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Snowboard-Finale bei Olympia: Spektakel im Schatten
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Snowboard bietet Show, Rasanz und moderne Helden. In Deutschland tut sich die Sportart im alpinen Schatten schwer. Mit dem Ruhm für Ester Ledecká soll alles besser werden - doch spielen die TV-Sender mit?

yang0815 23.02.2018, 16:17
1. Publikum ≠ Zielgruppe

Ein normaler Skifahrer fährt mit normalen Skiern den Berg hinunter. Auf den ersten Blick das gleiche Material wie die Rennläufer. Ein guter Skifahrer kann auch so fahren wie die Profis, nur nicht so schnell/sicher/präzise.

Im Parallelslalom fahren die Snowboarder mit Alpinboards, positivem Bindungswinkel und mit Hardboots (ähnlich Skischuhen). Die große Masse der Snowboarder fährt aber mit weichen Freestyleboards, Softboots und Duckstance.
Letzteres macht nur Sinn in der Halfpipe und bei Big Air, das traut sich der Normalsterbliche wiederum nicht.

Das bedeutet also, für die Skifahrer ist Snowboarden nicht interessant und die Masse der Snowboarder kann mit den diversen Snowboard-Events sich auch nicht identifizieren. Dazu kommt dass die Freestyle Boards für die Piste völlig unpassend sind, die sind eben für Tricks optimiert. Das Ergebnis ist dass 90% der Hobbyfahrer im wahrsten Sinn "herumrutschen".
Dann also lieber Ski nehmen. Selbst im Funpark ist man inzwischen mit Skiern besser dran.

Oder anders gesagt, wie würden die Einschaltquoten beim Skifahren aussehen, wenn auf der Piste alle, aus einem unerfindlichen Grund, mit 10cm breiten Twin Tip Rocker Skiern unterwegs wären? Nur mit so einem Material unterrichtet werden würde? Und sich wundern dass man damit nur rumrutscht aber nicht fährt?

Ich hätte vermutet, sehr gering, weil 1) man sich nicht damit identifiziert und 2) immer mehr Leute mit so einem Material die Lust am selber fahren verlieren würden. Genau das passiert(e) beim Snowboarden.

So fährt man mit einem Alpinboard
https://youtu.be/4Vl-DzZ0KzA?t=1m21s

Community von Carving Enthusiasten
https://www.frozen-backside.de/wbb411/wcf/

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ridr 23.02.2018, 17:10
2.

Olympisches Snowboarden ist dem Skiverband untergeordnet und ist da das ungeliebte, ungewollte, schwarze Schaf das nur aus strategischen Gründen mitgeschleppt wird (um eine mögliche Konkurrenz zu unterbinden). Da zudem das Interesse des TV am alpinen Skisport schwindet will die FIS nicht auch noch Sendezeit an die Snowboarder verlieren - wo btw. zudem das Interesse insgesamt am alpinen Wintersport schwindet auf Grund von seit Jahrzehnten um jährlich 4-5% steigenden Ticketpreisen.
Die Hardboot/ Race Fraktion ist zudem auf ziemlich verlorenen Posten weil auch innerhalb der Snowboardszene Exoten. Der carving- Trend, der vom snowboarden auf die Ski übergesprungen ist kommt nun auch wieder vehement zum snowboard zurück, aber auf hardboots hat niemand mehr Lust. Das ist wie mit einem DTM- Rennwagen in der Innenstadt Autofahren - unbequem, überflüssig und peinlich.

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nilsinger 23.02.2018, 19:09
3. Was ist geiler?

Ich bin Snowboarder, habe vor 27 Jahren von Ski aufs Brett gewechselt.
Jeder soll doch bitte das machen, wozu er Lust hat.
Die Frage ist doch die, was machen ARD und ZDF?
Als der spannende Halfpipewettbewerb lief, da wurde Curling (ohne deutsche Beteiligung) gezeigt. Zur Krönung wurde dann, als ernst wurde mit dem entscheidenden 3. Lauf zu einem abgesagten Skirennen geschaltet.
Am meisten Zuschauer vor Ort hatte der Snowboardwettbewerb.
Der Zuschauer hatte für sich entschieden, was „geiler“ ist.
Der Beitragsfinanzierte Sender hat dies außer Acht gelassen.
Zum Glück konnte ich auf CBS ausweichen.
Wie soll das weitergehen?

