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Reformen im Fußball: Fifa will Shootouts und Zeitstrafen testen
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"Spektakulär für die Zuschauer und interessant für den Spieler": Die Fifa will testweise Shootouts anstelle von Elfmeterschießen und Zeitstrafen statt Gelber Karten einführen.

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RugbyLeaguer 19.01.2017, 09:54
101.

Wenn ich hier so manchen Beitrag lese kann man nur den Kopf schütteln. Frage mich ernsthaft wieso Fußballfans so resistent gegen jegliche Art von Neuerungen sind. Was wohl aber wohl nur etwaige betrifft. Gegen die unsinnigen personalisierten Rückennummern gab es kein so Aufschrei.

Erst mal wird jede Idee die nur angedacht ist, pauschal abgelehnt. Meistens auch noch mit unqualifizierten oder an den Haaren herbeigezogenen Argumenten. Von den beleidigten Aussagen mal ganz abgesehen. Statt sich mal ernsthaft mit den Vorschlägen zu beschäftigten werden sie rundweg abgelehnt, lächerlich gemacht. Vor allem von den Fans. Fans die nicht unmittelbar am Spiel beteiligt sind.

Was ist jetzt bitte so schlimm an Zeitstrafen? Würde man sich die Mühe machen, über den Tellerrand zu sehen, wüsste man dass diese bei anderen Football Code Sportarten seit Jahren hervorragend funktioniert.
Aber nein..dafür ist der deutsche Fußballfan sich ja zu fein. Es gibt nur Fußball. Andere Sportarten sind doof (es sei denn sie kommen aus den USA, das ist natürlich was anderes). Das muss so bleiben wie er war. Sonst verliert er ja seine Seele……..

Für mich sind Zeitstrafen eine absolute faire Bestrafung. Wieso? Ganz einfach. Die Strafe folgt sofort, der Spieler der bestraft wird, spürt gleich die Strafe. Und das wichtigste: die gegnerische Mannschaft profitiert sofort von der Strafe! Nicht der kommende Gegner. Dies ist mehr wie gerecht.
Heute ist es doch so, Spieler A erhält eine gelbe Karte, kann fröhlich weiterspielen. Bis er eine weitere Karte erhält, kann er noch einige Male foulen, bis er dann wirklich das Spielfeld verlassen darf.

Als Zeitstrafe könnte ich mir im Fußball 15 Minuten vorstellen. Das Argument, „dann spielt die Mannschaft in Unterzahl defensiv“ kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Es wird auch schon bei 11 gegen 11 hauptsächlich defensiv gespielt. Wenn ich mir so manches Spiel ansehe, wo sich der Ball minutenlang(!!) in der eigenen Hälfte zugespielt wird, ohne das der Wille erkennbar wäre, denn Ball vors gegnerische Tor zu bringen, wird jetzt schon defensiv gespielt.

Zumal ich mir vorstellen kann dass es Spiele gibt, in der die wenigste Zeit 11 gegen 11 spielen wird. Es wird wohl dann auch 8 gegen 9 oder 8 gegen 10 geben, oder gar 7 gegen 7.

Außerdem glaube ich kaum, dass ein Team, dass 0:1 im Rückstand liegt, ab der 70. Minute für 15 Minuten mit einem Mann weniger, so defensiv spielen wird.

In meinen Augen haben Zeitstrafen nur Vorteile.

Was das Shout-Out angeht. Eine nette Idee, man gerne testen mag. Mich wundert hier nur die 180 Grad Wendung der FIFA. In den 70er/80er Jahren, als es Shout-Out in der NASL gab, wurde dies von der FIFA abgelehnt. Aber man sieht, die FIFA ist Entwicklungsfähig. Im Gegensatz zu manchen Fan.

Ganz wichtig wäre auch, endlich die Nettospielzeit einzuführen. Und zwar nicht die letzten 10 Minuten sondern von Anfang an

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querdenker13 19.01.2017, 10:30
102.

Zitat von RugbyLeaguer
... Was ist jetzt bitte so schlimm an Zeitstrafen? Würde man sich die Mühe machen, über den Tellerrand zu sehen, wüsste man dass diese bei anderen Football Code Sportarten seit Jahren hervorragend funktioniert. Aber nein..dafür ist der deutsche Fußballfan sich ja zu fein. Es gibt nur Fußball. Andere Sportarten sind doof (es sei denn sie kommen aus den USA, das ist natürlich was anderes). Das muss so bleiben wie er war. Sonst verliert er ja seine Seele…….. Für mich sind Zeitstrafen eine absolute faire Bestrafung. Wieso? Ganz einfach. Die Strafe folgt sofort, der Spieler der bestraft wird, spürt gleich die Strafe. Und das wichtigste: die gegnerische Mannschaft profitiert sofort von der Strafe! Nicht der kommende Gegner. Dies ist mehr wie gerecht. Heute ist es doch so, Spieler A erhält eine gelbe Karte, kann fröhlich weiterspielen. Bis er eine weitere Karte erhält, kann er noch einige Male foulen, bis er dann wirklich das Spielfeld verlassen darf. Als Zeitstrafe könnte ich mir im Fußball 15 Minuten vorstellen. Das Argument, „dann spielt die Mannschaft in Unterzahl defensiv“ kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Es wird auch schon bei 11 gegen 11 hauptsächlich defensiv gespielt. Wenn ich mir so manches Spiel ansehe, wo sich der Ball minutenlang(!!) in der eigenen Hälfte zugespielt wird, ohne das der Wille erkennbar wäre, denn Ball vors gegnerische Tor zu bringen, wird jetzt schon defensiv gespielt.
Die Zeitstrafen gab es im deutschen Amateurfußball schon einmal. Und als Schiri kann ich nur sagen das es nur zum Teil gut war, es aber, dem Regelwerk geschuldet, auch Situationen gab wo es einfach nicht funktionierte. Daher wurde auch im Amateurfußball die gelb-rote Karte eingeführt. Ich war Anfangs auch skeptisch wegen dieser Regelung, aber Mittlerweile finde ich sie gut. Denn in den Zeiten der Zeitstrafe war die Verwarnung, sprich gelbe Karte, nicht von Bedeutung und alle haben weiter gespielt als ob nichts wäre. Mit der Einführung der gelb-roten Karte hat sich das aus meiner Sicht grundlegend geändert. Der verwarnte Spieler überlegt es sich nun ob er nochmals so zu Werke geht wenn er eine Verwarnung bekommen hat.

