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Sieg gegen Anand im neunten Spiel: Carlsen steht kurz vor dem WM-Triumph

Neuntes Spiel, dritter Sieg: Magnus Carlsen aus Norwegen fehlt nur noch ein halber Punkt zum Gewinn der Schach-WM. Dabei profitierte er von einem verhängnisvollen Fehler von Titelverteidiger Viswanathan Anand.

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hannes46 21.11.2013, 16:57
60. Unglaublich!

Es ist wirklich unglaublich, wie hier von so manchem Foristen Anand als Patzer dargestellt wird.

Die Stellung ist alles andere als einfach, Carlsen konnte nach 28. Lf1 Dd1 29. Th4 Dh5 (erzwungen) 30. Sxh5 gxh5 31. Txh5 mit Lf5 das drohende Matt auf h7 gerade noch so verhindern. Nach 32. g6 (keineswegs ein Gewinnzug) Lxg6 und h7 ist weiterhin gedeckt. Spielt Weiß weiter mit Tg5 eventuell gefolgt von h4 und h5 mit Rückgewinn der Figur, kann sich noch eine lange Schlacht anschließen.

Die Stellung bleibt kompliziert, die eingeklemmten Figuren von Schwarz - der Springer kann sich nicht bewegen, weil er g7 schützen muss, weshalb auch der Turm auf f8 nicht ins Spiel kommt. Um sich aus dieser Klemme mit Kh8 und Tg8 zu befreien sind viele Züge nötig, die Weiß nutzen kann um das materielle Gleichgewicht wieder herzustellen.

Die Schachengines sind der Meinung, dass die Stellung noch innerhalb der Remisbreite ist, auch wenn Schwarz im Augenblick materiell etwas im Vorteil ist.

Wer hier glaubt er könne mit ein paar hingeworfenen Zugvorschlägen den noch amtierenden Weltmeister diskreditieren, der hat wirklich keine Ahnung von dem auf diesem Niveau gespielten Schach.

Auch die beiden Turmendspiele, die Anand verloren hat, waren keineswegs einfach Remis zu halten, da ist Carlsen wirklich ein Meister im aufrecht erhalten des Drucks. Anand ist da lediglich an Winzigkeiten gescheitert, deswegen bleibt er aber trotzdem einer der stärksten Spieler der Welt und verdient es nicht, hier im Forum so runtergemacht zu werden.

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s_a_b 21.11.2013, 17:07
61.

Zitat von Spiegelkritikus
Das wäre in der Tat die einzige theoretische Chance gewesen für Carlsen. Allerdings hätte er trotzdem verloren, wenn man statt 31.Txh5 Lf5 32.g6 Lxg6 so spielt: 31. L h3 - L c1 x Lh3 32. T X h5 Mit anderen Worten: Bevor der schwarze h-Bauer geschlagen wird, muss natürlich L h3 kommen, um den schwarzen läufer abzuwehren. Danach steht dem Matt nichts mehr im Wege.
In der von Ihnen angegebenen Variante folgt auf 32.Txh5 einfach Lf5 - der einzige Unterschied zu den vorherigen Varianten ist, dass Weiß nun noch eine Figur weniger hat.

Wenn also überhaupt dieser Versuch, dann muss schon 32.Txh3 folgen. Darauf folgt Db8 (mit der Idee Db1+ nebst Dg6).

Nun braucht Weiß noch einen Zug (das Schlagen auf h5), um wieder Matt zu drohen, das gibt Schwarz die Zeit, das o.g. Damenmanöver durchzuführen.

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okokberlin 21.11.2013, 17:07
62.

Zitat von Spiegelkritikus
Das wäre in der Tat die einzige theoretische Chance gewesen für Carlsen. Allerdings hätte er trotzdem verloren, wenn man statt 31.Txh5 Lf5 32.g6 Lxg6 so spielt: 31. L h3 - L c1 x Lh3 32. T X h5 Mit anderen Worten: Bevor der schwarze h-Bauer geschlagen wird, muss natürlich L h3 kommen, um den schwarzen läufer abzuwehren. Danach steht dem Matt nichts mehr im Wege.
der schwarze läufer darf natürlich nicht abgetauscht werden, sondern muß das feld h7 decken, als nicht abtauschen sondern Lg6.
der weiße angriffe geschichte, aber wie schwarz weiterkommen will, sehe ich auch nicht.....

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s_a_b 21.11.2013, 17:21
63.

Zitat von okokberlin
der schwarze läufer darf natürlich nicht abgetauscht werden, sondern muß das feld h7 decken, als nicht abtauschen sondern Lg6. der weiße angriffe geschichte, aber wie schwarz weiterkommen will, sehe ich auch nicht.....
Von c8 aus kommt der Läufer nicht einzügig nach g6, aber Schwarz kann einfach abtauschen und dann mit der Dame h7 decken.

Schwarz kommt in Richtung Sieg auch weiter, er benötigt zwar einige Züge, um seinen König gegen die Mattdrohungen zu sichern (Dame deckt h7, dann Kg8-h8 und T nach g8 - um auch das Matt auf g7 abzuwehren, danach kann sein Springer auf das aktivere Feld e6 und mindestens eine Schwerfigur kann wieder Angriffsaufgaben übernehmen, z.B. gegen den Bauern c3, aber auch gegen den sehr "luftig" stehenden weißen König.

