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Streitfall Dembélé: Hoeneß greift Barcelona an
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Der mögliche Wechsel von Ousmane Dembélé ist das Thema der Sommerpause. Nun haben sich auch Bayerns Präsident Uli Hoeneß und Bundestrainer Joachim Löw geäußert - mit scharfen Worten.

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vera gehlkiel 19.08.2017, 11:58
1.

Im Prinzip hat Hoeness, konkret auf diesen Fall bezogen, natürlich recht. Dennoch ist es bizarr, dass er, der mächtige Mann in einem Verein, der wie anderer in Deutschland für Preistreiberei steht, dazu etwas sagt. Wenn die Bayern demnächst wieder im Trainingslager in Katar sind, kann er dem entsprechenden Scheich dort ja mal seine Meinung zur eng verwandten Causa Neymar geigen. Bekanntlich hat sich der neueste Trend, einen Vereinswechsel auch gegen gültige Verbandsstatuten etc. zu erzwingen, aufgrund der beispielgebenden Aktion Neymars entwickelt, der jetzt offizieller Botschafter der ans Lächerliche grenzenden kommenden Katar-WM geworden ist, und dafür zufällig genauso viel Geld bekommt, wie die Ablöse bei Barca gekostet hat. Und die Verflechtungen der Bayern mit dem Unrechtsregime in Katar sind eben besonders vielfältiger Natur, da wäre eigentlich mehr als genug Raum für Hoeness, mal moralische Standards zu platzieren, notfalls auch unter Hinzuziehung einer breiten Öffentlichkeit. Aber mit Sklavenhaltern Geschäfte machen und sich zugleich als oberste Moralapostel zu generieren, entspricht halt mehr der konservativen bayrischen, von der CSU durch und durch geprägten Lebensart der sogenannten Grosskopferten. Leider daher kein Wunder, dass sehr vielen, die Hoeness immer wütend wirkendes Gesicht auf einem Foto sehen, sofort wieder die bekannte Liedzeile aus dem Bayern-Song der Toten Hosen einfällt, auch wenn selbiger schon uralt ist. Ich wette, die Bayern hätten Dembele auch nur allzu gerne gehabt, und wären auch vor keinem Trick zurückgescheut, wenn sie ihn gekriegt hätten.

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die Stechmücke 19.08.2017, 12:03
2. Das Produkt Fussball

Ein Spieler, der einen Vertrag unterschreibt geht in das Eigentum des Käufers über. Der Käufer konsumiert nun diese Ware um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Nur steckt halt in dieser Ware ein Mensch.Bei dem ganzen Zinober sollte das nicht vergessen werden. "Wahre Liebe"; scheinheiliger geht es nicht mehr.

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freizeitverkaeufer 19.08.2017, 12:16
3. Es gibt durchaus sittenwidrige Verträge...

...mein lieber Herr Hoeneß. Das zieht sich in unserer Gesellschaft sogar durch wie ein Krebsgeschwür: Das Privatrecht wie etwa das Vertragsrecht nach BGB, steht eigentlich unter und nicht neben dem öffentlichen Recht. Und sogar in diesem untergeordneten, privaten Vertragsrecht versuchen überlegene Marktteilnehmer regelmäßig ihre benachteiligten Vertragspartner zu übervorteilen indem sie z.B. Allgemeine Geschäftsbedingungen -AGB'S - dazu erfinden. Diese AGB'S erheben den überlegenen Marktteilnehmer dann quasi zum Gesetzgeber. Häufig wird dabei höherrangiges Recht gebrochen. Im Zweifel hilft dann halt ein Anwalt, der was kann halt. Zugrunde liegt aber ein moralischer Grundirrtum: Ein Wort ist eben nicht grundsätzlich ein Wort. Das gilt höchstens so bei Ehrenmännern der Mafia. Sonst gilt: Nebenabsprachen im Privatrecht dürfen höherrangige Rechtsquellen nicht brechen. Im Bereich von mittlerweile 220 Millionen Ablösesumme -etwa für Neymar- befinden wir uns zumindest auf moralischen Abwegen. Auch ist die Herkunft und Legalität solcher Geldsummen fragwürdig. Resümee: Mein lieber Dembele, wenn dir dein Vertrag ungerecht erscheint, dann mach einfach Dienst nach Vorschrift. Das ist billiger als jeder Anwalt und vermutlich auch erfolgversprechender. Und das sogar dann, wenn im Vertrag explizit steht, dass du deine Seele verkauft hast. Deine Probleme sind dann dennoch höherer Natur. Aber das sind Gewissensfragen.

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grätscher 19.08.2017, 12:17
4.

Nimmt den eigentlich noch jemand ernst? Der größte Preistreiber der Bundesliga beschwert sich über ein Transfergebahren, dass ihn überhaupt nichts angeht. Bayern kauft ständig Spieler aus bestehenden Verträgen raus, man könnte fast der Meinung sein, dass klein Uli beleidigt ist und dass der FC Bayern keine Chance mehr hat, an die wirklich guten Fußballer ranzukommen. Stattdessen muss man sich halt auf Reals Tribüne bedienen und solche Spieler mit Millionenverträgen zuschütten

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Abel Frühstück 19.08.2017, 12:25
5.

