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US-Star Megan Rapinoe bei der WM: Lautes Schweigen
Bernadett Szabo / REUTERS

18:0 Tore, neun Punkte, Durchmarsch ins Achtelfinale: Die USA sind bei der WM das beste Team. Doch sie kämpfen nicht nur um den Titel, sondern auch gegen Ungerechtigkeit - angeführt von Megan Rapinoe.

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Ranor 21.06.2019, 13:46
40. Nein Sie generieren nicht gleich viel Einnahmen

Zitat von Paule Paulson
So steht es jedenfalls im Artikel, über den wir hier diskutieren: "Laut einer Studie des "Wall Street Journals" haben die Einnahmen der Fußballerinen von 2016 bis 2018 bei 50,8 Millionen Dollar gelegen, die Männer spielten für den Verband in dieser Zeit knapp eine Million Dollar weniger ein." Also deutlich weniger als 2% Unterschied bei den Einnahmen.
Das liegt am handverlesen Zeitraum von 2016+17 indem keine Weltmeisterschaft stattfand. Betrachtet man längere Zeiträume die sowohl die WM der Frauen als auch der Männer beinhalten, also z.B. 4 Jahre wird der Unterschied in den Einnahmen offensichtlich. Siehe mein Meldung weiter oben.

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supergrobi123 21.06.2019, 13:52
41. Mit Verlaub...

Zitat von Paule Paulson
In den allermeisten Fällen hätten Sie mit dieser Argumentation recht, aber gerade bei der US-Nationalmannschaft eben nicht. Die Frauen sind viel erfolgreicher als die Männer, und generieren dadurch tatsächlich etwas mehr Einahmen als die Männer. Steht genauso auch im Artikel, wenn auch erst in den letzten beiden Absätzen: Dass sie sicherlich bei einem direkten Vergleich zweistellig verlieren würden, spielt meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle.
... es sind absolute Zweifel an der Statistik angebracht. Der Fußball der Nationalteams ist in den Einnahmen sehr volatil, da große Turniere wie WMs, Amerika-Meisterschaften und deren Qualifikationsturniere etc. eben oft im 4 Jahresrythmus stattfinden.
Es ist schon auffällig, dass für den Beleg der krassen Einnahmen der Frauen nur ein Zwei-Jahres-Zeitraum ('16-18') angeführt wird, ausgerechnet, wo die USA-Herren doch praktischerweise erstmals seit 1986 die 2018 WM verpassten. Da liegt der Verdacht nahe, dass absichtlich ein Zeitraum ausgesucht wurde, der gerade ins Narrativ passt.
Der Marktwert der USA-Herren ist drastisch höher! Nicht mal unbedingt wegen der eigenen Leistungen, sondern wegen ihrer weltweiten Medienpräsens, wenn es gegen große Gegner geht.
Wenn die USA-Herren gegen Brasilien spielen, schauen u.U. hunderte Millionen Zuschauer weltweit zu. Zwar nicht unbedingt WEGEN der USA, aber das ist dem Sponsoren, der sein Produkt präsentieren will ja herzlich egal.

Ich kann den Damen nur raten, ihren eigenen Verband zu gründen und ihre eigenen TV- und Sponsoren-Deals auszuhandeln (die werden aktuell vom USA-Verband en bloc für Damen und Herren vergeben).
Dann landen sie zwar ziemlich hart auf dem Boden der Tatsachen, davon dürfen Sie mal ausgehen, aber immerhin wissen sie dann, woran sie sind.

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Paule Paulson 21.06.2019, 14:12
42.

Zitat von supergrobi123
... es sind absolute Zweifel an der Statistik angebracht. Der Fußball der Nationalteams ist in den Einnahmen sehr volatil, da große Turniere wie WMs, Amerika-Meisterschaften und deren Qualifikationsturniere etc. eben oft im 4 Jahresrythmus stattfinden. Es ist schon auffällig, dass für den Beleg der krassen Einnahmen der Frauen nur ein Zwei-Jahres-Zeitraum ('16-18') angeführt wird, ausgerechnet, wo die USA-Herren doch praktischerweise erstmals seit 1986 die 2018 WM verpassten. Da liegt der Verdacht nahe, dass absichtlich ein Zeitraum ausgesucht wurde, der gerade ins Narrativ passt. Der Marktwert der USA-Herren ist drastisch höher! Nicht mal unbedingt wegen der eigenen Leistungen, sondern wegen ihrer weltweiten Medienpräsens, wenn es gegen große Gegner geht. Wenn die USA-Herren gegen Brasilien spielen, schauen u.U. hunderte Millionen Zuschauer weltweit zu. Zwar nicht unbedingt WEGEN der USA, aber das ist dem Sponsoren, der sein Produkt präsentieren will ja herzlich egal. Ich kann den Damen nur raten, ihren eigenen Verband zu gründen und ihre eigenen TV- und Sponsoren-Deals auszuhandeln (die werden aktuell vom USA-Verband en bloc für Damen und Herren vergeben). Dann landen sie zwar ziemlich hart auf dem Boden der Tatsachen, davon dürfen Sie mal ausgehen, aber immerhin wissen sie dann, woran sie sind.
Hm okay, da könnte was dran sein. Aber eine Frauen-WM gab es in diesem Zeitraum ja auch nicht, von daher erscheint mir der Vergleich einigermaßen fair. Zumindestens kann man wohl festhalten, dass die Unterschiede weniger drastisch sind als in anderen Ländern. Und da die US-Männer auch bei vorhergehenden WMs eher früh rausflogen, hatten sie auch weniger WM-Spiele, das dürfte für Sponsoren auch eine Rolle spiele.

