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Sieg gegen Atlético Madrid: Leverkusen bewahrt sich Chance auf das Achtelfinale der C
FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

Ein Madrider Eigentor leitete den ersten Sieg Bayer Leverkusens in der laufenden Champions-Leauge-Saison ein. In den verbleibenden Spielen braucht das Team aber Schützenhilfe.

mima84_84 07.11.2019, 00:04
1.

Top, Leverkusen! Die 3. beste Mannschaft Europas geschlagen! Der BVB hatte ja damals sogar die 2. beste Mannschaft Europas dominiert und nur unglücklich Unentschieden gespielt.

So schlecht ist die Bundesliga offensichtlich doch nicht.

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Hans-Dampf 07.11.2019, 07:37
2.

Zitat von mima84_84
Top, Leverkusen! Die 3. beste Mannschaft Europas geschlagen! Der BVB hatte ja damals sogar die 2. beste Mannschaft Europas dominiert und nur unglücklich Unentschieden gespielt. So schlecht ist die Bundesliga offensichtlich doch nicht.
Eine Glanzleistung einer Mannschaft sieht anders aus. Leverkusen hatte Glück, dass ein Eigentor im Spiel war und dass Hradecky oft prima pariert hat. Das gehört zwar zum Fußball auch dazu und Leverkusen scheint sich leistungsmäßig zu steigern. Jubelarien sind hier fehl am Platz.
Und daraus ableiten, dass die Bundesliga nicht so schlecht sei, verstehe ich auch nicht. International gesehen waren nur die Bayern in den letzten Jahren relativ erfolgreich. Ggü. spanische oder englische Mannschaften hat man noch einiges wieder aufzuholen.

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mima84_84 07.11.2019, 09:42
3.

Zitat von Hans-Dampf
Und daraus ableiten, dass die Bundesliga nicht so schlecht sei, verstehe ich auch nicht. International gesehen waren nur die Bayern in den letzten Jahren relativ erfolgreich. Ggü. spanische oder englische Mannschaften hat man noch einiges wieder aufzuholen.
Ja klar, Spanien und England ist weiter. Und auch die Bayern sind in den letzten Jahren immer dann rausgeflogen, wenn sie auf spanische oder Englische Top-Mannschaften trafen. Von daher kann ich eher wenig erkennen, wo sie da erfolgreicher sein sollen als andere Bundesligisten. Die Tatsache, dass man weiter kam lag bekanntlich eher an der Setzliste als an der sportlichen Qualität.

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briancornway 07.11.2019, 10:57
4. Haken

Schade, dass mit dem unnötigen Gegentor noch der direkte Vergleich verloren wurde, das könnte am Ende von Bedeutung sein. Aber vielleicht ist es auch egal.

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marcel_m 08.11.2019, 15:20
5. Adressiert an Beitrag #2

In diesem Jahrzehnt hat doch in der Addition - Titel, Punkteakkumulation, Anzahl an Teams - sich La Liga abgesetzt, während deutsche und englische Ligen sich um Rang 2 bemühen durften. Ab der Saison 2017/18 und 2018/19 wurde die Premier League ihrem Ruf schleichend gerecht, wobei aktuell mit Man City und Liverpool sich nur zwei wirkliche CL-Titelkandidaten positioniert haben. Gemessen an internationalen Standards besteht die Liga, trotz des "Trademarks" der top 6, in Wahrheit aus einer Top-2-Elite. Innerhalb des definierten Zeitraums bis zur Saison 2016/17 gab es nicht eine englische Mannschaft, welche den Charakter eines Favoriten besaß.

Die Bundesliga wurde in dieser Zeitspanne, wenn auch am ehesten und kontinuierlichsten durch den FC Bayern, sehr wohl auch wegen der Viertelfinalteilnahmen von Borussia Dortmund 2013/14, 2016/17, respektive VfL Wolfsburg im Jahr 2015/16 neben immerhin Achtelfinalpartien von weiteren Bundesligisten, vertreten; Fakten, die sich in der UEFA-Fünfjahreswertung sogar mit einem jährlichen Plus gegenüber den Engländern widerspiegelten. Die Wertigkeit der Europa League und entspr. Erfolge in dem Turnier mögen umstritten sein, trotzdem haben Borussia Dortmund, der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach als Viertelfinalisten genauso ihre UEFA-Punkte beigesteuert.

