Forum: Sport
Was halten Sie vom Sicherheitskonzept der DFL?

Das Sicherheitskonzept des Ligaverbandes soll von den 36 Proficlubs verabschiedet werden. Doch viele Punkte sind strittig, etwa mögliche Ganzkörperkontrollen, Videoüberwachung und das totale Verbot von Pyrotechnik im Stadion. Was halten Sie von dem Konzept?

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Ihr5spieltjetzt4gegen2 11.12.2012, 23:21
40.

Zitat von taylordurban
Ihnen ist der Unterschied von Fussball und denen von Ihnen genannten Sportarten aber schon bewusst? Abgesehen von "Wimbledon", tolle Sportart aber sei es drum, haben wir es hier mit RANDsportarten zu tun. Dort sind oftmals weniger Zuschauer als Sportler und Funktionäre etc. vor Ort. Hier gehr es, mit Verlaub, doch um ganz andere Dimensionen.
So ganz kann ich da nicht mitgehen.

Der Zuschauerschnitt des THW Kiel (ist Handball eigentlich eine Randsportart?) ist höher als derjenige der meisten Dritt- und so manche eines Zweitligisten im Fußball. Kennt man dort die hier diskutierten Probleme?

Im Frankreich ist Rugby mindestens so populär wie Fußball. Im Südwesten liegt er sogar deutlich vor dem Fußball. Ich habe einige Zeit mit meiner Familie dort gelebt und mein ältester Sohn hat sich dort in dieser Sportart versucht. Daher kann ich ein wenig den Vergleich mit z.B. der Situation bei Girondins ziehen. Stimmung und Atmosphäre beim Rugby sind ausgezeichnet. Ein Gewaltproblem im und um das Stadion gibt es nicht. Bei aller Rivalität gibt es keine Hass- oder Schmähgesänge gegen die andere Mannschaft. Hart, aber fair. Abgedroschen, trifft dennoch zu.
Der Fußball ist da leider das Gegenstück. Die absolute Spitze bilden dabei die Begegnungen des PSG und OM. Mit 'bürgerkriegsähnliche Zustände' ist das, was dort so abgeht, noch freundlich umschrieben. Das muss man erlebt haben, da wird man sich über die deutsche Situation nur wundern.

Weder Aufbauschen noch Verharmlosen bringt in Deutschland etwas. Der organisierte Fußball muss sich der Thematik stellen, ernsthaft und mit Augenmaß. In der Tat sind die Probleme bei einigen Clubs deutlich größer als bei anderen. Fanprojekte gibt es überall, doch offensichtlich funktionieren sie nicht überall gleich. Ein 'best practice sharing' kommt m.M.n. immer noch zu kurz. Ich bin mir sicher, dass da noch eine Menge Potential vorhanden ist.

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talueng 11.12.2012, 23:21
41.

Zitat von erlachma
Nun, ich bin kein Jurist - aber ich denke, das geht schon eher in den Bereich versuchte gefährliche Körperverletzung, und das ist eine Straftat, keine Ordnungswidrigkeit.
Eine versuchte gefährliche Körperverletzung kann nur vorliegen, wenn Vorsatz vorliegt. Eine (gefährliche) Körperverletzung wiederum nur, wenn jemand verletzt wurde. Beides liegt regelmäßig nicht vor.

Zitat von diospam
Doch, ist es. Man solle nur über den eigenen Tellerrand nach England schauen. In den 80ern und 90ern wurde quasi jedes Wochende dutzende Menschen von Hooligans totgeprügelt. [...] Mit diesem Rezept ist innerhalb von 1-2 Jahren die mit Abstand brutalste Hooligan-Szene in Europa ausgerottet worden.
Einmal abgesehen davon, dass Sie sich schon durch Ihren Bild-Jargon disqualifizieren, hätten den Blick über den Tellerrand Sie nötig, dann wüssten Sie vielleicht, dass dieses "Rezept" vor allem dazu geführt hat, dass der Fußball in England stimmungsmäßig tot ist und deshalb jedes Wochenende englische Fans nach Deutschland fliegen, um nochmal in den Genuß von Fußballstimmung zu kommen. Wenn der Blick über den Tellerrand zuviel verlangt ist, bleiben Sie doch zunächst beim eigenen Teller, dann wüssten Sie vielleicht, dass die Hooliganszene in Deutschland längst ausgestorben ist, und die paar Übrigbleibsel von der jetzigen Debatte eh nicht betroffen sind, da sie sich außerhalb der Stadien prügeln.