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supergrobi123 21.06.2019, 15:12
43. Ja!

Zitat von Paule Paulson
Hm okay, da könnte was dran sein. Aber eine Frauen-WM gab es in diesem Zeitraum ja auch nicht, von daher erscheint mir der Vergleich einigermaßen fair. Zumindestens kann man wohl festhalten, dass die Unterschiede weniger drastisch sind als in anderen Ländern. Und da die US-Männer auch bei vorhergehenden WMs eher früh rausflogen, hatten sie auch weniger WM-Spiele, das dürfte für Sponsoren auch eine Rolle spiele.
Das ist völlig korrekt!
Andererseits werden da auch ganz oft recht willkürlich alle möglichen Zahlen durcheinander geworfen.
Oft geht es zum Beispiel um den Vergleich von Prämienzahlungen etwa für einen WM-Titelgewinn. Also insb. im Herrenbereich um eine rein fiktive Zahl, die überhaupt noch nie ausgezahlt wurde und wohl in absehbarer Zukunft auch nicht ausgezahlt wird.
Würden die aber tatsächlich mal eine WM gewinnen, wären selbstverständlich auch die hohen (und höheren als bei den Damen) Prämien gerechtfertigt, weil das Unsummen in die Kassen des Verbandes spülen würde.

Und ja, auch die Damen hatten keine WM, allerdings sei darauf hingewiesen, dass die Nicht-Teilnahme an einer WM wohl das vermarktungstechnische worst-case Szenario darstellt. Einen kompletten Sommer lang spielen die besten Teams der Welt gegeneinander. Ein Freundschaftsspiel der USA gegen irgendeinen Resterampen-Gegner ist da zeitgleich gar nicht zu vermarkten. Tote Hose.
Dass dieser Zeitraum in die Rechnung einfließt, nochmal: erstmals seit 1986 nicht qualifiziert, ist schon etwas auffällig.
So etwas passiert gar nicht mal selten, auch die Kämpferinnen für gleiche Bezahlung im US-Basketball nehmen als Vergleichgröße gern den Umsatz der jeweiligen Ligen und fordern einen ähnlichen prozentualen Anteil wie bei den Herren. Dass ihre Liga aber Jahr für Jahr Millionen-Defizite erwirtschaftet und von der Herren-Liga subventioniert werden muss, wird lieber verschwiegen.

Mein Wunsch wäre eine strikte Trennung der Geschlechter. Mit eigenen Verbänden, eigenen Verhandlungen etc. pp.
Wenn die Frauen dann mehr verdienen, freue ich mich sehr für sie. Ich wage es aber zu bezweifeln. Tatsächlich wage ich zu behaupten, dass der Frauenfußball in hohem Maße von den Herren profitiert und sowohl finanziell als auch medial massiv bevorzugt wird, wenn man es mal mit anderen Sportarten mit ähnlichem Zuschauerzuspruch im lokalen Liga-Betrieb vergleicht.
Von der Tatsache der Mitnutzung der Infrastruktur mal ganz zu schweigen (mir ist z.B. keine Damenmannschaft bekannt, die jemals ein Stadion gebaut hätte).

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supergrobi123 21.06.2019, 15:28
44. Nachtrag:

Zitat von Paule Paulson
Hm okay, da könnte was dran sein. Aber eine Frauen-WM gab es in diesem Zeitraum ja auch nicht, von daher erscheint mir der Vergleich einigermaßen fair. Zumindestens kann man wohl festhalten, dass die Unterschiede weniger drastisch sind als in anderen Ländern. Und da die US-Männer auch bei vorhergehenden WMs eher früh rausflogen, hatten sie auch weniger WM-Spiele, das dürfte für Sponsoren auch eine Rolle spiele.
Eine WM ist mit Abstand die wichtigste Einnahmequelle für die US-Nationalmannschaften, insb. da es keine lukrative EM zu spielen gibt.