Nach der schlechten internationalen Saison 2017/18 ist ein deutlich positiver Trend zu erkennen, auch wenn - und das ist durchaus realistisch - nur 2 von 4 Mannschaften die CL-Gruppenphase überstehen sollten. Bayern ist immer konkurrenzfähig, ob nun ein Trainer entlassen wurde oder nicht, aber auch die Verfolger bewegen sich auf hohem internationalen Niveau. "Kleinere" Bundesligamannschaften kuschen nicht derartig, wie noch zu Guardiolas Zeiten, sind vielleicht sogar stärker als vergleichbare Mannschaften aus anderen großen europäischen Ligen, ergo ein Argument, Partien von Bayern, BVB & Co. gegen jene Teams als ausgeglichener wahrzunehmen, das FÜR die Bundesliga spricht, wobei die Behauptung einer Ausgeglichenheit früher GEGEN die Bundesliga sprach, eben weil der Leistungsdurchschnitt geringer war.

Zu Leverkusens Sieg sei noch angemerkt: absolut verdient. Erst in Unterzahl in den Schlussminuten kippte das Spiel. "Glück" zu haben, wie im Falle des Eigentors, spricht auch für das eigene Vermögen, solche Aktionen zu erzwingen. Natürlich ist man vom prozentualen Verhältnis aus Unkontrollierbar : Kontrollierbar unterschiedlich abhängig, es wäre aber töricht, dies einseitig zu bewerten.

Gegen einen CL-Mitfavoriten wie Atletico Madrid wird es selten zu "Glanzleistungen" kommen, gerade defensiv gehören sie immer noch in die Phalanx der Besten.

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Pudi 08.11.2019, 17:57
6. Tendenz

Zitat von marcel_m
In diesem Jahrzehnt hat doch in der Addition - Titel, Punkteakkumulation, Anzahl an Teams - sich La Liga abgesetzt, während deutsche und englische Ligen sich um Rang 2 bemühen durften. Ab der Saison 2017/18 und 2018/19 wurde die Premier League ihrem Ruf schleichend gerecht, wobei aktuell mit Man City und Liverpool sich nur zwei wirkliche CL-Titelkandidaten positioniert haben....
Einmal posten hätte sicherlich auch gereicht.
In der aktuellen 5-Jahreswertung fließt noch die Dominanz der Spanier in der CL und EL mit ein, wo dies ab Halbfinale fast rein spanische Verantstaltungen waren.
In der EL schon früher und in der CL letztes Jahr dreht sich aber die Tendenz in Richtung Premierleague.
Die Bundesliga hingegen hat verloren, besonders in der CL, da die Bayern es eben nicht mehr ins 1/2 Finale geschafft haben und es je nach Auslosung auch künftig eher schwerer auch für die Bayern werden wird. Leider haben die BL-Clubs auch teilweise leichtfertig die EL abgeschenkt (RB Leipzig z.B.). Frankfurt war da letztes Jahr mal eine Ausnahme.
Und was sie auch auslassen ist, dass die Serie A dank Investorengelder so langsam wieder aus ihrem Dornrösschenschlaf erwacht.
Wo wir beim eigentlichen Thema sind, dem Geld.
La Liga wird immer um Titel mitspielen, die Premierleague fängt an die Früchte der Investitionen zu ernten. Die Serie A ist auf dem Weg zu alter Stärke. Findet die Bundesliga keinen Weg, um da finanziell gegen zu halten (50+1?), wird sie von den 3 Ligen abgehängt.
Irgendwann schießt Geld dann doch die Tore, ob man es gut findet oder nicht.

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marcel_m 09.11.2019, 20:36
7.

Der Post wurde nur einmal veröffentlicht; davon abgesehen ist es irrelevant.

Mein Anliegen war, dass TROTZ der Qualitätszunahme der Premier League, unter der Kalkulation objektiver Kriterien, dieses Jahrzehnt netto-effektiv von der spanischen Liga geprägt wurde, bei bestehender Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga nach der UEFA-5-Jahreswertung, obgleich geringer Popularität.

Ein etwaiges Abschenken der EL von deutschen Vereinen beruht auf Subjektivität, weshalb ich es bewusst ignoriert habe. Ich könnte als Advocatus Diaboli unterstellen, dass die Engländer wegen ihrer Mehrfachbelastung diese Strategie noch viel systematischer betrieben haben, was aber nichts an dem Standpunkt der messbaren Leistung ändern würde und dazu zählen Punkte in der EL durch S04, RB Leipzig etc.

