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Teure Fußball-Transfers: Mit Wahnsinn hat das nichts zu tun
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Nie war ein deutscher Fußballer teurer als Schalkes Leroy Sané, der jetzt nach Manchester wechselt. Schon sind wieder Klagen über zu hohe Ablösesummen zu hören. Was für eine Doppelmoral.

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flingern 01.08.2016, 19:03
40. Der Wert an sich

"Wie viel ein Profi auf dem europäischen Markt wert ist, bestimmt sich im Wesentlichen nach Angebot und Nachfrage. Wenn das irrational ist, dann ist es der Profifußball als ganzer", schreibt der Autor.
In den westlichen Gesellschaften beginnt gerade erst eine Diskussion über die Angemessenheit von Spitzengehältern. In vielen Bereichen wurden und werden diese damit begründet, dass "die anderen" die auch -mindestens- zahlen. Das hat mit Angebot und Nachfrage kaum noch etwas zu tun; es wird gezockt, dass die gesamte Weltwirtschaft ins Wanken geraten kann. Das ist(!) irrational, ohne wenn und aber, und muss nicht kläglich konditioniert werden.
Der Profifußball als ganzer indes wird es überleben, obwohl er irrational ist, nein, besser wohl: Er hat es bereits überlebt. Und warum? Weil "Menschen (haben) keinen Wert an sich" haben, weiß der Autor uns zu erklären. Vielleicht hat er damit aber nur verhindern wollen, den Menschen an sich und in Mehrheit als manipulierbare Masse und allenfalls "Human Capital" zu bezeichnen. Das hätte seinem Wert an sich gewiss nicht gut getan.

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jensen12345 01.08.2016, 19:11
41. ?

Zitat von Fellini82
Sehe keine Doppelmoral in der Tatsache, die aktuellen Preise anzuprangern, sie aber teilweise trotzdem zu bezahlen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die hohen Preise ergeben sich ja vor allem aus der finanziellen Stärke Premier League.
Die völlig überzogenen 30 Mio, die Dortmund für einen komplett überbewerteten Schürrle (der zuvor drei schwache Saisons in Serie in seinen Verein gespielt hatte), ergeben sch aus der finanziellen Stärke der Premier League?

Nee sorry, für einen solchen Geldausgebe-Wahn sind die Bundesligsten schon allein selbst verantwortlich.

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debaser 01.08.2016, 19:12
42. Sozialismus im Fußball

Absurderweise klappt das bei den vermeintlich so kapitalistischen Amerikanern, bei deren Sportarten ganz gut: Draft-System / Salary Cap.
Warum wird im Fußball keine Gehaltsobergrenze eingeführt? Warum keine maximale Transfersumme? Dann würden die Spieler wieder viel mehr dort hingehen, wo ihnen die besten sportlichen Perspektiven geboten werden, wo sie spielen und nicht auf der Bank sitzen.
Entweder das passiert oder das 50+1 Prinzip wird in Deutschland aufgehoben, damit auch hier Investoren ordentlich Geld reinpumpen können. Dann muss noch der ÖR bzw. die GEZ-Gebühr abgeschafft werden, damit das nötige Haushaltsbudget für Sky etc. vorhanden ist und wiederum an die Vereine fließt.

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prince62 01.08.2016, 19:25
43. Wirtschaftlich gesehen ist der Profi-Fußball fast durchgehend bankrott.

Zitat von darthvader79
Vereine verfolgen keine reine Gewinnerzielungsabsicht, sondern wollen Titel gewinnen. Die Ablösen spiegeln daher nicht den Gewinnzuwachs, sondern die verfügbaren Mittel wider.
Ist ja auch völlig zutreffend, die Verschuldung der spanischen, italienischen und auchenglichen Vereine ist ja zusammen schon ein zweistelliger Milliardenbetrag,

alleine die damals 4 großen englischen Vereine - vor Citys Aufstieg - hatten bereits vor 7-8 Jahren einen Schuldenstand von ca. 3,5 Mrd Euro, genau so viel wie die spanischen Spitzenvereine.

Von wirtschaftlicher Denkweise wäre der größte Teil der Mannschaften des Profi-Fußballs durch und durch pleite und bankrott, ohne jegliche Hoffnung auf Gesundung, ganz im Gegenteil.

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spon-facebook-10000315790 01.08.2016, 19:32
44. Relativierungsmaschine

Es geht nicht um Doppelmoral, sondern um eine gesellschaftliche Entwicklung und klare Analyse ohne die übliche Relativerungsmaschine von Politikern, Journalisten usw., sondern man sollte Dinge so benennen wie sie sind, beim Fußball handelte sich um eine kapitalistische Ausuferung, die sich mehr und mehr vom einfachen Fan entfernt. Der Bereich Fußball ist nicht der einzige Bereich, siehe Managergehälter. Diese Entwicklung schadet der ganzen Gesellschaft.

