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Remis gegen Schweden: 60 Minuten Himmel, 30 Minuten Hölle
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Es hätte der Befreiungsschlag werden können, alle Kritiker wären verstummt: Deutschland führte 4:0, hatte einen grandiosen Sieg vor Augen. Doch dann schafften die Schweden in kürzester Zeit vier Gegentore. Alle Debatten um die Unzulänglichkeit der DFB-Elf werden nun neu aufbrechen.

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fisschfreund 17.10.2012, 09:54
1. optional

Diese Mannschaft wird niemals irgendeinen Titel gewinnen - es fehlt einfach das, was andere Mannschaften wie Spanien oder Italien haben: den unbedingten Willen zu gewinnen (vor allem wenn es drauf ankommt). So ein Spiel aus der Hand zu geben ist mehr als peinlich, wobei man aber sagen muss, das Schweden in den ersten 60 min gar nicht auf dem Platz war und erst dann angefangen hat Fußball zu spielen.

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Leipziger1283 17.10.2012, 09:55
2. Löw unantastbar?

"Doch war die Leistung des deutschen Teams ein Beleg dafür, was für ein Potential in ihm steckt - nur abgerufen werden muss es."

Genau das ist der Punkt. Wir müssten mit der Mannschaft schon mindestens einen Titel gewonnen haben. Vielliecht ist es wirklich an der Zeit, einen neuen Trainer zu holen. Wenn nicht jetzt, dann spätestens nach der WM. Mein Favorit wäre da Klopp. Der beherrscht das Zuckerbrot und Peitsche - Prinzip wie kein Zweiter. Bei Löw scheint irgendwie die Luft raus zu sein. Wir brauchen frischen Wind!

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derbergischelöwe 17.10.2012, 09:56
3. verwöhnte Schönwetterweicheierspieler

Ja. Die Debatte geht wieder los und MUSS losgehen. Es stimmt die Einstellung nicht, es fehlen Charaktere und Leader auf und neben dem Platz, die so etwas verhindern. Zuhause 4:0 führen und dann so abzuschmieren ist das Allerletzte. Sobald es regnet, der Gegner sich wehrt, ein Balotelli oder Ibrahimovic Druck macht - fallen diese verwöhnten Bengel um. Ich war gestern im Stadion - so eine Grütze habe ich noch nie gesehen. 60 schöne Minuten gab es, die wurden aber durch 30 katastrophale Minuten locker neutralisiert... Lieber Jogi: handeln Sie jetzt!

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Manonymus 17.10.2012, 09:58
4. Mentales Problem?

Zitat von sysop
Es hätte der Befreiungsschlag werden können, alle Kritiker wären verstummt: Deutschland führte 4:0, hatte einen grandiosen Sieg vor Augen. Doch dann schafften die Schweden in kürzester Zeit vier Gegentore. Alle Debatten um die Unzulänglichkeit der DFB-Elf werden nun neu aufbrechen.
Haben die deutschen Spieler, wie viele es nach dem 4:4 wieder vermuten, ein mentales Problem? Haben Sie das Spiel zu leicht genommen??

Nein! Die Mannschaft hat kein mentales sondern ein psychisches Problem. Oder anders: Sie nimmt manche Spiele nicht zu leicht sondern im Gegeteil zu ernst. Seit mehreren Jahren hab ich immer wieder gesagt, dass die deutsche Mannschaft Jeden schlagen kann, wenn sie nicht dieses psychische Problem hätte. Bei positivem Druck spielen sie berauschend und bei negativem Druck verfallen sie in Schockstarre oder laufen rum wie die Hühner. Wenn die Jungs glauben, was gewinnen zu können (und wenig zu verlieren haben) ist alles prima. Wenn die Mannschaft jedoch dass Gefühl hat, gewinnen zu müssen, um sich nicht zu blamieren (z.B. in der Quali gegen schwache Gegner) oder ein Angstgegner erscheint (und davon gibts jetzt immer mehr), dann zeigt sie Nerven. Dass war in den letzten Turnieren immer so. Nur so kann man extrem schwankenden Leistungen des Teams von Spiel zu Spiel und auch innerhalb eines Spieles erklären.

