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Sportförderung: Mehr Geld - aber wofür eigentlich?
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Der DOSB will mehr Geld für die Sportförderung - und wird es wohl auch bekommen. Doch der Verband hat Probleme mit der Transparenz. Auch mit der Verschlankung kommt er nicht voran.

Alfred +1 08.11.2018, 01:41
1.

Ich verstehe die Intention des Artikels nicht so recht. Millionen hierhin, Millionen dahin, teilweise Steuergelder teilweise auch wieder nicht usw. . Die große Frage ist doch folgende: Kann und will sich die neuzeitliche BRD Leistungssport in jeder sportlichen Richtung leisten oder nicht. Und wie soll dieser finanziert werden. Welche Struktur wäre dabei hilfreich? Den Sport, speziell den Leistungssport, einem Innenministerium zu unterwerfen ist zumindest fragwürdig. Wäre es nicht ehrlicher, wenn die Bundesregierung z.B. in ihrem Haushalt klar stellte, die Summe X steht grundsätzlich für den Leistungssport zur Verfügung und darüber hinausgehende Finanzen hat der jeweilige Athlet selbst zu tragen? Das ist schon heute praktisch in vielen Fällen so, aber dann soll sich die Bundesregierung bitte nicht mit fremden Federn schmücken! Die haben sich die Athleten selbst erkämpft.

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ptb29 08.11.2018, 08:48
2. Als Vorsitzender eines ehrenamtlich geführten Vereins kann ich sagen

Von der Förderung kommt bei den Nachwuchssportlern nichts an. Es geht hier nur um Leistungssport der Elite, und diese wird nach der Anzahl der Goldmedaillen bei Olympia festgelegt.

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Fuxx2000 08.11.2018, 13:27
3. Das Problem liegt eher beim BMI selbst

Dort ist leider viel zu wenig sportfachliche Kompetenz angesiedelt. Wer sich im Tätigkeitsfeld Hochleistungssport bewegt weiß, dass es sich dort in den allermeisten Sportarten um Einzelfallanalysen handelt. Bundesstützpunkte oder auch OSPs vor allem rein nach Aufsummierten Kaderzugehörigkeiten zu beurteilen greift einfach viel zu kurz. Und wer sich im Spitzensport nur ein wenig auskennt und die potas Listen mal studiert hat weiß, dass am Ende einer solchen Beurteilung die Realität und das Ergebnis sehr weit auseinander liegen können. Man kann durchaus über eine externe Kontrollinstanz nachdenken, dort müssen aber dann vor allem Sportwissenschaftler und Leute mit Erfahrung im Spitzensport angesiedelt sein. Und es mag sein, dass manch kleiner Verband nur schwer mit Mittelanträgen usw. zurecht kommt. Aber welche Qualität will man von einem völlig unterfinanzierten System bitte erwarten. Die Leute im BMI sind Bundesbeamte mit entsprechender Besoldung und regelmäßigen Gehaltssteigerungen. Die Mitarbeiter in den Verbänden können von solchen Privilegien leider nur träumen...

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cleo345 12.11.2018, 10:47
4. Deutschland im Vergleich zur restlichen Welt

Das Problem das wir in Deutschland haben, ist das erwartet wird dass wir bei Olympia, WMs, etc. mit dem Rest der Welt mithalten können, aber die Bedingungen deutlich schlechter sind.
Angefangen beim Nachwuchs. Geld für Kinder aus schwächeren Familien ist nicht da. Anreisen zu Stützpunkttrainings oder Teilweise auch Juniorenturnieren (auch WMS und EMs) müssen von den Eltern mit bezahlt werden. Können Sie das nicht, heißt das oft, dass die Kinder nicht starten können und ihre Chance später Leistungssportler zu werden begraben können.
Dazu kommt im Vergleich zu Amerika wo fast jeder begabte Sportler auch wenn er nicht international spielt ein Stipendium bekommt ist es hier nicht so. Eine Bekannte von mir die mit 18 den 5. Platz bei der Junioren WM im Karate erzielt hatte, hat kein Stipendium bekommen und musste Barfög beantragen. Wegen ihrem Sport hatte sie ein Semester länger Zeit, wofür sie Geld bekommen hätte. Da das BAföG aber nicht gereicht hat musste Sie arbeiten, studieren und trainieren alles gleichzeitig. Nach 1 Jahr hat sie aufgehört auf Turniere zu gehen.

Genauso geht es aber auch vielen Atleten aus weniger bekannten Sportarten. Die sind auf Förderungen angewiesen um ein vernünftiges Arbeits-Trainingsverhältnis hinzubekommen. Kriegen Sie das nicht, dann müssen sie voll arbeiten und neben einer 40 Std Woche ist ein Training für den Profisport einfach nicht auf dem Niveau möglich wie in anderen Ländern, dementsprechend kann Deutschland nicht mithalten.

Ein weiteres Problem ist, dass teilweise die Athleten Förderung kriegen wenn sie einen bestimmten Platz bei Wettkämpfen erreichen. Wird aber hinterher ein vorher platzierter Athlet wegen Doping disqualifiziert und sie haben den Platz eigentlich erreicht gibt es die Förderung trotzdem nicht, dies wäre zumindest ein Punkt bei dem man ansetzen könnte.

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