Auch habe ich nicht die Italiener "ausgelassen", die ja bekannt sind für schlechtes Wirtschaften; siehe überproportional hohe Gehälter relativ zum erzielten Umsatz, was sich auf sportliche Pläne negativ auswirken kann. Nein, ich möchte daran erinnern, einen nicht existierenden kausalen Zusammenhang zwischen Finanzkapital und Titeln herzuleiten. Diese Phrasen, was Geld bewirkt, überlasse ich den Boulevardmedien. In so ein Reich gehören auch Mythen über "Setzlisten" - dem angeblichen Losglück der Bayern - wie ein Spezialist in Beitrag #3 anmerkt. Es gilt als ein weicher Faktor, mehr aber nicht.

Der Sportdirektor von Manchester City, Txiki Begiristain, hatte schon seit Amtsbeginn 2012 mit freundlicher Unterstützung durch Scheich Mansour und seiner Investmentgruppe, einer flachen Hierachie, in der Expertise auf einige Vertraute verteilt und unnötige Bürokratie vermieden wird - ein Kreis, dem auch Pep Guardiola angehörte - den Verein auf eben diesen Mann ausgerichtet, weshalb es nur eine Frage der Zeit war, Guardiola unter Vertrag zu nehmen. Jahrelang gab es unter Mancini und Pelligrini nur mäßige Erfolge gemessen an internationalem Niveau. Das apolitische Arbeitsumfeld war für den Neu-Coach mitenscheidend für die Weiterentwicklung, etwas, dass es in München nicht gab; und wegen ihm konnten Spieler leichter für einen Transfer zu City überzeugt werden.

Womit wir beim Faktor Identität wären. Dies besitzt der Klub bei weitem nicht, wie Real Madrid oder der FC Bayern. Ich zähle mich nicht zu der Anti-RB-Fraktion, aber dies lässt sich eben nicht erkaufen und in einem CL-Halbfinale spüren so etwas die Gegenspieler. Begiristain hat diese Tatsache erkannt.

Liverpool setzt ja schon lange besonders auf mathematische Modelle, wenn sie sich auf dem Markt bedienen. So sind auch Mohamed Salah und ihr Trainer, Jürge Klopp, in das eigene Raster gefallen. Es ist nicht zwingend eine Frage des teuersten, sondern des richtigen Personals. Ansteigende amerikanische Interessen im europäischen Fußball führen zu einem gewissen Statistikwahn, der aber klug verwendet, aufschlussreicher sein wird als irgendwelche Marktwerte, jedenfalls dann, sobald wir uns in bestimmten Budgets bewegen.

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marcel_m 09.11.2019, 20:54
8. Nachtrag

Unter den 20 Klubs mit den höchsten Gehaltsausgaben befinden sich 9 aus der englischen Liga, 2 von denen, sagen wir, spielen um den CL-Titel. Manchester United sei mal exemplarisch für fußballfremde Investoren, die gleichzeitig - so der Verdacht - das operative Geschäft zu sehr beeinflussen wollen. Das Ergebnis eines Vereins, der mittlerweile hauptsächlich von seiner Historie lebt, ist für jeden ersichtlich. Am FC Arsenal lässt sich ablesen, wie - sicherlich gute - Ex- Bundesligaspieler nach dem Ligawechsel - überbewertet - einen Nimbus umgehängt bekommen.

FC Sevillas Sportdirektor, der den Klub über zwei Dekaden bei moderaten Mitteln zu maximalem Erfolg orchestrierte, in der die Andalusier 5 mal die Europa League gewannen, ist nach kurzem italienischen Exkurs wieder zurückgekehrt, um nahtlos anzuknüpfen, doch wie er selber behauptet, unter wachsender Konkurrenz durch das Kopieren seiner bewährten Philosophie, was einen Gegentrend im Angesicht finanzieller Kräfte ja bestätigt.

Die 4 englischen Finalteilnehmer in der Saison 2018/19 sind vor allem als eine statistische Anomalie zu werten. Auf lange Sicht entsteht eine gewisse Balance - auch der Fußball arbeitet in Zyklen - bei der aber eventuell 6 bis 8 Teams verteilt auf die 5 größten Ligen häufiger unter sich bleiben. Wiederum wächst das Inventar an guten - zugleich jungen - Spielern, weil auch der Sport populärer wird, wodurch eine Nicht-Elite dieser These entgegenwirken könnte.

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