Zitat von shechinah
1. Die Clubs sind Konzerne die es sich leisten können für irre Summen Spieler zu kaufen - dann können sie sich auch eine Security Abteilung leisten. Sicherheitsdienstleistungen bei Konzernen gehören nicht zur Aufgabe der Polizei.
Und die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten, ist nicht Aufgabe der Vereine, sondern eben der Polizei. (Für alles andere beschäftigen die Vereine übrigens ihre "Security Abteilung", sofern es Ihnen noch nicht aufgefallen ist.)

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frechwieoskar 11.12.2012, 23:24
42. spielzeug

wenn man sich so die kommentare hier durchliest, beschleich einem der verdacht, das so einige um ihr spielzeug fürchten und so sich eine fussballwelt zusammenbasteln, die von der realität meilenweit entfernt ist. macht nur weiter so, das ist gut. dann schafft ihr euch von selbst ab, und es wird kein fussball mehr geben, keine stadien und keine menschen, die sich fürchten müssen, um leib und leben. sagt das mal all den leuten, die jedes wochenende durch den fussballfan verletzt (in NL getötet) werden.

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allwi 11.12.2012, 00:05
43. Punkt erkannt

Zitat von taylordurban
Ihnen ist der Unterschied von Fussball und denen von Ihnen genannten Sportarten aber schon bewusst? Abgesehen von "Wimbledon", tolle Sportart aber sei es drum, haben wir es hier mit RANDsportarten zu tun. Dort sind oftmals weniger Zuschauer als Sportler und Funktionäre etc. vor Ort. Hier gehr es, mit Verlaub, doch um ganz andere Dimensionen.
Sie haben den Punkt genau erkannt - bei den anderen Sportarten geht es noch um den Sport - und nicht um ein Event, 'ne Party oder sog. Fankultur.
Es waere schoen wenn wir beim Fussball wieder dazu zurueckkommen.

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Bee1976 11.12.2012, 00:17
44.

Zitat von widower+2
Trotzdem wird hier heftig diskutiert, wie man die Sicherheit in den Stadien verbessern könne. 1,6 Verletzte pro Spieltag (das heißt 1,6 von 700.000 oder 800.000).
Die Zahlen stimmen so schon einmal nicht. Aber ist ja auch egalwieviele Verletzte es nun sind, jeder einzelne ist einer zuviel. Interessanter ist aber die Menge an Straftaten die pro Spieltag erfolgen. Und bei jedem Fanmarsch zum Stadion passiert richtig viel in der Richtung. Geworfene Flaschen, Steine, Becher.
Das wird nicht jedesmal zur Anzeige gebracht, oder vom Arzt behandelt und grad Ultras unter sich "scheissen" sich auch nicht an. Sie fürfen also davon ausgehen, das die Anzhl an Verletzten, wenn man die dunkelziffer einberechnet, deutlich höher ist. Die Anzahl an Straftaten ist noch viel viel höher, je nachdem wo man genau die Grenze zieht.(Anreise zum Stadion oder nur der reine Stadienbesuch, etc

Was den gruseligen Artikelangeht, den sollte man vielleicht als Kommentar brandmarken. Ein nebulöser Polizist und ein Bundesligamanager sollen also für die Thesen des Autors herhalten ?
Hey ich hab nen Kumpel, der is Ultra, der findet Pyro aber voll doof, und macht nur mit weil er sonst ärger in der Gruppe bekommt.
Darf ich jetzt auch nen Meinungsbeladenen Artikel bei SPON veröffentlichen ?

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Svenson2304 11.12.2012, 00:19
45.

Ich zitiere dann doch einfach mal einen Bericht des Magazins 11Freunde die sich mit dem Jahresbericht der ZIS auseinander gesetzt haben!

"Jeder Verletzte ist einer zu viel. Dennoch ist es wichtig, die Zahlen in Relation zu setzen. Nimmt man sich die laut ZIS behandelten 612 Spiele vor, dann kommt man auf eine Zuschauerzahl von circa 18,7 Millionen Besuchern in den deutschen Stadien. Der prozentuale Anteil der Verletzten bei einem Fußballspiel lag somit bei 0,0064 Prozent. Allerdings ist auch diese Statistik nicht ganz eindeutig, da zu den 18,7 Millionen Besuchern nicht die eingesetzten Polizisten gerechnet werden, in der Verletztenstatistik die Polizisten (235) aber doch auftauchen. Der prozentuale Anteil der Verletzten unter allen Stadionbesuchern lag demnach bei 0,0051 Prozent. Auf Vergleiche zu den Zahlen bei Volksfesten soll an dieser Stelle verzichtet werden."

