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Stimmung in der Premier League: Stille Örtchen
REUTERS

Früher war die Atmosphäre in britischen Stadien legendär, heute herrscht im Liga-Alltag oft Tristesse: Die Eintrittspreise sind einfach zu hoch. Werden Fans überhaupt noch gebraucht?

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MatthiasPetersbach 26.12.2018, 11:09
1. nu ja.... ist es nicht überall so?

Alles fließt und verändert sich. Man wird sich die Atmosphäre und das Erlebnis von früher NIRGENDS mehr herbeiorganisieren können - selbst wenn man wollte. Nicht zuletzt, weil man selbst nicht mehr der selbe ist.

Und die Clubs wollen das nicht mal - die brauchen es auch nicht. Der "Fußball" heute braucht tatsächlich - rein finanziell - keine Zuschauer im Stadion mehr. Wobei ich die Probleme mit der fehlenden jungen Nachwuchsgeneration eher nicht sehe - die kommen. Dann wird eben noch ein Eventhighlight dazugezaubert und gut. Events gehen immer. Ist aber dann AUCH kein Fußball mehr, wie er war.

Das hat sich überlebt - wie jede Szene, die zu alt wird. Interessant und spannend sind immer nur die Anfangsjahre - die Pionierjahre. Ob beim Motorradfahren oder beim Snowboarden, ob als Punk oder als Hiphopper.

Dann ists nur noch Unterhaltung. Unterhalten kann ich mich aber selber :)

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Wunderläufer 26.12.2018, 11:22
2. Notwendig

Ohne Stimmung der Fans gerät jedes noch so gute Spiel zu einer tristen Veranstaltung. Speziell in der Premier League ist zu sehen, wie der Fußball zu einem Anhängsel kommerzieller Interessen wird. Die Zuschauer sind nur noch reine Staffage: durch entsprechende Soundanlagen könnte Stimmung selbst in leeren Stadien vorgegaukelt werden. Meine , allerdings geringe Hoffung, ist, dass das Rad so überdreht wird, dass auch die TV-Einnahmen und damit die Marketing-Einnahmen derart kollabieren, dass die Entwicklung leicht gestoppt wird.
Daher bin ich auch der Medinung, dass die Bundesliga nicht auf Teufel-komm-raus alle englischen Eskapaden mitmachen muss. Wer für 1 Spieler 30 Mio und mehr ausgibt muss zwangsläufig schauen, wie er solche Summen refinanziert. In letzter Konsequenz begnüge ich mich so mit international 2.-klassigem Fußball. Mir sind Emotionen lieber als Milliardärsveranstaltungen mit menschlichen Litfasssäulen. Gierige Spieler. Manager etc.pp. sollen ihre Milliardärsliga gründen und gut ist, siehe NBA in der USA

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MatthiasPetersbach 26.12.2018, 12:00
3.

Zitat von Wunderläufer
Ohne Stimmung der Fans gerät jedes noch so gute Spiel zu einer tristen Veranstaltung. ....
Nun ja - ich fürchte, der, der sich die Sache vorm Fernseher anguckt, braucht eigentlich keine vollen Stadien. Da wird das Ganze locker durch die Plauderei von "Experten" vorher und hinterher und das Interesse um den Kampf um Ergebnisse und Plätze ersetzt.

Stadion ist vielleicht wichtig - aber eben nur im Stadion. Und "Choreo" ist eh ein zweischneidiges Schwert.

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MatthiasPetersbach 26.12.2018, 12:16
4.

Zitat von Wunderläufer
In letzter Konsequenz begnüge ich mich so mit international 2.-klassigem Fußball. Mir sind Emotionen lieber als Milliardärsveranstaltungen mit menschlichen Litfasssäulen. Gierige Spieler. Manager etc.pp. sollen ihre Milliardärsliga gründen und gut ist, siehe NBA in der USA
In "letzter Konsequenz" ist für den Zuschauer jede Liga höher ein Verlust.

