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Urteil nach Becherwurf-Skandal: St. Pauli legt Einspruch gegen Geisterspiel ein

Der FC St. Pauli*protestiert gegen das Urteil des DFB-Sportgericht. Der Verband hatte den Club nach der Becherwurf-Attacke eines Fans auf einen Linienrichter mit einem Geisterspiel bestraft. Ursprünglich wollte St. Pauli "jedes Urteil akzeptieren".

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Joachim Voß 08.04.2011, 16:01
10. 1

Zitat von future-trunks
es ist überhaupt die erste strafe die so hoch ausfällt. und es gab schon wesentlich schlimmere sachen die passiert sind. einen strafenkatalog gibt es nicht, das hängt zu 100% vom ermessen der urteilenden ab und die machen sowas gern mal aus dem bauch heraus.
Da sagt Wiki etwas anderes:

Spiel 26.01.2004 Alemania Aachen gegen 1. FC Nürnberg
Grund: Wurfgeschoss gegen Nürnberger Trainer

Siel 30.08.2008 Rot Weiß Erfurt gegen SV Werder Bremen II
Grund: Antisemitische Rufe von Erfurter "Fans"

und hier noch ein Link auf andere Strafen im Profi-Fußball

Seite 1:
http://www.rhein-zeitung.de/sport/er...tml#articletop

Seite 2:
http://www.rhein-zeitung.de/sport/er..._arpage,2.html

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metaller16 08.04.2011, 16:05
11. So ?

Zitat von future-trunks
es ist überhaupt die erste strafe die so hoch ausfällt.
Ich darf mal kurz erinnern: 2004 Alemannia Aachen gegen Nürnberg Wurfgeschoß gegen den Trainer der Gäste. Geisterspiel.

2006 Stuttgarter Kickers gegen Hertha Bierbecherwurf.
Spiel verloren gewertet 10.000 € Strafe und ein Geisterspiel.

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emmaP10 08.04.2011, 16:12
12. Kann ich verstehen…

… auch wenn einige wettern, dass Pauli jede Strafe akzeptieren würde und jetzt doch nicht –
abgesehen davon, dass Werder Bremen in Sippenhaft genommen wird (hinlänglich im anderen Artikel zu dem Thema thematisiert)

– aber das ist dann doch zu hart (hab ich auch schon gepostet). Was geht denn sonst ab? Bengalisches Feuer, ich gehe schon deshalb nicht ins Stadion, besoffene Fans bereits im Zug zum Stadion (ich steig in Hamburgin den Zug nach Lübeck und der stinkt nach Bier von denen, die den HSV in HH anfeuern wollen).
Egal. Es geht gar nicht, dass jemand Gegenstände auf Personen wirft. Klar. Der muss bestraft werden, und die Idee eines Foristen, dass die Einnahmen des nächsten Spiels einem guten Zweck zukommen und nicht dem FC St. Pauli, finde ich klasse (kommt aber auch der Pauli-Kultur entgegen).

Es MUSS eine Konsequenz geben, aber ich hab das Gefühl, dass hier jetzt aufgebauscht wird. Wie war das denn mit den Hertha BSC-Fans letzte Saison, als der Abstieg klar war? Die randalierten, stürmten aufs Feld, die Spieler flüchteten. Gut, kein Personenschaden, aber das weiß man ja vorher nicht.
Fazit: Strafe zu hart, Einspruch verständlich, Konsequenzen nötig, aber dann doch bitte, wie oben genannt, finanziell zum Gemeinwohl.

St. Pauli ist gestraft genug, hat sich entschuldigt, trägt keine (richtige, direkte) Verantwortung, Schalke hat auch nicht rumgelärmt (denn ihr 2:0 zählt ja richtiger Weise).

Ich finde es, wie gesagt, viel schlimmer, wenn Feuer gezündet werden oder bin schockiert, wenn Hassparolen auf Plakaten oder Zetteln stehen (guckt Euch mal bei Hansa Rostock, Dynamo Dresden um oder jüngst die Aktionen der Fans vom FC Bayern). Das ist auch keine Fankultur.

Wie fiele denn die Strafe aus, wenn ein FC-Bayern-Fan geworfen hätte…

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dr.u. 08.04.2011, 16:17
13. Bin ich Fan oder Aufpasser?