Mannschaft A verdient bei einer WM normalerweise 500 Mio Dollar.
Mannschaft B verdient bei einer WM normalerweise 10 Mio Dollar.
(fiktive Zahlen)

Zur Bewertung dieser beiden Mennschaften nun ausgerechnet
einen Zeitraum heranzuziehen, in der gar keine WM-Teilnahme zu Buche stand, ist vorsichtig gesagt suboptimal.

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w.weiter 21.06.2019, 16:14
45. Schmunzel!

Nach 44 durchgelesenen Kommentaren möchte ich behaupten:
Nur "Männer" haben kommentiert {ich nehme mich davon nicht aus}.
Mir scheint Frauen sind zurückhaltender u. schütteln
sacht mit dem Kopf: "Männer, so sind sie halt!"
Ach Manno, werdet ein wenig erwachsen. Dann klappt es mit Frauen.

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im_ernst_56 21.06.2019, 20:16
46. Gleiches Geld für gleiche Leistung

Zitat von Paspill
... muss selbstverständlich gelten. Frauen im Reitsport bekommen ja auch die selben Prämien, wenn sie Turniere reiten. Wenn also eine Frau in einer "Männermannschaft" spielt, warum nicht? Da sich aber die Frauen im Fußball bestenfalls auf Landesliganiveau der Männer befinden...
Im Reitsport treten Männer und Frauen gemeinsam an, was unproblematisch ist, weil das Pferd die physische Leistung erbringt, der Reiter ist nur der "Pilot." Der Umstand, dass gemischte Mannschaften im Fußball außerhalb des Kinder- und Jugendbereichs wenig sinnvoll sind, liegt weniger am Spielniveau als an der physischen Überlegenheit der Männer ab einem bestimmten Alter. Im übrigen verdienen im bezahlten Fußball der Männer und der Frauen nicht alle Spieler/innen einer Vereinsmannschaft das Gleiche. Stars verdienen besser als die "Wasserträger". Nur in den Nationalmannschaften ist die für den Erfolgsfall ausgelobte Prämie für alle gleich.

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im_ernst_56 21.06.2019, 20:24
47.

Zitat von supergrobi123
Mein Wunsch wäre eine strikte Trennung der Geschlechter. Mit eigenen Verbänden, eigenen Verhandlungen etc. pp. Wenn die Frauen dann mehr verdienen, freue ich mich sehr für sie. Ich wage es aber zu bezweifeln. Tatsächlich wage ich zu behaupten, dass der Frauenfußball in hohem Maße von den Herren profitiert und sowohl finanziell als auch medial massiv bevorzugt wird, wenn man es mal mit anderen Sportarten mit ähnlichem Zuschauerzuspruch im lokalen Liga-Betrieb vergleicht. Von der Tatsache der Mitnutzung der Infrastruktur mal ganz zu schweigen (mir ist z.B. keine Damenmannschaft bekannt, die jemals ein Stadion gebaut hätte).
Im Vereinsfußball der Frauen in Europa geht die Tendenz eindeutig weg von den reinen Frauenvereinen. In Deutschland beherrschen der VfL Wolfsburg und Bayern München die Liga, in England die großen Klubs der Premier League. In Frankreich PSG und Lyon. Ein leistungsfähiger Profifußball der Frauen in reinen Frauenklubs dürfte auf mittlere Sicht nicht lebensfähig sein.

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deho0209 27.06.2019, 12:00
48.

Das Problem ist ja nicht nur die Leistung ob die Frauen jetzt mehr Titel als die Männer geholt haben bzw generell erfolgreicher sind. Es kommt ja auch drauf an wie die Öffentlichkeit das Produkt Frauenfussball annimmt. In Europa ist zb das Zuschauerinteresse und der Medienrummel bei bei den Männer bei weitem höher als im Frauenfussball. Das Geld muss ja auch zuerst mal eingespielt werden. Außerdem steckt der Frauenfussball eigentlich immer noch in den Kinderschuhen und wächst jetzt langsam da raus. Vor ein paar Jahren gab es zb nur 2 Mannschaften die die Konkurrenz beherrschten, das waren die USA und Deutschland. In den 50er, 60er Jahren haben die Männer auch keine Unsummen verdient und einige Spieler gingen sogar noch halbtags arbeiten. Vielleicht sollten die Frauen sich wirklich selbst vermarkten und ihre eigenen Verbände Gründen. In Deutschland zb der DFFV ( Deutscher Frauen Fussball Verband) oder so irgendwas in der Richtung.

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