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Schach: Deutscher Ehrenpräsident kritisiert Weltmeister Carlsen
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Der deutsche Schach-Ehrenpräsident Robert von Weizsäcker hat Kritik am neuen Weltmeister Magnus Carlsen geäußert. Dieser habe nicht das beste Schach-Verständnis, sein Spiel gegen Viswanathan Anand sei "computerähnlich und blutlos" gewesen.

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Peter Werner 25.11.2013, 10:15
60.

Zitat von saarriesling
Aktuell haben Schachcomputer eine ELO von ca. 3300, Carlsen 2850, er hätte keine Chance. Gerade daher geht es IMHO beim menschlichen Schach auch ein bisschen um Krealtivität und Spielanlage und nicht nur um Aussitzen und Fehlervermeidung .. just my 20 cents .. :-))
Die ELO-Zahlen sind zwischen Mensch und Maschine nicht vergleichbar.
Menschliche ELO-Zahlen werden auf Basis von Partien unter Menschen ermittelt, Maschinen-ELO-Zahlen werden auf Basis von Partien unter Maschinen ermittelt.
Das Einzige, was eine hohe ELO-Zahl im Computerschach aussagt ist, dass dieser Computer im Vergleich zu anderen Computern besonders gut ist. Über die absolute Spielstärke, insbesondere im Vergleich zu Menschen, sagt dies nichts aus.

Mir persönlich gefällt die Spielweise Carlsens ausgesprochen gut. Ruhig, strategisch, stets auf die Anhäufung kleiner Vorteile bedacht.

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Peter Werner 25.11.2013, 10:20
61.

Zitat von stasilaus
In dem Spiel, in dem Anand einen Freibauern von Carlsen laufen lies, der den in eine Dame umwandelte hatte ich den Eindruck, Anand hatte die Schachregel des Umwandelns auf der generischen Grundlinie nicht mehr parat. Offenbar hatte er einen völligen Blackout, weil er nicht sofort aufgab. Was wollte der nach der Umwandlung noch spielen.
Gerade in dieser Partei hatte Anand, trotz der zusätzlichen Dame für den Gegner, realistische Matt-Chancen gegenüber Carlsen.

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aprz 25.11.2013, 10:20
62.

Das war wohl die langweiligste WM der Geschichte und Carlsens Spielstil hat sicher dazu beigetragen. Ihm dass vorzuwerfen ist aber natürlich sinnlos, er spielt halt sein erfolgreichstes Schach. Und Anand hat sicher nicht weniger dazu beigetragen.
Dagegen gefällt mir gut dass Carlsen seine Partien zuende spielt. Als eher mittelmäßiger Schachspieler fragt man sich oft wie man diese angebliche Remisstellung eigentlich so halten soll. Bei Carlsen sieht man dass es tatsächlich nicht so leicht ist, selbst für einen Weltmeister kein Automatismus.
Und den ständigen Hinweis auf Anands Alter halte ich für stark übertrieben. Das war ein kurzer Wettkampf mit Ruhetagen und auch ein paar eher einfachen, kurzen Partien. Ich wüßte nicht warum ein sportlicher 43-jähriger Weltmeister da nach 4h zwangsläufig vom Stuhl fallen sollte. Er ist schon länger nicht mehr in Form, warum auch immer.

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Spiegelkritikus 25.11.2013, 10:21
63. Kritik ist nicht angebracht

Zitat von sysop
Der deutsche Schach-Ehrenpräsident Robert von Weizsäcker hat Kritik am neuen Weltmeister Magnus Carlsen geäußert. Dieser habe nicht das beste Schach-Verständnis, sein Spiel gegen Viswanathan Anand sei "computerähnlich und blutlos" gewesen.
Mit derartiger Kritik sollte man sehr vorsichtig sein. Wenn einige Partien etwas einfallslos und zurückhaltend waren, dann lag das an beiden Spielern, eher sogar an Anand. Carlsen hat in der Tat sein Spielniveau immer wieder an seinen Gegner angepasst, das kann man ihm aber nicht vorwerfen und kennt man auch aus anderen Sportarten. Im Fussball oder Tennis sind wichtige Endspiele auch nicht immer die besten.

