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Rückzug als Bayern-Boss: Der ewige Hoeneß
Alexander Hassenstein Getty Images

Uli Hoeneß wird heute sehr wahrscheinlich seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur als Präsident des FC Bayern bekanntgeben. Auch wenn damit eine Ära endet: Loslassen wird Hoeneß sein Lebenswerk nicht.

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Oihme 29.08.2019, 14:07
10. Hoeneß ...

... zieht sich also nur teilweise zurück und wird auch weiterhin als großer Pate im Hintergrund die Geschicke des FC Bayern lenken.
Die Befürchtungen der Liga-Konkurrenz, der FCB könne sich ohne diesen aus der Fußballwirklichkeit gefallenen Bremsklotz runderneuern, sind also unbegründet.
Rummenigge scheint den Machtkampf zwar vorerst gewonnen zu haben, jetzt ist allein die Frage, wie KHR die Einflussnahme der von Hoeneß installierten Präsidenten-Marionette Hainer abfedert und den Hoeneß-Wunschkandidaten Olli Kahn als seinen Nachfolger verhindert.
Brazzo wird vermutlich das erste Opfer sein, nicht umsonst gehen die letzten Transfers laut KHR auf seine eigene Initiativen zurück..

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hefe21 29.08.2019, 16:00
11. Dree-iistellige Beträge, da sagt der Schwabe Stop! Und gut ist.

"Auch deswegen wirkte er so schwer getroffen, als er im Vorjahr von eigenen Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung scharf angegangen wurde. Es war wahrscheinlich der Moment, in dem seine Entscheidung reifte, den Weg nach all den Jahren frei zu machen."

Das hat ihn wohl nicht erfreut, aber ein Herr Bachmayer, o.s.ä. war kaum der Grund für den Rückzug aus der vordersten Frontlinie. Da tippt man als televisionärer Begleiter von Hoeneß seit Anfang der 70er doch eher auf seine eherne Schwabenmentalität und die Konfrontation dieser mit dem modernen Gladiatorenhandel. Also dass der überzeugte Handschläger (bitte nicht missverstehen) heute schon bei mittelmässigen Spielern einer Armada von Mit- und Aufschneidern gegenübersitzt und er es immer schwerer überwinden konnte, das über Jahre gehätschelte Festgeldkonto von dieser zeitgenössischen Plage plündern zu lassen. Auch die Leihe von Couthino dürfte darin begründet sein - erst wenn der Brasilo ihn überzeugt, könnte die innere Sperre für 3stellige Millionenbeträge für einen einzelnen Spieler fallen. Auch hier möchte man Uli H. gerne in seiner Skepsis gegen diese Auswüchse unterstützen.

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oloh 29.08.2019, 16:21
12. Wie immer daneben

Zitat von Oihme
... zieht sich also nur teilweise zurück und wird auch weiterhin als großer Pate im Hintergrund die Geschicke des FC Bayern lenken. Die Befürchtungen der Liga-Konkurrenz, der FCB könne sich ohne diesen aus der Fußballwirklichkeit gefallenen Bremsklotz runderneuern, sind also unbegründet. Rummenigge scheint den Machtkampf zwar vorerst gewonnen zu haben, jetzt ist allein die Frage, wie KHR die Einflussnahme der von Hoeneß installierten Präsidenten-Marionette Hainer abfedert und den Hoeneß-Wunschkandidaten Olli Kahn als seinen Nachfolger verhindert. Brazzo wird vermutlich das erste Opfer sein, nicht umsonst gehen die letzten Transfers laut KHR auf seine eigene Initiativen zurück..
KHR wird Olli Kahn nicht verhindern.
Uli Hoeneß bleibt dem FCB erhalten, während KHR auf Sicht abtritt. Und zwar ganz. Und genau so ist es richtig!

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Oihme 29.08.2019, 16:25
13. Der ...

Zitat von hefe21
Dree-iistellige Beträge, da sagt der Schwabe Stop! Und gut ist. [...] .Auch hier möchte man Uli H. gerne in seiner Skepsis gegen diese Auswüchse unterstützen.
.. Bayern-Pate hat die Entwicklung dieser Transferauswüchse nicht nur entscheidend mitzuverantworten, sondern sich und den FC Bayern sogar jahrelang dafür gefeiert, so viel Geld ausgeben zu können, wie kein anderer, deutscher Klub.
Wie gab er im Fall Schlaudraff, den er nur kaufte, damit ihn der damalige Vizemeister Werder Bremen nicht bekam, stolz zu Protokoll: "In einer gewissen Größenordnung, bei Transfers mit zwei, drei, vier bis zehn Millionen, kann uns eben keiner das Wasser reichen. Das musste schon einmal gezeigt werden!"

Dann wurden es bei Gomez und Ribery schon 30 und bei Martinez damals sensationell hohe 40 Millionen - und jetzt, wo er da endgültig nicht mehr mithalten kann, entdeckt er plötzlich sein schwäbisches Gewissen?
Geschenkt!

