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Streit über Ski-Legende: Alte Sailerschaften
dpa/dpaweb

Skistar Toni Sailer ist Österreichs Jahrhundertsportler. Nun werfen Recherchen über ein mutmaßliches Verbrechen einen Schatten auf sein Andenken. In seiner Heimat wollen das viele nicht wahrhaben.

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egooist 07.02.2018, 17:22
30. Was zu erwarten war, ...

Das passiert, wenn man Personen überhöht. Wenn man jemanden auf einen Sockel hebt und zu einem "Nationalhelden" stilisiert, sind Enttäuschungen programmiert. Darüber hinaus können sich auch die "bodenständigsten" Menschen zu einem Arschloch entwickeln, wenn man ihnen ständig sagt, wie toll sie sind. Irgendwann glauben sie es.
Und wenn man dann erst einmal einen "Nationalhelden" hat, fällt es einem schwer, diesen fallen zu lassen. "Es kann nicht sein, was nicht sein darf."

MfG, Egooist

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juttakristina 13.02.2018, 13:18
31. Natürlich....

s'ist wie immer, ob in Austria, Deutschland, Ami-Land, Frankreich und, und, und... Es wird auf Teufel komm raus vertuscht und verharmlost und die vergewaltigte Frau nochmals entwürdigt und gedemütigt, genauso wie bei den aktuellen Reaktionen. Da gibt es noch viel zu tun. Frauen werden weiterhin von einem Teil der Männer als Fleischware betrachtet, über die man verfügen kann und die nicht aufmucken soll, wenn sie die "Ehre" hat, von einem bestiegen zu werden.

Zwar haben wir unser Sexualstrafrecht etwas verschärft, aber noch immer gilt es nicht als Asylgrund, obwohl in Kriegsgebieten die Vergewaltigung der Frauen als Waffe eingesetzt wird! Das ist eine Schande!
Am Wochenende lief mal wieder "Angeklagt". Der Film sollte so Manchem zur Pflichtlektüre werden. Das eine oder andere noch nicht völlig abgedrehte Hirn wird vielleicht doch noch zum Nachdenken angeregt.

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juttakristina 25.10.2018, 14:29
32.

Zitat von alkman
Toni Sailer kann sich nicht mehr wehren, laßt ihn in Ruhe. Er war einer der größten Skifahrer, das Idol seiner Zeit.
alkman,

wenn man schon Zitate in einer anderen Sprache verwendet, sollte man sie auch wenigstens verstehen...

'de mortuis nil/nihil nisi bene' bedeutet ja keineswegs, dass man Verstorbenen einen Heiligenschein verpassen sollte - frage mich gerade auch, wie das dann mit den Berichten über Adolf Hitler zusammenpasst - sondern vielmehr, dass man fair bleiben sollte, also wohlwollend, eben weil der Verstorbene sich nicht wehren kann.

Und? Hat der etwa nur weil er ganz gut auf Brettern einen Berg hinunterkommt, einen Freifahrtschein für alle möglichen Vergehen? Was ist denn das für eine Einstellung! Auch ein Idol ist nur ein Mensch und Menschen machen Fehler! Jemanden sexuell zu missbrauchen, jemanden zu vergewaltigen, ist schon ein ziemlich gravierender "Fehler"... Warum sollte man dieses "Fehlverhalten" und die ungeheuerliche aber typische Arroganz, mit der das glattgebügelt wurde verschweigen? Immerhin war der Fall zu seinen Lebzeiten längst bekannt!

Außerdem lässt es tief in Sie blicken, was die Frau anbelangt... Da drängt sich einem der Verdacht auf, sie meinten auch, 'die solle sich mal nicht so anstellen, ist ja sowieso nur 'ne Nutte gewesen...', womit Sie dann unfreiwillig den Beleg liefern, warum #MeToo notwendig und überfällig ist, denn so, wie Sie Sailer aufs Podest heben, treten Sie bei der betroffenen Frau automatisch noch mal nach.

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juttakristina 25.10.2018, 14:44
33.

Zitat von grmblfix
Der Unterschied zwischen "Abenteuer" und "Vergewaltigung" ist schon klar? Und um strafbares "besoffen" sein geht's wohl auch nicht!
grmblfix,

die Frage ist, ob dieser Unterschied den "Herrschaften" vom ÖSV (hier nur stellvertretend für viele Andere) auch bekannt ist oder besser war - und dies darf wohl stark bezweifelt werden, wenn man sich mal den allgemeinen Umgang in solchen Fällen und den Tenor ansieht... Was für den Mann vielleicht ein "Abenteuer" ist, weil sie noch "erobert" werden musste und er sie dann "gekriegt" hat, obwohl sie sich "zierte" und Nein sagte, ist für die Frau dann eine Vergewaltigung.

