Forum: Sport
Tommie Smith über Handschuh-Protest: "Im Nachhinein war es ein Opfer"
AP

Vor 50 Jahren protestierte Tommie Smith nach seinem Olympiasieg in Mexiko-Stadt mit erhobener Rechter Faust gegen Rassismus. Noch heute bewegt ihn das Thema - und die Bewertung seiner Aktion.

oriwango 14.10.2018, 11:34
1. Kluger Ansatz

"Ich bitte um Verständnis: Es gibt so viele Gräben. Ich möchte die nicht vertiefen."

Das ist ein kluger Gedanke: anmerken, was besser gemacht werden kann statt sich darauf auszuruhen, eine Person furchtbar zu finden. Indirekt lässt er ja keinen Zweifel an seiner Meinung.
Wir verpulvern so viel Energie, persönlich anzugreifen, dabei sind es Meinungen, Strömungen, eine Dynamik, Missstände, die ausgehebelt werden müssen. Schlauer Mann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chiefseattle 14.10.2018, 12:03
2. Danke

Danke, Tommy Smith und John Carlos, für diesen Weckruf im Jahr 1968. Ihr hättet mindestens den Nobelpreis verdient.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
denny101 14.10.2018, 12:09
3.

Ich habe und hatte allerhöchsten Respekt vor Leuten wie Tommie Smith. Ich hatte als Kind von der Geschichte später in einem Olympiabuch (ich glaube von Harry Valerien) gelesen, und es hat mich damals schockiert, wie ein Mensach, der das Richtige tat, vom Sport und von der Gesellschaft angefeindet, ausgeschlossen und verurteilt werden konnte. Er hat ein unglaubliches persönliches Opfer gebracht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fruusch 14.10.2018, 13:33
4. man darf auch

den dritten Sprinter bei dieser Aktion nicht vergessen, den weißen Peter Norman, der damals Silber gewann. Er solidarisierte sich mit den beiden anderen, indem er wie sie auch den OPHR-Anstecker trug. Im Gegensatz zu ihnen musste er danach allerdings nie mit Repressalien oder Drohungen leben, schließlich war er ja weiß. Er blieb Smith und Carlos ein Leben lang freundschaftlich verbunden, beide trugen auch seinen Sarg zum Grab. Eine Statue des Ereignisses von 1968 zeigt nur Smith und Carlos. Normans Platz blieb auf seinen eigenen Wnsch hin frei - Besucher sollten sich darauf stellen können, um ihre Solidarität zu zeigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
charlybird 14.10.2018, 14:19
5. Das IOK

ist heute noch ein reaktionärer Laden, in dem abgehalfterte Funktionäre ihre Rücken verbiegen.
Als Smith und Carlos diese Aktion unternahmen war ich 16 und ich erinnere, dass mich das unglaublich beeindruckte, obwohl ich von dem Rassismus in den USA gar keine Ahnung hatte.
In D und natürlich auch in meinem Umfeld herrschte seinerzeit natürlich die Meinung vor, dass Sport mit Politik nichts zu tun hätte.
Diese merkwürdig naive Ansicht gilt ja bei einigen Menschen auch heute noch.
Bewundernswert aber, was diese beiden damals geleistet haben und beschämend, was ihnen danach widerfahren ist.
Sie sind für mich auch heute noch so etwas wie Helden und auch Peter Norman mit seiner gezeigten Solidarität gehört dazu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sumoh 14.10.2018, 15:22
6. Leider Quatsch...

Zitat von Fruusch
"Im Gegensatz zu ihnen musste er danach allerdings nie mit Repressalien oder Drohungen leben, schließlich war er ja weiß."
Peter Norman hat sehr unter den Folgen gelitten, einfach mal googlen! Wikipedia hilft auch, allerdings ist die englische Version etwas ausführlicher. 2012 hat sich das australische Parlament posthum für seine Behandlung nach 1968 entschuldigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gerdd 14.10.2018, 16:08
7. 1968 war das?

Da war ich zwanzig und frisch an der Uni - ja, gelegentlich haben wir auch demonstriert, aber wir waren Naturwissenschaftler und hatten nicht viel Zeit für sowas - die Politologen konnten das ja als Praktikum anrechnen lassen ...

Generell fand ich damals, daß man solche Themen - für die ich durchaus Sympathie hegte - aus dem Sport heraushalten sollte. Andersherum fand ich die behandschuhten Fäuste - wie auch heute das Knien bei der Nationalhymne - hinreichend diskret, so daß ich das ganze Tamtam darum ziemlich überzogen fand. Nur vier Jahre später waren die nächsten Olympischen Spiele dann in München ... damit war dann die Unschuld des Sports ein für allemal dahin.

Und doch, aus heutiger Sicht könnte ich mir auch vorstellen, daß man den beiden Überlebenden Beteiligten einen Friedensnobelpreis zuspricht. Es ging immerhin um Rassismus und damit um Menschenrechte, und es war jedenfalls gewaltfrei.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meresi 14.10.2018, 17:39
8. Iok

Ein Sammelbecken für schmarotzende Altfunktionäre. Es wäre an der Zeit diesen Saustall mit verdienten Sportlern zu besetzen die nicht am Stock gehen und wissen was geändert gehört. Die 2 waren damals Helden und werden es auch bleiben. Aber gut, die weiße Herrenrasse wird sich nicht verdrängen lassen, man sehe nur zur Fifa und ähnlichen Konstrukten. Macht und Gier ist das Zauberwort für viele und Rampenlicht...

Beitrag melden Antworten / Zitieren