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Streit über Ski-Legende: Alte Sailerschaften
dpa/dpaweb

Skistar Toni Sailer ist Österreichs Jahrhundertsportler. Nun werfen Recherchen über ein mutmaßliches Verbrechen einen Schatten auf sein Andenken. In seiner Heimat wollen das viele nicht wahrhaben.

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Claradocu 07.02.2018, 09:38
20. Sailerhype

Auch die österreichische Scheinheiligkeit muss zur Kenntnis nehmen, dass ihr Topidol nur ein gewöhnlicher Dreggsagg war.

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Tom S. 07.02.2018, 09:44
21. Meine Meinung

Ich meine, man sollte es in diesem "Fall" mit dem bewährten Grundsatz halten: Nihil nisi bene de mortuis.

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milli47 07.02.2018, 09:45
22.

Zitat von grmblfix
Der Unterschied zwischen "Abenteuer" und "Vergewaltigung" ist schon klar? Und um strafbares "besoffen" sein geht's wohl auch nicht!
Ich habe mich bewusst zurückgehalten, sonst würden hier noch ganz andere Dinge stehen.

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Tom S. 07.02.2018, 09:46
23. Ironie ON

Zitat von milli47
Mein Cousin war als Firmenbetreuer damals mit dem Team jahrelang unterwegs. Es war Tatsache: Sailer war um 9 Uhr Früh schon besoffen und hat immer mit seinen Abenteuern geprahlt. Warum hat keiner was unternommen? Weil teilweise ihr Job vom ÖSV abhängig war und weil jeder wusste, dass Sailer politischen Rückhalt in allen Parteien hatte. Überdies das "Polenabenteuer" war allen bekannt.
Na wenn der Cousin von Milli47 das sagt, dann muss das wohl stimmen (Ironie OFF).

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hausfeen 07.02.2018, 09:57
24. Zeitgeist: Der Bericht aus dem Trainingslager zeigt beklemmend ...

... eindrucksvoll, dass die Belangung einzelner Sünder zu kurz greift. Nicht nur der Einzelne war es, es war das kollektive Verständnis der ganzen Erwachsenengeneration.
Das ist heute auch nicht viel anders. In Filmen, Musikvideos, Youtubchen und Werbespots werden immer noch devote, allzeit sexbereite Frauen dargeboten, um den Männerhormonen zu schmeicheln und Quoten- und Kaufstimulation zu erreichen. DAS müsste eingesehen und angegangen werden. Auf den traurigen Seelen von Weinstein und Co. herum zu hacken, damit macht man es sich zu einfach. Wer hinterfragt, warum XXL-Popos, sofern sich die Cellulite noch wegschminken lässt, plötzlich als Schönheitsideal gilt, kommt eher auf die Spur der Frauenverachter. Die Männer sollten den Vorteil sehen: Denn sie sind es, die auf die Hormonspur gelockt werden, um dann später als Täter vorgeschoben zu werden.

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jschm 07.02.2018, 10:07
25. Fast Ihrer Meinung

Zitat von harry_buttle
Zum Einen haben Sie es erfasst, genau um diese Haltung (die keine Haltung im positiven Sinne ist) geht es: "Jo mei, der Toni, des woa halt a Hund." Welchen Sinn die späte Enthüllung hat, erschliesst sich einem eigentlich ganz schnell. Dem Sailer Toni kann keiner mehr was, aber die Haltung zu solchen Dingen muss sich ändern. Weggucken, mauscheln, dem Täter noch 'nen "Pfundskerl-Orden" verleihen, das muss aufhören. Egal ob der Täter ein Held ist oder nicht. Wenn er ein Held ist/war, hat er seinen Heldenbonus verspielt. Alle Nicht-Helden haben erst gar keinen. Wenn der Vorwurf stimmt, muss das Verhalten verurteit werden.
einverstanden, dass man keine nachträglichen Orden mehr verteilen soll, wenn Vergehen aus der Vergangenheit (wenn auch damals schon Delikt) nachgewiesen werden aber keine nachträgliche Verurteilung oder aktive Verunglimpfung, da der Angeklagte sich nicht mehr verteidigen kann. Sogar Prozesse gegen Mörder werden bei Tod des Angeklagten eingestellt. Aus heutiger Sicht müssten wohl sonst fast alle historischen Personen verurteilt werden!

