Forum: Sport
Wie sicher ist die WM in Südafrika?

Nach dem Anschlag auf die togoische Fußball-Nationalmannschaft in Angola fürchten einige deutsche Nationalspieler um die Sicherheit bei der WM in Südafrika? Ist diese Sorge berechtigt? Diskutieren Sie mit!

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peterhof 11.03.2010, 09:49
270. Kein Problem in SA

Ich war mehrfach in Südafrika und davon des Öfteren in Kapstadt und Durban.
Wer sich normal, unauffällig und angepasst vorsichtig verhält, dem wird gar nichts passieren.
Wer in bekannt unsichere Orte geht, wer laut und betrunken ist und wer öffentlich randaliert oder auch seinen Schmuck allzu offen trägt, der ist insgesamt damit genau so in Gefahr, wie in München, Berlin oder Düsseldorf.
Also keine Angst, nur Vernunft und Umsicht ist angesagt.

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DarkSun 11.03.2010, 10:02
271. Die Kriminalität kann man nicht leugnen

Zitat von herbert
In Capetown kann man sich absolut sicher sich bewegen. Das gleiche gilt für Johannesburg.
Als ich mit dem Mietwagen vor zwei Jahren eine Reise von Kapstadt nach Johannesburg gemacht habe, habe ich auch immer die lokalen Nachrichten gehört und die Zeitungen gelesen. Das Kapstadt "absolut sicher" wäre, stimmt so überhaupt nicht.

Kapstadt ist wesentlich sicherer als andere Städte, trotzdem kam es in der Woche in der ich da war zu drei schweren Zwischenfällen:
* Im "Mama Africa" hat ein Bewaffneter die Gäste als Geiseln genommen. Das ist erstaunlich, weil in diesem touristisch wichtigen Teil der Stadt an jeder Straßenkreuzung Polizisten stehen
* Am Busbahnhof für die Kleinbusse haben sich rivalisierenden Banden mit Schusswaffen einen Kleinkrieg geliefert und es gab mehrere Tote.
* Ein Tourist der einen Mietwagen gerade am Flughafen von Kapstadt erhalten hatte, wurde direkt auf dem Highway mit Schusswaffen angegriffen. Die Räuber haben in unmittelbarer Nähe des Flughafens auf das Auto geschossen um es zum stehen zu bringen.

Diese Liste ließe sich ewig fortsetzen. Das Resultat ist, dass die Weißen in einer abgeschirmten und durch Security geschützten Welt leben, die streng von der Welt der meisten Schwarzen getrennt ist. So lange die Kriminalität nicht im Griff ist, wird es leider keine Integration von Weiß und Schwarz geben.

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sitiwati 11.03.2010, 10:22
272. klar, ich

Zitat von peterhof
Ich war mehrfach in Südafrika und davon des Öfteren in Kapstadt und Durban. Wer sich normal, unauffällig und angepasst vorsichtig verhält, dem wird gar nichts passieren. Wer in bekannt unsichere Orte geht, wer laut und betrunken ist und wer öffentlich randaliert oder auch seinen Schmuck allzu offen trägt, der ist insgesamt damit genau so in Gefahr, wie in München, Berlin oder Düsseldorf. Also keine Angst, nur Vernunft und Umsicht ist angesagt.
fahr in ein Land, der Trip kostet mich ein Haufen Geld, und dann darf ich nicht mal ein Bierchen trinken, ohen dei Geafhr zu laufen, ausgeraubt zu werden !
klar, in anderen Teilen der Welt ist ähnlich, aber die Gefahr scheint mir doch in SA grösser zu sein !
in trau mich in allen Teilen der Welt allein unterwegs zu sein, aber Afrika allgemein, da würd ichs bleiben lassen!

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uniqueorn23 11.03.2010, 10:23
273. Übersetzungen

Würde man in Deutschland wirklich wissen, daß eine "Schattenpolizeiministerin" die Politikerin der Oppositionspartei ist, die im Falle eines Wahlsieges für den Job der Polizeiministerin vorgesehen ist?

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Micirio 11.03.2010, 10:24
274. Aktuelle Lage

Meine Freundin ist derzeit mit ihren vier Freundinnen für einen Monat in Südafrika unterwegs. In den vergangenen 2 Wochen hatten sie lediglich in Kapstadt unangenehme Situationen erlebt, die hauptsächlich daraus resultierten, dass junge Männer versucht haben ihre Aufmerksamkeit zu erhalten. Ignorieren war in dieser Hinsicht anscheinend die beste Medizin. Grundsätzlich fühlten sie sich in Kapstadt unwohler als in den kleineren Orten entlang der Küste.
Auch die Übernachtung in einem einsam gelegenen Haus im Landesinnern haben sie ohne Probleme überstanden.
Allerdings halten sie sich auch an die gängigen Regeln, die ebenfalls für einige deutsche Städte gelten.
Letzte Jahr war sie mit einer Freundin in Brasilien. Die dortige Situation für Touristen schätzt sie um einiges gefährlicher ein, als in Südafrika.
Ein Aspekt zum Ende: Die Preise für Verpflegung und Übernachtung haben, laut Aussage von Einheimischen, bereits rapide angezogen.