Zitat von vera gehlkiel
Im Prinzip hat Hoeness, konkret auf diesen Fall bezogen, natürlich recht. Dennoch ist es bizarr, dass er, der mächtige Mann in einem Verein, der wie anderer in Deutschland für Preistreiberei steht, dazu etwas sagt. Wenn die Bayern demnächst wieder im Trainingslager in Katar sind, kann er dem entsprechenden Scheich dort ja mal seine Meinung zur eng verwandten Causa Neymar geigen. Bekanntlich hat sich der neueste Trend, einen Vereinswechsel auch gegen gültige Verbandsstatuten etc. zu erzwingen, aufgrund der beispielgebenden Aktion Neymars entwickelt, der jetzt offizieller Botschafter der ans Lächerliche grenzenden kommenden Katar-WM geworden ist, und dafür zufällig genauso viel Geld bekommt, wie die Ablöse bei Barca gekostet hat. ...
Neymar hat aber keinen Vertrag gebrochen. Er hat diese Ausstiegsklausel von 222 Mio. in seinem Vertrag. Diese Klausel hat PSG gezogen (bzw. der Spieler). Man kann über die Summen streiten, aber der Vertrag wurde eingehalten.

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superluger 19.08.2017, 12:30
6. Genau Uli,

ihr, der FCB, kauft einen Spieler für 40 Millionen und wenn er seinen Vertrag nach sagen wir mal 4 Jahren erfüllt hat laßt ihr ihn Ablösefrei gehen, ja ist klar ....

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ardbeg17 19.08.2017, 12:41
7.

der BVB ist für einen Spieler wie Dembele ein Sprungbrett zu einem der ganz Großen. Solche Spieler motiviert man zum Bleiben nicht durch das Pochen auf einen Vertrag, sondern durch das Aufzeigen einer Perspektive. Und da ist auch Hoeneß scheinheilig, denn nur weil die Bayern 2008/09 die umworbenen Ribery und Lahm vom Bleiben überzeugen konnten, heißt das nicht, dass das dem BVB in jedem Fall gelingen muss. Wenn Real, Barcelona, ManUtd oder Guardiola rufen, muss es jeden Spieler mit fußballerischem Ehrgeiz elektrisieren. Keine Frage, dass ein Trainingsboykott kindisch ist (hat er das nicht vor dem Wechsel zum BVB auch schon gemacht?). Aber dass der BVB erst den Dembele-Förderer Tuchel rauswirft und sich dann wundert, dass Dembele ein Angebot Barcas annehmen will, ist schon lustig. Ich erinnere mich an ein Interview Poschmann/Rehagel nach dessen Wechsel zu den Bayern. Poschmann wollte Rehagel Käuflichkeit unterjubeln, darauf dieser: "Wenn heute abend CNN bei Ihnen anruft, sind sie morgen auch weg." Kein Wort mehr von Poschmann zu diesem Thema.

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Klangstof 19.08.2017, 12:43
8. Der moralische Richter des Fußballs...

...sollte lieber mal den Ball flach halten. Meine Vorredner haben schon einiges dazu gesagt.
Außerdem: Hoeneß vermutet ja lediglich, dass der FC Barcelona den Herrn Dembele dahingehend beeinflusst haben soll, in den Streik zu treten. Das ist eben kein Fakt, das ist nur eine Annahme. Aber Hoeneß überhöht dies ja latent zu einem für ihn passenden Fakt, damit er den Moralapostel spielen darf.
Ganz objektiv betrachtet ist das Verhalten von Dembele sicher völlig inakzeptabel.
Hoeneß sollte sich also um seinen Verein kümmern und nicht von Dingen reden, für die ihm der sachliche Einblick fehlt. Das ist immer noch eine Angelegenheit zwischen dem BVB und FC Barcelona.

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Spieglein_an_der_Wand! 19.08.2017, 13:00
9. jein

Zitat von ardbeg17
der BVB ist für einen Spieler wie Dembele ein Sprungbrett zu einem der ganz Großen. Solche Spieler motiviert man zum Bleiben nicht durch das Pochen auf einen Vertrag, sondern durch das Aufzeigen einer Perspektive. Und da ist auch Hoeneß scheinheilig, denn nur weil die Bayern 2008/09 die umworbenen Ribery und Lahm vom Bleiben überzeugen konnten, heißt das nicht, dass das dem BVB in jedem Fall gelingen muss. Wenn Real, Barcelona, ManUtd oder Guardiola rufen, muss es jeden Spieler mit fußballerischem Ehrgeiz elektrisieren. Keine Frage, dass ein Trainingsboykott kindisch ist (hat er das nicht vor dem Wechsel zum BVB auch schon gemacht?). Aber dass der BVB erst den Dembele-Förderer Tuchel rauswirft und sich dann wundert, dass Dembele ein Angebot Barcas annehmen will, ist schon lustig. Ich erinnere mich an ein Interview Poschmann/Rehagel nach dessen Wechsel zu den Bayern. Poschmann wollte Rehagel Käuflichkeit unterjubeln, darauf dieser: "Wenn heute abend CNN bei Ihnen anruft, sind sie morgen auch weg." Kein Wort mehr von Poschmann zu diesem Thema.
Watzke hat ja deutlich gemacht das es eine Summe X (ca. 150M) gibt bei der Dembele gehen kann.
Vor 10 Jahren hätte man diese Summe als Scherz verstanden, aber bei dem aktuell verrücktem Markt ist die Summe machbar. (im vergleich Dembele noch 4 jahre vertrag, Mbappe 180M angebot bei nur noch 2 jahren vertrag) .

Ich hoffe das Watzke standhaft bleibt bei der ablöseforderung. ein einkicken könnte eine signalwirkung in der zukunft haben das andere spieler zu ähnlichen aktionen animiert. sowas muss man verhindern.

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