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m_a_t_z_e 23.02.2018, 23:49
4. Fernsehrechte

Natürlich ist es schade, dass die Snowboardwettkämpfe, aber übrigens auch das erwähnte Eiskunstlaufen nicht live im TV gezeigt wurden. Das hängt aber weniger mit dem Desinteresse der Programmverantwortlichen bei ARD und ZDF zusammen als mit den exklusiven Rechten von Discovery. Die haben im übrigen auch dafür gesorgt, dass die Entscheidungen in diesen beiden Sportarten zur besten Sendezeit in den USA laufen, bei uns also mitten in der Nacht.

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wallaceby 24.02.2018, 18:19
5. Worüber beschweren sie sich eigentlich...?

Zitat von ridr
Olympisches Snowboarden ist dem Skiverband untergeordnet und ist da das ungeliebte, ungewollte, schwarze Schaf das nur aus strategischen Gründen mitgeschleppt wird (um eine mögliche Konkurrenz zu unterbinden). Da zudem das Interesse des TV am alpinen Skisport schwindet will die FIS nicht auch noch Sendezeit an die Snowboarder verlieren - wo btw. zudem das Interesse insgesamt am alpinen Wintersport schwindet auf Grund von seit Jahrzehnten um jährlich 4-5% steigenden Ticketpreisen. Die Hardboot/ Race Fraktion ist zudem auf ziemlich verlorenen Posten weil auch innerhalb der Snowboardszene Exoten. Der carving- Trend, der vom snowboarden auf die Ski übergesprungen ist kommt nun auch wieder vehement zum snowboard zurück, aber auf hardboots hat niemand mehr Lust. Das ist wie mit einem DTM- Rennwagen in der Innenstadt Autofahren - unbequem, überflüssig und peinlich.
Aus gesicherter Erfahrung auf so gut wie allen Skigebieten dieser Welt, sind doch 99 % aller Snowboarder genau die Fraktion auf Pisten oder auch abseits davon, die ihr "Material" am allerwenigsten beherrschen. Als guter Freizeit-Skifahrer, der das auch schon seit Kindesbeinen an macht, kann man heutzutage mit einer "normalen" Ausrüstung eine Fahrdynamik auf Carvingski-Brettern erleben, von dem der "normale Snowboarder" doch nur träumen kann! Es ist für mich immer wieder erschreckend, wie viele von den ganz jungen und nicht mehr ganz so jungen Boarder buchstäblich immer nur rumrutschen und schlimmer noch, meistens irgendwo rumliegen- bzw. lungern, weil man sich im "Fun-Modus" befindet. Dabei aber leider sehr oft gute Skifahrer vergrault. Das Image von Snoboardern ist bei den meisten meiner Bekannten, die ebenfalls allesamt sehr gute Skifahrer sind, nicht besonders gut. Trotz der Bereitschaft auch auf diese Hobbysportler Rücksicht zu nehmen. Wer sein Gerät einfach nicht beherrscht, und sich dann trotzdem immer "benachteiligt" gegenüber den Alpinen fühlt, ist schon auch zu einem gewissen Teil selbst mit schuld!
Ich habe mir vorhin den Frauen-Parallel-Slalom angesehen, bei dem für Deutschland Silber und Bronze heraussprang. Beim Zusehen möchte man die Fahrerinnen förmlich mit einem imaginären Gummiband "beschleunigen", weil im gesamten Bewegungsablauf sowie in der Brettbeherrschung selbst bei diesen Spitzenfahrerinnen eine sichtbare Unruhe herrscht, die auch von einer Doppelolympiasiegerin wie der Ledecka aus Tschechien nicht kaschiert werden kann. Die Dynamik auf dem Single-Brett lässt somit auch bei einem Speedwettbewerb einfach total zu wünschen übrig! Man kann es sehen! Boarder sollen ihre "Funwettbewerbe" wie Halfpipe oder Big-Air ruhig machen. Der "normale" Snowboarder wird mit diesen absoluten Akrobaten aber leider so gut wie NICHTS gemeinsam haben! Und genau das ist der Vorteil beim alpinen Skifahren: man kann als Normalo eben schon genau nachempfinden, was bei den Weltklassesportlern dort so abgeht! So sieht jedenfalls meine Erklärung zu den Unterschieden dieser beiden Sportarten aus.

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