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Verdacht auf Doping: Hausdurchsuchungen bei Biathletin Sachenbacher-Stehle
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Wegen des Verdachts auf Doping hat das Landeskriminalamt Bayern die Privatwohnung von Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle und den Olympiastützpunkt Ruhpolding durchsucht. Bislang wurden laut dem deutschen Chef de Mission, Michael Vesper, aber keine verbotenen Mittel gefunden.

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hador2 22.02.2014, 08:28
1. Juristische Begründung?

Mich würde die offizielle Begründung für die Hausdursuchung und die Aktivität der Staatsanwaltschaft interessieren.

Doping ist Deutschland ja leider immer noch kein Straftatbestand und das in Frau Sachenbacher-Stehles Blut gefundene Präparat ist offensichtlich frei erhältlich.

Wieso also eine Hausdurchsuchung durchs LKA?

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wll 22.02.2014, 08:41
2. Kein Titel

Zitat von hador2
Mich würde die offizielle Begründung für die Hausdursuchung und die Aktivität der Staatsanwaltschaft interessieren. Doping ist Deutschland ja leider immer noch kein Straftatbestand und das in Frau Sachenbacher-Stehles Blut gefundene Präparat ist offensichtlich frei erhältlich. Wieso also eine Hausdurchsuchung durchs LKA?
Der Wirkstoff ist in der EU (und mittlerweile auch in den USA) verboten. Es ist also nachvollziehbar, wenn beim Auftauchen von damit versetzten Produkten hierzulande die Ermittlungsbehörden tätig werden.

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geopeter 22.02.2014, 08:43
3. dümmer gehts nimmer

Ich habe Frau Sachenbacher-Stehle ihren Interviews folgend nie für die hellste Leuchte im Keller gehalten. Diesen Vorgang kann man allerdings nur mit "rumpeldoof" titulieren. Der Hinweis, sie habe nur Nahrungsergänzer zu sich genommen, erinnert mich in tragischer Weise an den Fall Ben Johnson, der vor laufenden Kameras ganz naiv von seinen Vitaminpillen sprach. Danach ward von ihm in der Sportwelt nichts mehr gehört. Ich hoffe, das ist im Fall Sachenbacher genannt so.

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kritischer-spiegelleser 22.02.2014, 08:44
4. Und die verantwortlichen Funktionäre?

Die ducken sich weg. Die hatten ja auch vor lauter Feiern keine Zeit, sich um ihre Sportler zu kümmern. Die müssten eigentlich alle zurücktreten!

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ralfbb 22.02.2014, 08:48
5. warum

wird sie behandelt wie eine schwerkriminelle? Ob sie das Mittel genommen wird oder nicht sollte eh ihre Sache sein, ist doch auch ihre gesundheit.

verlogene sportliche grossverantstaltungen!

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Holperik 22.02.2014, 08:49
6.

Nicht Sachenbacher-Stehles Facebookseite geht nicht mehr, auch die Seite der Kölner Liste, da wo "unbedenkliche" Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel aufgelistet sind, ist auch nicht mehr erreichbar.

Entweder wird die Kapazität erweitert, weil wohl gestern recht viele Zugriffe erfolgten oder es finden umfangreiche Aufräumarbeiten statt, weil da wohl doch Sachen draufstanden, die nicht ganz unbedenklich sind.

Wenn sich dann eine Sportlerin darauf verlassen hat und dann doch was in den "sauberen" NEM drinnen war, kann es doch recht peinlich für die Betreiber de Seite sein.

Aber das ist erstmal nur ins Blaue spekuliert......

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renee gelduin 22.02.2014, 08:51
7.

Zitat von hador2
Mich würde die offizielle Begründung für die Hausdursuchung und die Aktivität der Staatsanwaltschaft interessieren. Doping ist Deutschland ja leider immer noch kein Straftatbestand und das in Frau Sachenbacher-Stehles Blut gefundene Präparat ist offensichtlich frei erhältlich. Wieso also eine Hausdurchsuchung durchs LKA?
Am Fall Gurlitt aber auch zB mehrerer mutmaßlicher Beleidigungen im Raum Bayern konnte man letztes Jahr gut sehen wie niedrig die Hemmschwelle angesiedelt sein kann.
Doping kann auch strafrechtlich gar nicht von Belang sein, eben weil es sich dabei um eine Selbstverpflichtung der an Olympia teilnehmenden Sportler handelt. Es gibt aber eine Reihe potenzieller Delikte angefangen bei Betrug (des Athleten) bis hin zur Körperverletzung (von Arzt, bzw. Lebensmittelverunreiniger).
Buchempfehlung: Lars Figura - Doping, zwischen Freiheitsrecht und notwendigem Verbot.

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jot-we 22.02.2014, 08:52
8. Verrückt

Man sollte es sich auf der Zunge zergehen lassen: da werden Hausdurchsuchungen gestartet, weil vielleicht jemand in den falschen Schokoriegel gebissen hat.
Man kann natürlich auch konstatieren, dass wir schon in recht merkwürdigen Zeiten leben, in denen sowas möglich und allgemein akzeptiert ist.

Und überhaupt: wieso ging das denn alles so fürchterlich schnell? Ich dachte eigentlich, es dauert gut 2 Jahre (Edathy!), bis die Staatsanwaltschaft ihre Kohorten in Bewegung setzt ...

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florianga 22.02.2014, 08:52
9. Überraschendes Tempo - das gab es im Fall Edathy nicht

Ich finde es gut, schnell zu handeln, bevor eventuell Beweise beseitigt werden könnten. Doch da frage ich mich: Wieso hat das dann in einem ganz anderen Fall so lange gedauert: im Fall Edathy. Ist dem Vorwurf des Dopings dringender nachzugehen als dem Vorwurf, kinderpornografisches Material zu besitzen? Wo ist da die Verhältnismäßigkeit?

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