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Sind Retortenclubs die Zukunft in Deutschland?

Der Konzern Red Bull steigt bei einem Leipziger Fünftligisten ein. Ist Großsponsoring die Zukunft des deutschen Fußballs?

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lemmiecaution 16.06.2009, 18:23
1.

Zitat von sysop
Der Konzern Red Bull steigt bei einem Leipziger Fünftligisten ein. Ist Großsponsoring die Zukunft des deutschen Fußballs?
Für den FC Freiburg vielleicht. Für die Werksclubs nicht - eher Gegenwart oder sogar schon Vergangenheit. Und beim FC Bayern heißt das natürlich nicht Großsponsoring - sonder vornehmer : "Strategische Partner". So konnte man Adidas schon 2002 mit 10 % an einem Phantasie-Wert von über 2 Milliarden DM zum Vorzugspreis von "nur" 75 Millionen Euro (!!) "beteiligen". Reschpekt !

Zumindest bis 2010. Was passiert dann eigentlich ? Löst sich die Beteiligung dann auf ???

Andere haben ihre Stadien-Namen verscherbelt, wieder andere die Vermarktungsrechte, besondere Spezialisten ihre Werbeeinnahmen wg. "Anleihen" für 10-12 Jahre verpfändet - ja, die "Bundesliga" ist schon besonders seriös aufgestellt ...

Komischerweise ist "Großsponsoring" nur dann schlecht, wenn es andere Clubs machen. Beim eigenen ist es ok... :-))

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deccpqcc 16.06.2009, 19:14
2.

Zitat von sysop
Der Konzern Red Bull steigt bei einem Leipziger Fünftligisten ein. Ist Großsponsoring die Zukunft des deutschen Fußballs?

es ist seit jahren realität.
wer so ein thema aufmacht hier zeigt das er keine ahnung hat.

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Dylan1941 16.06.2009, 19:24
3.

Zitat von lemmiecaution
Für den FC Freiburg vielleicht. Für die Werksclubs nicht - eher Gegenwart oder sogar schon Vergangenheit. Und beim FC Bayern heißt das natürlich nicht Großsponsoring - sonder vornehmer : "Strategische Partner". So konnte man Adidas schon 2002 mit 10 % an einem Phantasie-Wert von über 2 Milliarden DM zum Vorzugspreis von "nur" 75 Millionen Euro (!!) "beteiligen". Reschpekt ! Zumindest bis 2010. Was passiert dann eigentlich ? Löst sich die Beteiligung dann auf ??? Andere haben ihre Stadien-Namen verscherbelt, wieder andere die Vermarktungsrechte, besondere Spezialisten ihre Werbeeinnahmen wg. "Anleihen" für 10-12 Jahre verpfändet - ja, die "Bundesliga" ist schon besonders seriös aufgestellt ... Komischerweise ist "Großsponsoring" nur dann schlecht, wenn es andere Clubs machen. Beim eigenen ist es ok... :-))
Komischerweise erkennen Anhänger dieser Werkclubs nicht die Unterschiede zwischen Sponsoring und das der Club einem Sponsor gehört

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klumpenhund 16.06.2009, 19:35
4.

Zitat von lemmiecaution
Komischerweise ist "Großsponsoring" nur dann schlecht, wenn es andere Clubs machen. Beim eigenen ist es ok... :-))
Scheinbar fehlt Retortenklubfans das Gen zur Fähigkeit zwischen aus dem Nichts auftauchenden Klubs, die von einer einzelnen Geldquelle aufgepumpt und am Leben gehalten werden und Klubs, die sich vor allem durch gute sportliche Leistungen größere Sponsorenverträge verdienen müssen zu unterscheiden.

Zur Threadfrage: Es werden in den ersten beiden Ligen weiterhin Traditionsvereine neben Werks/Mäzenvereine existieren.
Ich finde es naiv zu glauben, dass Mäzentum das Allheilmittel sei. Es gibt etliche Beispiele in denen solche Projekte nach hinten losgingen.
Selbst bei den Sinsheimern kann man nüchtern betrachtet noch nicht von einer sensationellen Entwicklung sprechen. Bislang wurden dort nur Unsummen ausgegeben, der Kader besteht zu großen Teilen aus Ausländern und Hopp weitet regelmäßig seine selbst gesteckten Investitonslimits aus, so dass vom angestrebten langfristigen Konzept fast nichts mehr übrig ist.

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Christian W. 16.06.2009, 20:09
5.

Zitat von Dylan1941
Komischerweise erkennen Anhänger dieser Werkclubs nicht die Unterschiede zwischen Sponsoring und das der Club einem Sponsor gehört

Ich stimme dir selten zu, diesmal schon. Kurz und knackig auf den Punkt gebracht.

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lemmiecaution 16.06.2009, 20:44
6.

