Forum: Sport
Was tun gegen Gewalt im Fußball?

Einem Mann wurde der Unterarm gebrochen, ein anderer bangt um sein Augenlicht: Das ist die erschreckende Bilanz eines Überfalls von rechtsextremen Schlägern auf Fans eines Leipziger Fußballclubs. Beobachter werfen der Polizei vor, mit zu wenigen Beamten vor Ort gewesen zu sein. Was denken Sie - was kann gegen Gewalt im Fußball getan werden?

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Hercules Rockefeller 25.10.2009, 15:36
1. Vereine müssen zahlen

Meiner Meinung nach sollte die Polizei sich ihre Einsätze mit Mann und Maus bezahlen lassen-von den Vereinen!

Ich verstehe gar nicht, weshalb der Steuerzahler für die Bespaßung von Hooligans und Unterschichtlern den Sicherheitsdienst sponsorn muss?

Wenn ein Verein Millionen für Spieler ausgeben kann, dann müssen die paar tausend Euro für Polizeibeamte auch drin sein-zumal sich die Vereine die Kosten teilen können.

Alternativ können die Spiele auch ohne Zuschauer durchgeführt werden, wenn es denn nicht anders geht. Vielleicht sollte man das als Regel einführen. Nach jedem Zwischenfall mit Körperverletzung muss das nächste Spiel der betreffenden Vereine ohne Zuschauer abgehalten werden.

Bin mal gespannt, wie schnell die Vereine dann die Ticketpreise erhöhen werden, um das gewalttätige Prekariat draussen zu halten...

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MaXimumOwn 25.10.2009, 15:42
2.

Erstmal aufhören über die Polizei zu schimpfen und den Polizisten vor Ort irgendwelche Schuld zu geben. An jeden Wochenende finden tausende Fußballspiele statt - Bundesligen, Landes-, Kreis und Bezirksligen. Die Ressourcen der Polizei sind irgendwann auch mal erschöpft - immerhin verlangt man von der Polizei das sie auch ihre anderen Aufgaben wahrnehmen soll.

"Offenbar hatte man auch beim ausrichtenden Verein schon vor Anpfiff geahnt, dass das Spiel gestört werden würde. Nach Angaben der RSL-Fans sei man per Stadionlautsprecher aufgefordert worden, eine Seite des Sportplatzes zu räumen, weil "die Dummen noch kommen"."

Wieso hat man das Spiel dann nicht abgesagt und die Zuschauer und Verantwortlichen nach Hause geschickt ? Wieso legt man es auch noch darauf an ? Und wie oft wurde die Polizei eigentlich schon von Personen der linken Szene angegriffen ? ..... Anscheinend merkt hier niemand, dass unsere Polizei mehr oder wenigernur noch dazu dienen, dass frustrierte Jugendliche sich mal richtig austoben können und wenn unsere Polizisten mal nicht rechtzeitig da sind (obwohl man sie meistens nie dahaben wil - siehe 1. Mai Demos u.a.l) dann wird gleich mal nen Faß aufgemacht. Und was wäre passiert wenn die Polizei hart durchgegriffen hätte und die rechten Schläger reihenweise verprügelt / eingesperrt hätte ? Dann würden die rechten Schläger jeden einzelnen Polizisten verklagen. Also im Grunde können die Polizisten machen was sie wollen - sie sind immer die dummen und immer schuld.

Ich würde sagen, dass beide Seiten diese Auseinandersetzung gewollt haben und man hier sicher nicht der Polizei irgendwelche Schuld zuschieben kann.

Was kann man dagegen tun ? Als erstes sollten sich alle - bevor man mit dem Finger auf andere zeigt - an die eigene Nase fassen. Die Täter müssen selbstverständlich gefaßt und bestraft werden und die Vereine sich selber mal fragen, wieso man nicht vorher Spiele absagt wenn man weiß, dass es Ärger geben wird.

Gruß

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fröp 25.10.2009, 15:50
3.

vereine wie der fsv brandis und roter stern leipzig sind notorisch pleite. die verdienen keine millionen, das sind amateurvereine. ich denke es ist im interesse des staates jede möglichkeit rechte gewalttäter zu stoppen bzw. festzunehmen wahrzunehmen, was nur möglich ist wenn man sich wenigstens um angemessenen schutz solcher bekanntermaßen riskanten spiele kümmert. denn wenn man denen raum zum terrorisieren von gruppen oder einzelpersonen lässt werden die ihn auch nutzen.

Denn tatsächlich bedrohen diese rechten hools und neonazis die allgemeinheit (zumindest in leipzig) mehr als die zwar konstant heraufbeschworenen Islamisten.

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Pacolito 25.10.2009, 16:00
4.

