Forum: Sport
Sieg über Sergei Karjakin: Magnus Carlsen bleibt Schach-Weltmeister
AFP

Weltmeister Magnus Carlsen bleibt auf dem Thron der Schachwelt: Der Norweger besiegte seinen Herausforderer Sergei Karjakin. Die Entscheidung fiel in der dritten von vier Schnellschach-Partien.

Seite 2 von 5
salamicus 01.12.2016, 08:49
10. Zwei Schreiber...

Zitat von jankoepping
Der Vergleich mit dem Computer in 6. ist nun wirklich nicht fair. Wir vergleichen ja auch nicht Usain Bolt mit einem Formel 1-Wagen. Ansonsten natürlich Glückwunsch an den alten und neuen Weltmeister. Sehr verdient und m.E. auch knapper als es nötig war.
...ein Gedanke. Demnächst werden Roboter auch schneller laufen und besser Fußball spielen. Dann dürfen Usain Bolt und Bayern München nur noch zuschauen, denn...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dietmr 01.12.2016, 09:01
11. Korrekt?

Zitat von Dr. L
Journalisten können sich nicht mehr korrekt ausdrücken Wenn die Entscheidung wirklich in der dritten Schnellschachpartie gefallen wäre, warum hast man dann noch eine vierte gespielt. Man könnte vielleicht sagen, dass eine gewisse Vorentscheidung in der dritten Partie gefallen ist, aber ganz bestimmt keine Entscheidung.
Hinweis sachlich absolut nachvollziehbar aber Ihre Konklusio? Eine fragwürdige Überschrift (an der einer, zwei, vielleicht maximal drei Journalisten beteiligt waren), und dann können "Journalisten" allgemein sich nicht mehr ausdrücken?
Da wurde ein Fehler gemacht, Fehler sind menschlich, Journalisten sind Menschen. Daraus allgemein auf sprachliche Inkompetenz, und dann auch noch der ganzen Berufsgruppe (!!!) zu schließen, zeigt eigentlich nur, dass Sie selbst mit den Begriffen der Logik offenbar zumindest gelegentlich auf Kriegsfuß stehen ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
claude 01.12.2016, 09:39
12. Mercedes hat nicht an der Olympiade teilgenommen

Zitat von homodigitalis
Sehr gut Herr Carlsson! Aber die Besten waren nicht am Tisch. Deep Blue & co lässt grüssen. Am Ende zählt immer das Resultat. Und hier sind wir Second best in Class.
Lieber Forist, richtig, es hat kein Computer an der Schach-WM teilgenommen.
Im 100m Finale der Olympiade, ist das Mercedes Formel 1 Team auch nicht gegen Usain Bolt angetreten, obwohl Mercedes sicherlich schneller gewesen wäre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tallinn1960 01.12.2016, 09:42
13.

Zitat von Attraktor1
Carlsen hat meines Erachtens verdient gewonnen...angriffsfreudiger und mit Mut zum Risiko. Gratulation und danke für an beide Kontrahenten für die interessanten Schachabende.
Der Schluss war wirklich beeindruckend. Fürs Matt musste Carlsen in der kurzen Zeit auch noch die bessere Verteidigung Lf8 durchrechnen und hat so ein Matt in 8 gesehen - eigentlich sogar noch tiefer, weil er das Matt hat sehen müssen, als er Df2 zuliess, also noch drei Züge früher. Für den die Falle aufstellenden Zug 47. Qxf4 brauchte Carlsen 1 Minute, danach blitzte er den Rest aufs Brett. Ich habe den Tie-Break auf chess24.com verfolgt, wo Peter Svidler und Jan Gustafson kommentierten. Als Carlsen zum finalen K.O. ansetzte, war Svidler für seine Verhältnisse regelrecht aus dem Häuschen: "This is very impressive. This is for the books."

Die Stellung werden wir sicher über kurz oder lang als Taktikübung auf chessgames.com sehen. An einem Donnerstag oder Freitag, wo die schweren Dinger kommen - oder gar an einem Sonntag. Da heisst der Level "insane".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tallinn1960 01.12.2016, 09:48
14.

Zitat von Dr. L
Wenn die Entscheidung wirklich in der dritten Schnellschachpartie gefallen wäre, warum hast man dann noch eine vierte gespielt. Man könnte vielleicht sagen, dass eine gewisse Vorentscheidung in der dritten Partie gefallen ist, aber ganz bestimmt keine Entscheidung.
In einer Partie ist der entscheidende Fehler auch nicht der letzte Zug des Verlierers. Vor der vierten Partie befand sich Karjakin bereits in einer aussichtslosen Position. Natürlich kann der Gegner immer noch tot vom Stuhl fallen oder einen schweren Patzer aufs Brett bringen, aber nach menschlichem Ermessen durfte man davon ausgehen, dass Carlsen keine Mühe haben würde, mit Weiss das Remis zu erzielen, dass er für den Sieg brauchte. Und so war es dann auch. In dem Versuch, den unbedingt notwendigen Sieg zu erzielen, hat Karjakin dann auch seine Stellung mehr und mehr kompromittiert, bis Carlsen schliesslich sogar gewinnen konnte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
burgundy 01.12.2016, 09:56
15.

