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Tour-Siegerteam Ineos: Die Stimmungskiller
GUILLAUME HORCAJUELO/EPA-EFE/REX

Die Tour de France war in diesem Jahr so spannend wie selten. Sieger Egan Bernal und Team Ineos arbeiten schon daran, das Rennen wieder langweilig zu machen - doch in den Niederlanden baut sich ein starker Gegner auf.

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Le Commissaire 29.07.2019, 16:58
1. mehr Fokus

Das "Problem" der Teams Jumbo Visma und Bora Hansgrohe ist, dass Sie mit Dylan Groenewegen und Peter Sagan starke Sprinter haben, die weiterhin eine Unterstützung für die Flachetappen bzw. das Grüne Trikot haben wollen. Ineos und Movistar haben sich nie dafür interessiert (auch nicht für die Frühjahrsklassiker) und immer ein Manschaft zusammen gestellt, die in den Bergen rockt. Solange man in den Grand Tours weiterhin zwei Ziele verfolgt, wird es mit einer Ablösung von Ineos nichts.

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noalk 29.07.2019, 17:13
2. Die Alpen machen den Unterschied

Der Tour de France wird (fast) immer in den Bergen - meistens den Alpen, so auch dieses Jahr - entschieden, und die dortigen Etappen lagen diesmal am Schluss der Rundfahrt. Am Berg spielt Windschatten halt keine (große) Rolle. Das ist für mich der einzige Grund, warum Ineos-ex-Sky nicht auch dieses Jahr lange dominierte. Mich hat das nicht überrascht.

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taglöhner 29.07.2019, 17:20
3.

Zitat von Le Commissaire
Das "Problem" der Teams Jumbo Visma und Bora Hansgrohe ist, dass Sie mit Dylan Groenewegen und Peter Sagan starke Sprinter haben, die weiterhin eine Unterstützung für die Flachetappen bzw. das Grüne Trikot haben wollen. Ineos und Movistar haben sich nie dafür interessiert (auch nicht für die Frühjahrsklassiker) und immer ein Manschaft zusammen gestellt, die in den Bergen rockt. Solange man in den Grand Tours weiterhin zwei Ziele verfolgt, wird es mit einer Ablösung von Ineos nichts.
Im Prinzip schon, aber Sagan braucht keine Anfahrer, das ist sein großes Plus. In seinem Spezialresort auch in vom Relief her anspruchsvollen Etappen zu punkten und am Ende zu siegen ist er einfach unschlagbar. Mit ihm kann jedes Team zweigleisig fahren. Wenn das Zeitfahren klappt und Bora einen Helferzug von der Klasse Mühlbergers unfallfrei die Bergetappen bringt, ist Buchmann nächstes Jahr auf dem Treppchen.

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astrolenni 29.07.2019, 17:22
4.

Das gleiche Problem hat auch Quickstep, da lag der Fokus rein auf den Klassikern, das gelbe Trikot für Alaphilippe war eher Zufall...
Zumindest bei Sagan ist aber die Frage, ob er überhaupt groß Unterstützer braucht, er will keinen klassischen Sprinterzug, wie Groenewegen ihn braucht.

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juba39 29.07.2019, 17:32
5. Nicht Ineos!

Nicht Ineos maccht die Tour langweilig. Das schaffen die Organisatoren ganz allein. Wie viele Jahre wird schon darüber diskutiert, außer bei Pannen und ärztlicher Hilfe, keinerlei Funk zwischen Team und Mannschaftleitung mehr zu erlauben? Wie in der Praxis diesmal gut durch Originalschaltung der ARD bewiesen, der neutrale Tourfunk klappt hervorragend. Dann würde wieder das sportliche UND taktische Können der Männer im Sattel und nicht im PKW vor den Monitoren entscheiden.