Bei einem durchschnittlichen Spiel der 1. Bundesliga mit 40.000 oder 50.000 Zuschauern kommt es doch zu wesentlich weniger Gewalttätigkeiten als beim jeweiligen Oktoberfest der örtlichen Dorffeuerwehr. Wieder einmal total sinnlos der Thread.

Dass es in manchen unterklassigen Ligen in den neuen Bundesländern teilweise zu massiven Ausschreitungen kommt, hat weniger was mit dem Fußball an sich zu tun. Das ist ne Mischung aus dumpfer Aggression, Rechtsradikalismus, Perspektivlosigkeit etc., ertränkt in Alkohol.

Sie können da alle Fußballclubs verbieten, gehen die eben zum Handball usw.

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mooringman 25.10.2009, 16:19
5. Roter Stern

Das es Vereine mit dem Namen "Roter Stern" in Deutschland gibt,wurde mir erst neulich bewußt durch eine Pressemitteilung.In Lübeck gingen Neonazis aus dem Umfeld des VfB Lübeck bei einem unterklassigen Spiel auf Fans eines "Roter Stern" Vereines los und erzwangen einen Polizeieinsatz.Es wird Zeit ,das diese braunen Hools,es sind keine Fans, aus dem Umfeld der Fußballvereine verschwinden.In Lübeck zumindest sind die meisten Polizei und Vereins bekannt.

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Ingo Rösler 25.10.2009, 16:37
6.

Zitat von Hercules Rockefeller
Meiner Meinung nach sollte die Polizei sich ihre Einsätze mit Mann und Maus bezahlen lassen-von den Vereinen! Ich verstehe gar nicht, weshalb der Steuerzahler für die Bespaßung von Hooligans und Unterschichtlern den Sicherheitsdienst sponsorn muss? Wenn ein Verein Millionen für Spieler ausgeben kann, dann müssen die paar tausend Euro für Polizeibeamte auch drin sein-zumal sich die Vereine die Kosten teilen können. Alternativ können die Spiele auch ohne Zuschauer durchgeführt werden, wenn es denn nicht anders geht. Vielleicht sollte man das als Regel einführen. Nach jedem Zwischenfall mit Körperverletzung muss das nächste Spiel der betreffenden Vereine ohne Zuschauer abgehalten werden. Bin mal gespannt, wie schnell die Vereine dann die Ticketpreise erhöhen werden, um das gewalttätige Prekariat draussen zu halten...
Warum sollten die Vereine und damit auch friedliche Fans für Hooligans haften? Wer sich an solchen gewalttätigen Aktionen beteiligt, sollte mit seinem Vermögen und Einkommen in vollem Umfang für die entstehenden Kosten haften. Wo ist das Problem?

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Schwencky 25.10.2009, 16:40
7.

Zitat von Hercules Rockefeller
Meiner Meinung nach sollte die Polizei sich ihre Einsätze mit Mann und Maus bezahlen lassen-von den Vereinen! Ich verstehe gar nicht, weshalb der Steuerzahler für die Bespaßung von Hooligans und Unterschichtlern den Sicherheitsdienst sponsorn muss? Wenn ein Verein Millionen für Spieler ausgeben kann, dann müssen die paar tausend Euro für Polizeibeamte auch drin sein-zumal sich die Vereine die Kosten teilen können. Alternativ können die Spiele auch ohne Zuschauer durchgeführt werden, wenn es denn nicht anders geht. Vielleicht sollte man das als Regel einführen. Nach jedem Zwischenfall mit Körperverletzung muss das nächste Spiel der betreffenden Vereine ohne Zuschauer abgehalten werden. Bin mal gespannt, wie schnell die Vereine dann die Ticketpreise erhöhen werden, um das gewalttätige Prekariat draussen zu halten...

man, man, man ich weiß nicht wo ich anfangen soll bei so viel Poemik.

1. Vereine sind auch Steuerzahler. Es ist also nicht so, dass die Vereine nicht solidarisch sowieso schon mit an den Einsatzkosten beteiligt sind.

2. Vereine müssen schon heute in Sicherheitspersonal investieren. Wenn man sagen würde, dass sie auch noch die Polizei bezahlen sollen, dann sparen sie sich die Securitys komplett und dann brinegn auch kein 100 Polizisten mehr was. Oder wollen sie Polizisten auch als Ticketabreizer und Ordner an den Pforten?

3. Fussball ist Gemeingut und Volkssport Nr. 1. Es ist also auch eine gesellschaftliche Aufgabe die Sicherheit zu gewährleisten.

4. Spiele ohne Zuschauer nehmen eine der tragenden Einnahmesäulen. Wovon dann die auch noch die Polizei bezahlt werden soll, ist nicht nachvollziehbar.

