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Protestbrief: EU-Abgeordnete rufen zum politischen WM-Boykott auf
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"Verhöhnung unserer europäischen Werte": 60 Europaabgeordnete haben die EU-Mitgliedstaaten zu einem politischen Boykott der Fußball-WM in Russland aufgerufen. Grund dafür ist die Politik Wladimir Putins.

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Meconopsis 20.04.2018, 13:48
1. Im Russlandhass vereint

Bin mal gespannt, was passiert, wenn die nächste Fussball-WM 2022 in Katar stattfindet. Ich wette, die fahren dann dorthin. Die Scheichs waren doch immer wieder auf Einkaufstour und haben sich in die europäischen Konzerne eingekauft. Bei Russland meinen sie , sich alles leisten zu können, Kalter Krieg, 2. Auflage. Das Ganze hat schon was Zwanghaftes. Wenn schon alles auseinanderfliegt - die Feindschaft zu Russland wird am Ende das einigende Band sein, das Europa zusammenhält. Die EU ist dann für mich nicht mehr eine Werte-, sondern eine Art Hass-Gemeinschaft. Schon immer in der Geschichte hat man äußere Feinde gebraucht, um das eigene Versagen zu kaschieren.

Wobei - 60 EU-Parlamentarier, das ist auch wieder nicht gerade viel. Und in manchen europäishcne Ländern sieht man es anders, Italiener, Österreicher, Tschechen, sind nicht gerade auf der Linie Merkels oder Macrons. Zumindest das stimmt hoffnungsvoll.

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W.i.n.t.e.r 20.04.2018, 13:59
2. Endlich mal keine Politiker...

... die unter dem Vorwand von der FIFA WM-Tickets fürs Stadion bekommen! Dafür gibt es Budgets und Reservierungen, alles bezahlt von den Steuerzahlern, damit sich die Grüßaugusten/Innen ganz öffentlich in die Spiele und Veranstalltungen reinhocken.

Nur: Jene die jetzt laut schrei(b)en, hätten wahrscheinlich eh nicht hingedurft oder -gekonnt. Da kann man sich dann schick in Szene setzen und sagen: "Da geh ich erst recht nicht hin! Jawohl!" Das ist alles in allem, mit verlaub, doch jetzt recht erbärmlich, oder etwa nicht?

Leider werden dann wohl doch genug dort hocken. Gucken das Spiel gratis oder für lau. Gehen dann halt nicht Händeschütteln. Bekommt ja jeder gleich von Putin nen Händedruck. Obwohl ich da an seiner Stelle heutzutage tatsächlich vorsichtig wäre, wem ich die Hand gäbe! Da gabs doch diesen US-Amerikanischen Ulk-Film wo man Kim Jong Un per Handschlag vergiften wollte... nun ja.

Was soll man (z.B. Herr Putin, der Zuschauer, der Fußballfan) davon haben, daß diese EU-Leute sich eine schöne Zeit machen? Bestimmt ein herber Schlag. Und man weint sich nach Anpfiff durch die WM ob der fehlenden Parlamentarier... - nicht? Im Unklang in die Hände patschende Staatsleute haben bei einer Sportveranstaltung, sofern sie nicht die Kosten als Fan selber tragen, meiner Meinung nach ohnehin wenig zu suchen.

Für alle anderen:
Ich treffe hiermit garantiert auf allgemeinen Zuspruch: Solche "Zuckerl" und "Bonbons" für Abgeordnete aus den Fleischtöpfen der EU aber auch den nationalen und regionalen Parlamenten sollte man verbieten!

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manitoba 20.04.2018, 14:04
3. Wer hätte das gedacht

Wer hätte in den 80ern gedacht, dass man Grüne erleben würde, die Kriege fordern rsp. mindestens befürworten oder -wie hier die leider einschlägig bekannte Rebecca Harms - russlandfeindliche Initiativen starten.
Und auch sonst frage ich mich: Was ist aus den Grünen meiner Jugend geworden?

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dr.noh 20.04.2018, 14:13
4. wo aufhören

Man kann einen Boykott gut oder schlecht finden, für sinnvoll oder sinnlos halten. Boykott ist zunächst einmal ein legitimes Mittel der Meinungsäußerung. Wenn man Gruppen, Staaten, Veranstaltungen etc. boykottiert, darf man die Frage stellen, wo beginnt man, wo hört man auf:

Wenn man das eine boykottiert, muss man dann nicht auch ähnliches, gleiches boykottieren, um glaubwürdig zu bleiben und nicht willkürlich zu erscheinen? In Europa gibt es z.B. mehrere Staaten, die auch europäische Werte missachten - wie Meinungsfreiheit, freier Journalismus etc. Wenn also - ganz allgemein gesprochen - das Missachten europäischer Werte ein Grund zum Boykott ist, gäbe es wohl mehrere Boykotte auszurufen. Aber vielleicht gibt es ja Werte, die man zu boykottieren verpflichtet ist, und andere, deren Missachtung man wohl dulden kann. Ein mir etwas unangenehmer Gedanke. Denn wer entscheidet darüber?

