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Remis gegen Schweden: 60 Minuten Himmel, 30 Minuten Hölle
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Es hätte der Befreiungsschlag werden können, alle Kritiker wären verstummt: Deutschland führte 4:0, hatte einen grandiosen Sieg vor Augen. Doch dann schafften die Schweden in kürzester Zeit vier Gegentore. Alle Debatten um die Unzulänglichkeit der DFB-Elf werden nun neu aufbrechen.

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Manonymus 17.10.2012, 11:50
150. Nun ja

Zitat von Robert_Rostock
Aus dem Duden: Synonyme zu mental: geistig, intellektuell, , verstandesmäßig.
Sie werden es nicht glauben, aber ich habe davor sogar eine Psychologin gefragt. Fazit: Es ist ein Unterschied ob man mental, psychologisch oder psychisch sagt. Aber selbst die Psychologen sind sich da nicht immer sicher welche Ausdrücke im Einzelfall am besten passen. Am liebsten ist es Psycholgogen übrigens, wenn Laien das Wörter, die mit "psych..." anfangen, gar nicht benutzen.

Aber ich glaube, dass jeder versteht, dass es in diesem Falle einen Unterschied macht, ob man von einem Mentalitäts- oder einem psychischen/psychologischen Problem spricht.

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humble_opinion 17.10.2012, 11:50
151. Peter-Prinzip

Zitat von bru.zag
Das System Löw/Bierhoff hat den grossen Verdienst verkrustete Strukturen beim DFB und rund um die NM aufgerissen zu haben. Mittlerweile etabliert sich aber ein neuer Filz von Ja-Sagern, Abnickern und Mitläufern. In dieses Schema passt auch "Chefchen" Lahm. Man hatte den richtigen Mann bereits im Boot und hat ihn weggeekelt: Matthias Sammer. Er hat genau die Dinge benannt und bereits seit langem gesehen, die bei den letzten Turnieren und auch gegen die Schweden so offenbart wurden. Das war den Herren Löw und Bierhoff zu unbequem. Schade ihr hättet was lernen können.
Stimme Ihnen völig zu, außer in einem Punkt: es war Jürgen Klinsmann, der das verkrustete System des DFB aufbrach und wirklich neue Wege ging und aus Talenten den Grundstein legte, von dem das Team an guten Tagen heute profitiert.

Bei Löw scheint mir das Peter-Prinzip zu gelten. Ein guter zweiter/dritter Mann (Talentvorbereitung/-sichtung usw.), aber für den "Chef vons Ganze" fehlt ihm halt einiges.

Man konnte es gestern sehr deutlich sehen. Im Interview nur Gestammel. Mehmet Scholl musste ihm zwei Steilvorlagen geben, die er dankbar nachplapperte, anstatt nur hilflos und entsetzt zu gucken.

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Marinus_Ladegast 17.10.2012, 11:51
152. Hoffentlich bleibt die Diskussion sachlich ...

Jetzt wird vermutlich das ganze hysterische Herumgeplärre wieder losgehen. Aber warum eigentlich? Weshalb muss die Diskussion in Deutschland ständig zwischen den beiden Extremen schwanken, dass man sich morgens als großkotzige Beherrscher der Welt aufführt und abends tollwütig auf die Mannschaft einprügelt? Mit sachlichen Diskussionen hat dies überhaupt nichts zu tun.

Warum regen sich alle auf? Die Qualifikation ist zumindest im Moment noch nicht in Gefahr, denn diese schwedische Mannschaft wird - bei allem Respekt - gegen Irland und Österreich schon noch den einen oder anderen Punkt verlieren.

Sicher, man beobachtet schon seit einiger Zeit, dass unserer Nationalelf ein gewisser Hang zur arroganten Lässigkeit innewohnt. Z.B. bei der EM gegen Griechenland hat man sich auch so an seiner eigenen Überlegenheit berauscht, dass man fast noch das Spiel vergeigt hätte.

Trotzdem ist das Fazit des Spiels gegen Schweden doch überwältigend positiv (auch wenn im Moment die verständlich Enttäuschung überwiegt). Was waren die Spiele gegen skandinavische Mannschaften in den letzten Jahren doch für zähe Veranstaltungen. Meistens standen Gegner 90 Minuten lang gut organisiert in der massierten Deckung und machten irgendwann das Siegtor. Typische Ergebnisse der letzten Zeit waren 0:1 gegen Dänemark, 0:1 gegen Norwegen, 0:0 in Schweden, 1:1 in Finnland mit einem Duseltor kurz vor Ende usw.
Und jetzt? Jetzt schafft man es, einen Gegner wie Schweden 60 Minuten lang so durchzuschütteln, dass der nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist.