Letztlich hat Schwarz eine Mehrfigur und die setzt sich auf Dauer durch.

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lonicerus 21.11.2013, 17:23
64. Schwarz muss ja nicht gewinnen!

Zitat von okokberlin
der weiße angriffe geschichte, aber wie schwarz weiterkommen will, sehe ich auch nicht.....
Schwarz gewinnt hier nur, wenn Weiß einen (groben) Fehler macht. Carlsen hätte solide auf Remis gespielt und ggf. auf Fehler Anands gewartet. Warum auch nicht?

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Spiegelkritikus 21.11.2013, 17:34
65.

Zitat von s_a_b
In der von Ihnen angegebenen Variante folgt auf 32.Txh5 einfach Lf5 - der einzige Unterschied zu den vorherigen Varianten ist, dass Weiß nun noch eine Figur weniger hat. Wenn also überhaupt dieser Versuch, dann muss schon 32.Txh3 folgen. Darauf folgt Db8 (mit der Idee Db1+ nebst Dg6). Nun braucht Weiß noch einen Zug (das Schlagen auf h5), um wieder Matt zu drohen, das gibt Schwarz die Zeit, das o.g. Damenmanöver durchzuführen.
Sorry, da hab ich mich natürlich vertippt. T X h3. Wenn nun D a5 bzw. b6 von Schwarz kommt, muss Weiss trotz des dorhenden Schachs den schwarzen Bauern h6 schlagen und zwar mit der Dame, damit c3 vom Turm gedeckt bleibt. Danach kann Weiss nur noch Schach bieten, um das Matt herausgekommen.möglich gewesen.

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Spiegelkritikus 21.11.2013, 17:45
66.

Zitat von okokberlin
der schwarze läufer darf natürlich nicht abgetauscht werden, sondern muß das feld h7 decken, als nicht abtauschen sondern Lg6. der weiße angriffe geschichte, aber wie schwarz weiterkommen will, sehe ich auch nicht.....
Der schwarze Läufer steht auf c8, wie soll der h7 decken, wenn Weiss seinen Läufer auf h3, also die Diagonale zieht? Da bleibt nur der Abtausch bzw. die von mir beschriebene Variante: Weiss schlägt mit seinem Turm den Läufer auf h3, Schwarz zieht mit der Dame nach a5 oder b4, um Schach bieten zu können.
Schwarze Dame schlägt Bauer h6, schwarze Dame bietet zum ersten Mal Schach und muss immer weiter bieten, weil sonst unmittelbar das Matt durch Dame h7 droht.

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Spiegelkritikus 21.11.2013, 17:49
67. Kleine Korrektur

Zitat von Spiegelkritikus
Sorry, da hab ich mich natürlich vertippt. T X h3. Wenn nun D a5 bzw. b6 von Schwarz kommt, muss Weiss trotz des dorhenden Schachs den schwarzen Bauern h6 schlagen und zwar mit der Dame, damit c3 vom Turm gedeckt bleibt. Danach kann Weiss nur noch Schach bieten, um das Matt herausgekommen.möglich gewesen.
Der letzte Satz muss heissen: Danach kann Schwarz mit seiner Dame nur noch Dauerschach geben, um das unmittelbar drohende Matt abzuwenden. Ergebnis bestenfalls Remis für Schwarz.

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s_a_b 21.11.2013, 18:00
68.

Zitat von Spiegelkritikus
Der letzte Satz muss heissen: Danach kann Schwarz mit seiner Dame nur noch Dauerschach geben, um das unmittelbar drohende Matt abzuwenden. Ergebnis bestenfalls Remis für Schwarz.
Nein, ein Dauerschach ist nicht nötig, denn sobald die schwarze Dame h7 deckt, droht kein Matt mehr.

Und Schwarz hat immer noch einen Springer über. Er braucht noch ein wenig Zeit, um seine Figuren auf der 8.Reihe wieder zu aktivieren, aber letztendlich wird er (bei bestem Spiel von beiden Seiten) die Partie wohl gewinnen.

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lonicerus 21.11.2013, 18:09
69. Wie oft denn noch?

Zitat von Spiegelkritikus
Der letzte Satz muss heissen: Danach kann Schwarz mit seiner Dame nur noch Dauerschach geben, um das unmittelbar drohende Matt abzuwenden. Ergebnis bestenfalls Remis für Schwarz.
Da braucht es kein Dauerschach, es kommt zum Abtausch der Damen und letztendlich zum Remis oder gar zum Sieg für Schwarz. Die von Ihnen aufgeführten Varianten sind allesamt äußerst nachteilig für Weiß, so dass Schwarz deutlich gewinnt. Sobald die schwarze Dame auf b1 oder c2 steht, ist ein Matt nicht mehr möglich! Man darf nicht vergessen, dass Weiß zu diesem Zeitpunkt bereits keine Leichtfigur mehr hat, Schwarz aber noch den Springer. Wie soll Weiß da noch gewinnen? Die beiden weißen Mehrbauern sind schnell verloren.

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