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Taktiktrend der Saison 2014/2015: Liga der langen Bälle
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Hauptsache weg vom eigenen Tor: Im Schnitt 152 lange Bälle haben die Bundesligisten in dieser Saison pro Partie gespielt - ein Extremwert im europäischen Vergleich. Die Taktikanalyse zeigt den Grund dafür und das Risiko dieser Spielweise.

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heiwie 26.05.2015, 19:10
10. Überschätztes Theater Bundesliga

Ein Verein, dessen Mannschaft nur lange Bälle spielt und auf Fehler des Gegners hofft, wird von mir kein Eintrittsgeld bekommen. Dafür sind mir die Preise einfach zu hoch. Wenn ich Leichtathletik sehen will, gehe ich woanders hin. Der Ball ist das zentrale Element im Fußballsport. Der Spieler muss den Umgang mit ihm beherrschen. Das erwarte ich für mein Geld. Defensiv- und auch Konterfußball sind das Ergebnis von Angst. Es ist eine Offenbarung der eigenen Mängel. Die großen Teams der Geschichte haben in erster Linie schön gespielt. Schöner Fußball erreicht immer die Herzen der echten Fans. Bloß erfolgreicher Fußball zerrinnt im Strudel der Erinnerungen.

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kruderico 26.05.2015, 19:13
11. Wenn Lucien Favre

einen lang gespielten Ball seiner Fußballer sieht, dann wird der aber mal fuchsteufelswild. Auch lange Bälle auf seine schnellen Außen sind nicht sein Spielstil lieber Herr "Ihr5spieltjetzt4gegen2". Er möchte mit möglichst schnellem Kurzpassspiel nach vorne kommen...und wenn das nicht klappt predigt Herr Favre immer, aber immer die berühmte Geduld....deswegen hat Borussia Mönchengladbach neben Bayern München die höchste Ballbesitzquote...sehr gut konnte man das übrigens im Spiel gegen Bayer Leverkusen sehen...die ersten 15 Minuten bekamen die Gladbacher überhaupt nicht unter Kontrolle und Favre drehte am Rad ob der zu häufig nach vorne geschlagenen Bällen...dann bekam Gladbach das Spiel besser in den Griff und da waren sie wieder: die Ballbesitzer aus Gladbach...ein schneller Freistoßpass in die Tiefe war dann der Dosenöffner...

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Nandiux 26.05.2015, 19:22
12.

Das erklärt wohl auch, wieso viele Bundesligateams in der Europa-League, große Probleme haben. Sie müssen selbst das Spiel machen und die Initiative übernehmen.

Auch Klopp ist daran letztlich gescheitert. Es fehlte eine Weiterentwicklung, zu wenig spielerische Impulse, der Fokus + Transferpolitik war weiterhin auf den Umschaltfußball ausgerichtet.

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kruderico 26.05.2015, 19:33
13. Ähhh

Zitat von in-teressant!
und nur knapp hinter England, wo der gepflegte lange Pass zum Markenkern gehört.
wann haben Sie denn das letzte Mal Premier League gesehen?

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gegenpressing 26.05.2015, 19:52
14.

Na ja, das ist doch auch nur so halb richtig. Die Top Trainer sind auch immer im Ausland angesehen und natürlich Thema. Siehe Klopp oder Heynckes. Es hängt halt sehr viel an der Sprache.
Und umgekehrt sind doch Trainer von Genua, Getafe oder West Ham bei uns auch kein Thema. Das würde ich nicht zu hoch hängen.
Zum Thema Taktik: Richtig, die langen Bälle sind nicht unbedingt Mittel der Wahl, sondern eher Symptom von extrem gutem Pressing, was viele praktizieren. Und nicht jede Mannschaft spielt ja wie Hertha und schenkt den Ball in gegnerische Drittel ab, einige Mannschaften agieren auch mit dem mitspielenden Stürmer, der die Bälle auf schnell nachrückende offensive Mitteldeldspieler verteilt - also ungefähr das genaue Gegenteil von Kick and rush. Das ist ausgesprochen gefährlich! Schnelle Spieler, mit Gesicht zum Tor und Fuss am Ball auf die Abwehr. Das praktiziert Gladbach schon auch.

