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Schach: Deutscher Ehrenpräsident kritisiert Weltmeister Carlsen
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Der deutsche Schach-Ehrenpräsident Robert von Weizsäcker hat Kritik am neuen Weltmeister Magnus Carlsen geäußert. Dieser habe nicht das beste Schach-Verständnis, sein Spiel gegen Viswanathan Anand sei "computerähnlich und blutlos" gewesen.

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mr.andersson 25.11.2013, 11:30
110.

Zitat von sysop
Der deutsche Schach-Ehrenpräsident Robert von Weizsäcker hat Kritik am neuen Weltmeister Magnus Carlsen geäußert. Dieser habe nicht das beste Schach-Verständnis, sein Spiel gegen Viswanathan Anand sei "computerähnlich und blutlos" gewesen.
Robert K. von Weizsäcker

Elo von 2591
65. der Fernschachliste
Bei diversen Schachinternen Bewerbungen für Ämter gescheitert.

Aber dem 22-jährigen frisch gebackenen Weltmeister mal eben das ein oder andere absprechen.... ja, dazu reicht es noch gerade. So bringt halt jeder ein, was er kann. Und sei es nur festzuhalten, das der aktuelle Sieger ja gar nicht der Beste sei. Wer auch immer nach welchem Kriterium auch immer der Beste ist, wenn den aktuellen Weltmeister in der Weltmeisterschaft schlagen dafür offenbar nicht qualifiziert.

Und wenn Carlsen Anand "ausgesessen" hätte, dann stellt sich die Frage, warum Anand da kein Mittel gegen fand. Wenn Anand keine 6 Stunden mehr durchhält, Carlsen aber schon, dann muss Anand ihr halt in der Zeit schlagen, die er als Zeitfenster höchster Konzentration hat.

Der Kommentar hat was von "Wenn das Spiel nur 60 Minuten gedauert hätte, hätte mein Fußballteam gewonnen. Aber der blöde Gegner, der gar nicht besser ist als ich, hat tatsächliche volle 90 Minuten gespielt, was ich volle Elle fies finde."

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derunbestechliche 25.11.2013, 11:32
111. Er hat gewonnnen

Natürlich haben sich die Kommentatoren nicht überschlagen vor Begeisterung. Langweilig, abwartend, defensiv waren noch höfliche Bezeichnungen. Aber und gerade deshalb hat er gewonnen. Zelebrierten die Italiener beim Fußball nicht viele Jahre hindurch erfolgreich das Catenaccio? Hat Rehagel nicht durch eine äußerst kluge Defensivstrategie mit seinen Griechen den Europameistertitel gewonnen?

Es geht um eine Weltmeisterschaft. Lieber ist es mir, hässlich zu gewinnen als schön zu verlieren.

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laermgegner 25.11.2013, 11:32
112.

Selber an die Nase fassen- wer hat die Jugend begleitet, wer hat sie geführt ? Allein das Preisgeld führt in die Richtung, dass nur der Erfolg zählt.
Die Bemerkung sind bagatel und von Öberflächlichkeit geprägt, ein Herr Lasker hätte von erforderrlich Förderung von jungen Leuten aus der Region gesprochen und nicht andere Könner beschimpft.

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armerdhimmimozart 25.11.2013, 11:33
113. Bemerkenswert...

finde ich, dass solche Kritik von einem Großmeister im Fernschach kommt.

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missing_link 25.11.2013, 11:34
114. Beckmesserei

Die Kritik von Robert von Weizsäcker ist verfehlt. Wenn beim Schach niemand einen Fehler machen würde, wären alle Partien remis. Schön spielen bedeutet auch Risiken bewusst eingehen. Das kann bei einer WM nicht unbedingt erwartet werden.

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voroe 25.11.2013, 11:37
115. Naja

...man sollte nun aber nicht unfair gegenüber Herrn von Weizsäcker sein, denn so ganz unrecht hat er nicht, was die WM an sich betrifft. Ich verstehe aber nicht, warum er seine Kritik allein auf Carlsen bezieht. Letztlich ist Anand bis auf die letzte Partie doch reichlich blass und einfallslos geblieben. Da hatte ich mir vom ehemaligen Weltmeister mehr erwartet. Und dies auf das Alter zu schieben, ist doch ziemlich gewagt.

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leiboldson 25.11.2013, 11:38
116.