Zitat von claude
Lieber Forist, richtig, es hat kein Computer an der Schach-WM teilgenommen. Im 100m Finale der Olympiade, ist das Mercedes Formel 1 Team auch nicht gegen Usain Bolt angetreten, obwohl Mercedes sicherlich schneller gewesen wäre.
Lieber Forist, mit beiden Argumenten scheinen Sie ein wenig schief zu liegen. Es haben sehr wohl Computer an der Schach-WM teilgenommen, nämlich in den finanziell durchaus anspruchsvollen Beratungen der Sekundanten. Ganz klar werden hinter den Kulissen die Partien analysiert, auch unter Zuhilfenahme von Computern. Was denn sonst? Es geht immerhin um viel Geld.

Der Vergleich von Bolt mit einem Mercedes FI Wagen hinkt - und das ist sprichwörtlich - auch. Während Bolt seine Beine benutzt und eine gänzlich andere Mechanik in Anspruch nimmt, fährt das Auto auf Rädern, verbraucht Sprit etc, geht die 100 m Strecke also auf eine ganz andere Art und Weise an. Dies ist beim Computer (mit der Ausnahme, dass er über Strom und damit im Vergleich zum Gehirn unerschöpfliche Energiereserven verfügt) eben nicht so: Der Computer spielt in der Tat dasselbe Spiel mit - je intelligenter er ist - denselben Algorithmen wie der Schachspieler. Gerade Carlsen, der am Computer gross geworden ist, ganz im Gegensatz zum klassisch geschulten Karjakin, ist hier das Paradebeispiel. Seine Partien sind, was die positionelle Behandlung angeht, durchaus sehr computermässig angelegt, was natürlich auch mit den im Hintergrund laufenden Analysen seines Teams während des Turniers zusammenhängt.

Grundsätzlich sollte man aber die Computerleistung auch im Schach nicht mit der menschlichen Leistung vergleichen. Sie ist bereits rein rechnerisch um ein Vielfaches stärker und wird immer besser werden. Wenn der Spieler dann ebenso "computerlike" denkt, wird die Kooperation von Spieler und Computer gegenüber dem klassischen Schach immer die Oberhand behalten, was das schöpferische Element, gerade wie es in den Schnellschachpartien von Carlsen demonstriert wurde, zumindest derzeit noch nicht ganz ins Abseits stellt. Aber bei dieser WM zeigte sich doch genau dieser Unterschied: computerisiertes versus klassisches Schach. Von letzterem wird man sich verabschieden müssen. Und dann bleibt schon ein wenig die Frage, ob es wirklich noch sinnvoll ist, den Menschen nur noch zum ausführenden Partner der Computeranalyse zu machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
havel23 01.12.2016, 10:03
16. Entscheidung in der Dritten

Zitat von Dr. L
Wenn die Entscheidung wirklich in der dritten Schnellschachpartie gefallen wäre, warum hast man dann noch eine vierte gespielt. Man könnte vielleicht sagen, dass eine gewisse Vorentscheidung in der dritten Partie gefallen ist, aber ganz bestimmt keine Entscheidung.
Bei Sportkommentatoren ist es durchaus üblich von einer Entscheidung zu sprechen, wenn ein Wettkampf noch nicht beendet ist. Beim Fußball nennt man so das Tor, das in der letzten Viertelstunde zu einem 2-Tore Vorsprung führt, wenn der Gegner nicht den Eindruck macht, diesen Vorsprung noch aufholen zu können. Und ähnliches konnte man völlig zu Recht nach der dritten Schnellschachpartie sagen. Jeder wußte, was gemeint ist. Dazu braucht man keinen Dr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pmeierspiegel 01.12.2016, 10:11
17.

es gibt momentan ca 10 spieler die annähernd gleiche spielstärke haben.
der rest ist glück und tagesform.

alles in allem eher schlechtes niveau bei dieser wm - ein 2 zügiges remis zu übersehen, wie es beide spieler
in partie 9 passiert , spricht leider für sich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KV491 01.12.2016, 10:44
18.

Zitat von pmeierspiegel
es gibt momentan ca 10 spieler die annähernd gleiche spielstärke haben. der rest ist glück und tagesform. alles in allem eher schlechtes niveau bei dieser wm - ein 2 zügiges remis zu übersehen, wie es beide spieler in partie 9 passiert , spricht leider für sich.
Schade, dass Sie nicht dabei waren! Das kommt davon, wenn man Dilettanten ranlässt und die wahren Großmeister wieder zu Hause auf dem Sofa bleiben müssen.

Danke an die beiden Finalisten und an die vielen sachlichen und anregenden Kommentare zur WM hier im Forum.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
famon 01.12.2016, 10:52
19. Glückwunsch!

Ein verdienter und würdiger Titelverteidiger und ein fairer und schwerer Herausforderer, der dann doch eine Nummer zu klein war. Auch wenn es nicht immer sensationell war, spannend war es allemal. Ich freue mich schon aufs nächste Finale.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 5