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Russische Olympia-Sanktion: Die Alibi-Strafe
AP

Das IOC schließt das Nationale Olympische Komitee Russlands von den Winterspielen in Pyeongchang aus. Dennoch dürfen russische Sportler teilnehmen. Eine Gleichung, die nicht aufgeht

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smokiebrandy 06.12.2017, 09:18
1. ... der Spiegel schreibt im August 2013...

http://www.spiegel.de/sport/sonst/studie-der-humboldt-universitaet-systematisches-doping-in-der-brd-a-914597.html

... und was passierte danach?

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eincon 06.12.2017, 09:22
2. Weltpoloitik und Sport

Ein bisschen Strafe, ein bisschen nicht. Wollen die Mächtigen der Welt weiter mit zweierlei Maß messen? Und warum machen so viele mit ? Diese Fragen bewegen mich nicht nur bei der IOC-Entscheidung. da werden weiter Astmamittel als Sonderfall genehmigt. Es bleiben auch fragen nach der Gleichbehandlung offen. Ist Doping nicht so schlimm, wenn Pharmakonzerne vereint mit Sponsoren gleiches tun, oder ist Staatsdoping doch nur der Deckmantel des Kalten Kriegs?

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Le Commissaire 06.12.2017, 09:24
3. Opfer

Allerdings muss man anmerken, dass die "Strafe" völlig ausreicht, um auch die deutschen Anhänger des geliebten Führers Putin zu mobilisieren, wie zahlreiche Einträge in diversen Dikussionsforen gezeigt haben. Auch hier wird es wieder großartige Beispiele dafür geben.

Wie sagte einst Richard Schröder, vormals SPD-Fraktionschef in der frei gewählten Volkskammer von 1990 in einem Interview mit dem Spiegel 2009: "Opfer sein ist nämlich heutzutage der begehrteste Status. Deshalb sollten wir nicht leicht-gläubig sein, wenn jemand sich als Opfer stilisiert."

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marialeidenberg 06.12.2017, 09:28
4. Ich halte die Bestrafung Russlands

Für das maximal Mögliche, insbesondre da nur solche Athleten von der Maßnahme ausgenommen werden sollen, die AKTIV NACHWEISEN können, dass sie nicht Teil des Dopingsystems waren / sind. Ein solcher Beweis ist praktisch unmöglich. Die Beweiswürdigung und die daraus gefolgerte Maßnahme würden mich sehr interessieren. In Ländern, die ihren Olympiasport nicht in Staatsregie organisieren, hat jeder Einzelathlet und/oder Einzelverband und/oder Individualtrainer und/oder Stützpunkt durchaus unterschiedliche Methoden der 'Leistungsförderung'. Dort lässt sich naturgemäß der Vorwurf 'Staatsdoping' nicht erheben. Aber widersteht deshalb jeder 'westliche' Athlet jedweder Versuchung? Damit will ich das russische Vorgehen keinesfalls relativieren, aber die Bewertungsmaßstäbe sind einfach sehr unterschiedlich.

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TanjaFladra 06.12.2017, 09:28
5. Find ich richtig.

Für die Sportler ist es eine Ehre bei Olympia dabei sein zu können. Und wenn sie nicht gedobt haben, dann wäre es ja unfair sie für etwas zu bestrafen was andere verbrochen haben.

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nesmo 06.12.2017, 09:29
6. Was sind die Prämissen gewesen?

1. Russland muss bestraft werden 2. Unschuldige russische Sportler müssen teilnehmen dürfen 3. Russland kann nicht ewig von der Olympiade ausgeschlossen werden. 4. Putin kann nichts nachgewiesen werden .
Unter diesen Voraussetzungen ist die Rechnung ganz gut aufgegangen. Wie lange hätte man Russland sonst von Olympiaden suspendieren sollen, damit die Strafe gerechter ist, Olympia aber völkerverbindend bleibt? Da Bach keine anderen Prämissen hatte, konnte er nicht viel anders entscheiden.