Und eigentlich wurden den Bayern die Grenzen seines Ballbesitzfetischs in den letzten 2 Jahren brutal aufgezeigt: 1. Problem: gegnerische Mannschaften haben genug Zeit, sich in die defensive Grundordnung zu begeben. Und 2. Problem: die Top Mannschaften verlegen sich international inzwischen viel mehr aufs Konterspiel, wozu die Bayerntaktik geradezu einlädt. Real hat das in München perfekt praktiziert. Und Barca hat angedeutet, wozu man in der Lage ist, wenn man Ernst macht.
Meiner Meinung war das genau das Gegenmittel zur Dominanz, das hatte Dortmund ja schon gezeigt. Ob das Pendel wieder in Richtung Dominanz ausschlägt, ist die Frage. International siehts eher nicht so aus.

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Charlie Whiting 26.05.2015, 20:16
15. Ja...

...mir fehlen da auch einige Infos. Wenn schon Statistik dann richtig. Offensichtlich werden Befreiungsschläge genauso bewertet wie der flache Vertikalpass in die Spitze oder der Seitenwechsel quer.

Die Verarbeitungsquote wird genauso unterschlagen wie der Vergleich mit den Kurzpässen. Das sind zwar zwangsläufig mehr die ankommen (gut für die Statistik) aber wenn dann der 10. Kurzpass beim Gegner landet ist das Resultat dasselbe als wenn der 1. lange Ball abgefangen wird.

Was ist mit Standards die ja meistens lang und hoch in den Strafraum geschlagen werden?
Zuwenig Input...

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loneacit 26.05.2015, 20:47
16. Alles pfui

Sieht man sich den VfL, B04,BVB,BMG an, dann sieht man doch, dass diese Mannschaften nur so spielen können. Diese Mannschaften setzen nur aufs Pressing. Die Taktik die Pal Dardai in Berlin ausgab, hat der BVB in seinen beiden "Meisterjahren" nur angewandt!

BMG kann im übrigen seine Gegner nicht spielerisch auseinadnernehmen, wie der Autor einem weis machen will. BMG spielt auch gegen defensive Teams mit den langen bällen, versucht die teams hinten rauszulocken um dann in deren rücken zu spielen. Würden etliche BL-Teams mal hinten stehen bleiben, dann stünde Gladbach und der Rest nicht so weit vorne

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spon-facebook-10000082513 26.05.2015, 20:59
17. Das ist fast alles eine Folge...

...des Pressings, das in der Bundesliga mittlerweile gespielt wird, und sich in anderen Ligen erst langsam durchsetzt. Klopp hat mit seiner Spielweise den Fußball revolutioniert - zumindest in diesem Land. Zumal der späte Heynckes ein Gegenmittel erfand. Mittlerweile pressen die meisten deutschen Mannschaften, und bemühen sich gleichzeitig um eigene Resistenz dagegen. Und da sind das einfachste Mittel nunmal lange Bälle.
Übrigens ist das einer der Gründe, warum die Saison des BVB so schlecht lief...

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Klinsmeier 26.05.2015, 21:24
18. Robert Huth

Als Klinsmann gerade Teamchef geworden war, gab es einen Bericht vom Training. Robert Huth, der zu dieser armseligen Zeit bei einigen Fans als Kult galt, wurde von Jogi Löw angebrüllt und das Training abgebrochen, wenn er wieder einen langen Ball nach vorne drosch.

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Ihr5spieltjetzt4gegen2 26.05.2015, 21:26
19.

Zitat von kruderico
... Auch lange Bälle auf seine schnellen Außen sind nicht sein Spielstil lieber Herr "Ihr5spieltjetzt4gegen2". Er möchte mit möglichst schnellem Kurzpassspiel nach vorne kommen...
Das habe ich auch nicht behauptet. Das Spiel der Borussia hat sich sehr entwickelt, das ist Fakt. Dennoch ist der Konter nach wie vor ein Stilmittel der Gladbacher, und Konter konnte man in dieser Saison nach wie vor häufiger sehen. Und da gab es immer wieder lange Pässe auf Herrmann oder Hahn oder Traoré. Denn die Definition des 'langen Balles' liegt bei 25m. Und genau darum ging es mir. Der Begriff 'langer Ball' in seiner Definition ist zu undifferenziert. Ich hatte einige Beispiele genannt.

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