5. Der Vorschlag, dass man nach jedem Spiel mit Ausschreitungen ohne Zuschauer spielt, ist komplett daneben, weil das impliziert, das nur die Heimfans Ausschreitungen und Körperverletzungen verursachen, was nicht nur nicht der Wahrheit entspricht, sondern sogar diametral entgegen läuft. In der regel sind Gästefans gewaltbereiter. Wie auch immer, es sind auf jeden Fall nicht immer die Heimfans.

6. Das Argument zu meinen, das man über einen höheren Ticketpreis Gewalttäter aus dem Stadion hält, ist so verkehrt, dass es nicht mal eine Antwort verdient. Das würde nur klappen, wenn man für nen Stehplatz 200 Euro nimmt, aber dann kommt eben gar keiner mehr.

7. Die Millionentransfers in der 3 und 4. liga, wo ja bekanntermaßen die Gewalt am extremsten ist, müssen sie mir dabei auch noch zeigen. An die glaube ich auch nicht.


Meiner Ansicht können die Vereine am wenigsten für die Gewalt. Es ist eben ein gesellschaftliches Problem.

Wenn aber Ordner die Gatter zwischen den verfeindeten Gruppen öffnen und die Vereine sogar wissen, dass sie Leute ohne Gehirn und falschester Einstellung als Ordner beschäftigen, dann ändert sich das Blatt und das entsprechende Team sollte die gesamte Härte der Justiz und des DFL spüren. Ein solcher Verein sollte sofort aufgelöst werden. Ein solcher Verein verdient auch keine Chance mehr. Der gehört auch nicht für ne Saison gesperrt. Der gehört weg, weil es doch offensichtlich zeigt, dass die Verantwortlichen trotz besserer Kenntnis die Sicherheit vieler Menschen riskierten und Kosten verursachten, die nun die gesamte Gesellschaft zu tragen hat. Das ist nicht nur unverzeilich, sondern auch kriminell. Dafür gibt es keine Rechtfertigung!!!

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oili2222 25.10.2009, 17:24
8. Neonazis

Es ist erschreckend, wie die Neonazi-Szene mit einigen Tausend geistig minderbemittelten Schlägern ganze Sportarten beherrscht. Meiner Meinung ist das aber auf das Desinteresse der politisch Verantwortlichen und der Justiz zurückzuführen. Die Polizei hält sich bei rechten Gewalttaten vornehm zurück, die Staatsanwälte und Richter drücken beide Augen zu und die Politiker schweigen das Ganze tot. Warum werden rechte Gewalttäter nicht genau so observiert wie Talibansympathisanten? Ist es etwa weniger schlimm, von einem tumben rechten Idioten zum Krüppel geschlagen oder gar umgebracht zu werden, als von einem muslimischen Gewalttäter?
Ich hoffe, dass des neue Innenminister auf dem rechten Auge besser sieht als Herr Schäuble. Es wäre Zeit, dass endlich etwas geschieht.

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Suppenelse 25.10.2009, 17:48
9.

Zitat von oili2222
Es ist erschreckend, wie die Neonazi-Szene mit einigen Tausend geistig minderbemittelten Schlägern ganze Sportarten beherrscht.
Für viele ostdeutschen Regional-Ligen trifft das sicher zu, so auch in diesem Fall. Alles andere ist maßlose Übertreibung.

Zitat von oili2222
Die Polizei hält sich bei rechten Gewalttaten vornehm zurück, die Staatsanwälte und Richter drücken beide Augen zu und die Politiker schweigen das Ganze tot. Warum werden rechte Gewalttäter nicht genau so observiert wie Talibansympathisanten? Ist es etwa weniger schlimm, von einem tumben rechten Idioten zum Krüppel geschlagen oder gar umgebracht zu werden, als von einem muslimischen Gewalttäter?
Die Ansicht, dass Polizei und Justiz auf dem rechten Auge blind seien, wird im Allgemeinen nur von Anhängern der linken Szene vertreten, von diesen aber umso häufiger und lauter. Nur: Dadurch wird es noch lange nicht richtig. In einem anderen Beitrag dieses Threads hat jemand die regelmäßigen linksextremen Krawalle am 1. Mai erwähnt - wie sieht es denn damit aus? Wie viel Gewalt ließe sich vermeiden, wenn Polizei und Justiz hier härter durchgreifen würden, statt die altbekannten Leutchen immer wieder auf die Straße zurückzulassen, damit sie im nächsten Jahr wieder Steine und Flaschen schmeißen können?

Das Problem einer nicht konsequenten Strafverfolgung ist deutlich breiter; zu behaupten, es sei auf die rechte Szene beschränkt, ist fast schon lächerlich.

Wird sich das irgendwann bessern? Vielleicht. Aber auch hier im Thread liest man ja teilweise schon die üblichen abwiegelnden Argumente: "Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem".

Hach ja...

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