Forum: Sport
Rekord-Sieg der USA gegen Thailand: Ist es respektlos, noch ein 13. Tor zu wollen?
Christian Hartmann / REUTERS

Wie kann es bei einer Weltmeisterschaft einen 13:0-Sieg geben? An guten Tagen sind die USA einfach unschlagbar, Superstar Alex Morgan traf fünf Mal. Doch an dem Torhunger gab es auch Kritik.

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kumi-ori 12.06.2019, 12:00
30.

Zitat von jupiter_jones
Die kommentare hier im forum sind groesstenteils eindeutig. Aber stellt euch vor die deutschen maedels haetten hier gegen die amis gespielt....
Vielleicht hätten die deutschen Mädels sich ein oder zwei Tore weniger eingefangen. Aber bitte - was soll das? Es handelt bei solchen Demütigungen ja nicht um die "Demütigung" eines Landes, sondern um ein Spiel zweier Mannschaften. Und wenn eines der Teams vielleicht über weniger Geld verfügt oder weniger Rückhalt in der Bevölkerung seines Landes spürt, dann wirkt sich das freilich auf die Performance aus.

Tore Schießen ist nun mal der Beruf eines Fußballspielers und einer Fußballspielerin, und das 90 Minuten pro Spiel. Die einzige Begrenzung hierbei ist, was der Gegner hergibt. Ein Chirurg im Krankenhaus sagt ja schließlich auch nicht zum Patienten: "Tut mir Leid, heute hatte ich schon zwölf Blinddärme, mehr wäre unanständig."

Ich gebe allerdings zu, dass es Sportarten gibt, in denen es anders ist. Zum Beispiel beim Tennis ist bei soundsovielen Bällen Vorsprung Schluss. Das ist aber nun mal ein anderes Regelwerk. Wer mit hohen Niederlagen nicht zu Recht kommt, sollte vielleicht auf solch eine Sportart umsteigen.

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kumi-ori 12.06.2019, 12:05
31. Das gilt aber auch für die andere Mannschaft

Zitat von K. Larname
Aus rein sportlicher Sicht ist der einzige und bekannte Effekt einer deutlichen Führung, dass Du Dich vorne mehr trauen kannst und hinten weniger aufpassen musst.
Nur dass die andere Mannschaft sich vorn mehr trauen MUSS und es sich nicht leisten kann, hinten mehr aufzupassen.

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Prussia Culé 12.06.2019, 12:14
32. Recherche

Zitat von EmKay
Wo soll das der Fall sein? Ich habe noch nie bei Spielen der regulären Saison gesehen, dass eine Mannschaft aufgehört hat zu punkten. In keiner der großen Ligen. Außerdem kann am Ende der Gruppenphase das Torverhältnis über die Platzierung entscheiden und so maßgeblichen Einfluss auf den weiteren Turnierverlauf haben.
Sie können sich die Frage auch selbst beantworten und etwas weiter zum Thema "running up the score" recherchieren.

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smickey 12.06.2019, 12:16
33. Es geht besser

Es soll per Gesetz verboten werden zuviele Tore zu schiessen. Wenn dann jemand meint hier mehr Tore schiessen zu müssen als erlaubt, dann wir jedes Tor zuviel der eigenen Mannschaft abgezogen und der Gegenrmannschaft hibzugezählt. Oder aber das Spiel endet einfach, wenn man einen grossen Vorsprubg hat. Dann haben wir es geregelt und es gibt auch keine Diskussion.

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whitewisent 12.06.2019, 12:22
34.

Respekt war hier wohl, dass es am Ende nicht 20:0 stand. Manchmal scheinen hier eher Journalisten aus anderen Bereichen über Sport zu berichten, samt der entsprechend anderen Motivation. Es ist eine Weltmeisterschaft, und Thailand gehört nunmal nicht zu den Weltbesten. Da tritt man als Trainer nach der ersten Halbzeit gar nicht mehr auf das Spielfeld, und das Game wird als 0:3 gewertet... Wer das wegen Übertragungszeiten für Sponsoren nicht tut, muss dem Zuschauer halt Unterhaltung bieten. Es war auch nicht fair, Christen von Löwen im Kolosseum zerfleischen zu lassen, aber dem Publikum hats gefallen, und das ist das Ziel von Brot und Spielen.

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Prussia Culé 12.06.2019, 12:22
35. Kodex

Zitat von Litpop
Als Deutschland 2014 bei der WM Brasilien förmlich überrollt hat, gab es nach dem 5:0 eine spürbare Übereinkunft der Mannschaft, es jetzt gut sein zu lassen. Brasilien zu demütigen, zumal im eigenen Land, das wollte niemand. Es war dann Schürrle, dem das egal war und der Bock auf eigene Tore hatte, der sich darüber weggesetzt hat. Begleitet von Irritation der Mitspieler. Und als Steffi Graf vor Jahren eine junge Russin (glaub ich) im Finale der French Open zweimal 6:0 weggeputzt hat, war die Tenniswelt auch nicht einverstanden . Es gibt einen Kodex, nach dem der haushoch Überlegene nicht mit aller Gewalt auf Ergebnismaximierung geht. Insofern müssen sich die USA schon fragen lassen, ob das nötig war...
Es gibt einen Kodex einen Gegner ernst zu nehmen, ihn nicht unnötig lächerlich zu machen. Schürrle hatte einfach Bock und Spaß am Spiel, so wie Alex Morgan und co. Wann führt man schon gegen Brasilien in einem WM-Halbfinale in Rio mit 5:0? Schürrle tat das einzig Logische für einen ehrgeizigen Sportler oder Sportlerin. Den Abend ausleben mit eigenen zusätzlichen Toren und es einfach ernsthaft - wenn auch mit 3 Gängen weniger - zu Ende zu spielen. Das war weder falsch noch gegen einen Kodex.
Respektlos wäre es wohl eher gewesen, wenn man z.B. die unmöglichsten Tricks ausgepackt hätte, die über das Normale wie Roulette, Übersteiger, Elastico etc. hinausgehen oder den Gegner klar mit Gesten verhöhnt. Schürrle hat einfach weiter nach vorne gespielt. Falsch sollte das auf keinen Fall sein.
Es tut mir sehr leid für die Thailänderinnen und ich wäre an ihrer Stelle so was von am Boden zerstört aber ich würde nicht von einer Respektlosigkeit sprechen, nur weil die Gegner bis zum Ende durchgezogen haben.

