Forum: Sport
Stimmung in der Premier League: Stille Örtchen
REUTERS

Früher war die Atmosphäre in britischen Stadien legendär, heute herrscht im Liga-Alltag oft Tristesse: Die Eintrittspreise sind einfach zu hoch. Werden Fans überhaupt noch gebraucht?

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doktordoktormueller 26.12.2018, 13:50
10. vorm TV

ist die Atmosphäre in den englischen Stadien immer noch sehr gut.
Besser als die ewig tumben Gesänge in deutschen Stadien oder die Grabesruhe in Spanien.
Nicht nur deswegen sehe ich mir lieber Premier League an.

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ollifast 26.12.2018, 13:52
11. Der Markt regelt es gerade

Es wird sich regulieren: Ohne Fans reduziert sich der Werbewert, auch im TV, mangels Stimmung. Und dann werden die hochbezahlten Kicker und vor allem die dubiosen Agenten ihre Gehaltsvorstellungen zurückschrauben dürfen. Das Scheich- und Oligarchengeld hat der dafür besonders anfälligen Premier League nicht unbedingt gut getan, weil es die Strukturen nicht verbessert, sondern nur in die Taschen einzelner Leute fließt. Und selbst da wäre ich mir nicht so sicher, ob da nicht das eine oder andere Geldwäschemodell - Motto: Wir machen aus dem mäßigen Kicker einen Superkicker, wenn er einen Kickback gibt - dahinter steht. So langsam ist aber auch die Scheichkasse geleert und dann heißt es, von den Schotten lernen, nämlich sparen.

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rosinenzuechterin 26.12.2018, 13:54
12. Konsequent zu Ende denken

Wenn man die Sache konsequent zu Ende durchdenkt, wird man feststellen, dass niemand überhaupt den Kommerzfußball an sich braucht. Das ist ein reiner Timewaster, der nur eins zum Ziel hat: Das Geld vieler einsammeln und wenige damit reich machen. Damit hat er den gleichen Sinn wie eine Kaffeefahrt mit integrierter Betrugsveranstaltung. Die Diskussion, ob man für diesen Blödsinn teilzeit-arenakasernierte Fans braucht, ist so sinnentleert wie die Diskussion, ob man Sicherheitsschuhe tragen sollte oder ob Gummistiefel reichen, wenn man Schaufensterscheiben einschlägt.

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MatthiasPetersbach 26.12.2018, 14:17
13.

Zitat von ollifast
Es wird sich regulieren: Ohne Fans reduziert sich der Werbewert, auch im TV, mangels Stimmung. Und dann werden die hochbezahlten Kicker und vor allem die dubiosen Agenten ihre Gehaltsvorstellungen zurückschrauben dürfen.
Das ist ein Trugschluß.

Fußball wird immer im Gespräch bleiben, solange sich das Fernsehen so vor den Karren spannen lassen.

Und die Gelder kommen nicht von den Fans und den Zuschauern, sondern von Scheichs und Großkopfeten - und von Zuständigen für Werbung, die sich FREUEN, Geld rauszupulvern - weil das ein Gradmesser für die eigene Wichtigkeit und Größe der Nase ist.

Der Geldfluß hört nicht auf, weil da kein Fan mehr Geld hinträgt. Das Geld fließt nach oben - auch so. Und da muß auch kein Gewinn oder Sinn dahinterstehen.

Die Anzahl der Mitglieder, die die Allianz hinzugewonnen hat, weil das Stadion in München danach benannt ist, dürfte NULL betragen. Und die Anzahl der neuen Kunden, die zu McDonalds gehen, weil die Werbung bei Olympia machen, wohl auch.

Das rechnet sich alles nicht - aber da man von unten über den Preis des Produkts jederzeit Geld nachschieben kann, interessiert das niemand.

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MatthiasPetersbach 26.12.2018, 14:28
14.

Zitat von dkdc
Aber Ob die Stadien voll oder leer sind oder laut oder leise, das macht Fussball nicht kaputt. ich möchte sogar durch meine Erfahrungen als langjähriger Stadionbesucher in Köln sagen: Wenn die sog. Ultras nicht das ewig gleiche brüllen, dann hat die Stimmung mehr mit dem Spiel zu tun, dann ist sie leiser, aber echter.
Da gebe ich Ihnen recht. Das Stadion ist ja auch keine Fischer-chor-Arena.
Das ganze Gesinge und Choreo ist störend - und wird ja auch in den Übertragungen zurecht runtergeregelt.

Stimmung wird nicht GEMACHT - die ENTSTEHT. Und zwar entsteht die dadurch, daß man das Spiel anguckt, mitfiebert, die Schnauze (und bei spannenden Situationen den Atem an-) hält und nach Abschluß freudig aufjubelt, Beifall klatscht oder enttäuscht murmelt.

So entsteht Stimmung, die was mit dem Spiel zu tun hat und aus ihm heraus entsteht. Das andere ist teils Selbstdarstellung, teils unsportliche und doofe Feindbildpflege.

Aber Fußball ist das, was jede(r) ein bisschen kann - und wo man an allen Stränden der Welt, auf allen Campingplätzen o.ä. seine Karre hinstellt, zu "den Jungs" hindackelt und fragt, ob man mitspielen kann. Überall, mit jedem, als jeder.

DAS ist Fußball.

