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Schach-WM 2018: Carlsen verteidigt Titel im Tie-Break
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Die Entscheidung ist gefallen: Magnus Carlsen hat nach zuvor zwölf Remis in Folge seinen Weltmeister-Titel verteidigt. Seinem Gegner Fabiano Caruana unterlief im zweiten Tie-Break-Spiel der entscheidende Fehler.

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eltajin 28.11.2018, 19:28
1. Caruana fehlt mentale Stärke!

In Partie 8 und Partie 10 verfehlte es Caruana, seinen Vorteil initiativ auszuspielen und entschied sich ohne Not für eine passive Verteidigung. Das muss an ihm genagt haben. In Partie 12 mauerte er sich vollständig ein. In der ersten Schnellpartie unterlief ihm ein Rechenfehler. In der zweiten setzte er auf einen sträflich unvorbereiteten Angriff. Dann war es aus. So kann man die Weltmeisterkrone nicht erringen.
Kein Grund für Carlsen, vor Stolz zu platzen. Im klassischen Schach einen einfachen Gewinnzug übersehen und ansonsten mit Weiß keine Bäume ausgerissen. In Partie 12, schockierend für alle Zuschauer, ein frühes Remis in vielversprechender Stellung angeboten. Stattdessen mit total ausgeglichenen Läuferendspielen seinen Gegner gepiesackt, bis der Hausmeister die Lichter ausmachen musste.
Die guten alten Maroczy-Bauern halfen Carlsen schließlich, in den entscheidenden Spielen einen innerlich zerbröselnden Caruana in die Schranken zu weisen.

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FaselFaselFasel 28.11.2018, 19:55
2. Wieso nicht gleich so?

Die sollten die Zeit von Anfang an verkürzen. Oder auch die 12 Spiele unterteilen in 4 klassische mit je 2 Stunden, 4 mit je einer Stunde und 4 so wie heute. Viel interessanter als diese ewigen Unentschieden zu sehen.

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hooge789 28.11.2018, 20:09
3. Was soll man zu den Partien sagen?

Was ich am Schach schätze, ist dass die meisten von uns (ich als erster) unbarmherzig zu spüren bekommen, daß wir von diesem Spiel überhaupt nichts verstehen. Zumindest nicht auf diesem Niveau. Beim Fussball, Biathlon, Formel 1 u.a gibt man ja gerne schon Mal seinen Senf dazu, aber beim Schach halten ich mich lieber bedeckt.

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irobot 28.11.2018, 20:38
4.

Zitat von eltajin
In Partie 8 und Partie 10 verfehlte es Caruana, seinen Vorteil initiativ auszuspielen und entschied sich ohne Not für eine passive Verteidigung. Das muss an ihm genagt haben. In Partie 12 mauerte er sich vollständig ein. In der ersten Schnellpartie unterlief ihm ein Rechenfehler. In der zweiten setzte er auf einen sträflich unvorbereiteten Angriff. Dann war es aus. So kann man die Weltmeisterkrone nicht erringen. Kein Grund für Carlsen, vor Stolz zu platzen. Im klassischen Schach einen einfachen Gewinnzug übersehen und ansonsten mit Weiß keine Bäume ausgerissen. In Partie 12, schockierend für alle Zuschauer, ein frühes Remis in vielversprechender Stellung angeboten. Stattdessen mit total ausgeglichenen Läuferendspielen seinen Gegner gepiesackt, bis der Hausmeister die Lichter ausmachen musste. Die guten alten Maroczy-Bauern halfen Carlsen schließlich, in den entscheidenden Spielen einen innerlich zerbröselnden Caruana in die Schranken zu weisen.
Darf ich raten? Sie sind einer dieser Klötzchenschieber, die im Nachhinein (!) alles klar erkennen, aber vorher nichts sehen. Ich habe in meiner besten Zeit vor 25 Jahren Regionalliga (damals 5. Liga, glaub ich) gespielt und hatte einen INGO von 98, etwa 2000 ELO, wenn die Wikipedia-Formel noch stimmt. Aber nach alle den Jahren Abstinenz habe ich bei Live-Spielen oft nicht mehr den Überblick wie früher.

An der Se3+-Drohung im zweiten Tiebreak habe ich eine Stunde gesessen, um das komplett auszubaldowern. Vielleicht sollten Sie mal gegen einen der beiden antreten, dann sehen wir weiter. Meiner Meinung nach war das von beiden Schach auf höchstem Niveau. Und wenn Fehler gemacht wurden, ja bitte, das sind immerhin noch Menschen und keine Computer.

Viele Grüße
ein anderer Klötzchenschieber

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Horst Böttcher 28.11.2018, 20:59
5.