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saint-antoine 29.07.2019, 17:56
6. (SKY) INEOS, ein wenig wie der FC Bayern in Germany !

in diesem Jahr nicht "Stimmungskiller", denn das Team hat eine clevere Strategie gefahren und hat stets das Rennen mitgestaltet, nur nicht so gnadenlos erdrückend wie in der Vergangenheit. Das Team hat nun mal die Mittel einen Kader aufzustellen dass insgesamt genau für diese Tour der passende war, mit der "Klammer" Thomas / Bernal, dazu haben Sie, neben der langjährigen Siegeserfahrung, ein ausgesprochen gutes Management und die nötigen Strategen (z.B. Nicolas Portal) um so eine Rennen bestens zu lesen. Gut dass die Konstellation 2019 nicht so dominant erschien, somit das Rennen immer spannend blieb, aber weg vom Fenster waren die INEOS im Verlauf nie. BORA-HANSGROHE scheint mir auch recht gut geführt zu sein, auch die haben eine gute Tour mitgestaltet, bisher hat Emanuel Buchmann stets seinen Weg nach vorne mit einer erstaunlich großen Konstanz in den schweren Etappen erreicht, eine nächste Stufe kann er allerdings nur erklimmen wenn er noch besser unterstützt wird und eventuell im Zeitfahren die Verluste limitieren kann, am Berg gehört er zweifellos zu den Besten, der Sprung vor einen Bernal scheint mir aber doch noch schwieriger als vor einen Thomas z.B. Nur eine besondere Entwicklung im Rennen könnte das bewirken, das gilt genauso für die anderen Mitkonkurrenten, von Pinot bis Dumoulin (welcher allerdings einen Vorteil beim ZF mitbringen würde), aber es gibt neuerdings viele andere, Carapaz, Landa, Soler etc.. und bald das belgische Supertalent Evenepoel.. ganz zu schweigen von einem Mathieu Van der Poel (der vielleicht nicht gleich bei GT´s), jedenfalls macht es wieder Spaß.

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widower+2 29.07.2019, 18:39
7. Streckenführung?

Die wirklichen Experten hier im Thread mögen mich korrigieren, aber war die Streckenführung in diesem Jahr mit sehr vielen Bergetappen, den ganz hohen Bergen erst am Schluss und wenig/kurzen Einzelzeitfahren nicht wie gemalt für Bernal?

Früher waren die Gesamtsieger oft eher die besten Einzelzeitfahrer (die natürlich auch in den Bergen gut sein mussten) und nicht die reinen "Bergziegen" wie Bernal. Indurain hatte zum Beispiel alles drauf, es gab aber zu seiner Zeit noch bessere Bergfahrer. Hätte Indurain sich nicht am Anfang der Karriere für Delgado "opfern" müssen, hätte er wohl noch mindestens einen Toursieg mehr.

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thomas_linz 29.07.2019, 18:40
8. Ob es nächstes Jahr

wieder so spannend wird, hängt halt davon ab, wie die Teams zusammenbleiben. Buchmann traue ich das Podest nächstes Jahr zu. Kämna hat Potenzial. Bernal sehe ich nächstes Jahr als Tourfavorit. Quintana und vor allem Pinto werden hoch motiviert sein. Thomas traue ich den Titel nicht mehr zu. Was ich aber glaube, die Tour war diesmal sauberer als zuvor und vielleicht wurde es auch nur deshalb so spannend. Auf jeden Fall kann ich mich nicht an so eine tolle Tour erinnern und ich verfolge die seit fast 30 Jahren.

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murun 29.07.2019, 18:41
9. Moviestar: tolle Mannschaft, aber ...

Ich mag diese Mannschaft sehr, in den Bergen fährt sie oft aggressiv, als ob es kein Morgen gäbe. Was aber auch gleichzeitig das Problem des Teams ist.
Derzeit haben sie meiner Meinung auch keinen, der die Tour gewinnen könnte. Landa haftet der Ruf des ewigen Edelhelfers hinterher, Quintana nimmt sich bei jeder Tour auf mindestens einer Etappe eine sträfliche "Auszeit", ist aber wie Valverde noch für spektakuläre Einzelsiege gut. Der junge abwesende Giro-Sieger Richard Carapaz ist eigentlich auch kein zukünftiger Kandidat für den Tour-Gesamtsieg. Irgendwie hat sich da das Team seit Indurains Ära aus der Zeit des Vorgängers Banesto auf reine Bergspezialisten ohne wirkliche Hierarchie festgefahren. Aber gut, dass es die Vogelwilden gibt...

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