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Technische Probleme bei Videobeweis: "Diese Situation ist nicht hinnehmbar"
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Der Videobeweis sorgt weiter für Diskussionen: Diesmal, weil die Technik bei mehreren Bundesligaspielen ausfiel. Die DFL kündigte ein Gespräch mit den Betreibern an.

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JoachimFranz 21.08.2017, 13:53
60.

Zitat von Lassehoffe
Ich behaupte einfach, dass der Videoschiri da gepennt hat. Obwohl er an dieser Stelle eigentlich gar nicht eingreifen darf. Da er aber in anderen Spielen auch eingegriffen hat, obwohl er es nicht darf, hätte er es fairerweise an dieser Stelle auch tun müssen.
Nun, das wäre einen Fehler mit einem anderen ausgleichen. Das darf ein Schiri nicht tun, etwa wenn er bemerkt, dass er gerade gegen Team A zu Unrecht einen Elfer verhängt hat und zum Ausgleich einen ungerechten Elfer gegen Team B verhängen würde, und genauso wenig darf dies der Videoassistent tun. Und dass der VB im Spiel HBSC-VFB, auf das Sie anspielen, überhaupt falsch angewendet wurde, das habe ich bisher von noch keinem Schiedsrichter gehört oder gelesen. Auf jeden Fall aber kein Grund, den VB in einem anderen Spiel dann auch falsch anzuwenden.

Im Fall Kimmich sagen Sie nun, der VAR dürfte bei dieser Szene überhaupt nicht eingreifen. Nun, nur im Fall, dass der VAR gegenüber Kimmich kein Foul erkennt (so hat der Schiri und Linienrichter die Szene bewertet) oder nur ein gelbwürdiges Foul (kein Fall für den VB), darf er nicht eingreifen. Hätte der VAR hier aber ein grobes mit Rot zu ahndendes Foulspiel erkannt und wäre sich dessen sicher gewesen (so sah es Thomas Strunz und die meisten der Runde gestern im Sport1-Doppelpass), dann hätte der VAR den VB sogar ziehen müssen. Meiner Meinung nach wurde Kimmich von Bellarabi unten an den Beinen so übel getroffen, dass hier durchaus Rot angebracht war (bei der Wahren-Tabelle-Community stets 75:25 für Rot). Aber das sieht man eben nur in der Zeitlupe, wenn man auf die Beine von Kimmich achtet. Ich vermute, der VAR hat diese Szene in Normalgeschwindigkeit höchstens als Gelb gewertet und sie sich deshalb gar nicht erst in Zeitlupe angeschaut. Aber wie gesagt, es hat niemand behauptet, dass mit dem VB alle Fehlentscheidungen des Schiris aufgedeckt und korrigiert werden, und er muss sich eben auch der Fehlentscheidung des Schiris sicher sein.

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Lassehoffe 21.08.2017, 14:04
61.

Nein, er hätte nur eingreifen dürfen, wenn das Foul innerhalb des Sechzehners gewesen wäre. Beim Foul ausserhalb darf er nicht eingreifen, wie sie bei Kimmich ganz richtig festgestellt haben. Ob das Foul nun einen halben Meter vom 16er entfernt ist oder 20 Meter, ist völlig egal. Lewandowski wiederum war innerhalb des Sechzehners und daher zurecht zu prüfen. Sie sehen, es gibt da noch viel Nachholbedarf - und der DFB hatte immerhin ein Jahr Zeit.

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Lassehoffe 21.08.2017, 14:09
62.