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mgaul 12.06.2019, 12:23
36. Nö ;)

Zitat von Litpop
Es gibt einen Kodex, nach dem der haushoch Überlegene nicht mit aller Gewalt auf Ergebnismaximierung geht.
Es gibt keinen solchen Kodex. Es gibt lediglich Leute, die sich wünschen, dass es einen solchen Kodex gäbe, und die dadurch unsportliches Verhalten wie das "Zurückschalten" oder "Verwalten" von Ergebnissen rechtfertigen.

Was es durchaus gibt, sind Interessenlagen, die zum oben erwähnten Zurückschalten/Verwalten führen - zum Beispiel ein baldiges schwereres Spiel oder Angst vor Verletzungen, oder in besonderen Situation (wie 2014 gegen Brasilien) tatsächlich auch Mitleid mit dem Gegner.

Mitleid hat aber mit Sport oder Fairness nichts zu tun. Wenn man der ganzen Welt zeigt, dass man den Gegner auch mit halber Kraft noch dominiert, oder wenn man ihm gönnerhaft ein Pünktchen schenkt (was hätte Steffi Graf denn machen sollen?), dann macht man ihn doch erst recht lächerlich. Sport ist ein faires Kräftemessen zwischen zwei Parteien - wenn der Leistungsunterschied extrem groß ist, wird das Ergebnis eben deutlich.

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DutchRules 12.06.2019, 12:24
37.

Zitat von mgaul
Hm, haben Sie das Spiel gesehen? Da hat sich keine der Amerikanerinnen verausgabt, und die Verletzungsgefahr war ebenfalls sehr gering, es gab ja nicht mal richtige Zweikämpfe. Die Thailänderinnen waren so hoffnungslos unterlegen und haben so körperlos gespielt, dass die USA mit durchaus mäßigem Aufwand 13 Tore schießen konnten. Und dieses Angebot haben sie dann dankend angenommen. Wenn die Thailänderinnen zu Beginn der zweiten Halbzeit angesichts des bereits uneinholbaren Rückstands ein paar Fouls gesetzt hätten, hätten die Amerikanerinnen wahrscheinlich vorsichtiger gespielt und vielleicht irgendwann angefangen, das Ergebnis zu verwalten. So aber war das gar nicht nötig.
Sry mein Fehler!
Und nein ich schaue keinen Frauenfußball, warum auch? Es gibt ja schließlich schon mehr als genug Männerfußball (eigentlich schon zuviel).
Aber wenns um Fußball geht, muss ich trotzdem immer meinen Senf dazugeben, egal welches Geschlecht da nun gerade rumbolzt;)

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D. Brock 12.06.2019, 12:24
38. Wobei es für die ...

Zitat von mgaul
Hm, haben Sie das Spiel gesehen? Da hat sich keine der Amerikanerinnen verausgabt, und die Verletzungsgefahr war ebenfalls sehr gering, es gab ja nicht mal richtige Zweikämpfe. Die Thailänderinnen waren so hoffnungslos unterlegen und haben so körperlos gespielt, dass die USA mit durchaus mäßigem Aufwand 13 Tore schießen konnten. Und dieses Angebot haben sie dann dankend angenommen. Wenn die Thailänderinnen zu Beginn der zweiten Halbzeit angesichts des bereits uneinholbaren Rückstands ein paar Fouls gesetzt hätten, hätten die Amerikanerinnen wahrscheinlich vorsichtiger gespielt und vielleicht irgendwann angefangen, das Ergebnis zu verwalten. So aber war das gar nicht nötig.
... sportliche Moral der Thailänderinnnen spricht, eben NICHT gefoult zu haben.
Ein Foul als legitimes Mittel anzusehen, mag für den Erfolg ausschlaggebend sein. Für eine sportliche Auseinandersetzung als solche sind Fouls kein Mittel!
Zweifellos hätte die US-Damen auch ohne das "Foul-Signal" reagieren können und sich an den Kern des Sports erinnern können, der eben NICHT heißt: Auf Gedeih und Verderb zu gewinnen.

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sapalot 12.06.2019, 12:37
39.

Wenn ich weiß, dass ich gewinne und einen Gang runterschalte, dann tue ich das 1. um Kraft zu sparen oder mich nicht zu verletzen und/oder 2. weil ich Mitleid mit dem Gegner hab.
Eigentlich ist dies respektlos dem Gegner gegenüber, weil ich ihn nicht mehr als Gegner, sondern als Unterlegenen sehe. Wer soviel schlechter ist, muss damit klar kommen: da könnte dann der oympische Gedanke zählen^^

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