Jeder Spieler muss mit seinen Kräften haushalten. Die physische, geistige und psychische Anstrengung eines WM-Schachspiels, das über 5 und mehr Stunden dauert, sind erheblich und da hatte der junge, coole Carsen gewisse Vorteile, keine Frage. Doch auch das gehört nun mal zum Sport und wer nicht mehr voll leistungsfähig ist, dessen Zeit ist eben allmählich vorbei. Anand selbst hat das sehr wohl erkannt und akzeptiert, spätestens bei seinem Blackout zu Ende des vorletzten Spiels, das er niemals hätte verlieren dürfen (müssen).
Nach eigener Aussage zieht er sich nun langsam zurück und begnügt sich mit Show-Kämpfen und kleineren Turnieren.

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guru_meditation 25.11.2013, 10:22
64.

Das Originalinterview: ist viel differenzierter, als hier dargestellt:

http://www.deutschlandfunk.de/schach...icle_id=269992

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LiberalerDemokrat 25.11.2013, 10:25
65. @ yast2000

Zitat von yast2000
BWLer wie von Weizsäcker sollten sich zur der von ihnen verursachten Finanzkrise äußern, nicht zu Schachweltmeistern. Und der Vorwurf, Carlsen wäre ein Sportler, ist ja nun ganz selten dämlich...
Unabhängig davon, ob die Kritik von Weizsäckers berechtigt ist oder nicht: a) ist er Prof für VWL (Finanzwissenschaft und Industrieökonomik) und b) sprach er vom "besseren Sportler, nicht von "ein Sportler". Ein wenig mehr Sachlichkeit statt nur Bashing wäre nicht schlecht.

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vikinger 25.11.2013, 10:25
66. Weltmeister kann man nur werden, wenn man weniger Fehler macht als der Gegner...

Weltmeister kann man nur werden, wenn man weniger Fehler macht als der Gegner. Und wenn man Kondition hat. Ist man dann ein Computer. Oder ist es der versteckte Vorwurf, dass Herr Carlsen vielleicht doch geschummelt hat. Das ist unfair, solange man das nicht beweisen kann.
Ich finde, er hat immer auf Angriff gespielt, egal ob er weiß oder schwarz hatte. Da war früher oft anders, da ging es darum, dass man mit Weiß einen Vorteil hatte und man über die mit Weiß gewonnen Partien das Turnier entschied.

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stefan kaitschick 25.11.2013, 10:27
67. Carlsen der Borg

Von Weizsäcker ärgert sich nicht ganz ohne Grund. Statt jugendlichen Sturm und Drang zu zeigen, hat Carlsen Anand abgekocht. Aber mit der Bemerkung, Carlsen sollte doch gegen Computer spielen, liegt v. Weizsäcker endgültig daneben. Das ist einfach nur Frust. Er wirft Carlsen computerartiges Spiel vor, und verlangt dann, Carlsen solle doch Computer schlagen. Wo ist da die Logik? Soll Carlsen mit übermenschlicher Leistung die 400 Elo Lücke schliessen und für seine menschlichen Kontrahenten endgültig unbesiegbar werden?

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totalmayhem 25.11.2013, 10:28
68.

Anands Chancen, seinen Titel zu verteidigen waren von vornerein laecherlich gering (guenstigste Simulationen prognostizierten weniger als 10%) und im Verhaeltnis zur Kuerze des Matches ist Carlsens 6,5:3,5 Sieg schon als statistisch signifikant einzuordnen.

Zitat von sysop
Carlsen sei vom reinen Schachverständnis her nicht der beste Spieler. Darin sei ihm etwa der russische Ex-Titelträger Wladimir Kramnik überlegen
Kramniks "Schachverstaendnis" ist immer dann hervorragend, wenn er einen Netzwerkanschluss auf dem stillen Oertchen hat.

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Fonsy 25.11.2013, 10:31
69. er hat doch gewonnen ...oder ??

schach ist vorrangig ein strategie-spiel ..
und da er gewonnen hat, hatte er wohl die richtige ...
wo ist da das problem ? oder soll da nun wie beim eiskunstlauf eine "b-note" eingeführt werden ??

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