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Schach-WM: Längste Partie - Anand trotzt Carlsen Remis ab
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Die siebte Partie der Schach-Weltmeisterschaft war schnell im Endspiel - und wurde die längste. Viswanathan Anand behielt die Nerven, ließ Titelverteidiger Magnus Carlsen keine Gewinnchance. Mit dem Remis verhindert der Herausforderer eine Vorentscheidung.

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widower+2 17.11.2014, 19:44
1. Unwürdig!

Ein eines Weltmeisters unwürdiges Schauspiel. Es war schon stundenlang klar, dass Carlsen kaum gewinnen konnte.

Als Carlsen keinen Bauern mehr auf dem Brett hatte, war es eindeutig, dass er nicht mehr gewinnen konnte. Er hätte aber durchaus noch verlieren können.

Carlsen wollte hier einzig und allein möglichst viel Kraft aus Anand pressen, um für die folgende Partie einen noch größeren Konditionsvorteil zu haben.

Hoffentlich bekommt er dafür die Quittung.

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gumbofroehn 17.11.2014, 20:13
2. Wieso unwürdig?

Zitat von widower+2
Ein eines Weltmeisters unwürdiges Schauspiel.
Ist er etwa handgreiflich gegen Anand geworden? Wenn Schach ein Sport ist (was ja immer wieder gerne bezweifelt wird), ist es einhundertprozentig legitim, dem Gegner im Rahmen der Regeln physisch zuzusetzen.

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jackie_ma 17.11.2014, 20:27
3. Unsportlich!

Ich als "Schach-Normalo" würde mir natürlich niemals anmaßen das Spiel eines Magnus Carlsen zu berurteilen. Wenn jemand bei so einer Partie noch eine Gewinnstellung aufs Brett hätte zaubern können dann er. Für mich sah es heute aber einfach so aus als hätte er dieses (für mich) schon ziemlich lange glasklares Remis nur hinausgezögert um Anand für den weiteren Verlauf des Turniers konditionnel zu schwächen. Ich mag mir gar nicht vorstellen was für einen Brummschädel beide morgen haben werden nach so einer Partie. Bei zwanzig Jahren Altersunterschied dürfte es aber klar sein, wer eine solche Partie besser wegsteckt. Ich finde einfach, dass Carlsen es einfach überhaupt nicht nötig hat sich so zu verhalten. Natürlich spielt Anand besser als noch vor einem Jahr, trotzdem ist es deshalb nicht nötig auf solche Tricks zurückzugreifen, gerade nicht als Weltmeister. Natürlich geht es auch um viel Geld und Prestige und vielleicht schaue ich auch zu sehr durch meine rosarote Fair-Play-Brille, aber für mich hätte ein Sieg Carlsens heute, eventuell auch durch einen Fehler Anands, einen faden Beigeschmack gehabt. Deshalb Gratulation an Vishy, dass er sich davon (zumindest heute) nicht hat beeindrucken lassen und viel Glück im weiterem Turnier. Hoffentlich hat diese Partie keinen zu großen Einfluss auf den weiteren Verlauf. Möge der bessere Spieler gewinnen und nicht der mit der besseren Kondition.

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noalk 17.11.2014, 20:34
4. Das! ist Schach

Eines Weltmeisters unwürdig? Wieso? Ich fand die Partie spannend, jeder der beiden hätte einen Fehler machen können. Keiner hat. Ich hatte den Eindruck, Carlsen wollte Anand gegen Ende in die Zeitfalle laufen lassen. Auch das ist legitim. Und letztlich saßen beide gleichlang am Brett.

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Herbert Bader 17.11.2014, 20:34
5. Weltmeister-unwürdig

Zitat von widower+2
Ein eines Weltmeisters unwürdiges Schauspiel. Es war schon stundenlang klar, dass Carlsen kaum gewinnen konnte. Als Carlsen keinen Bauern mehr auf dem Brett hatte, war es eindeutig, dass er nicht mehr gewinnen konnte. Er hätte aber durchaus noch verlieren können. Carlsen wollte hier einzig und allein möglichst viel Kraft aus Anand pressen, um für die folgende Partie einen noch größeren Konditionsvorteil zu haben. Hoffentlich bekommt er dafür die Quittung.
Wissen Sie denn, wann wer Remis angeboten hatte? Vielleicht wollte ja Anand nicht ...

Carlsen hat es bereits am Samstag verpasst, besondere Fairness zu zeigen. Nach der Erkenntnis der beidseitigen Schachblindheit wäre es ihm gut angestanden, trotz besserer Stellung die Partie unentschieden zu geben - selbst wenn er dadurch letztlich die Weltmeisterschaft verloren hätte. Denn soviel kann die erfolgreiche Titelverteidigung gar nicht wert sein, wie durch besonderes Fairplay in die Geschichte einzugehen.