Es ist doch leider Fakt, dass mit dem Begriff "Abenteuer" das übergriffige bis gewalttätige Verhalten vieler Männer gegenüber Frauen verniedlicht wurde! Der Mechanismus greift ja heute noch, wenn man sieht, wie die Männer - und es sind aufgrund des gesellschaftlichen Status nun einmal in der Mehrzahl Männer - sich bei dem Thema aufs Füßchen getreten fühlen und noch immer viele Sprüche kommen, à la "soll sich nicht so anstellen", "hysterisch", "nicht wahr, weil man Jahrzehnte geschwiegen hat (was man wahrscheinlich dann nicht einem männlichen Missbrauchsopfer eines katholischen Priesters an den Kopf knallen würde, aber bei 'ner Frau kann man es ja ruhig machen)" usw. usw. Die Männer, die mit solchen Sprüchen, die Debatte relativieren, kleinreden und am liebsten aushebeln wollen, bestätigen ungewollt damit nur ihre Richtigkeit und die Überfälligkeit!

Und dass diese "Abenteuer" nicht ganz so harmlos waren, wie Sie glauben möchten, geht meines Erachtens aus dem weiteren Kontext des Beitrags des Users hervor. Denn warum hätte es überhaupt zur Debatte gestanden, dagegen vorzugehen, wenn es tatsächlich nur Affären im beiderseitigen Einverständnis gewesen wären? Mit dem "besoffen" dürfte er zu den damaligen Zeiten auch nicht alleine dagestanden haben... Das öffentliche Bild von Toni Sailer und der Mensch Toni Sailer, das sind eben zwei verschiedene Paar Schuhe. Tut mir ja leid für Sie, wenn der tatsächliche Mensch Ihnen Ihr Idol ankratzt.

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juttakristina 25.10.2018, 14:48
34.

Zitat von demwz
Der Mann ist Tot. Die Frau vermutlich auch. Die Verbrechen sind verjährt. Aus meiner Sicht eine Sache für die Geschichtsbücher. Es wird versucht die Moral unserer Generation auf das Leben unserer Eltern anzuwenden. Da ergeben sich natürlich Abgründe und ich bin froh, dass sowas heute nicht mehr hingenommen wird. Bleiben noch die Funktionäre die das damals geschehen ließen. Hätte man von denen erwarten können, dass sie aus dem Blickwinkel der kommenden Generation über aktuelle Probleme entscheiden. Schön wäre es, aber ist das realistisch ?
demwz,

ach wo! So etwas kompliziertes erwartet man von den Funktionären doch gar nicht! Es hätte vollkommen gereicht, ein solches Verhalten aus dem gesetzlichen Blickwinkel zu betrachten, war nämlich auch damals schon verboten...

Und da fragt man sich allen Ernstes noch, warum Menschen hingehen und so etwas jahrzehntelang verschweigen... Der gleiche Mechanismus wirkt noch immer, wird aber durch #MeToo usw. langsam etwas aufgebrochen.

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juttakristina 25.10.2018, 14:53
35.

Zitat von Tom S.
Ich meine, man sollte es in diesem "Fall" mit dem bewährten Grundsatz halten: Nihil nisi bene de mortuis.
Tom S.,

und? Was folgt daraus? Der Spruch meint jedenfalls nicht, dass man Verstorbenen einen Glorienschein verpasst, es heißt lediglich, man soll wohlwollend über sie berichten.

Übrigens, Adolf Hitler ist ja auch verstorben... Wollen Sie das Zitat in der Bedeutung, die Sie wohl angedacht haben, auch auf ihn anwenden? Das Fach Geschichte könnte man dann auch direkt abschaffen, denn es lässt sich ja gar nicht vermeiden, wenn man über Geschichte redet, die Untaten so mancher Beteiligter zu erwähnen! Wer meint, das Zitat bedeute, dass man einem Verstorbenen jetzt seine negativen Eigenschaften und Taten absprechen müsse oder sie wenigstens verschweigen, hat das wohl nicht in seiner ganzen Konsequenz zu Ende gedacht...

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