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Immanuel K. 07.02.2018, 10:13
26. Ja, so ist es...

Zitat von demwz
Der Mann ist Tot. Die Frau vermutlich auch. Die Verbrechen sind verjährt. Aus meiner Sicht eine Sache für die Geschichtsbücher. Es wird versucht die Moral unserer Generation auf das Leben unserer Eltern anzuwenden. Da ergeben sich natürlich Abgründe und ich bin froh, dass sowas heute nicht mehr hingenommen wird. Bleiben noch die Funktionäre die das damals geschehen ließen. Hätte man von denen erwarten können, dass sie aus dem Blickwinkel der kommenden Generation über aktuelle Probleme entscheiden. Schön wäre es, aber ist das realistisch ?
...es gehört in die Geschichtsbücher, denn Herr Sailer ist nicht Karlchen Müller, sondern ein öffentlicher Mensch der Geschichte - aber genau, das wollen die Diskussionsteilnehmer, die ihm die Stange halten ja nicht, dass diese Sache in den Geschichtsbüchern erwähnt wird...
Na ja, und ob das "heutzutage" nicht mehr hingenommen wird, wäre auch noch zu hinterfragen - die 'MeToo'-Debatte läuft gerade mal ein halbes Jahr - ob sich das gesellschaftliche Grundbewustsein schon geändert hat, wage ich angesichts des Diskussionsverlaufes zu bezweifeln...

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ktomy69 07.02.2018, 10:28
27.

Nichts hören, nichts sehen und nichts sagen. Wer die Österreicher kennt, weis wie männerlastig diese Gesellschaft ist und funktioniert. Die Frauen haben sich hier weit weniger emanzipiert wie in anderen Teilen West und Europas. Es kann nicht sein was nicht sein darf, danach wird viel in Österreich abgehandelt. Somit ist der Nährboden auch für Populismus und nationaler Verherrlichung gelegt.
Wenn wir das nicht stoppen, auch gerade in Deutschland, wird es sehr ungemütlich werden.
Hinsehen, zuhören und darüber reden und gerade wenn es die Vergangenheit ist. Wenn wir jetzt wieder anfangen die Vergangenheit ruhen zu lassen, heisst das auch, dass wir daraus nichts lernen und gewissen unschöne Dinge einfach verdrängen. Auch etwas, dass immer populärer wird und unser Untergang bedeutet.

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Fricklerzzz 07.02.2018, 11:18
28. Also hat Donald Trump doch recht

mit seiner Aussage im Ready-Room. Das will auch keiner wahrhaben

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Immanuel K. 07.02.2018, 11:24
29. So harmlos Ihr...

Zitat von gg0815
hat jemand etwas kriminelles getan gehört er vors ordentliche Gericht. Punkt . Was immer er getan hat. Bis zur Verurteilung muß die Unschuldsvermutung gelten. Das Vorverurteilen und Nachtreten welches derzeit Popkultur und Mainstream wird hat mit Rechtstaat und Moral nichts mehr zu tun und sollte endlich als Straftatbestand fester Bestandteil unserer Rechtsysteme sein.
...Beitrag daher kommt, so unerträglich finde ich ihn.
Sie wollen gesetzlich verankern lassen, dass geschichtliche Diskussionen über Verantwortlichkeiten unterbunden werden... Cui bono? Es ist nun einmal so, dass bei geschichtlichen Diskussionen, diejenigen, über die diskutiert wird nicht mehr am Leben sind (ganz unabhängig vom Fall Sailer) - und wenn sie zu Lebzeiten nicht gerichtlich belangt wurden, darf dann, wenn Ihr Wunsch Wirlichkeit würde, endlich der Mantel des Schweigens über die deutsch-östreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts gedeckt werden.
Darüber hinaus diffamieren/bagatellisieren sie letztlich die 'MeToo'-Debatte als Popkultur - und wer den Begriff des Mainstreams in letzter Zeit so verwendet, ist, denke ich, unstrittig.

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