Es gab laut ZIS in der letzten Saison so um die 850 Verletzte rund um Fussballspiele in EINER SAISON (genaue Zahl ist mir grad entfallen)!! Auf dem Münchener Oktoberfest gibt es dagegen 600 Verletzte PRO TAG und trotzdem wird es weiterhin von Jedermann, auch Familien besucht! Komisch!?
Finde es auch klasse das sich Leute, die offensichtlich noch nie ein Stadion von innen gesehen haben, meinen hier ihre unqualifizierte Meinung kund zu tun! Erst richtig informieren, dann reden und nicht alles blind glauben!

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fussball11 11.12.2012, 01:11
46.

Zitat von Ihr5spieltjetzt4gegen2
Es steht mir nicht an, Deine Meinung in irgendeiner Form zu kritisieren. Es geht mir nur darum, zwischen Meinung und Fakten zu trennen. Und da halte ich Deine Vermutung, hier wolle jemand von anderen Dingen ablenken, für nicht stichhaltig. .
Kritik fordert ja lediglich auf seine Meinung zu überdenken, das steht jedem zu.
Meine Vermutung, man wolle von anderen Dingen ablenken ,bestätigt sich allein daraus, das die Politik die Debatte unsachlich führt. Das kann nur bedeuten das genügend sachliche Gründe fehlen.
Gleichzeitig wird eine Entscheidung gesucht an der die, um die es geht, nicht gehört werden. Stattdessen werden die Vereine mit Repressionen bedroht falls sie nicht folgen.
Das ist kein Weg eine Lösung zu finden, so will man Stärke demonstrieren. Genau mit dieser Stärke will man Zweifel an seiner Handlungsfähigkeit beweisen weil diese Stärke gerade bei fremdenfeindlicher Kriminalität völlig gefehlt hat.

Aber das hat sich die Politik wohl einfacher vorgestellt. Ich bin sehr erfreut das die Besucher ein deutliches Zeichen gesetzt haben und ich bin überrascht das sich zum ersten Mal eine vereinsübergreifende Solidarität entwickelt hat.
Mal sehen wohin die Reise geht.
Gerade die kleinen Vereine haben die Bedeutung ihres eigenen Anhangs wieder neu erkannt.
Aber es ist ja hier wie immer, Fußball bedeutet heute meist nur an die paar großen Vereine zu denken, aber die 40 kleinen, von denen einige am Abgrund stehen, redet keiner.

In mir festigt sich immer mehr die Meinung , das sich eine eigene Profiliga nach amerikanischen Vorbild abspalten sollte, wo dann hemmungslos Geld gemacht wird und daneben klassische Vereine mit eigenen Ligen.
Für den Fußball wär es besser.

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orion4713 11.12.2012, 10:20
47.

Zitat von Robert_Rostock
... Mal ganz abgesehen davon, dass es ja nicht nur um die Zustände in den Stadien geht, sondern viel mehr noch um die Vorfälle außerhalb der Stadien, bei der An- und Abreise, in Zügen, auf Bahnhöfen, auf Autobahnen usw.
Da haben Sie das Thema erfasst! Dann können Sie sicher sagen wie die Umwandlung von Stehplätzen oder intensivere Kontrollen IM STADION Vorfälle z. B. bei der An- und Abreise verhindern! Ich habe noch keinen Vorschlag gehört.

Da ja in Berlin in der U-Bahn wieder jemand schwer verletzt wurde, sollte man auch Kontrollen an allen U-Bahneingängen einführen....

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gegenpressing 11.12.2012, 10:20
48.

Zitat von diospam
Mit diesem Rezept ist innerhalb von 1-2 Jahren die mit Abstand brutalste Hooligan-Szene in Europa ausgerottet worden.
Wer's glaubt... erinnert mich an die drei Affen.

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gegenpressing 11.12.2012, 10:31
49.

Zitat von Robert_Rostock
Mal ganz abgesehen davon, dass es ja nicht nur um die Zustände in den Stadien geht, sondern viel mehr noch um die Vorfälle außerhalb der Stadien, bei der An- und Abreise, in Zügen, auf Bahnhöfen, auf Autobahnen usw.
Nee, sorry. Darum geht's bei diesem Papier offenbar gerade nicht.

Und wenn die Hochrechnung zynisch ist, dann sollten Sie diesen Maßstab bei JEDER Veranstaltung anlegen! Das tut man aber nicht. Wenn ich bedenke, wie hier in D schon bei nem Tempolimit von 100 auf der Autobahn rumgeheult wird. Das würde zwar wirklich Menschenleben retten, aber da wird man gleich als Gutmensch verunglimpft! Da fang ich gar nicht mal an, Alk-Verbot fürs Oktoberfest zu fordern. Oder Feuerwerksverbot an Silvester. Das Geschrei möcht ich hören...
Aber ist ja nur Fussball.

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