Jetzt zu fordern, die Spieler müssten ihren Job ernster nehmen, ist absolut kontraproduktiv. Statt dessen brauchen die Spieler dringend eine Gruppensitzung beim Sportpsychologen, der ihnen Coolness und Lockerheit wieder gibt, und ihnen Tipps gibt, wie sie damit umgehen, wenn sie wieder "verkrampfen".

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dickerulle 17.10.2012, 10:01
5. Eines für die Wettbücher

Wenn das mal kein Spiel für die Wettbücher war. Habt ihr die Geste des Schwedens unmittelbar nach dem Abpfiff gesehen? Er rieb sich Daumen und Zeigefinger aneinander. Als ob das das erste wäre an das man denkt, wenn man 30 Sekunden vorher einen historischen Ausgleich gemacht hat....

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_meinemeinung 17.10.2012, 10:01
6. Abwehrproblem

Solange man den Gegner vom eigenen Strafraum fernhalten kann und selbst offensiv ist, so lange gehts gut. Aber wehe, der Gegner kommt mal durch (siehe das erste Tor der Schweden), dann wird das Abwehr problem überdeutlich. Was soll dr kleine Lahm im Kopfbalduell gegen den Ibrahimovic ausrichten? Wo waren da die großen Innenverteidiger?
Neuer war - wie so oft in den letzten Monaten - ein Ausfall. Den zweiten Treffer der Schweden hat er sich ja quasi selbst reingepackt. Irgendwie hat der in jedem Spiel einen Totalklops dabei...

Wie gesagt, ich denke, es ist ein Abwehrproblem.

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Reziprozität 17.10.2012, 10:02
7.

Der zentrale Satz des Abends nach Spielende war wohl: "Das darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren." Stimmt! Das passiert einer Spitzenmannschaft auch nicht. Was bleibt ist der Gedanke, dass vor Trainer Löw und dem Team noch eine Menge Arbeit bis zur WM in Brasilien liegt. Und dass wir sicher etliche jahre darauf werden warten muessen um wieder so ein mitreissendes, spannendes Spiel zu sehen zu bekommen.

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J_Curious 17.10.2012, 10:03
8. Ernsthafte Aufarbeitung

Zitat von sysop
Es hätte der Befreiungsschlag werden können, alle Kritiker wären verstummt: Deutschland führte 4:0, hatte einen grandiosen Sieg vor Augen. Doch dann schafften die Schweden in kürzester Zeit vier Gegentore. Alle Debatten um die Unzulänglichkeit der DFB-Elf werden nun neu aufbrechen.
Es ist zwar eigentlich nichts Schlimmes passiert, aber es ergibt sich so langsam ein Gesamtbild.

Grundsätzlich kann so etwas im Sport passieren. Daran können Mannschaften wachsen.
Aber: Wir schiessen Gegner wie Irland aus dem Stadion, kassieren aber viel zu viele Gegentore. Warum?
Wenn die Mannschaft unter Druck gerät, kann sie sich davon nicht befreien (siehe auch Österreich). Warum?
In einer Phase des Spiels, in der Stabilität und Abgezocktheit nötig sind, wechselt Löw Götze und Podolski ein. Beides echte Abwehrstrategen.

Wenn es Ziel ist, Hacke, Spitze, einszweidrei zu spielen - OK. Dann wird dieses Team nie einen Titel gewinnen.

Wir vergleichen uns immer mit Spanien - die gewinnen schwere Spiele mit eins zu null (Ausnahme gestern). Zu Null!

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trompetenmann 17.10.2012, 10:05
9. Was für ein Spiel...

Vorne hui - hintenpfui....
Eigentlich muss man dankbar sein, dass das Spiel so ausgegangen ist, da eindrucksvoll die Stärken und die Schwächen dargelegt wurden.

Wenn der Gegner sich wenig bewegt und zu viel Raum läßt, dann kann die deutsche Mannschaft ihre Stärken ausspielen: Ball halten, kombinieren und Tore schiessen.
Sobald aber vom Gegner gepresst wird, wird das ganze Elend im Defensivverhalten sichtbar.
Wenn Löw mit dieser Mannschaft Weltmeister werden will, muss er jetzt sein Schwerpunkt auf die Defensive legen, sonst wird es wieder nix. Noch ist Zeit dafür...

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