Zitat von eltajin
In Partie 8 und Partie 10 verfehlte es Caruana, seinen Vorteil initiativ auszuspielen und entschied sich ohne Not für eine passive Verteidigung. Das muss an ihm genagt haben. In Partie 12 mauerte er sich vollständig ein. In der ersten Schnellpartie unterlief ihm ein Rechenfehler. In der zweiten setzte er auf einen sträflich unvorbereiteten Angriff. Dann war es aus. So kann man die Weltmeisterkrone nicht erringen. Kein Grund für Carlsen, vor Stolz zu platzen. Im klassischen Schach einen einfachen Gewinnzug übersehen und ansonsten mit Weiß keine Bäume ausgerissen. In Partie 12, schockierend für alle Zuschauer, ein frühes Remis in vielversprechender Stellung angeboten. Stattdessen mit total ausgeglichenen Läuferendspielen seinen Gegner gepiesackt, bis der Hausmeister die Lichter ausmachen musste. Die guten alten Maroczy-Bauern halfen Carlsen schließlich, in den entscheidenden Spielen einen innerlich zerbröselnden Caruana in die Schranken zu weisen.
"Im klassischen Schach einen einfachen Gewinnzug übersehen und ansonsten mit Weiß keine Bäume ausgerissen."Ja, da muss man erst mal hinkommen um gegen den 2 besten Spieler der Welt eine eine klare Gewinnchance zu haben. Am computer oder am Bildschirm ist es natürlich leichter. Beim nächsten mal sind können Sie es ja besser machen, nachdem Sie das Kandiatenturnier gewonnen haben lieber Klugscheißer.......

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edmond_hall 28.11.2018, 21:15
6. Sehr unterhaltsam

Die meisten Spiele haben mir gefallen. Leider konnte man die Spiele nicht kostenlos als Videostream verfolgen. Der Liveticker mit Aktualisierungen hat sein bestes getan, aber durch häufige Verzögerungen auch einiges an Nerven gekostet.

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decebalus911 28.11.2018, 21:39
7. Bedenkzeit während den ersten 12 Partien

Aktuell betrug sie 100 Minuten für die ersten 40 Züge.
Bis einschließlich WM 2014 betrug sie 120 Minuten für die ersten 40 Züge, in den 80er waren es sogar 150 Minuten.

Ich frage mich, ob diese Reduktion der Zeit nicht auch teils für die Remisquote verantwortlich ist? 2016 startete man mit 7 Remis. Einerseits könnte man annehmen, dass eine Reduktion der Zeit den Druck auf die Spieler erhöhnt und sie dadurch zu Fehlern verleitet. Allerdings kann doch gerade dies zu einer defensiveren Spielweise führen, da den Spielern eventuell die Zeit fehlt, mögliche Angriffszüge genauer durchzurechnen. Und dann die risikoaverse Variante wählen.
Das eine oder andere Mal konnte man so ein Gefühl haben. Wer weiß, wie Caruana in Partie 8 oder 10 mit mehr Bedenkzeit seinen jeweiligen 24ten/Bauernzug gezogen hätte? Allerdings hätte auch Carlsen vorab mehr Zeit gehabt und wer weiß ob das Brett vor dem 24ten dann genauso aussieht...

Mir hat es trotzdem gut gefallen, auch und vor allem Dank der Analysen von Daniel King und der Live-Kommentare von Georgios Souleidis. Sonst könnte ich als Schachamateur dem Geschehen eh nicht folgen :)
Daher zum Abschluss einen Dank an die oben genannten und an das SPON-Schachteam! Bis zur nächsten WM!

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oldman2016 28.11.2018, 21:40
8. Größe in der Niederlage

Zitat des Unterlegenen: "Ich habe nicht ansatzweise auf seinem Level gespielt."
Das ist eine vorbildliche Art der Anerkennung eines Gegners. Das müsste Schule machen, in der Politik und Wirtschaft genauso wie in den Parteien und Redaktionsstuben.

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TS_Alien 28.11.2018, 21:50
9.

Caruana hat heute in zwei Situationen - trotz mehrerer Minuten des Nachdenkens - schlechte Züge gespielt. In der ersten Partie ist Sb5 anstelle von Sb7 fehlerhaft gewesen (das haben etliche andere sehr gute Spieler ohne Computerhilfe gesehen) und hat zu einem schwierigen Turmendspiel mit Minusbauer geführt. In der zweiten Partie ist c7 ein krasser Fehler gewesen, ein regelrechter Blackout. Das sehen erfahrene Amateurspieler auch ohne Computerhilfe, weil die Antwortzüge von Carlsen auf der Hand liegen.

Da Caruana sonst solche Fehler nicht macht, wäre eine Ursachenforschung interessant. Nicht unbedingt für die Öffentlichkeit, aber Caruana sollte sich schon Gedanken machen. Damit er beim nächsten Mal besser agiert.

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