Die Überschrift des Artikels ist m.E. nicht gelungen. Sie suggeriert ein Vorrecht Carlsens auf den Sieg. Anand hat aus eigener Initiative eine Figur geopfert und konnte auf seine Erfahrung bauen, dass die verbleibende Figurenkonstellation zu halten sei - auch wenn die Computer, die im Endspiel bekanntlich immer noch Schwächen haben, etwas anderes sagten. Insofern war Anands Läuferopfer ein Gewinn fürs Schach, aber auch, weil damit die gerade so moderne, aber meist langweilige Berliner Variante der Spanischen Eröffnung eine interessante Wendung nahm.

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Svenner80 17.11.2014, 20:39
6. Blödsinn

Zitat von widower+2
Carlsen wollte hier einzig und allein möglichst viel Kraft aus Anand pressen, um für die folgende Partie einen noch größeren Konditionsvorteil zu haben. Hoffentlich bekommt er dafür die Quittung.
Blödsinn. Es ist ein WM-Kampf und Carlsen darf jede sportliche Gelegenheit nutzen, die sich ihm bietet.

Wir hatten diese unsinnige Diskussion schon beim ersten Kampf. Sie gipfelte in der Analyse des ehemaligen dt. Schachpräsidenten von Weizsäcker, der irgendwas dahinfabulierte von "Carlsen sei wie ein Rechner, fehlendes Schachverständnis bla, bla, bla.

Carlsens Stil ist nicht allzu aufregend und er spielt sehr trocken, ehrgeizig und gewinnorientiert und trotzdem ... wahnsinnig stark.

Anands Reaktion ist sportlich und korrekt. Er rechnet mit diesem Vorgehen Carlsens und will hier auch nichts geschenkt haben.

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cvdheyden 17.11.2014, 21:51
7. Carlsen ist 23

.... und damit noch fast ein Teenie.
Es war mehr als normal für einen Teenie so zu spielen.
Er ist momentan Nummer eins und ein Teenie.
Er spielt wie er spielt. Das gefällt einigen sicher nicht. Er wird die Konsequenzen eines Tages verstehen.

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rolandofurioso 17.11.2014, 23:05
8. Nein, ganz und gar kein unwürdiges Schauspiel!

Zitat von widower+2
Ein eines Weltmeisters unwürdiges Schauspiel. Es war schon stundenlang klar, dass Carlsen kaum gewinnen konnte. Als Carlsen keinen Bauern mehr.....
Selbst auf der Großmeisterebene gibt einige Beispiele, in denen Endspiele vom Typ KTSKT von der stärkeren Partei gewonnen werden konnte - so beispielsweise in einer Partie Judit Polgar vs. Kasparov 1996. Zwar ist dieses Endspiel in der Regel bei beiderseits bestem Spiel remis, jedoch ist es nicht immer trivial, die richtige Verteidigungsstrategie zu finden. Ferner ist zu berücksichtigen, dass Anand über wesentlich weniger Restbedenkzeit als Carlsen verfügte.

Insofern ist es nur legitim, dass Carlsen hier sein Glück versucht hat.

Weiters ist es Carlsen hoch anzurechnen, dass er in praktisch allen Fällen versucht, die Partien voll auszureizen - keine "Salonremise" nach 20 bis 30 Zügen, wie sie bei früheren Wettkämpfen - etwa zwischen Anand und Gelfand - bisweilen vereinbart wurden. Für den Zuschauer und nicht zuletzt für den Schachsport an sich ist dies doch letztlich nur zum, Besten!

Ich glaube auch nicht, dass Anand Calsen gegenüber nachtragend sein wird; Anand spielte das Endspiel sehr souverän herunter und schenkte sogar noch seine beiden restlichen Bauern rasch her, um die Sache abzukürzen. Calsen wird hier mindestens ebenso viel Energie gelassen haben als der Tuger aus Madras!

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leviathan81 18.11.2014, 00:35
9.

Wie kann man jemanden Unfairness ankreiden, wenn alles im Rahmen des geltenden Reglements stattfindet? Wie kann man erwarten, dass bei einer WM, die neben Prestige und Geld auch die Hauptmotivation ihres Tuns ist, Aspekte wie Fürsorge für den Gegner eine Rolle spielen? Es ist ein sportlicher Wettkampf. Am besten finde ich noch den Vorschlag, dem Gegner ein Remis anzubieten, wenn dieser den eigenen Fauxpas nicht nutzt. Man muss diese Idee nur mal auf andere Sportarten übertragen, um zu sehen, wie absurd das ist.

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