Zitat von Zephira
Eben, diees Leute handeln unter Billigung ihrer Mitmenschen. Wenn sich auf jeden Werfer sofort vier Sitznachbarn stürzen würden, gäbe es das Problem nicht. Ergo ist sehr wohl die Mehrheit der Fans mitverantwortlich. Und kann folglich auch bestraft werden. Wer da als einzelner vernünftiger Fan die.....
Das dieses Gegenstände Werfen von den anderen mehrheitlich gebilligt wird, halte ich für ein Gerücht. Als Fan im Stadion will ich zu allererst einmal ein möglichst gutes Spiel meines Fußballvereins sehen und nicht den Aufpasser für irgendwelche Deppen spielen. Dabei ist mein Blick natürlich primär aufs Spielgeschehen gerichtet und nicht auf die Leute neben mir.
Und so ein Bierbecher ist mal eben ziemlich schnell geworfen. Es ist ja nicht so, dass das einer größeren, beobachtbaren Vorbereitung bedürfen würde. Und sich hinterher auf den Werfer zu stürzen und vielleicht auch noch die Fresse poliert bekommen ist A) nicht meine Aufgabe und B) auch nicht weiter hilfreich, weil der Schaden scho angerichtet wurde.

Das Bremen und seine Fans dafür jetzt auch noch büßen muss ist für mich komplett unverständlich. Da der Werfer ja angeblich identifiziert ist, sollte man wenigstens alle aus dem Verfahren und Geisterspiel resultierenden Kosten und Einnahmeausfälle von ihm als Schadenersatz zurück fordern und einklagen. Da wird zwar nicht viel zu holen sein, aber soll er doch bis an sein Lebensende darüf Zahlen müssen. DAS hätte dann vielleicht abschreckende Wirkung auf andere.

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nixkapital 08.04.2011, 16:26
14. ...

Zitat von sysop
Der FC St. Pauli*protestiert gegen das Urteil des DFB-Sportgericht. Der Verband hatte den Club nach der Becherwurf-Attacke eines Fans auf einen Linienrichter mit einem Geisterspiel bestraft. Ursprünglich wollte St. Pauli "jedes Urteil akzeptieren".
...ich finde eine Zahlung an eine Gewaltpräventations-Einrichtung, wie von St. Pauli angeboten, allemal wichtiger und sinnvoller als ein "Geisterspiel", bei dem sehr viele bestraft werden, die nichts dafür können. Von dieser Strafe geht kein konstruktives Signal aus.

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gisu 08.04.2011, 16:38
15. Angst machen

Der DFB haut gehörig auf den Putz, nicht nur das man damit ein Spiel manipuliert - die Fans sind eben der 12. Mann auf dem Feld und die braucht man.
Egal welcher Verein, man lebt mit und durch die Fans und manches mal motiviert das die Spieler.
Aber nö da holt man lieber die große Keule raus und haut sie auf die kleinen Vereine. Wär das bei den Bayern passiert würde es anders aussehn.

Vor allem wegen einem "Fan" der nicht mal Fan sein muss, wird hier die Keule geschwungen wofür niemand was kann. Weder der Verein noch die anderen Fans im Stadion - und ja in fast jedem Spiel egal welcher Verein fliegen Gegenstände aufs Spielfeld.
Wer meint das die anderen Fans halt aufpassen sollen, soll sich erst mal selbst an die Nase fassen. Wie oft guckt man im Leben einfach weg oder registriert bestimmte Dinge erst mal nicht.

Naja gehts halt wieder in die zweite Liga gegen Hansa Rostock, freut sich wieder die Hamburger Polizei wenn die rechten Fritzen übers Millerntor wandern.

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heiko1977 08.04.2011, 17:16
16. Titel

Zitat von sysop
Der FC St. Pauli*protestiert gegen das Urteil des DFB-Sportgericht. Der Verband hatte den Club nach der Becherwurf-Attacke eines Fans auf einen Linienrichter mit einem Geisterspiel bestraft. Ursprünglich wollte St. Pauli "jedes Urteil akzeptieren".
Im Februar geschah Ähnliches bei einem Frankfurt Spiel, dort waren jedoch gleich mehrere Fans beteiligt, der Verein kam mit einer Geldstrafe in Höhe von 8.000 Euro davon. Also wieso wird hier mit zweierlei Mass gemessen?