Zitat von JoachimFranz
Nun, das wäre einen Fehler mit einem anderen ausgleichen. Das darf ein Schiri nicht tun, etwa wenn er bemerkt, dass er gerade gegen Team A zu Unrecht einen Elfer verhängt hat und zum Ausgleich einen ungerechten Elfer gegen Team B verhängen würde, und genauso wenig darf dies der Videoassistent tun. Und dass der VB im Spiel HBSC-VFB, auf das Sie anspielen, überhaupt falsch angewendet wurde, das habe ich bisher von noch keinem Schiedsrichter gehört oder gelesen. Auf jeden Fall aber kein Grund, den VB in einem anderen Spiel dann auch falsch anzuwenden. Im Fall Kimmich sagen Sie nun, der VAR dürfte bei dieser Szene überhaupt nicht eingreifen. Nun, nur im Fall, dass der VAR gegenüber Kimmich kein Foul erkennt (so hat der Schiri und Linienrichter die Szene bewertet) oder nur ein gelbwürdiges Foul (kein Fall für den VB), darf er nicht eingreifen. Hätte der VAR hier aber ein grobes mit Rot zu ahndendes Foulspiel erkannt und wäre sich dessen sicher gewesen (so sah es Thomas Strunz und die meisten der Runde gestern im Sport1-Doppelpass), dann hätte der VAR den VB sogar ziehen müssen. Meiner Meinung nach wurde Kimmich von Bellarabi unten an den Beinen so übel getroffen, dass hier durchaus Rot angebracht war (bei der Wahren-Tabelle-Community stets 75:25 für Rot). Aber das sieht man eben nur in der Zeitlupe, wenn man auf die Beine von Kimmich achtet. Ich vermute, der VAR hat diese Szene in Normalgeschwindigkeit höchstens als Gelb gewertet und sie sich deshalb gar nicht erst in Zeitlupe angeschaut. Aber wie gesagt, es hat niemand behauptet, dass mit dem VB alle Fehlentscheidungen des Schiris aufgedeckt und korrigiert werden, und er muss sich eben auch der Fehlentscheidung des Schiris sicher sein.
Genau den Fall bei Hertha gegen VFB hat Thomas Strunz im Doppelpass so bewertet wie ich: Der VS hätte nicht eingreifen dürfen.

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ray05 21.08.2017, 14:46
63.

Zitat von Lassehoffe
Nein, er hätte nur eingreifen dürfen, wenn das Foul innerhalb des Sechzehners gewesen wäre. Beim Foul ausserhalb darf er nicht eingreifen, [...]
Verzeihen Sie meine Penetranz, aber genau das galt es doch für die Videorevision zu prüfen: ob die Aktion des Berliners innerhalb des Strafraums (und wenn Foul, dann Elfmeter) oder außerhalb geschah. Elfmeter ja/nein. Die Videorevision konnte ja eben nicht von vornherein davon ausgehen, dass diese knappe Aktion wirklich vor dem Strafraum passierte. Deshalb durfte sie einschreiten.

Aber sei's drum, wir werden in den nächsten Wochen mit Sicherheit noch viele Situationen diskutieren, bis sich das mal eingespielt hat. :)

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Lassehoffe 21.08.2017, 15:45
64.

Ich will ja nicht kleinlich sein - aber es gibt nur zwei Versionen, bei denen der VS in Sachen Elfer einschreiten darf: 1. Schiri pfeift Elfer, der keiner ist oder 2. Schiri übersieht Elfer, der gegeben werden muss. Sieht der VS ein Foul außerhalb des Strafraums, hält er die Klappe - ausser es handelt sich um Rot. Das Problem ist ja: Der Schiri hat gar nicht gepfiffen - also auch kein Foul erkannt, egal wo. Es gibt also keine Entscheidung, die revidiert werden muss oder kann. Und das Argument, nicht zu pfeifen, sei auch eine Entscheidung, gilt nicht im Sinne einer Tatsachenentscheidung. Im Endeffekt hat der VS ein Foul entschieden, das der Schiri gar nicht gepfiffen hat. So wird der Schiri zum Hampelmann des VS - was niemand wollen kann.

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JoachimFranz 21.08.2017, 19:25
65.