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Mr Rant 06.12.2017, 09:46
7. Peinlich

Die Russen suhlen sich in ihrer Opferrolle und antworten noch nicht mal auf die Beweislage, sie wittern hier eine Verschwörung des Westens.
Thomas Bach, und das ist noch peinlicher, versucht in Gerhard Schröder Manier in Putins Gunst zu rutschen. Dem Rest Europas ist das irgendwie suspekt.
Ein Ausverkauf der Olypischen Spiele zugunsten weniger.

Dass Thomas Bach jetzt sich dahinter stellt und wie er argumentiert, das finde ich anekelnd, war er doch jemand der Russland auf jeden Fall dabei haben wollte.

Russland hat den Sport bereits durch dieses massive Doping politisiert, Vorwürfe man würde es durch den Ausschluss Russlands machen, attestieren nur eine Naivität oder ein Kalkül, dass man alle anderen für Deppen hält. Beides ist widerlich.

Wer sich jetzt über den Ausschluss Russlands beschwert, war zu faul sich das Regelwerk anzuschauen, diese Strafen sind nicht willkürlich, sondern wurden vorher vereinbart.

Ich weiß gar nicht was die Russen denken, ein Teil ist bestimmt der Mob, den Putin zu führen weiß, das gibt es auch bei anderen Völkern, die Türken die Erdogan folgen, die Deutschen, die sich einen starken Führer herbeisehnen. Politik auf emotionaler Ebene widert mich an. Leute die zu bequem sind sich mit politischen Inhalten auseinanderzusetzen, widern mich auch an und tragen dazu bei, dass eine Demokratie instabil ist oder wird.

Wie die Raumzeit im Kosmos muss das politische Machtgefälle flacher werden ;-) aber das würde bedeuten wir bräuchten ein Bildungssystem das wirklich dem 21. Jh. gerecht wird statt mittelalterlichen Frontalunterricht, der Bildunsgverlierer produziert, die dann in so einem Putin-Afd-Mob politisch die "Zukunft gestalten"

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mensch0817 06.12.2017, 10:00
8. Nur ein erster Schritt

Jetzt wird zwar viel geredet über Russland, das IOC wird für seine Beschlüsse wahlweise gelobt oder kritisiert. Tatsächlich kann das doch aber nur ein erster Schritt sein. Nötig sind auch von den Verbänden unabhängige Kontrollinstanzen, die ggf. auch entsprechende Maßnahmen einleiten können. Man darf gespannt sein, wie sich die neue ITA diesbezüglich entwickelt. Dann wäre es nämlich auch nicht mehr möglich, dass beispielsweise ein schon zweimal positiv getesteter Justin Gatlin Olympia-Zweiter und Wetlmeister ist. Von all dem abgesehen bleibt das allgemeine Problem, dass mit ordentlicher finanzieller und materieller Unterstützung Dopingverfahren angewandt werden können, deren Spuren (wenn überhaupt) erst nach weiteren Jahren der Entwicklung nachgewiesen werden können. Es werden also weiterhin ALLE Ergebnisse zunächst unter Vorbehalt stehen.

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Neulandbewohner 06.12.2017, 10:01
9.

es war abzusehen, daß das es das IOC hier niemandem nicht recht machen kann. Hätte man russische Athleten komplett gesperrt, hätte man Unschuldige getroffen. Und die Kreml-Bots hätten einen Grund gehabt, noch jahrelang von einer "Verschwörung des Westens" zu fabulieren. Dass sie es auch angesichts dieses Urteils tun werden, steht auf einem anderen Blatt. Hätte man nichts getan, hätte man das Staatsdoping endgültig belohnt. So empfinde ich dieses Urteil insgesamt als gerecht, auch wenn man noch deutlicher die Verwicklung Putins hätte herausstellen müssen, denn Herr Mutko tut nichts ohne Direktive aus dem Kreml. Und schon sind wir bei der Person Mutko: da dieser Herr maßgeblich hinter der Fußball-WM steckt bin ich nun auf die Reaktion der FIFA gespannt. Für einen gebotenen Ausschluss des Gastgeberlandes fehlen der FIFA die cojones. Was wird also passieren: Nada(!)

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