle von denen in der NFC angesiedelt sind. Insbesondere die Gegner in der eigenen Division sind extrem schwach und somit ist der Gruppensieg Jahr für Jahr praktisch vorprogrammiert und gegen die wenigen guten AFC-Teams holt man so halt eher eine bessere Bilanz und damit den Heimvorteil in den Playoffs.

Somit ist dann relativ "einfach", oft in den Superbowl zu kommen und dort auch den einen oder anderen zu gewinnen. Trotzdem braucht es natürlich eine hervorragende Organisation, um trotz der vorgesehenen Nachteile (Draft Picks, Schedule) an der Spitze zu bleiben. Hilfreich ist da auch sicherlich, dass der eine oder andere gute Spieler eher geneigt ist, dortin zu wechseln, weil die Chance einen Superbowl-Ring abzustauben hoch ist. Aber wie gesagt sehe ich die Patriots nicht als allesüberragend an.

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frankfurter. 06.10.2019, 18:37
3.

Martin Vornweg-Brückner hat meine Auffassung hervorragend dargestellt. Die Chance einen vorhersehbaren Kantersieg des favorisierten Teams zu sehen, ist am College ungleich größer.

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jesse01 06.10.2019, 18:41
4. interessante these

College Football ist naturgemäß schneller, da es weniger Unterbrechungen als in der NFL gibt. so werden Spielzüge oft einfach von der seite mit Schildern angezeigt, das komplette huddle entfällt sozusagen. ansonsten hat der Autor Recht, leider gewinnen immer dieselben Teams, was die Sache wieder langweilig macht. deswegen bin ich kein großer Freund des College Football. aber schöner Artikel !

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scsimodo 06.10.2019, 18:57
5. American Football

ist für mich langweiliger als Synchronschwimmen. 5 Sekunden Action, danach mindestens 1 Minute Stillstand und wieder Formation einnehmen. Nun ja, jeder wie er mag, da ist bei anderen Sportarten schon mehr los (Eishockey, Fußball, Baketball etc.). Den Hype um AF verstehe ich jedenfalls nicht...

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DJ Doena 06.10.2019, 19:09
6.

College Football verbrennt die Kids, die von ihren High Schools mit großen Träumen kommen und für die Unis nur solange interessant sind, wie sie sich nicht so verletzen, dass sie nicht mehr spielen können.

Dann verschwinden die scholarships so schnell wieder, wie sie gekommen sind.

Und selbst wenn man die Uni durchhält, für einen erfolgreichen Footballer ging es bisher in seiner ganzen High School / College Karriere nur um den Sport, durch die Klassen mogelt man sich irgendwie durch oder wird gar durchgemogelt.

Und wenn es dann mit der ganz großen NFL Karriere nix wird, dann hat man ein wertloses Stück Papier, welches jeder ersthafte Personaler durchschaut und es reicht grad noch so zum Job als Autoverkäufer oder Callcentersachbearbeiter.

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hador2 06.10.2019, 19:25
7. Leider richtig...

Nachdem ich teilweise in den USA studiert habe war ich lange Jahre großer College Football Fan. Die Unterschiede zwischen den großen Teams und den kleinen waren schon immer groß, aber in den letzten 10 Jahren hat das absurde Formen angenommen. Wer nicht gerade Fan von Alabama, Auburn, Clemson oder einem anderen großen Team aus den P5 Conferences ist, der hat kaum noch etwas zu lachen. Da ist die NFL schon deutlich spannender wenn auch insgesamt meiner Meinung nach eher blutleer.

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Attila 06.10.2019, 20:59
8. @ #6

Sicher, aber: Dass junge Sportler "verbraucht" werden ist ein allgemeines Problem des Profi-Sports. Unzählige europäische oder südamerikanische Fussballspieler, die ihre ganze Jugend in eine Karriere investieren die sich nie bewahrheitet (s. 2. Mannschaften von Bundesligisten oder 2.- und 3.Ligaspieler), haben in der Regel am Ende ihrer aktiven Zeit noch nichtmal das "wertlose" Stück Papier eines Universitätsdiploms, insofern finde ich das College-Modell gar nicht so verkehrt. Manche Football-Spieler, die es nicht in die NFL schaffen, bleiben ausserdem aufgrund der enormen Popularität und Beliebtheit der College-Liegen zumindest in ihrer Region lange Zeit nach Karriereende angesehene "local heroes" und können ggf dadurch doch noch irgendwie finanziell profitieren indem sie bspw gute Jobs im Vertrieb o.ä. ergattern. Football bleibt natürlich eine Kontaktsportart, mit allen möglichen gesundheitlichen Risiken, und angelockt von Footballstipendien sind oftmals Jugendliche die wenig zu verlieren haben. Je nachdem wie deren Geschichte am Ende ausgeht, kann es manchmal (selten) die Erfüllung eines American Dreams werden, manchmal aber auch eine Horror Story. Dieser schmale Grat für die College-Spieler zwischen Erfolg (Aufnahme in die NFL, Aussicht auf Millionenstpendien) und Scherbenhaufen macht College Football teilweise spannender und brutaler als die NFL

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der_ba_be 06.10.2019, 21:43
9.

mir kommen hier die Schattenseiten des College Footballs etwas zu kurz. Eine Sportorganisation und Universitäten, die auf dem Rücken von Athleten Milliarden umsetzen, aber Spieler die nach den vier Jahren am College teilweise schwerste körperliche Schäden haben, können sich nichtmal die medizinische Behandlung oder Schmerzmittel leisten und greifen deswegen zu Drogen. Athleten die gestellte Trikots, Schuhe oder ähnliches verkaufen müssen, um sich etwas zu Essen leisten zu können. Schein-Abschlüsse in Swahili oder Russisch um den geforderten Noten gerecht zu werden, um die Spielberechtigung nicht zu verlieren. Nicht zu schweigen, von Zahlungen unter der Hand an die besten High School recruits, um ihre Entscheidung für oder gegen ein College zu beeinflussen. Insgesamt ist College Sport ein sehr schmutziges Geschäft.

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