Zitat von Lassehoffe
es gibt nur zwei Versionen, bei denen der VS in Sachen Elfer einschreiten darf: 1. Schiri pfeift Elfer, der keiner ist oder 2. Schiri übersieht Elfer, der gegeben werden muss. Sieht der VS ein Foul außerhalb des Strafraums, hält er die Klappe - ausser es handelt sich um Rot. Das Problem ist ja: Der Schiri hat gar nicht gepfiffen - also auch kein Foul erkannt, egal wo. Es gibt also keine Entscheidung, die revidiert werden muss oder kann. Und das Argument, nicht zu pfeifen, sei auch eine Entscheidung, gilt nicht im Sinne einer Tatsachenentscheidung. Im Endeffekt hat der VS ein Foul entschieden, das der Schiri gar nicht gepfiffen hat.
Falls ich Sie nicht falsch verstehe, behaupten Sie, wenn der Schiri nicht pfeift, ist es keine Tatsachenentscheidung. Keine Ahnung wie Sie darauf kommen. Wenn der Schiri in einer Situation auf kein Foulspiel erkennt und nicht pfeift, dann ist das selbstverständlich genauso eine Tatsachenentscheidung wie wenn er sich für Foul entscheidet. Wesentlich ist lediglich, dass er die Situation gesehen hat und sich dann wie auch immer entscheidet. Dann ist es eine Tatsachenentscheidung, ob mit Pfiff oder ohne Pfiff.

Im betreffenden Fall geht es im Spiel HBSC-VFB um ein Foulspiel Zentimeter vor der Strafraumgrenze. Aber ob knapp vor der Linie oder auf der Linie, das war erst bei Betrachtung der Videobilder ersichtlich. Deshalb wurde aufgrund eines möglichen Elfmeters regelkonform der Videobeweis herangezogen. Wenn der VB aufgrund möglichen Elfmeters herangezogen wird, gibt es übrigens üblicherweise gar keinen Schiedsrichterpfiff, weil der Schiri kein Foulspiel gesehen hat und nicht pfeift. Ihre Argumentation hier mit dem Schiedsrichterpfiff als Voraussetzung für den Einsatz des Videobeweises, erschließt sich mir daher überhaupt nicht.
Wenn der VB aufgrund möglichem Elfmeter herangezogen wird, heißt das aber nicht zwangsläufig, dass der Videoassistent anhand Betrachtung der Bilder auch zu dem Schluss kommen muss, dass tatsächlich ein elfermeterwürdiges Foul vorgelegen hat. In diesem Fall sprach er sich gegen einen Elfer aus, weil er festgestellt hat, dass das Foul vor dem Strafraum stattgefunden hat. Welchen Fehler soll der Videoassistent also gemacht haben?
Übrigens, wenn Sie recht hätten, dass der Videobeweis hier hätte nicht angewendet werden dürfen, warum hat sich dann noch niemand von Hertha beschwert, gegen die der VB zum Einsatz kam?

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Lassehoffe 21.08.2017, 22:58
66.

Dann müssten Sie ja in jeder Situation wissen, ob der Schiri nicht pfeift, weil er glaubt, das nicht gefoult wurde oder ob er nicht pfeift, weil er die Situation nicht gesehen hat... aber wir drehen uns im Kreis. Und das Argument, nur weil sich keiner beschwert, ist es auch rechtens, ist völliger Unsinn. Der Umkehrschluß hieße ja, dass man sich nur kräftig beschweren muss, um Recht zu haben. Ebenso unlogisch.

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jnek 21.08.2017, 23:00
67. 100% Zustimmung