Fußball hört so gesehen spätestens in der 3. Liga auf bzw. ist ab dann uninteressant. Außer für die, die ihr Selbstbewusssein damit stärken, daß "ihr" Verein irgendwo höherklassig spielt.

Der Verein ist aber Ist DANN das genaue Gegenteil von "ihr"- er besteht dann aus sportlichen Akteuren, die mit einem selbst (und dem eigenen Kickerei) soviel zu tun haben wie man selbst mit dem Scheich von Dubai oder nem Ausserirdischen - und aus geschäftsmäßigen Akteuren, um die man eigentlich im echten Leben einen Bogen machen sollte.

Das ist aber nicht das Phänomen von Milliardärsligen neuerer Zeit - der Fußball und Stadionbesuch hat sich schon lange davon entfernt, was er - zumindest für mich - mal war: Ein angenehmer Zeitvertreib für Samstags, ein paar Mark, ein paar Bier, ein paar Fachsimpeleien unter Freuden und Sportinteressierten.

Schön - aber im Endeffekt unwichtig.

Und genau DAS war eigentlich das Wichtige daran: die gespielte Wichtigkeit, von der jeder wusste, daß es eigentlich nichts bedeutete. Und deshalb ist die vorhergetragene Wichtigkeit der Wichtigtuer völlig lächerlich.

Ob von Fanseite, von Veranstalterseite, von Aktivenseite.

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ayee 26.12.2018, 12:41
5. Gut so

In England könnte ich mir durchaus vorstellen, dass viele Fans wirklich in niedrigere Ligen abwandern. So extrem, wie sich die Realität der Premier League Vereine von der eigentlichen Fankultur entfernt hat, wäre das nur eine logische Folge. Dann können die Investoren schöne Abschreibungen vornehmen.

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Marlo 26.12.2018, 12:50
6.

Ich denke, dass auch für den TV Zuschauer die Stimmung im Stadion wichtig ist. Man muss sich nur mal ein Geisterspiel im TV anschauen. Das ist eine andere Welt, wenn man die Tritte gegen den Ball hört anstatt den Roar von den Rängen

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si-ar 26.12.2018, 12:52
7.

Zitat von Wunderläufer
Ohne Stimmung der Fans gerät jedes noch so gute Spiel zu einer tristen Veranstaltung. Speziell in der Premier League ist zu sehen, wie der Fußball zu einem Anhängsel kommerzieller Interessen wird. Die Zuschauer sind nur noch reine Staffage: durch entsprechende Soundanlagen könnte Stimmung selbst in leeren Stadien vorgegaukelt werden. Meine , allerdings geringe Hoffung, ist, dass das Rad so überdreht wird, dass auch die TV-Einnahmen und damit die Marketing-Einnahmen derart kollabieren, dass die Entwicklung leicht gestoppt wird. Daher bin ich auch der Medinung, dass die Bundesliga nicht auf Teufel-komm-raus alle englischen Eskapaden mitmachen muss. Wer für 1 Spieler 30 Mio und mehr ausgibt muss zwangsläufig schauen, wie er solche Summen refinanziert. In letzter Konsequenz begnüge ich mich so mit international 2.-klassigem Fußball. Mir sind Emotionen lieber als Milliardärsveranstaltungen mit menschlichen Litfasssäulen. Gierige Spieler. Manager etc.pp. sollen ihre Milliardärsliga gründen und gut ist, siehe NBA in der USA
Lassen Sie mal in Deutschland die Ultras mit ihren Trommeln und Vorsängern weg. Was glauben Sie, wie dann hier die Stimmung aussieht?
England hat noch so Eigenheiten, dass die Fans Lieder für ihre Spieler dichten und diese auch gerne und vielstimmig singen. Nicht wie hier, wo die immer gleichen eintönigen Vereinslieder in Dauerschleife wiederholt werden. Dieses monotone Getrommel kann einem über 90 Minuten richtig nerven.
OT gehört allerdings tatsächlich zu den Clubs mit ziemlich gedämpfter Stimmung.