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oloh 29.08.2019, 16:30
14. Nicht ganz

Zitat von hefe21
"Auch deswegen wirkte er so schwer getroffen, als er im Vorjahr von eigenen Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung scharf angegangen wurde. Es war wahrscheinlich der Moment, in dem seine Entscheidung reifte, den Weg nach all den Jahren frei zu machen." Das hat ihn wohl nicht erfreut, aber ein Herr Bachmayer, o.s.ä. war kaum der Grund für den Rückzug aus der vordersten Frontlinie. Da tippt man als televisionärer Begleiter von Hoeneß seit Anfang der 70er doch eher auf seine eherne Schwabenmentalität und die Konfrontation dieser mit dem modernen Gladiatorenhandel. Also dass der überzeugte Handschläger (bitte nicht missverstehen) heute schon bei mittelmässigen Spielern einer Armada von Mit- und Aufschneidern gegenübersitzt und er es immer schwerer überwinden konnte, das über Jahre gehätschelte Festgeldkonto von dieser zeitgenössischen Plage plündern zu lassen. Auch die Leihe von Couthino dürfte darin begründet sein - erst wenn der Brasilo ihn überzeugt, könnte die innere Sperre für 3stellige Millionenbeträge für einen einzelnen Spieler fallen. Auch hier möchte man Uli H. gerne in seiner Skepsis gegen diese Auswüchse unterstützen.
Uli Hoeneß hält zwar die Exzesse im Fußball-Business für krank und weiß, dass damit das ganze System Profifußball eines schönen Tages kollabieren wird. Dennoch verweigert er sich dem Zeitgeist nicht, denn in der Abwägung, den FCB unter Europas Top Five oder zumindest Top Ten fest zu etablieren - oder aber finanziell konservativ weiterzuwurschteln und dann mit Gladbach oder Werder Bremen um die Euroleague zu kämpfen, entscheidet er sich selbstverständlich für die notwendige Anpassung und die Dreingabe des schönen Festgeldkontos.

Nachdem er beim Zocken gelernt hat, dass man mit Spekulation mehr Geld macht als mit Deposition, wird ihm das auch nicht allzu weh tun.

Übrigens war Hoeneß auch mit verantwortlich, dass der FCB sich von ManCity im Sané-Poker derart demütigen ließ. Er hätte auch so eine irre Summe wie 150 Mio für Leroy bewilligt. Und das ist eindeutig zu viel!
Hingegen 120 Mio für einen Coutinho in Topform könnten gut angelegtes Geld sein. Und Niko Kovac weiß, wie er Coutinho einsetzen muss, damit der goldene Eier legt. Coutinho war Rummenigges Coup; und in dem Punkt gebe ich KHR hundert Prozent Recht.

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oloh 29.08.2019, 16:46
15. Konflikt mit Rummenigge

Die "Zwistigkeiten", wie Äh-ääh-Stoiber sich ausdrückte, zwischen Uli und dem Großmufti "Killer-Kalle" Rummenigge nahmen gegen Ende hin doch leider überhand. Für alle sichtbar zofften sie sich und gruben dem jeweils anderen das Wasser ab. Dabei darf man beiden glauben, dass es ihnen um den großen FCB ging.

Hoeneß hat letzten Endes die Oberhand behalten, denn er hat Ancelotti (Rummenigge-Mann) rausgeworfen und Heynckes (Hoeneß-Mann) installiert. (Als Heynckes durch Pep Guardiola nach dem Tripel-Sieg abgelöst wurde, waren sich beide ausnahmsweise einig. War aber trotzdem ein Fehler.)
Nach Heynckes wollte Kalle Tuchel, Hoeneß zögerte das hinaus. Schließlich war Tuchel nicht mehr zu haben und Kovac kam - ein Hoeneß-Mann.
Als Sportdirektor (und langfristig als CEO) wollte Rummenigge Philipp Lahm - Hoeneß wollte Max Eberl. Am Ende kam weder noch, sondern Salihamidzic, ein Hoeneß-Mann.
In der hochnotpeinlichen PK überboten sich beide Alphatiere in Peinlichkeiten, was aber wohl eher dem neurotischen Eifer geschuldet war, die Risse zu übertünchen.
Zu guter Letzt setzte Hoeneß noch durch, dass Olli Kahn strategisch als Boss der Bosse (Capo Dei Capi) aufgebaut wird und Rummenigge ihn höchstelbst "anlernen" muss. Nochmal ein großer Sieg für Uli, denn zu Olli Kahn hat er einen viel besseren Draht als zu Philipp Lahm.

Meiner gerechten Meinung nach hat Rolex-Kalle gut gearbeitet während Hoeneß' Sabbatical in Landsberg; ihm fehlen aber doch das Einfühlungsvermögen und die Intuition, die große Entscheider auszeichnen. Er ist eine operationale Maschine. Menschlich ist er eiskalt - kein Wunder, dass er einen funktionalen Analytiker wie TT bevorzugt hätte.
Womöglich hat er sich auch Carlo Ancelotti einfach so "ausgerechnet" oder ihn in einer imaginären Trainertabelle mit Punkteschema oben angesiedelt. Immerhin hatte der ja mit Real die CL geholt. Dabei kam am Ende aber Absurdes heraus: Der Fitnesscoach rauchte in der Kabine, und Ancelotti stellte nur nach Namen auf und war taktisch hochgradig unflexibel.