- Herr v. Weizsäcker ist in der Vergangenheit darin aufgefallen, dass er sehr gerne Ehrenpöstchen annimmt, diese aber präsent- und handlungsarm interpretiert
- das bemerkenswerte an Carlsen: er ist überhaupt kein Computerkid, wie es zu erwarten wäre; erst mit 13/14 hat er überhaupt gewußt, was chessbase ist; es ist genau das Gegenteil, es ist Anand, der der am Brett wie ein Theoriezombie agiert; bestes Beispiel: seine Theoriesiege gegen Kramnik WM 2007: jeder seiner Siege wurde daheim am PC ausgearbeitet;
- Carlsen ist sich bewußt, dass seine Gegnerschaft wie Kramnik oder Anand im Eröffnungsbereich mehr Muskeln haben, er beschreitet bewußt den Weg von scheinbar ambitionslosen Nebenvarianten und zwingt seine Gegner zum nachdenken
- Carlsen hat eine Elo 2872, so hoch wie kein Mensch zuvor, offensichtlich läßt sich das nicht reduzieren mit "er ist jung und durchtrainiert", sondern nur mit überragendem Spielverständnis
- Carlsen hatte mehrere Trainingssezessions mit dem legendären (Vorbereitungs-)Weltmeister Kasparov und bemerkte, sobald er Nebenvarianten spielte, hatte er Kasparov im Griff; basierend auf dieser Erfahrung, dass er im Bereich der "Hochtheorie" spürbare Lücken hat, im Bereich Mittel- und Endspiel aber stärker ist, baute er Eröffnungssysteme zusammen, bei denen das Stellungsgefühl wichtiger ist, als das Wissen konkreter Varianten - in der heutigen Zeit mit den umfangreichen Partiedatenbanken ein kaum mehr vorstellbares Konzept auf Weltniveau und Anand fand trotz Vorbereitung kein Gegenmittel gegen diesen Spielansatz Carlsens
.
Carlsen - einfach schlicht genial, während der deutsche Ehrenpräsident umgehend zurücktreten und sich auf Alzheimer untersuchen lassen sollte.

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cs01 25.11.2013, 11:38
117.

Also an Carlsen gefällt mir gerade, dass er sich nicht mit einem Remis zufriedengibt, sondern um den Sieg kämpft. Sonst werden doch immer die kurzrundig zusammengeschobenen Remis beklagt. Hier ist jemand, der weiterkämpft. Gegen Carlsen muss man sich halt selbst das Remis erkämpfen. Das nenne ich Sportsgeist und Willen.

Und Spielverständnis hat Carlsen auch, zumindest sein Endspielverständnis ist großartig. Und auch sein Stil, den Gegner auch in einer Remisstellung möglichst noch vor Probleme zu stellen, setzt Spielverständnis voraus. Carlsen gibt seinem Gegner eben auch die Chance, Fehler zu machen.

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badduck 25.11.2013, 11:40
118. Die

Wahrheit liegt auf dem Brett!
Carlson hat mit seiner Art Schach zu spielen regelkonform die WM gewonnen. Peng! Mit seinem exakten und meinetwegen blutleeren Endspielschach, dem Anand nichts entgegenzusetezen hatte. Herr Weizsäcker sollte Carlsens eindeutigen WM Sieg(!) nicht derart bemäkeln, es ist sehr schlechter Stil und feuert gegen ihn selbst und das Schachspiel zurück. Vielleicht ist Schach ja in letzter Konsequenz auf höheren Niveau einfach langweilig und blutleer? Den Verdacht hatte ich schon lange...
Empfehlen kann ich einen Wechsel zum chinesisch - japanischen Brettspiel Weiqi/Go :-)

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bräsi 25.11.2013, 11:40
119.

Zitat von sysop
Der deutsche Schach-Ehrenpräsident Robert von Weizsäcker hat Kritik am neuen Weltmeister Magnus Carlsen geäußert. Dieser habe nicht das beste Schach-Verständnis, sein Spiel gegen Viswanathan Anand sei "computerähnlich und blutlos" gewesen.
Carlsen hat gewonnen weil er einfach besser war! Und wenn unser lieber Ehrenpräsident der Meinung ist, dass Schachspielnicht erst in der
5. Stunde entschieden werden sollte,
dann hätte er sich gern in seiner Zeit als Präsident bei der FIDE dafür massiv einsetzen müssen, dass bei der neuen Zeitregelung für Turniere und
Ligabetrieb nicht bis in die 7. oder 8. Stunde gespielt wird. Ausserdem hat Anand in ein paar Jahren die Gelegenheit gem. FiIDE-Statuten bei den Senioren anzutreten, obwohl.... da wird ja auch teilweise sehr zeitintensiv gespielt

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