Das 4:4 war ganz gewiss keine "Blamage" (ein Wort, das sowieso mittlerweile sowieso für jede Kleinigkeit bemüht wird). Im Ausland, wo man das Ganze wesentlich realistischer sieht, war eher ungläubiges, fast erleichtertes Staunen auszumachen. Man weiß dort nämlich sehr gut, dass die deutsche Mannschaft mittlerweile nicht mal mehr einen Schokoladentag braucht, über durchaus gestandene Gegner völlig zu zerrupfen. Ich bin ziemlich sicher, dass es nicht allzu viele ausländische Trainer oder Fans gibt, die sich sich wünschen, der deutschen Mannschaft bei einem Turnier über den Weg zu laufen. Und das Spiel gestern dürfte diese Haltung eher bestärkt haben.

Das sollte aber, wie gesagt, nicht dazu verführen, gegenüber anderen Mannschaften respektlos aufzutreten (sie z.B. als "1b-Mannschaft" zu verspotten). Das DFB-Team kann so gut werden, dass es sich fast nur noch selber schlagen kann. Das Dumme ist halt nur, dass die Jungs es im Moment immer wieder fertig bekommt, genau das zu tun.

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panzerknacker51 17.10.2012, 11:52
153. Ballack

Zitat von Ylex
Ist soetwas überhaupt schon einmal vorgekommen? - einen vier-Tore-Vorsprung in der letzten halben Stunde wegzugeben? Ich weiß es nicht, jedenfalls wird sich die deutsche Nationalmannschaft damit international Spott und Häme einhandeln. Die vier Gegentore werden so in Erinnerung bleiben wie das Wembley-Tor vor 46 Jahren - Jogi und seine kopflosen Recken haben gestern Abend Geschichte geschrieben, auch eine gruselige Gutenacht-Geschichte. Einer homogenen Mannschaft darf eine derartige Katastrophe einfach nicht passieren, Lahm ist kein guter Kapitän, mit Ballack wäre das nicht passiert.
Stimmt, mit Ballack wäre das nicht passiert, jedenfalls nicht in dieser Form. Mit dem hätten die Deutschen allerdings in den ersten 60 Minuten auch keine 4 Tore geschossen, weil er ja eher ein Anhänger des Standfußballs war. Dann wär's halt 2:2 ausgegangen. Es zeigt sich allerdings wieder einmal, daß Löws Hühnerhaufen immer dann versagt, wenn er auf eine Truppe trifft, die auf tatsächlichem internationalen Niveau agiert, ganz zu schweigen davon, daß weit und breit bei diesen Weichgespülten kein Typ "Ibra" zu sehen ist. Siege gegen ersatzgeschwächte Iren oder die Faröer-Inseln können einfach kein Maßstab sein, sind sie aber de facto für die deutschen Kicker.

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cfk.berlin 17.10.2012, 11:52
154. ARD Bilddesign

Nebenthema, das mich in den ersten 60 Minuten nervte - danach sorgten die deutschen Spieler dafür ...
Die Einblendung (sagt man "Insert"?) mit Spielstand und Zeit ist m.E. weiter in die Mitte gerückt als das jemals war. Das ist viel zu groß und nimmt zuviel Platz ein!
Funktioniert nur in der Totalen, wenn "dahinter" Zuschauerränge zu sehen wären. Bei Halbtotaler oder sagar Nahaufnahme gehen Bildinformationen verloren.
Die ARD muss das ändern!
Zum Spiel ist alles gesagt. Stimmt schon, ein Typ wie Kedira wäre gut gewesen.

Zitat von sysop
Es hätte der Befreiungsschlag werden können, alle Kritiker wären verstummt: Deutschland führte 4:0, hatte einen grandiosen Sieg vor Augen. Doch dann schafften die Schweden in kürzester Zeit vier Gegentore. Alle Debatten um die Unzulänglichkeit der DFB-Elf werden nun neu aufbrechen.

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ja-sager 17.10.2012, 11:54
155. die Abwehr...