Zitat von Christian W.
Ich stimme dir selten zu, diesmal schon. Kurz und knackig auf den Punkt gebracht.
Na hört mal, was ist das denn ? Das war doch so ne schöne Spitze z.B. gegen Bayern, und jetzt fallt Ihr mir in den Rücken, also näh ... Spielverderber ! :-))

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kategorie_offenbach 16.06.2009, 21:06
7. Kartenhaus Ökonomie verdrängt Emotion

Zitat von sysop
Der Konzern Red Bull steigt bei einem Leipziger Fünftligisten ein. Ist Großsponsoring die Zukunft des deutschen Fußballs?
Jedenfalls zeigt das Beispiel Red Bull, dass sich die Achse Emotion - Ökonomie immer mehr zu Gunsten der Ökonomie verschiebt. Leider!

Dabei wünschen sich solche "Investoren" die Umwandlung von "Fußball" in ein rein ökonomisches Produkt, kommen dann damit aber auch nicht klar, weil zu viele emotionale Faktoren auf und außerhalb des Platzes die Sache nicht restlos planbar machen.

Ich persönlich kann kann heute schon sagen, dass ich mit den Hoppenheims, Red Bulls, VWs & Co. gar nichts zu tun haben will und das alles irgendwann nicht mehr mitmachen werde.
Für mich ist Fan zu sein - zumindest für mich als OFC-Fan - immer noch eine Geisteshaltung, ein Lebensstil eine Überzeugung und mit sehr viel Emotionen und Leidenschaften verbunden. Und eben nicht nur eine Umsatzbasis oder ein Werbeträger wie für die Retortenklubs!
Ich halte es einfach nur für eine billige, leidenschaftslose und charakterschwache Entscheidung sich einen solchen erfolgreichen Retortenklub zu seinem Lieblingsverein zu küren. Schon heute verstehen die "Fans" (besser: Kunden) dieser Retortenklubs a la VW oder Hoppenheim nicht, dass man sein Herz auch noch einem Verein wie Kickers Offenbach schenkt, der viel schlechtere sportlich und finanzielle Daten hat. Ein emotionaler Fan denkt aber eben nicht an diese Daten, er vergleicht nicht die Erfolge und Titel. Denn ein echter Fan handelt leidenschaftlich. Er ist wie ein Verliebter, der auch mit einer grauen Maus das glücklichste Leben führen kann. Kurzum: Kein OFC-Fan würde auch nur eine halbwegs gute Saison des OFC - nicht einmal ein einziges gewonnenes Spiel! - gegen zwölf Meisterschaften eines Retortenvereins eintauschen.

Natürlich ist die ökonomische Entwicklung heute ein Faktum
Ich glaube aber trotzdem nicht, dass Red Bull u.a. und die "Vereine", die sich entsprechend prostituieren, damit auf Dauer erfolgreich sein werden oder das ganze Konstrukt Fußball stärken können. Es wird auf Dauer bestimmt nicht reichen, nur Geld reinzustecken, zielstrebig zu planen, ein bisschen Firlefanz und das Drumherum wichtiger als das Spiel zu machen und dann zu glauben man sei dauerhaft gut "aufgestellt", wie das heute bei Businessangels heißt.
Wenn immer mehr solcher Retortenvereine wie Red Bull, Hoppenheim und VW Wolfsburg in der Bundesliga die Oberhand gewinnen, dann wird irgendwann das Ganze wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Denn dann wäre die Bundesliga nur noch ein auf Oberflächlichkeiten aufgebautes - und für die emotionslosen Kunden (nicht mehr emotionale Fans) austauschbares - Unterhaltungs- und Wirtschaftsprodukt. Also nur noch ein Mittel zum Zweck, das man beliebig austauscht, wenn man mit anderen Mitteln die Zwecke besser erreichen kann.

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matthias schwalbe 16.06.2009, 22:02
8.

Zitat von kategorie_offenbach
Ich persönlich kann kann heute schon sagen, dass ich mit den Hoppenheims, Red Bulls, VWs & Co. gar nichts zu tun haben will und das alles irgendwann nicht mehr mitmachen werde. Für mich ist Fan zu sein - zumindest für mich als OFC-Fan - immer noch eine Geisteshaltung, ein Lebensstil eine

Ja nee iss klar:"frag nich was dein Verein für dich

tut,sondern frag dich ,was tust du für dein Verein ?" ;);)


Das herrliche daran ist,dass ale Fußballfans die selbe

Aussage machen-über ihren Club.

Also,im "Westen nix neues" und immer schön lescher bleiben;)

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Polar 17.06.2009, 07:51
9.

Zitat von lemmiecaution
Na hört mal, was ist das denn ? Das war doch so ne schöne Spitze z.B. gegen Bayern, und jetzt fallt Ihr mir in den Rücken, also näh ... Spielverderber ! :-))
Also wirklich! Außerdem kommt mir das Thema so bekannt vor...zumindest weiß ich jetzt schon, wer hier 75% der Beiträge abliefern wird.

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