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Schmähungen in der Bundesliga: Die Fankurve ist kein Literaturklub
DPA

Der Anwalt von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp fordert Spielabsagen bei Beleidigungen aus der Fankurve. Das ist zwar Unsinn - doch auch die Fans müssen sich hinterfragen.

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solltemanwissen 06.11.2017, 18:48
20.

Zitat von leutzscher
Was sich Ultras sagen lassen wollen oder nicht, ist nicht relevant. Das Stadion ist kein rechtsfreier Raum. Straftaten, die solche Plakate darstellen, müssen nicht geduldet werden. Die richtige Antwort gab es ohnehin auf dem Platz.
Dann soll Herr Hopp bitte den Rechtsweg bestreiten und ordentlich Anzeige erstatten. Mit welchem Recht nimmt er ein ganzes Fussballstadion in Geiselhaft? Das Stadion ist kein rechstsfreiet Raum - das gilt sogar für Herrn Hopp!

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hegoat 06.11.2017, 18:50
21.

"Fußballfans, vor allem der harte Kern, die Ultras, wollen sich nicht sagen lassen, wie sie sich zu verhalten und auszudrücken haben. Sie fühlen sich durch Vorschriften und Verbote nicht abgeschreckt, sondern herausgefordert. Das zeigt das Beispiel Pyrotechnik, die trotz Verbots immer wieder zum Einsatz kommt."
Was ist das denn für ein absurdes Argument? Durch Verbote fordert man Leute zu Straftaten heraus? Wieso lebe ich eigentlich noch in Deutschland, hier müsste es nach dieser Theorie ja Zigtausende von Morden, Vergewaltigungen und Überfällen geben, wenn deren Verbot die Menschen erst zur Begehung herausfordert.

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rumpyho 06.11.2017, 18:58
22. Unglaublich ..

.. also homophobe und rassistische Bemerkungen sind böse - aber persönliche Beleidigungen muss man schon ertragen können ?
Die Vereine hätten sehr wohl Möglichkeiten, gegen solche Transparente vorzugehen. Zum Beispiel durch den Entzug der Privilegien der Ultra Gruppierungen. Aber das will man ja auch nicht, weil sich deren Choreos so schön machen ... die Macht der Ultras ist nur deshalb so groß, weil die Vereine Angst vor der eigenen Courage haben.
Ich bin immer noch für die Abschaffung der Stehplätze. Man kann ja dafür auch einen preiswerten Familienblock machen (ist ja immer das Argument, dass sich Familien keine Sitzplätze leisten können), wo Familienkarten preislich ungefähr den Stehplatzkarten entsprechen.
Ich weiß, der Fußball diente früher auch dazu, den Pöbel ruhig zu stellen und ihm ein Ventil für seine Aggressionen zu geben. Aber man sollte sich überlegen, ob millionenschwere (teilweise milliardenschwere) Unternehmen dafür vielleicht nicht mehr zeitgemäß sind und man für die Assis nicht ein anderes Spielfeld finden kann (Wrestling vielleicht ?)

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forky 06.11.2017, 19:18
23. Rechtsfreier Raum

Stadien sind keine rechtsfreien Räume und wenn Internetportale verantwortlich sind, was verbreitet wird, dann gilt das auch für den Fußball. Ich frage mich, wieso wir es nicht hinbekommen, dass sich die Fans benehmen.
Die Bundesligisten müssen endlich den harten Kern ihrer Hooligans in den Griff kriegen. In Dortmund fühle ich mich sehr oft unwohl. Einfach weil ich dort Situationen in nächster Nähe sehe, die mir aus meinem Umfeld fremd sind. Ich kann auf die Stimmung dieser Idioten gut verzichten, weil die Gesänge sowieso monoton sind.
Es gibt Vereine, da ist es immer friedlich. Im Handball und Eishokey gibt es auch keine Eskalationen. Da sind die Bundesligisten gefragt, bei der Ermittlung der Chaoten zu helfen. Es sind doch genügend Kameras im Stadion.

Noch ein Wort zu den sogenannten Ultras und ihren Trommlern. Ohne Rhythmusgefühl und Musikalität gehen die Zehntausenden 90 Minuten auf den Geist. Ich würde die gar nicht reinlassen. Das beschädigt die Ware Fußball kolossal. Da verstehe ich Sky auch nicht. Einfach mal das Honorar kürzen.

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forky 06.11.2017, 19:21
24. Quatsch

Zitat von Ultras
Zuerst einmal: Ich stimme dem Artikel in weiten Teilen zu, da er die Schuld nicht ausschließlich bei den Ultras sucht. Jedoch: Was soll diese plumpe Herstellung des Zusammenhangs zwischen Ultras und Sexismus? Ja, die Hurensohnrhetorik in der Kurve ist dumm und billig, aber ist Ihnen mal der Gedanke gekommen, dass das Bild nicht aus reinem Sexismus, sondern mit Überlegung gewählt wurde? "Sich für Geld verkaufen" - und genau das ist ja der Vorwurf der Ultras gegen den modernen Fußball -, welches Bild erzeugt das automatisch? Und genau daher kommt der Hurenvorwurf. Auch wenn das im Moment in Mode zu sein scheint: Nicht alles, was irgendwo schief läuft, ist automatisch Sexismus. Also bitte beim guten Ansatz des Artikels weitermachen und die Sexismusdebatte da rauslassen.
Quatsch, diese Leute sind doch nicht zu einer solch tiefen Reflektion fähig. Die wollten nur beleidigen, und in dem Millieu ist das der höchstmögliche Ausdruck von Verächtung.

