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Radstar Hamilton über Armstrong: "Er war ein Pionier des Dopings"
AP

Die Affäre um Lance Armstrong ist um ein Kapitel reicher: Sein ehemaliger Teamkollege Tyler Hamilton erhebt schwere Anschuldigungen gegen den gefallenen Radstar. Für Armstrong sei Doping etwas alltägliches gewesen, "wie Sauerstoff oder die Schwerkraft".

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l.augenstein 04.09.2012, 13:44
70. Nee...

Zitat von sweeper
sie vermischen da zwei themen miteinander! der spitzensport ist unsauber und es geht um viel geld... die schnaeppchenmentalitaet beim kaufverhalten deutscher konsumenten hat nun wirklich nichts mit lance armstongs verhalten zu tun. ich nehme jedenfalls kein EPO, wenn ich beim 10-km lauf an den start gehe...
Ich vermische nichts sondern weise darauf hin, dass die Vorteilssuche schon im ganz normalen Alltag los geht. Und das setzt sich über den Hobby- und Amateursport fort bis in den Spitzensport. Das hat nicht nur mit Geld zu tun sondern auch mit irrwitzigem Ehrgeiz. Sie würden also nichts erreichen, wenn Sie das Geld aus dem ganzen abziehen würden. Abgesehen davon, dass das sowieso nur frommes Wunschdenken ist. Ob Sie sich für Ihre 10-km-läufe dopen oder nicht ... welche Rolle spielt das?

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Starmoon 04.09.2012, 17:57
71. Schade

es ist trotzdem schade, das mit der Tour. Es waren wunderbare Jahre vor dem Fernseher. Interessante Talkrunden mit den Kollegen, jeder hatte seine Favoriten. Die schönen Bilder französicher Dächer, Kathedralen, Landschaften, Gesichter. Die hübschen Mädchen, die glücklichen Gewinner mit verschwitzem Strahlen. Die wahnsinnige Karawane von Begleitautos, die Moto-Cops. Alles vorbei, und Lance war der, der am brutalsten kaputtgeschlagen hatt. Erbarmungsloser Sieger, zynischer Gladiator, Verachtung für die Idioten, die nicht begreifen wollten. Ich gestehe, dass ich ihm auch einmal zugejubelt habe: vor zwei Jahren beim Zeitfahren Bordeaux-Paulliac. Wir haben ihm Respekt gezollt, gar geschrieen vor Erregung - ich hatte damals noch den kindlichen Gedanken, dass da ein Athlet fährt. Es war ein Zombie. Ich fürchte mich vor den Dopern, sie zerstören alles und alle - es wird nicht aufhören. Lance hatte vielleicht doch recht: es ist wie atmen.

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das_schwampel 05.09.2012, 08:23
72.

Zitat von duskk
Doping im Fußball ist ja weniger wichtig weil dort kannst du eben länger laufen aber besser schießen wirst du nicht. .
Wenn du da nicht mal falsch liegst.

Nicht jeder, der auf dem Fussballplatz steht, muss besser schiessen. Für manche Spieler gint es andere Aufgaben. Und ein Abwehspieler, der mehr laufen kann, kommt öfter an den Ball oder macht öfter Räume zu. Ohne 'Kondition' geht im Fussball nicht. Und die Mannschaft, die mehr läuft, gewinnt in der Regel auch das Spiel. Ausser vielleicht Chelsea.

Und zum Thema besser schiessen: je mehr die Kraft nachlässt, desto schlechter schiesst man. Und je mehr man läuft, desto öfter schiesst mal, weil man öfter den Ball bekommt und den Pass erreicht.

Auf Fuentes Liste gab es auch Fussballer. Nur wurde das nicht verfolgt. Weil so ein Skandal wie beim Radfahren für einen Super Gau sorgen würde, den niemand will.

Deshalb werden nach den Spielen 'Dopingproben' genommen. Pipi wird untersucht nach Substanzen, die man schon lange nicht mehr nimmt.

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das_schwampel 05.09.2012, 08:27
73.

Zitat von LuisCortez
Diese Apothekerrundfahrt ist doch lächerlich. Das deutsche Fernsehen macht genau das richtige und zeigt diesen Blödsinn nicht mehr. Ich freue mich schon auf sauberes und ehrliches Biathlon und erwarte eine 24/7 Rundumberichterstattung von November bis April! Wieso kann es Biathlon nicht auch immer Sommer geben...
Dann sollte aber auch keine Olympiade mehr gezeigt werden.

Oder glauben sie etwa, dass Jamaica in den Laufdisziplinen plötzlich so gut geworden ist, weil sie andere Schuhe anziehen?

Viel Spaß dann also bei Snooker und Schach im Zweiten.

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gegenpressing 10.09.2012, 09:39
74.