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dkdc 26.12.2018, 13:14
8. Die Dinge müssen sich ändern, damit sie so bleiben, wie sie sind.

Fussball ist schon lange kein Stadion-Sport mehr. Und das liegt nicht an hohen Eintrittspreisen und schon gar nicht an den unterschiedlichsten Anpfiffzeiten bis hin zu Montag Abend. Da liegt schlicht daran, dass Fussball ein Massenphänomen ist und nun mal nicht alle in Liverpool, Manchester, München, Dortmund, Hoffenheim oder Turin leben. Das macht Fussball ideal zu einem Sport, einem Ereignis für Massen-Übertragungen, vulgo Fernsehen oder Internet.

Dass damit Geld verdient wird, ist nichts schlimmes und es ist sogar sehr richtig, dass eben nicht nur Spieler wie Ronaldo, Neuer, Neymar oder Robben daran verdienen sondern eben auch Spieler wie Schnatterer, Buchtmann, Risse, Volland, Dardai oder Mesenhöler.

Wenn die Fans, oder eher schreiende Minderheit der sog. Ultras dagegen immer weiter brüllt, und auch noch vom DFL vollkommen unnötigerweise recht bekommt, in die DFL den Kotau vor den sog. Ultras macht und die Montagsspiele der zweiten Liga abschafft, dann ist das der Fehler.
Stimmung im Stadion ist schön, aber kein MUSS für ein Fussballspiel. Wenn dazu noch der Jubel der Zuschauer über schöne Aktionen im ewig gleichen Gesinge der sog. Ultras untergeht, dann sind das eben die Totengräber des Fussball. Die, die mit Ihren Stimmungs-Boykotts nach eigenem ermessen sich lieber selber feiern und über Mannschaft und Verein stellen.

Es ist schön, über Fussball zu romantisieren. Aber sehen wir es doch mal einfach: wie alle wollen Spiele sehen, damit lässt sich Geld verdienen, das hilft so vielen: den Spielern, den Vereinen, die viel für den Breitensport tun und dazu die Verkäufer von Schals, Würstchen und Bier. Könnte das Geld zwischen Bayern und Unterhaching besser verteilt werden? Ja! Muss die Fifa soviel Geld bunkern und keiner weiß so genau, warum? Nein! Aber Ob die Stadien voll oder leer sind oder laut oder leise, das macht Fussball nicht kaputt.

ich möchte sogar durch meine Erfahrungen als langjähriger Stadionbesucher in Köln sagen: Wenn die sog. Ultras nicht das ewig gleiche brüllen, dann hat die Stimmung mehr mit dem Spiel zu tun, dann ist sie leiser, aber echter. Und Karnevalslieder singen wir dann auch.
Und wer der guten, alten Zeit so hinterher trauert, dem empfehle ich, dass er sich auf youtube Herrn Zimmermann von 1954 anhört (https://www.youtube.com/watch?v=3rHwkfO47Jo) die Augen schließt und den Fussball in seiner Entwicklung einfach in Ruhe lassen sollte.

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harronal 26.12.2018, 13:19
9. Die Fans in Ländern,...

...in denen keine Gesetze gegen Stehplätze aufgrund von Katastrophen in der Vergangenheit existieren, haben es selbst in der Hand, ob sie sich geschlossen und solidarisch gegen Gewalt, gegen reine Selbstdarstellung als narzistische Exzesse mit Pyros und Schlägereien und gegen Nazis bzw. deren "Kameraden" in den Ultra- und Hooligan-Clübchen zeigen und auch Taten folgen lassen, anstatt immer nur die angebliche Willkür von Polizei und Ordnern zu beklagen. Wenn das Fan-Dasein nicht mehr permanent mit diesen negativen Stempeln versehen wird, bleibt es auch ein starkes Marketing-Argument für das Produkt Fußball.

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