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forky 06.11.2017, 19:25
25. Choreos, Bengalos und Fangesang

Zitat von rumpyho
.. also homophobe und rassistische Bemerkungen sind böse - aber persönliche Beleidigungen muss man schon ertragen können ? Die Vereine hätten sehr wohl Möglichkeiten, gegen solche Transparente vorzugehen. Zum Beispiel durch den Entzug der Privilegien der Ultra Gruppierungen. Aber das will man ja auch nicht, weil sich deren Choreos so schön machen ... die Macht der Ultras ist nur deshalb so groß, weil die Vereine Angst vor der eigenen Courage haben. Ich bin immer noch für die Abschaffung der Stehplätze. Man kann ja dafür auch einen preiswerten Familienblock machen (ist ja immer das Argument, dass sich Familien keine Sitzplätze leisten können), wo Familienkarten preislich ungefähr den Stehplatzkarten entsprechen. Ich weiß, der Fußball diente früher auch dazu, den Pöbel ruhig zu stellen und ihm ein Ventil für seine Aggressionen zu geben. Aber man sollte sich überlegen, ob millionenschwere (teilweise milliardenschwere) Unternehmen dafür vielleicht nicht mehr zeitgemäß sind und man für die Assis nicht ein anderes Spielfeld finden kann (Wrestling vielleicht ?)
...geh' mir weg mit dem ganzen Event-Zeugs. Mir wäre in Dortmund lieber, der BVB würde ordentlich Fußball spielen. Die Südkurve mach schon lange keinem mehr Angst. In der Champions League ist die Stimmung auch ohne diese Chaoten gut.

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carinanavis 06.11.2017, 19:33
26. eher falsch

Zitat von cs01
Wenn ich Sie auf offener Straße durchbeleidige und Sie mich daraufhin anzeigen, dann passiert nichts. Die StA stellt das mangels öffentlichem Interesse ein. Nur wenn ich einen Polizisten beleidige, werde ich bestraft. Warum also soll Hopp bessergestellt werden als Sie und ich?
Beleidigung ist nach § 185 StGB eine Straftat. Eine Einstellung des Verfahrens nach einer Strafanzeige erfolgt nicht automatisch, insbesondere nicht bei Beleidigungen im Straßenverkehr und schon gar nicht, wenn der Täter Voreinträge hat (also nicht nur bei bei Polizisten). Zudem werden Verfahren oft erst gegen Geldauflagen eingestellt, also effektiv doch bestraft. Zudem ist immer eine Privatklage möglich, die sich Herr Hopp oder andere Prominente wohl leisten könnten. Da Beleidigungen mit großer Medienwirksamkeit sicher ein öffentliches Interesse haben, müssten die TSG Hoffenheim und Herr Hopp oder wer auch immer beleidigt wurde eben Strafanzeige stellen. Die Täter wären sicher leicht zu identifizieren.

Spielabbrüche sind sicher der falsche Weg, Stadionverbote und Nutzung der vorhanden Rechtsmittel wären das richtige Vorgehen.

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spon_3815441 06.11.2017, 19:38
27. Sehr geehrter Herr Buchheister,

was genau würden Sie tun, wenn ich mit demselben Plakat, als Utra versteht sich, vor Ihrer Wohnungstür aufkreuze mit Ihrem Konterfei, selbstverständlich auch ein Kamerateam dabei, dass dies unter ein Millionenpublikum bringt, nur um Ihnen mitzuteilen, dass Sie und Ihre Redaktion die schlechteste und subjektivste Sportredaktion in Deutschland sind?
Würden Sie dann auch noch sagen, " der will doch nur spielen……?"!

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mendikant 06.11.2017, 19:47
28. Genau

ich bin für eine sofortige Wiedereinsetzung des :
Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten von 1794, diesmal aber deutschlandweit.

Selbst erlebt: Ein gediegener älterer Herr mit Anzug und Krawatte im Stadion, Typ Hamburger Reeder, Fehlentscheidung des Schiris, aufspringen des Herrn und Worte der Beleidigung welche ich bis dato nicht kannte.
Laut Hopps Anwalt müsste jetzt also das Spiel abgebrochen werden, richtig oder?

Und wieso bitte schön, sind Ultras immer mit Asozialen gleichgesetzt, einige wissen hier anscheinend nicht was so ein Stadionbesuch an kosten mit sich führt, besonders Auswärts.
Football created by the poor, stolen by the rich.

Wieso , wie hier einige schreiben, müssen Fans die zum Teil seit Jahrzehnten ins Stadion gehen weichen (Bezirksliga etc etc), weil plötzlich ein "Mäzen" glaubt es gehöre nun ihm?
Ohne die Fans laufen da 22 Leute von links nach rechts über Rasen, bei Stille.

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mangeder 06.11.2017, 19:52
29. Hass+Beleidigung ist keine "Meinungsäußerung"

Hier wird schon so hinterhältig argumentiert wie von Rechtspopulisten. Die rechtfertigen ihre menschenverachtenden Hass und ihre strafbaren Beleidigungen auch gerne mit "das wird man wohl noch sagen dürfen" und der "Redefreiheit". Redefreiheit bezieht sich allerdings auf eine zivilisierte Rede oder auf Kritik, nicht auf Hass, Hetze und Beleidigungen!

Menschenverachtung ist auch keine "Meinung".

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