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altaberbezahlt 01.08.2016, 19:37
45. So so

Manchester City zahlt also mehr Geld als Darmstadt 98 weil die Gewinnerwartungen von Liga zu Liga unterschiedlich sind. Komisch. Ich dachte immer, das wäre so, weil City viel viel mehr Geld zur Verfügung hat. Was wäre wohl, wenn ein Scheich am Böllenfalltor investieren würde? Dann würde Darmstadt es genauso machen. Ich hab es schon einmal gesagt und ich sage es noch einmal: Sané ist keine 50 Millionen wert. Übertrieben und nicht nachvollziehbar.

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schwaebischehausfrau 01.08.2016, 19:40
46. @Attac-Pluto: Der Verbraucher...

Zitat von attac-pluto
Die Transfersummen und die Fußballgehälter würden schon dann in den Keller gehen, wenn endlich die Subventionierung durch Werbung/Sponsoring entfallen würde. Das Geld bringt nämlich der Verbraucher auf und der wird nicht gefragt ob er das will. Der muss blechen.
Solange wir von privaten Wirtschafts-Unternehmen sprechen, entscheidet der Verbraucher direkt oder indirekt mit. Der Sky-Abonnent entscheidet, ob ihm Live-Fußball 20€/Monat wert ist. Und Kunden von Adidas, Nike entscheiden durch Kauf oder Nichtkauf von deren Fußballschuhen darüber, ob ihnen die Schuhe durch die darin letztendlich enthaltenen Preisaufschläge für die Marketing-Kosten zu teuer sind oder nicht. Selbst der Telekom-Kunde entscheidet indirekt darüber mit, ob das Unternehmen hunderte Millionen für Trikot- und Bandenwerbung ausgibt. Neben ihrer reinen Kauf-Entscheidung gibt's ja auch Marketing-Messbarkeits-Instrumente, mit denen man halbwegs checken kann, ob Marketing-Ausgaben die erhoffte Umsatz- oder Image-Verbesserung bringen oder nicht. Der Einzige, der nicht entscheiden kann darüber, ob ARD + ZDF Milliarden für CL-Übertragungen und Milionen für "TV-Experten" zahlen ist der durch GEZ-Zwangsgebühren entmündigte Bürger. Insofern sind mir marktwirtschaftliche Mechanismen 100mal lieber als öffentlich-rechtliche Zwangs-Abzocke.

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mr.andersson 01.08.2016, 19:41
47.

Das Spiel ist doch immer das gleiche. Sobald ein zweistelliger Millionenbetrag und ein Name in Verbindung stehen, kommen zig Leute die überhaupt keine Ahnung haben wofür das Geld genau gezahlt wird und verkünden, dass die Summen zu hoch sind.

Egal ob Sportler, Manager, Firmengründer oder sonstwas.

Sind die Summen zu hoch, gehen die jeweiligen Firmen/Vereine eben kaputt. Interessanterweise sind es aber eben unterdurchnittlich die Läden, die sich die Topleister mit den Topgehältern leisten können, die kaputt gehen.

Wenn ein Spieler XX Mio. Ablöse kostet, und dies durch Turnierteilnahmen, Trikotverkäufe und sonstwas wieder reinkommt, dann ist alles richtig gemacht worden.

Würde man sagen: Der kann bei uns für 100 Mio. zusätzlichen gewinn in 5 Jahren sorgen, aber ich bin doch nicht blöde und zahle 10 Mio. Ablöse, dann hat man halt keine Ahnung von Wirtschaft.

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no_reservations 01.08.2016, 19:43
48. Europaweit

Gehaltsdeckel einführen und Transfersummen abschaffen. Ausnahmsweise mal etwas, wo die Amis evtl. wirklich als Vorbild taugen könnten. In allen großen amerikanischen Sportligen sind jahre- oder jahrzehntelange Serienmeister doch eher die Ausnahme, hat eine Franchise nicht zufällig ein Jahrhunderttalent unter Vertrag. Aber Hintergedanke ist scheinbar in Amerikas Sportligen noch, dass zumindest auf dem Papier einigermaßen Chancengleichheit herrschen soll. Aber das organisiert ja sich nicht FIFA, UEFA, DFB @ Co.

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dike.thallo 01.08.2016, 19:55
49.

Das ist kein Wahnsinn, das ist einfach nur Kapitalismus. Und im Kapitalismus geht es um Geld und Ware, wozu auch der Mensch gehört. Wer das noch immer nicht begriffen hat, dem ist scheinbar nicht mehr zu helfen.

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