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Teure Fußball-Transfers: Mit Wahnsinn hat das nichts zu tun
DPA

Nie war ein deutscher Fußballer teurer als Schalkes Leroy Sané, der jetzt nach Manchester wechselt. Schon sind wieder Klagen über zu hohe Ablösesummen zu hören. Was für eine Doppelmoral.

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Pless1 02.08.2016, 12:53
130. Keine Doppelmoral

Nein, das ist keine Doppelmoral, weder bei Tuchel noch bei Klopp. Natürlich drehen beide das Rad mit, was sollen sie auch machen?

Das ist keine Kritik an "den anderen", sondern durchaus an der Branche als Ganzes, inklusive der eigenen Rolle. Der Autor mag es vielleicht nicht glauben, aber manche Menschen sind noch zu einer gewissen Selbstreflexion fähig. Denn natürlich sind die 30 Mio. für Schürrle Teil des Irrsinns, wer würde das ernsthaft bestreiten. Aber soll Borussia Dortmund nun aus dem Profifußball aussteigen und das Stadion zur Freilichtbühne umbauen und dort Puppentheater anbieten?

Was Tuchel gesagt hat ist nicht nur richtig oder "moralisch". Es ist auch ökonomisch zu sehen: Letztlich muss das Geld - ALLES Geld - von den Fans kommen. Sei es über Eintrittsgelder, Trikotverkäufe, Pay-TV gebühren oder den Kauf von Produkten der Werbepartner und Sponsoren. Die Gefahr ist groß, dass die Schraube überdreht wird. Fühlen sich die Fans nur noch ausgenommen können sie sich auch ganz schnell vom Produkt Fußball abwenden - vereinsübergreifend.

Dass 14 von 20 PL-Vereinen Gewinn machen bedeutet übrigens auch, dass 6 von 20 keinen machen - mithin 30% der Vereine. Und das während eines Fußball-Booms, in dem die Gewinne eigentlich bei allen sprudeln müssten. Das ist also eher ein Risiko-Indikator als ein Argument für eine gesunde Entwicklung!

Das Problem einer jeden Blase ist, dass man sie in der Regel nicht erkennt, wenn man sich mitten in ihr befindet.

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duke_van_hudde 03.08.2016, 23:01
131. Tja und damit haben sie die Marktwirtschaft nicht ansatzweise verstanden

Zitat von quark2@mailinator.com
Sorry, aber egal wie lange man darüber rumredet - es zeigt ganz klar Unzulänglichkeiten am aktuellen System, wenn Leute, die jahrzehntelang hart in wirklich unentbehrlichen Berufen arbeiten (Beispiel Krankenschwester) nur einen winzigen Bruchteil dessen verdienen, was diese Schausteller bekommen. Es ist nicht so, daß ich den Fußballern, Golfern und F1-Fahrern das Geld nicht gönne. Wen die es nicht bekämen, bliebe es bei den Veranstaltern und wenn die es nicht bekämen, bliebe es bei den Werbeagenturen. Aber es ist trotzdem "nicht normal". Diese Schieflage KANN einfach nicht richtig sein.
Der Markt entscheidet was er für die wertvollere Arbeit hält. Das entscheiden nicht sie oder es sollte auch kein Beamter in Berlin entscheiden sondern der MArkt.

Tja und es gibt sehr viele Menschen die halt viel Geld dafür ausgeben das sie die Spiele eine bestimmten Vereins sehen können. Die Kunden sehen halt diese Arbeit als sehr wertvoll an und damit ist dann auch alles ok.

Im Prinzip gibt es vielleicht 200 Deutsche in der ersten Liga und wieviele Deutsche sind im passenden Alter und spielen Fussball. Das heisst um diese 200 Plätze wird sehr sehr hart gekämpft.
Dazu kann eine Krankschwester nur sehr wenige Kunden gleichzeitig helfen ein Fussballspieler kann sehr sehr viel mehr gleichzeitig eine Freude machen.

Als letzes es gibt keinen wirklichen Markt für die besten 200 Krankenschwester das heisst halt das die bestne sich nicht extrem beim Gehalt von der 0815 Krankenschwester abheben kann.

Sie können aber als Kunde ihrne Beitrag dauz beitragne das ein Fussballer nicht noch mehr verdient. Dazu müssen so Fussball nicht konsumieren und keine Produkte kaufen die Werbung beim Fussball zeigen.