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Oskar ist der Beste 11.03.2010, 10:32
275.

und der naechste Schreckensbericht von Herrn Guensche...was will der eigentlich damit bezwecken, das frage ich mich wirklich.
Unbestreitbar gibt es zuviel Kriminalitaet, aber das ist doch nicht alles:

Warum keine Reportagen ueber die sozialen Zustaende, die ungleiche Einkommensverteilung zwischen den Rassen, von mir aus auch Berichte ueber die Probleme oder auch Fortschritte des "Black empowerment" programm?
Warum keine Reportagen ueber die anstehende Landreform und wie sie "zivilisiert" umgesetzt werden kann? Warum nicht einmal Berichte ueber das Zusammenleben zwischen den Rassen, was es naemlich auch gibt.
Stattdessen nur Storys, um letztlich Touris Angst zu machen, die dann die Gegend meiden, was letztlich auch niemandem hilft.

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G36K 11.03.2010, 10:35
276. Olle Kamellen....

Zitat von Peter Sonntag
Es muss ja wie im Paradies sein in diesem wunderbaren Land.... Vor allem für die Neokolonialisten und Touristen aus der westlichen Welt. Die Schwarzen werden das eventuell etwas anders sehen.
Die von ihnen sogenannten "Schwarzen" ("Schwarz-Weiß" scheint ihr Thema zu sein... :oP)sind seit 1994 in der Regierungsverantwortung....
Das Argument, man habe sie unter dem Apartheidregime künstlich "dumm" gehalten, ist zwar richtig, zieht aber nur noch minimal....
Sie könnten es also "besser" machen.. Tun sie aber nicht!
Nicht mal für "ihre" Leute....

Korruption, Vetternwirtschaft, Gier, etc. kennt keine Rassenschranken, und das sind einige der Hauptprobleme in SA.
So wie ein überfahrener Igel noch keine Autobahn macht, macht auch ein Nelson Mandela leider noch keinen afrikanischen Vorzeigestaat. Und das liegt nicht allein an Leuten nur einer Couleur...
Die WM wird für Touristen heikel, davon bin ich persönlich überzeugt.
Allerdings wird es NACH der WM, wenn die Welt(Fußball)öffentlichkeit nicht mehr den Blick ans Kap richtet, wahrscheinlich noch schlimmer in Südafrika....
Leider, leider....

Das nur wenige afrikanische Fans da sein werden, liegt auch daran, daß man bei der FIFA Tickets nur via Internet und Kreditkarte bekommt. Und der afrikanische Kontinent ist ja bekannt dafür, daß dort eigentlich JEDER einen Internetzugang und eine Kreditkarte besitzt...
Clever, clever...

Während der WM wird man das Gröbste mit massivster Polizeipräsenz in Schach halten und verhindern können (hoffe ich, und um mal auf das Thema des Forums zurückzukommen). Ich mache mir mehr Sorgen um das Südafrika danach....

Vor allem, weil die südafrikanischen Schiedsrichter/Wahlvolk sogar noch weiter davon entfernt sind als der deutsche Michel, das korrupte Pack aller Couleur vom Platz zu stellen.

Olé, Olé....

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sinhamoca 11.03.2010, 10:43
277. Erstaunlich...

...interessant finde ich, daß sehr viele Kommentare in die Richtung gehen
"ist doch gar nicht so schlimm in Südafrika und wird nur von der Presse aufgebauscht".

habe keine eigenen Erfahrungen mit Südafrika, aber mit Südamerika, wo ich letztens mit einem Deutschen sprach, der beruflich auch in Südafrika zu tun hatte;
wir waren uns beide einig, daß die Situation bzgl. Gewaltkriminalität in Venezuela und Brasilien absolut unerträglich ist.
Er sagte, daß er nur in einem Land noch schlimmeres erlebt hatte - nämlich in Südafrika.

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G111 11.03.2010, 10:52
278. Licht

Was insb. in den großen Städten fehlt, ist ein vernünftiges Beleuchtungskonzept. Nach Einbruch der Dunkelheit ist es an manchen Stellen in den Innnenstädten (auch in den "besseren Vierteln wie Sandton/Joburg) so dunkel, dass sich Schlaglöcher in Gehwegen zu gefährlichen Stolperfallen entwickeln können.

Da leidet dann eben nicht nur die subjektive Sicherheit darunter.

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2010sdafrika 11.03.2010, 11:10
279. Südafrika für die WM überhaupt bereit?

Die Gewalt im demokratischen Südafrika ist ein richtig großes Problem, welches seine Wurzeln im System der Apartheid hat. Da viele Schwarze durch die Apartheidspartei NP vom Bildungssystem, politischen System und Arbeitsmarkt weitgehend ausgeschlossen wurden, müssen zahlreiche BürgerInnen diese "historischen" Defizite mit sich tragen.
Einige sehen für sich keinen anderen Ausweg als kriminell tätig zu werden, um die eigene Existenz abzusichern.

Konsequenz ist die anhaltende Gewalt im Lande, die sich in der Kriminalitätsstatistik widerspiegelt: Alle 10 Minuten wird in Südafrika eine Frau vergewaltitgt (man beziffert diese Straftat offiziell mit 55.000; andere gehen von 1-2 Millionen Vergewaltigungen PRO JAHR aus), etwa 36.000 Menschen werden ermordert, 396.000 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung treten ein etc.

Erschreckender ist jedoch die Tatsache, dass allein im Jahre 2009 etwa 613.900 Südafrikaner ihr Leben verloren haben - sei es durch Mord, Verkehrsunfälle, AIDS oder ähnliches. Ich hoffe für die anreisenden WM-Fans - die Erwartungen gehen von einer halben Million Besucher aus, welches ich jedoch stark bezweifle, das Beste!

Weitere Artikel zur sozialen Situation und Gewalt in der Regenbogennation unter der URL:
http://2010sdafrika.wordpress.com/

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