Zitat von JoachimFranz
Falls ich Sie nicht falsch verstehe, behaupten Sie, wenn der Schiri nicht pfeift, ist es keine Tatsachenentscheidung. Keine Ahnung wie Sie darauf kommen. Wenn der Schiri in einer Situation auf kein Foulspiel erkennt und nicht pfeift, dann ist das selbstverständlich genauso eine Tatsachenentscheidung wie wenn er sich für Foul entscheidet. Wesentlich ist lediglich, dass er die Situation gesehen hat und sich dann wie auch immer entscheidet. Dann ist es eine Tatsachenentscheidung, ob mit Pfiff oder ohne Pfiff. Im betreffenden Fall geht es im Spiel HBSC-VFB um ein Foulspiel Zentimeter vor der Strafraumgrenze. Aber ob knapp vor der Linie oder auf der Linie, das war erst bei Betrachtung der Videobilder ersichtlich. Deshalb wurde aufgrund eines möglichen Elfmeters regelkonform der Videobeweis herangezogen. Wenn der VB aufgrund möglichen Elfmeters herangezogen wird, gibt es übrigens üblicherweise gar keinen Schiedsrichterpfiff, weil der Schiri kein Foulspiel gesehen hat und nicht pfeift. Ihre Argumentation hier mit dem Schiedsrichterpfiff als Voraussetzung für den Einsatz des Videobeweises, erschließt sich mir daher überhaupt nicht. Wenn der VB aufgrund möglichem Elfmeter herangezogen wird, heißt das aber nicht zwangsläufig, dass der Videoassistent anhand Betrachtung der Bilder auch zu dem Schluss kommen muss, dass tatsächlich ein elfermeterwürdiges Foul vorgelegen hat. In diesem Fall sprach er sich gegen einen Elfer aus, weil er festgestellt hat, dass das Foul vor dem Strafraum stattgefunden hat. Welchen Fehler soll der Videoassistent also gemacht haben? Übrigens, wenn Sie recht hätten, dass der Videobeweis hier hätte nicht angewendet werden dürfen, warum hat sich dann noch niemand von Hertha beschwert, gegen die der VB zum Einsatz kam?
Der Videoassistent kommt in 4 definierten Fragestellungen zum Einsatz.
1. War es ein Elfmeter oder nicht?
2. War es rotwürdig oder nicht?
3. War es ein gültiges Tor oder nicht?
4. Gab es eine Verwechslung oder nicht?

Bei Fragestellung 1 nun die Frage "War es überhaupt im Strafraum" auszuklammern wirkt willkürlich. Denn dies ist doch eine der zwingenden Voraussetzungen für eine Antwort auf Fragestellung 1.

Wie die Fragestellungen dann entschieden werden steht auf einem ganz anderen Papier. Wer sie entscheidet ist dagegen wieder eindeutig. Nicht der Videoassistent trifft die Entscheidung sondern weiterhin der SR.

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Lassehoffe 22.08.2017, 09:56
68.

Laut DFB greift der Schiri nur ein, wenn eine Fehlentscheidung vorliegt. Da hier aber keine Fehlentscheidung getroffen wurde (Im Sinne Foul innerhalb des Strafraums oder nicht), darf der VS auch nicht eingreifen. Das ist doch ganz klar geregelt.

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RugbyLeaguer 22.08.2017, 13:20
69.

Zitat von Zündkerze
der DFB war sich wohl zu fein dafür die Handhabung des Videobeweises in anderen Sportarten anzusehen. Ich halte die Regel im Hockey für andrer Sportarten ebenfalls gut. Jedes Team darf den Beweis zu jeder Situation anfordern und hat drei Beweise auf dem Konto. Sollte der Beweis gegen die Mannschaft sprechen, die ihn eingefordert hat, so wird das Konto um 1 Beweisoption reduziert. Damit verhindert man ständiges Anfordern des Beweises als Mittel zur Spielunterbrechung. Das klappt hervorragend.
Und wenn es in der 86. Minute eine umstrittene Szene gibt, die vielleicht Spiel oder gar Saisonentscheidend ist, man aber keinen VB mehr anfordern kann/darf?

Diese Idee ist zwar recht nett, aber man gibt die Entscheidungsgewalt den Vereinen, den Trainern. Damit wird richtig die Autorität des Schiedsrichters untergraben.

Außerdem wird es nicht lange dauern, bis der VB als taktisches Mittel eingesetzt wird. Alleine um den Druck des Gegners zu nehmen.

Im übrigen haben sich alle Trainer dafür ausgesprochen keine Challenge einzuführen.

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