Kovac hat bereits bewiesen, dass er Format hat. PR-technisch war er in den letzten siebzehn Monaten der Einzige, der kein Desaster verursacht hat. Als Trainer lernt er jedes Jahr dazu und verbessert sich sukzessive. Alles in allem lag Hoeneß auch in dieser Frage richtig.
Langfristig kann es mit dem FCB unter Olli Kahn nur besser werden.

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ossibomber 29.08.2019, 16:51
16. @ oihme

die preise für spieler bestimmt der markt.
ist wie mit eintrittskarten usw. was habe ich früher bezahlt und was heute.
in der bl. gibt es einen verein der an die börse ist um sich geld zu beschaffen. es wurde sogar eine emission durchgeführt und geld geliehen.
heute werden spieler gekauft und verkauft und das wird als erfolg gefeiert..

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Ja.......Aber 29.08.2019, 17:01
17. Ich lag so falsch ...........

Zitat von Oihme
.. Bayern-Pate hat die Entwicklung dieser Transferauswüchse nicht nur entscheidend mitzuverantworten, sondern sich und den FC Bayern sogar jahrelang dafür gefeiert, so viel Geld ausgeben zu können, wie kein anderer, deutscher Klub. Wie gab er im Fall Schlaudraff, den er nur kaufte, damit ihn der damalige Vizemeister Werder Bremen nicht bekam, stolz zu Protokoll: "In einer gewissen Größenordnung, bei Transfers mit zwei, drei, vier bis zehn Millionen, kann uns eben keiner das Wasser reichen. Das musste schon einmal gezeigt werden!" Dann wurden es bei Gomez und Ribery schon 30 und bei Martinez damals sensationell hohe 40 Millionen - und jetzt, wo er da endgültig nicht mehr mithalten kann, entdeckt er plötzlich sein schwäbisches Gewissen? Geschenkt!
.... bei der Beurteilung Ihrer Intentionen, jeden Artikel zu kommentieren, bei dem das Wort "Bayern München" fällt!
Es muss "Liebe" sein? Zwar unerwiderte, ...... aber Liebe!
Könnte mir mal jemand helfen zu recherchieren, ob es ein Artikel im Spon der vergangenen Jahre über Bayern gibt, den Oihme nicht kommentiert hat?

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GWT 29.08.2019, 17:30
18.

Zitat von Ja.......Aber
.... bei der Beurteilung Ihrer Intentionen, jeden Artikel zu kommentieren, bei dem das Wort "Bayern München" fällt! Es muss "Liebe" sein? Zwar unerwiderte, ...... aber Liebe! Könnte mir mal jemand helfen zu recherchieren, ob es ein Artikel im Spon der vergangenen Jahre über Bayern gibt, den Oihme nicht kommentiert hat?
Aber generell kann man noch festhalten, Erfolge sind schon alt wenn sie 2 Wochen her sind und sollte nicht mehr erwähnt werden.
Aussagen von Verantwortlichen, natürlich nur der Münchener , haben auch nach Jahrzenten noch Gültigkeit...in der Oihmschen Interpretation versteht sich.

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Sal.Paradies 29.08.2019, 17:31
19. Egal was dann alle über U. Hoeneß

schreiben werden und mit vielen Dingen ja auch richtig liegen. Wenn ich an Uli denke, dann in erste Linie über seinen "Kern", den er in all den Jahren niemals verloren hat. Und trotz seiner vielen Verfehlungen, wird er für mich jemand sein, auf dessen Wort (+Handschlag) man sich verlassen konnte, egal wie viel Gegenwind er bekam. Was wäre ohne seine Hilfe mit "dem" deutschen Fussball-Idol Gerd Müller geworden, denn er vor dem totalen Absturz in Alkohol&Depression bewahrte. Und diese Aktionen zogen sich durch sein ganzes Leben = "https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/fc-bayern-muenchen/article147330846/Wem-die-Bayern-neben-Gerd-Mueller-noch-alles-halfen.html"......und diese Dinge tat er als Freund, Mentor und Familienpatriarch des FCB. Er half auch Vereinsmitarbeitern, wenn in dessen Familie Dinge schief gingen, sei es Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Nur, dass er diese Dinge im stillen erledigte und kein Gewese darum machte. Und was wäre die BuLi ohne Uli, einer der polarisierte wie keiner zuvor und dessen Namen so bekannt ist, wie der des Bundespräsidenten? Ein wenig langweilig bestimmt, wobei ich davon ausgehe, dass er (noch) nicht völlig verschwinden wird (kann). Für diesen Beitrag dürft ihr mich gerne naiv nennen, aber es ist so wie ich beschreibe. Ich mochte ihn schon als Spieler und lange Zeit auch als Manager des FCB, der ohne ihn so nicht bestehen würde. Was Gerd Müller sportlich für die Bayern war, das war Hoeneß als Strippenzieher. Menschen die gehen, trete ich nicht noch hinterher und ich kann nicht sehen, warum ich es bei U. Hoeneß machen sollte.

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