Zitat von beija-flor
Aber das ist doch im Fussball nicht so viel anders. Wer auf höchstem Niveau spielt, beherrscht das Einmaleins des Fussballs allemal. Es gibt natürlich technische Unterschiede, aber häufig ist die größere Laufleistung, die größere Aggressivität, die bessere Konzentration etc. (alles Dinge, die man durch Doping beeinflussen kann) sehr entscheidend.
Okay, wie gesagt: Radrennfahren sollte man können. Das habe ich oben auch geschrieben. Wer da nicht das einmaleins (und Ulles Hungerast war ein Anfängerfehler) nicht beherrscht, der wirds vergeigen. Nur sorry, müssen wir jetzt ernsthaft darüber reden, dass es eine Mega-Gabe ist, dass man sich nach 10 Jahren Wettkampferfahrung richtig ernähren kann bzw. sich im Peloton clever bewegt?
Abfahrkünste, okay, aber z.B. habe ich bisher erst eine Tour erlebt, wo wirklich der etwas stärkere Abfahrer durch seine Abfahrkünste entscheidende Sekunden gutgemacht hat. Das war Cadel Evans, und es war natürlich brilliant. Aber auch hier: In der Ebene nach der Abfahrt kams dann letztlich auf die Körner an, die er noch in den Beinen hatte! Nicht mehr und nicht weniger, da ist er letztlich allein im dicken Gang voran dem am Berg enteilten Schleck hinterher.

Aber um meinen entscheidenden Punkt nochmal voran zu bringen:
Im Fussball kann ein Spieler, der technisch Bundesliganiveau hat in unteren Ligen mitspielen, ohne auch nur annähernd die Fitness zu haben, wie die anderen Spieler. Das habe ich selbst erlebt. Der bewegt sich im ganzen Spiel vielleicht ein Drittel so viel, wie alle anderen und macht eben im Sturm trotzdem seine Hütten - und nein, für den müssen dann auch nicht andere mehr laufen, weil er permanent mehr Gegenspieler bindet. Aber der ist eben technisch so stark, dass er sich auch locker gegen 2 durchsetzen kann.
Ich kenn mich in den unteren Gefilden des Radsports nicht aus, aber ist so etwas dort möglich? Dass einer einfach nur, weil er so gut im Peloton fahren kann, ein toller Abfahrer ist und einen wahnsinnig runden Tritt hat, trotzdem noch Rennen für seine Mannschaft gewinnt? Obwohl seine Fitness unter aller Kanone ist?
Ein weiterer Aspekt kommt im Fussball dazu: Hier zählen halt die Tore.

Daher mein Punkt: die Ausdauerkomponente zum Erfolg ist im Radsport schlicht höher als im Fussball. Und nochmal: nein, das heißt nicht, dass ich glaube, dass im Fussball nicht gedopt wird.
Und: Ja, man könnte den Fussball hier sicherlich noch kritischer durchleuchten, dass man das gar nicht tut, ist einfach falsch. Und trotzdem, der Radsport hatte durchaus seine Chance, clean zu werden. Man hats vermasselt und wie sich auch immer wieder zeigt nie wirklich Lust drauf - da muss man jetzt echt nicht mit dem Finger auf andere Sportarten zeigen.

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gegenpressing 10.09.2012, 09:47
75.

Zitat von prince62
Oh ja, immer feste druff auf den Radsport, einer der schönsten Sportarten dieser Erde, gesund, ressourcen und umweltschonend und auch noch tauglich für beide Geschlechter, wenn Sie den Schaum vor ihrem Mund wieder angeputzt haben, dann schauen Sie sich mal den großen US-Dopingskandal um Balco an, da werden Sie ganz schnell aufgeklärt, daß im Profi-Radsport auch gedopt wird, die meisten Kunden von Balco und auch Dr. Fuentes sich jedoch in anderen Sportarten.....
Na ja, sorry, 50 kM sind wirklich ein gemütlicher Sonntagsausflug zur Eisdiele - mit Radrennfahren hat das nicht wirklich was zu tun. Ressourcenschonend, gesund und umweltfreundlich ist wahrscheinlich jede Sportart (wenns jetzt nicht gerade Motorsport ist) auf diesem Kindergartenniveau.
Obs noch so gesund ist, die Tour auf einem Niveau zu fahren, bei dem einem der Teamarzt den Hämatokrit auf 50+x % hochspritzen muss, wage ich jetzt mal zu bezweifeln.

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gegenpressing 10.09.2012, 10:01
76.

Zitat von das_schwampel
Wenn du da nicht mal falsch liegst. Nicht jeder, der auf dem Fussballplatz steht, muss besser schiessen. Für manche Spieler gint es andere Aufgaben. Und ein Abwehspieler, der mehr laufen kann, kommt öfter an den Ball oder macht öfter Räume zu. Ohne 'Kondition' geht im Fussball nicht. Und die Mannschaft, die mehr läuft, gewinnt in der Regel auch das Spiel. Ausser vielleicht Chelsea. Und zum Thema besser schiessen: je mehr die Kraft nachlässt, desto schlechter schiesst man. Und je mehr man läuft, desto öfter schiesst mal, weil man öfter den Ball bekommt und den Pass erreicht. Auf Fuentes Liste gab es auch Fussballer. Nur wurde das nicht verfolgt. Weil so ein Skandal wie beim Radfahren für einen Super Gau sorgen würde, den niemand will. Deshalb werden nach den Spielen 'Dopingproben' genommen. Pipi wird untersucht nach Substanzen, die man schon lange nicht mehr nimmt.
Auf Fuentes' Liste stand übrigens auch Alberto Contador - von dem gabs übrigens auch Blut. Der wurde auch nicht verfolgt - der fährt jetzt die Vuelta ein.
Armstrong wurde trotz seiner Verbindungen zu Ferrari auch nie verfolgt. Armstrong hatte offensichtlich mehrere positive Tests - die wurden auch nie verfolgt.

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