Zitat von sysop
Es hätte der Befreiungsschlag werden können, alle Kritiker wären verstummt: Deutschland führte 4:0, hatte einen grandiosen Sieg vor Augen. Doch dann schafften die Schweden in kürzester Zeit vier Gegentore. Alle Debatten um die Unzulänglichkeit der DFB-Elf werden nun neu aufbrechen.
..braucht aber auch mal ne Chance sich einzuspielen, und die Spieler sollten auf ihren Stammpositionen bleiben können.....Lahm auf Links,im Verein rechts, Badstuber innen, im Verein links, Boateng rechts, im Verein innen, Mertesacker der einzige Spieler auf Stammposition. Ebenso das Abwehrverhalten von Kroos, sobald ein Gegner angreift...katastrophal. Umgekehrt, im Aufbauspiel bekommt Badstuber nahezu jeden Ball und...spielt in zurück zum Torwart, ich kann es nicht mehr sehen...fürchterlich. Der gehört da meiner Meinung nach nicht hin....da haben wir bessere... Und Kritik am Trainer sei auch mal erlaubt, die Auswechselungen versteht keiner mehr...was sollten Podolski und Götze noch tun? Das Ergebnis auf 8:3 schrauben? Ein Abwehrmann wie Höwedes wäre wohl das richtige Signal gewesen...man muss auch mal 30 Minuten verteidigen können und auf seine Chancen warten...nur immer Voll-Speed Angriff geht nicht.

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Crom 17.10.2012, 11:55
156.

Zitat von pfauenauge
Dieses abscheuliche "SIEG"-Gebrülle der deutschen Fans im Berliner Stadion haben unsere Spieler nach dem 4:0 bloß noch gehemmt, während es die Schweden so richtig aufstachelte! Mich wunderte das überhaupt nicht...
Was ist denn bitte am Wort "Sieg" abscheulich?

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dongiovanni25 17.10.2012, 11:56
157. Landesliga-Niveau

Zitat von sysop
Es hätte der Befreiungsschlag werden können, alle Kritiker wären verstummt: Deutschland führte 4:0, hatte einen grandiosen Sieg vor Augen. Doch dann schafften die Schweden in kürzester Zeit vier Gegentore. Alle Debatten um die Unzulänglichkeit der DFB-Elf werden nun neu aufbrechen.
Ist auch gut, dass harte Zeiten inne Diskussion anbrechen. Löw und Co werden immer noch maßlos überschätzt.
Anno 96 erlebte ich dieses Spiel in der Landesliga vom Ergebnis her, SG Schdf führte 4:0 am Ende hieß es gegen Bietigheim(?) 4:4. alle perplex und angeschlagen, 2 Wochen später war der Coach weg...

Es ist eine Blamage, schön gespielt, toll, und was dann. Wenn das der Anspruch ist, ein bisschen Tikkitakka zu machen, ok, dann darf Löw bleiben, wenn aber ein Titel her soll, und der soll ja her...dann muss er und Crew weg. Zurück zu den Tugenden um eine sichere Abwehr!

Es ist lächerlich, was D gestern brachte...

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JaWeb 17.10.2012, 11:56
158. Schade

Diese Nationalmannschaft kann einen auf Offensive bedachten attraktiven Fußball spielen. Leider vermisse ich bei ihr die Fähigkeit auch mal den Rhytmus zu wechseln und vom Offensivspiel in eine defensive Strategie umzuschalten. Das ist etwas zu eindimensional in der Spielanlage und nur bei Erfolg erfreulich anzuschauen. Leider waren gestern Abend auch keine Spieler auf dem Platz, die das Heft in die Hand nehmen konnten, als eine Verunsicherung spürbar wurde. Weder Schweinsteiger noch Özil brachten da die nötige Ordnung im Mittelfeld zustande. Auch wirksame Impulse von der Trainerbank waren nicht zu erkennen. Wer höchste Ansprüche formuliert (WM-Titel), muss da noch mächtig arbeiten (Einzelspieler, Team, Trainer).

Tröstlich, dass auch Spanien als zur Zeit dominierende Fußballkraft nicht unfehlbar ist und sich auf eigenem Platz auch mit einem Unentschieden gegen eine momentan nur durchschnittliche Mannschaft (Frankreich) zufriedengeben musste.

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forumgehts? 17.10.2012, 11:57
159. Das

Zitat von sysop
Es hätte der Befreiungsschlag werden können, alle Kritiker wären verstummt: Deutschland führte 4:0, hatte einen grandiosen Sieg vor Augen. Doch dann schafften die Schweden in kürzester Zeit vier Gegentore. Alle Debatten um die Unzulänglichkeit der DFB-Elf werden nun neu aufbrechen.
ist wieder mal ein interessanter Fall für den Psychologen/analysten etc... Jogi hätte nach einem 4:0-Sieg auch nicht viel anders ausgesehen mit seiner dauergram-zerfurchten Miene. Siegermentalität, die man auf die Mannschaft übertragen kann/will, sieht anders aus. Da hätte er noch manches von Klinsi lernen können. Bei dem hatte man selbst nach einer Niederlage den Eindruck, er hätte doch "irgendwie" gewonnen.

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