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Christian Weiss 04.08.2016, 20:46
132. Bessere Vermarktung der Bundesliga

Zitat von at.engel
2000, 2001, 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014, 2015 und 2016... Und wer wird 2017 deutscher Meister? Kurz man sich langsam den ganzen Aufwand auch sparen, es ist schon (fast) klar, wer deutscher Meister wird. Um so etwas wie eine halbwegs akzeptable Meisterschaft zu haben, müssten mindestens zehn Clubs Budgets in der Höhe von einer halben Milliarde Euro haben. Und das gleiche gilt natürlich auch für die meisten anderen Länder, nur so viel Geld generiert der Fußball eben nicht. Was zur Folge hat, dass es in den meisten Ländern eine Meisterschaft, im sportlichen Sinne des Wortes, schon gar nicht mehr gibt. Ausnahme ist vielleicht England, und danach kommt... praktisch nichts mehr. Selbst die deutsche Meisterschaft ist bald langweiliger als die Portugals - da teilen sich immerhin drei Mannschaften 97% aller Titel. Und was die Championsleague betrifft, gibt es in ganz Europa nicht einmal mehr zehn Clubs, die sich eine Chance auf einen Sieg ausrechnen können. Das ist so ungefähr wie wenn bei einer Europameisterschaft nur fünf oder sechs Nationalmannschaften antreten, weil die anderen nicht mal mehr die Qualifikationen schaffen... einfach nur noch lächerlich.
Die englischen Clubs zahlen nicht nur die höchsten Transfersummen, sie haben auch die ausgeglichenste Meisterschaft.
Während die Champions League Ungleichheit schafft, weil die Preisgelder nur an die Clubs gehen, die auch an der CL teilgenommen haben, sind über die Fernsehrechte alle Mannschaften einer Liga beteiligt, weil sie ja auch alle zum Produkt beitragen.

Wenn die Bundesliga ausgeglichener werden soll und die hohen Champions League-Einnahmen von Bayern die Liga nicht zu sehr verzerren sollen, dann muss halt das Produkt Bundesliga auch besser vermarktet werden. Das sollte eigentlich durchaus gelingen. Stadionzuschauer hat es ja mindestens so viele wie in England.

Übrigens haben kleinere Länder wegen der CL noch viel grössere Probleme. In der Schweizer Meisterschaft wurde der FC Basel 2016 zum siebten Mal in Serie Erster. Der Klub setzt dank CL-Einnahmen für Schweizer Verhältnisse gewaltige 100 Millionen Euro pro Jahr um, während der zweitbest finanzierte Klub vielleicht auf 30% dieses Wertes kommt.

Sie schreiben überdies, dass nicht mehr als zehn Klubs für einen CL-Sieg in Frage kämen. Das war früher auch nicht anders. Wer die Siegerliste des Meistercups anschaut, findet dort immer wieder die gleichen Namen. Früher, als es nur eine K.O.-Phase und wesentlich weniger Spiele gab, gab es halt eher mal einen Überraschungssieger, der die wenigen Runden überstehen konnte.

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Christian Weiss 04.08.2016, 20:59
133. Moralkeule der Unterlegenen

Zitat von bclaus
auch ein prominenter FCB Vertreter hatte unlängst mal beklagt, was für Summen inzwischen für Profifußballer gezahlt werden, was hier nicht erwähnt wird... aber davon mal unabhängig... es ist in keinster Weise verwerflich, sich über die aktuellen Summen, die gezahlt werden, zu beklagen, sich dem trotzdem nicht komplett zu verwehren, um weiterhin in der nationalen und evt. auch internationalen Spitze mithalten zu können.
Dass sich ein Vereinsvertreter beklagt, ist ja logisch. Wäre ich Manager von Klub A hätte ich es auch lieber, wenn ich Lionel Messi für eine Tankkarte und ein paar Gutscheine von Lidl bekäme.

Es hat Methode, die Moralkeule zu schwingen, wenn man mit den besser aufgestellten Konkurrenten nicht mithalten kann.
Wenn man nicht so viel Geld zur Verfügung hat wie andere, die mit ihren Möglichkeiten besser gewirtschaftet haben, dann wird ja der Konkurrent heute gerne als Abzocker, Wahnsinniger oder sonstwas diffamiert.

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Vermeer79 04.08.2016, 22:30
134.

Solange die Fans jedes Wochenende in die Stadien strömen, sich Dauerkarten und Fanartikel kaufen und Abo's für das vereinsinterne Fernsehen abschließen usw. usw. wird die Kuh gemolken. Ist zwar nur eine kleiner Anteil am Verdienst eines Fussballclubs, trotzdem ein Teil.

Hinzu kommen die Plastik-Vereine Leipzig & Co. Evtl. fehlendes Geld wird einfach von Mäzene oder Clubeigentümer nachgeschossen oder der Transfer wird komplett über diese Personen finanziert.

Was in der englischen, spanischen, französichen Liga als Fußball verkauft wird schlichweg eine Fussballshow. Noch ist Bundesliga nicht ganz soweit. Noch nicht. Würde man die Richtlinien der Bundesliga auf die obengenannten Ligen anwenden oder die UEFA einfach nur mal Ihre eigenen Regularien konsequent umsetzen gäbe es viele "großen" dieser Ligen nicht mehr.

Die Ticketpreise in England sind teilweise so hoch, dass es billiger ist z.B. nach Dortmund und zurück zufliegen inkl. Fußballkarte und Verflegung.
Fussball ist leider zu einem Wirtschaftszweig verkommen.

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