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derlabbecker 08.04.2011, 17:51
17. wenn die Fans...

Zitat von future-trunks
ist wahrscheinlich so, als würde man beim ladendiebstahl erwischt werden und man sagt, gut ich akzeptiere die strafe. wenn man dann plötzlich lebenslänglich kriegt, überlegt man sich das dann doch nochmal. eine solche strafe war nun wirklich nicht zu erwarten und spottet jeder beschreibung
...sich nicht benehmen können dürfen sie halt nicht ins Stadion. Punkt. Und das mit dem Bierbecher als Tat eines einzelnen darzustellen ist Unsinn. Während des gesamten Spiels wurden Münzen und Feuerzeuge geworfen, und der Schiri muss am Ende unter einem Schirm gegen Wurfgeschosse in die Kabine gehen. War das alles nur die eine Person die den Bierbecher warf? Hut ab, der hat sich von Tribüne zu Tribüne gebeamt...

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WolfHai 08.04.2011, 18:35
18. Die Strafe hat was Archaisches - wie der Fussball

Eine Strafe, die irgendwie der Tat entspricht, hat etwas Archaisches: wer lügt, dem wird die Zunge abgeschnitten, wer klaut, dem wird die stehlende Hand abgeschnitten, usw. Und jetzt muss ein Verein, dessen Publikum sich nicht benehmen kann, eben ohne Publikum spielen. Eine solche Strafe mit Symbolcharakter dient nicht nur dem Strafen, sie hat auch - mehr als die abstrakten Strafen des Freiheitsentzugs oder der Geldstrafe - Informationsgehalt, eine "message". Wie befriedigend.

Damit entspricht diese Strafe dem Fußball, und zwar dem kommerziellen Fussball, der als Massenspektakel um Sieg und Niederlage als archaischer Kollektiv-Triumph oder archaische Tragödie inszeniert wird. Für meine Begriffe liegt deshalb das DFB-Sportgericht hier genau richtig: der Richterspruch als Teil des archaischen Spektakels.

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metaller16 08.04.2011, 18:46
19. Abstieg ?

Zitat von gisu
Der DFB haut gehörig auf den Putz, nicht nur das man damit ein Spiel manipuliert - die Fans sind eben der 12. Mann auf dem Feld und die braucht man. Egal welcher Verein, man lebt mit und durch die Fans und manches mal motiviert das die Spieler. Aber nö da holt man lieber die große Keule raus und haut sie auf die kleinen Vereine. Wär das bei den Bayern passiert würde es anders aussehn. Vor allem wegen einem "Fan" der nicht mal Fan sein muss, wird hier die Keule geschwungen wofür niemand was kann. Weder der Verein noch die anderen Fans im Stadion - und ja in fast jedem Spiel egal welcher Verein fliegen Gegenstände aufs Spielfeld. Wer meint das die anderen Fans halt aufpassen sollen, soll sich erst mal selbst an die Nase fassen. Wie oft guckt man im Leben einfach weg oder registriert bestimmte Dinge erst mal nicht. Naja gehts halt wieder in die zweite Liga gegen Hansa Rostock, freut sich wieder die Hamburger Polizei wenn die rechten Fritzen übers Millerntor wandern.

Das kann ich so langsam auch nicht mehr hören: Wenn das bei den Bayern passiert wäre...

Und dann ist der Werfer (deutlich als ST. Pauli Fan zu erkennen) gar kein richtiger Fan.

Oh Mann.
Ich glaube ihr wollt gewisse Dinge nicht wahrhaben.

Ihr schießt zu wenig Tore und kriegt zuviel.

Deswegen steht ihr so weit unten. Und falls ihr absteigt ist das der Grund. Und nicht 1 Geisterspiel.

Aber das zugeben tut ihr nicht. So kann man den bösen DFB
verantwortlich machen. Jämmerlich.

Und noch was: Wenn man wie du und EmmaP die Fans anderer Teams hier beleidigt mußt man sich nicht über eine Gegenreaktion wundern.

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