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briancornway 19.01.2017, 14:46
103. Eigene Nase

Zitat von Pela1961
Verwarnung bei den oft zu beobachtenden "Wunderheilungen", wenn ein Spieler erst den sterbenden Schwan gibt, dann aber, wenn der Schiri endlich das Spiel und damit den Spielfluß unterbrochen hat, aufspringt und wieder läuft wie ein junges Reh.
Dafür wüsste ich eine charmante Lösung: Wenn das SPpel wegen eines liegengebliebenen Spielers unterbrochen wird, dann sollte dieser Spieler vorsichtshalber für 5 Minuten vom Feld bleiben, um sicher zu gehen, dass er keine Gehirnerschütterung o.ä. hat.

Ich glaube, dann steht jeder sofort wieder auf (oder signalisiert "alles OK !"), der es irgendwie kann.
Aber noch wichtiger als der Strafkatalog sind die eigenen Fans. Sie müssen es ÄCHTEN, wenn einer ihrer Spieler sich unfair verhält.

Solange sie sagen "Egal ob fair, Hauptsache wir haben einen Vorteil" können die Spieler sich nicht anders verhalten und der Schiri würde dann noch zum Buhmann, wenn er Strafen ausspricht.

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saubereLuft 20.01.2017, 00:51
104.

Zitat von Attila2009
Zeit schinden , das Spiel beruhigen, den eigenen Leuten Zeit zur Regeneration oder zur Ordnung zu geben ist auch Teil des Fußballs. (1) Ob das Zeitschinden auch dadurch attraktiver ist wenn sich Verteidiger und Torwart 30 mal den Ball zuspielen bis einer 280 "Ballkontakte " hat mag ich auch bezweifeln. (2) Fußball muss nicht in Hektikersport ausarten dass eine Aktion nach der anderen erfolgt. Wer das will soll Eishockey gucken.Spieler sind auch nur Menschen und brauchen auf dem Platz Atempausen. Denn sie können nicht auf der Bank zwischenzeitlich durchatmen .Wer selber mal gespielt hat weiß das zu schätzen wenn der Gegner erst den Ball zum Einwurf aus dem Gebüsch holen muss. (3) Ich halte es auch für legitim dass eine Mannschaft die 1:0 führt und dafür sich total verausgabt hat nicht in den letzten Minuten ins offene Messer rennt , nur um den Zuschauern was zu bieten.Es ist legitim wenn sie das Spiel mit allen legalen Tricks verzögert. Zu den Fouls die zu Elfmetern führen sollen: (4) Nichts unterbricht einen Spielfluß mehr als alle paar Minuten Elfmeter. Wann ist ein Foul auch ein Foul ? Wann ist Oberkörpereinsatz regelgerecht, wann regelwidrig. Wird das Körpergewicht in Erwägung gezogen ? Klar wäre das toll für leichte Fallkünstler... wie .... Robben etwa. ich meine man soll Fußball so lassen wie er ist.Man kann nicht mit Gewalt spannende Spiele erzwingen, jedes Spiel läuft anders.
Das ist mal eine gelungene Beschönigung und Verharmlosung des immer weiter ausufernden und vielfach bereits ins unsportliche abgeglittene Zeit- und Schauspiel.

Früher gab es mal 'Ballwegschlagen'. Wird seit geraumer Zeit konsequent mit einer gelben Karte bestraft und ist kaum noch zu sehen.
Genauso könnte gegen Schwalben, offensichtiliches Zeitspiel (nicht nur beim Torwart), Meckern/Motzen, Rudelbildung, Karte fordern vorgegangen werden. Wird es aber nicht ansatzweise, so als ob es eine geheime Direktive gibt, nach der die millionenschwaren Balltreter ja nicht mit Zurechtweisungen zu verärgern sind.

zu 1) Ja es ist attraktiver, denn der Gegner hat die Chance den Ball zu erobern und ist nicht dazu verdammt zuzusehen, wie ein Spieler nach einem Luftzug in Brusthóhe sich minutenlang den Kopf haltend über den Rasen wälzt.

zu 2) Fußball sollte auch nicht weiter in Darbietung grotesker Possen ausarten und sich auf das Spiel mit dem Ball konzentrieren.

zu 3) Eine in Rückstand liegende Mannschaft hat auch noch in den letzten Minuten das Recht Angriffe vortragen zu können ohne gezwungen zu sein, auf Gegenspieler Rücksicht nehmen zu müssen, die eine Verletzung vortäuschen.

zu 4) Ich denke, diese Unterbrechung wird von der Mannschaft, die den Strafstoß zugesprochen bekommen hat, gerne hingenommen und der Verursacher wird im Gegensatz zu sonst - zumindestens häufig – bestraft.

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