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charlybird 26.12.2018, 16:22
15. Ich finde die Kommerzschraube beim Fußball

wird noch ein paar Umdrehungen aushalten, allein wie ''Fans'' hier im Forum mit einer Selbstverständlich von Ablösesummen in Abermillionenhöhen schwafeln, zeigt zwar bereits eine kleine Sinnentleerung an und einen sich breit machenden Realitätsverlust über die hier verballerten Summen, aber es besteht noch keine wirkliche Übersättigung.
Es wird dabei als Selbstverständlichkeit hingenommen, dass ein 16jähriger, der kaum seinen Namen schreiben kann, seinen ersten Doppelmillionenvertrag abkreuzt, während die gleichen Schreiber sich über jeden 5er mehr beim Hartz 4 Satz mokieren. Ist ja auch klar, der 5er kommt aus der Steuerkasse, die Millionen u.U. von Steurbetrügern.
Leider sind nur wenige Profifußballer intellektuell in der Lage, so sie es gschafft haben, ihre privilegierte Situation mit ein bisschen Demut angemessen einzuschätzen, aber auch das ist mittlerweile nicht mehr nötig, denn sie werden bereits allgemein als Ware angesehen, aber eben auch das haben viele noch nicht erkannt.
Der letzte Punkt ist aber tatsächlich der, braucht man noch Publikumsstaffage im Stadion, die rumgrölt, Äger und Aggressionen verbreitet, Feuerwerke abfackelt, etc., also für das, was allgemein so als Atmosphäre bezeichnet wird, sorgt, aber im Umsatzgefüge, außer bei kleinen Vereinen, nur eine Zusatzrolle spielt ?
Man könnte dieses ''Arenafeeling'' doch ohne weiteres mit perfekter Computeranimation simulieren. Sicherheitspersonal, Polizeischutz usw. wäre obsolet, aber auch Staus, Prügeleien, Vandalismus und viele andere damit zusammenhängende Unannehmlichkeiten in der Öffentlichkeit wären passé.
All das würde auch nicht mehr den Kostenfaktor Stadionbesuch strapazieren.
Ich würde mal behaupten, mit ein paar Schulklassen, überschaubar ausgesuchtem kleinen Publikum, welches polizeilich nicht betreut werden muss, und eben einer guten Surroundanimation, wird es den Herrschaften an den Displays zuhause an nichts fehlen.

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Salbeiextrakt 26.12.2018, 22:35
16. Lieder

Zitat von si-ar
England hat noch so Eigenheiten, dass die Fans Lieder für ihre Spieler dichten und diese auch gerne und vielstimmig singen. Nicht wie hier, wo die immer gleichen eintönigen Vereinslieder in Dauerschleife wiederholt werden. Dieses monotone Getrommel kann einem über 90 Minuten richtig nerven. OT gehört allerdings tatsächlich zu den Clubs mit ziemlich gedämpfter Stimmung.
So ist es! Und das schlimme daran ist nicht nur das nervige Trommeln und Dauerbeschallen, welches keinerlei Reaktionen auf das Spiel widerspiegelt, sondern, dass diese Lieder in allen Stadien die gleichen sind mit einigen ausgetauschten Wörtern.

Man würde sich ja freuen, wenn die Lieder der Ultras wenigstens individuell und mit regionalem Bezug wären - z.B. in Hamburg in abgewandelter Form der "Hamborger Veermaster", im Ruhrgebiet Grönemeyer-Lieder, in Berlin die "Berliner Luft", die Kölner verwenden sogar ihr Karnevalsrepertoire -, aber nein, sie singen stattdessen irgendwelche US-Billig-Popsongs aus den 70er und 80er Jahren.

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cava63 27.12.2018, 14:07
17. Schuss ins Knie

Wem nützen eigentlich leere Stadien? Keine Stimmung, keine Einnahmen. Sollten die Preise nicht soweit der Nachfrage entsprechen, dass die Stadien wenigstens voll werden?
So ist es doch nur ein Schuss ins eigene Knie!

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janewayy 28.12.2018, 02:11
18. Die Gelbe Wand etc...

Dann lest euch mal was über die "Gelbe Wand" durch, Dortmunds schärfste Waffe.
Diese entsteht durch Tausende Fans, die mit ihren Trikos, Fanen und Gesängen eine geschlossene Choreografie hinlegen.

Wieviele Spieler auch aus Europa fürchten die Halbzeit, bei der sie auf das Tor vor der Wand spielen

An alle, die eine solche Stadionatmosphäre stört, man spricht auch vom 12 Mann. Und diese sogenannte Psychologische Kriegsführung macht für viele Fans den Sport doch erst aus.

Wenn nun sich nun kein Normaler Fan mehr sich die Einheitspreis leisten kann, wird seine Kultur absterben. Ohne die frenetischen Fans die ihre Manschaft bei jedem Spiel anfeuern wird es auch niemanden mehr geben, der Spiele von kleineren Bundesligisten noch anschaut oder gar deren Fanartikel kauft.

Die Traditionsfereine haben es wohl vergessen wer sie zu dem gemacht hat was sie sind. Wenn irgendwann nurnoch der FCB oder BVB im internationalen Geschäft mithalten können verliert die Bundesliga ihren Reiz.

ich hoffe das wir nie Englische Verhältnisse in den Stadien bekommen.

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