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gunpot 20.04.2018, 14:13
5. Ich hoffe nun nicht,

dass übereifrige Parlamentarier und andere Bedenkenträger uns nicht dieses Fußballereignis boykottieren werden. Wir sollten nur auf den Sport schauen und nicht auf Putin und seine Politik. Das wäre auch allen gegenüber ungerecht, die sich mit großen Mühen für die WM-Teilnahme qualifiziert haben. Ungerecht auch gegenüber den Fans.

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multi_io 20.04.2018, 14:18
6.

Zitat von ichsagwas
Bin mal gespannt, was passiert, wenn die nächste Fussball-WM 2022 in Katar stattfindet. Ich wette, die fahren dann dorthin. Die Scheichs waren doch immer wieder auf Einkaufstour und haben sich in die europäischen Konzerne eingekauft. Bei Russland meinen sie , sich alles leisten zu können, Kalter Krieg, 2. Auflage. Das Ganze hat schon was Zwanghaftes. Wenn schon alles auseinanderfliegt - die Feindschaft zu Russland wird am Ende das einigende Band sein, das Europa zusammenhält. Die EU ist dann für mich nicht mehr eine Werte-, sondern eine Art Hass-Gemeinschaft. Schon immer in der Geschichte hat man äußere Feinde gebraucht, um das eigene Versagen zu kaschieren.
Die russische Regierung vergiftet, verstrahlt und erschießt abtrünnige Landsleute im In- und Ausland, unterstützt Giftgasmörder, annektiert fremde Halbinseln, bestreitet jede Verantwortung für von prorussischen Rebellen abgeschossene Passagierflugzeuge mit hunderten Todesopfern, sie unterminieren und manipulieren denokratische Institutionen in westlichen Ländern und unterstützen dort reaktionäre Kräfte, und sie hetzen im staatlichen TV in einer Tour gegen den Westen, mit absurdestem Verschwörungsunsinn. Was wollen Sie eigentlich? Mit nem politischen Boykott sind die Russen noch gut (zu gut, meiner Meinung nach) bedient.


Die einzige realistisch durchführbare Maßnahme, die Putin wirklich wehtun würde, wäre ein Komplettboykott, durch möglichst alle namhaften Mannschaften, die man dafür gewinnen kann, allen voran der Deutschland als Titelverteidiger. Im Zuge dessen könnte man auf die FIFA einwirken, das Turnier abzusagen oder zu verschieben. Das wäre das einzige, was die Russen wirklich ins Fleisch schneiden würde, und diese Art von Demütigung ist die einzige Sprache, die Putin versteht.

Wir sind auch in Feindschaft gegen Hitler, Pol Pot oder Kim Jong Un vereint, finden Sie das auch schlimm?

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bjbehr 20.04.2018, 14:21
7. Nichts, nur Luft und Dollar

Die Fußballwelt verblödet angesichts komplett durchkorrumpierter Strukturen, weil es längst nicht mehr um den Sport geht, sondern um Macht und Profitgier Einzelner.
Es geht um aberwitzige Milliardensummen und mit aberwitzigen Milliardensummen können nur noch eine Handvoll Profitgeier um sich werfen. Warum macht man es nicht wie beim Grand Prix, stets dort die WM auszurichten, der sie zuletzt gewonnen hat? Abstoßender als unserer Tage kann sich dieser ehemalige Nationalsport nun wirklich nicht mehr präsentieren. Katar - das ist noch das i-Tüpfelchen. Eine WM ausrichten zu lassen in einem Land, das sportlich soviel wie ein Stück Brot dazu beizutragen hat und in dem die Temperaturen minimal bei 35 Grad liegen - ohne Worte, so viel Dummheit. Aber außer Luft und Dollar ist in den Köpfen oben Genannter ohnehin nichts drin.

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suschifuchs 20.04.2018, 14:25
8. Sport hat nichts mit Politik zu tun

Es ist als hätte Europa seine Werte vergessen. Wie kann ein Europäischer Abgeordneter tatsächlich eine WM aus Politischen Gründen boykottieren. Nicht etwa wegen zb. des Verdachts auf Doping oder Sportliche bedenken. Waren wir es nicht die 1936 die Olympischen Spiele ausgetragen haben mit dem Ziel der Welt unsere Politischen Werte zu demonstrieren. Wir wurden eines besseren belehrt. Nämlich dass im Sport andere Werte zählen. Gleichheit, Brüderlichkeit und Fairness sind Werte die unsere Abgeordneten anscheinend vergessen haben.

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gesell7890 20.04.2018, 14:25
9. Na

endlich mal eine vernünftige Reaktion. Die auch den korrupten Balltreterverein treffen würde. Aber da es beim Fußball NUR um Geld gehen, werden Bällchentreter alle zum Wohlgefallen Putins über den Rasen hoppeln.

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